Inhalt dieser Seite
- PKV-Grenze 2026 in Zahlen
- Was zum Einkommen zählt
- Mindesteinkommen pro Monat
- Wann der Wechsel wirkt
- Grenze 2026 und 2027
- Für wen die Grenze nicht gilt
- Was die PKV dann kostet
- Grenze und Familie
- Knapp unter der Grenze
- Wechsel in fünf Schritten
- PKV-Gehaltsgrenze bei einem Geschäftsführer richtig einordnen
- Häufige Fragen
PKV-Grenze 2026 auf einen Blick
Angestellte können 2026 in die private Krankenversicherung wechseln, wenn ihr regelmäßiges Bruttojahresgehalt über 77.400 € liegt. Maßgeblich ist das zu erwartende Jahresentgelt inklusive fest zugesagter Sonderzahlungen. Selbstständige, Freiberufler und Beamte sind an diese Einkommensgrenze nicht gebunden.
- Allgemeine Grenze 2026: 77.400 € im Jahr, 6.450 € im Monat.
- Besondere Grenze für Privatversicherte seit spätestens 2002: 69.750 €.
- Bestandsangestellte wechseln zum Jahreswechsel — nur, wenn das Gehalt auch die voraussichtliche Grenze 2027 von 84.150 € übersteigt.
- Wer eine neue Stelle über der Grenze antritt, ist ab dem ersten Arbeitstag versicherungsfrei.
Die PKV-Grenze 2026 in Zahlen
Die PKV-Grenze 2026 beträgt 77.400 € im Jahr und ist gesetzlich als Jahresarbeitsentgeltgrenze nach § 6 Abs. 6 SGB V festgelegt. Die Bundesregierung schreibt sie jedes Jahr mit der Lohnentwicklung fort; für 2026 lag der Anstieg bei 4,9 Prozent gegenüber 73.800 € im Jahr 2025.
Im Alltag hat die Grenze viele Namen: PKV-Einkommensgrenze, Versicherungspflichtgrenze, JAEG oder PKV-Mindesteinkommen. Gemeint ist immer derselbe Betrag. Er bestimmt, ob ein Angestellter gesetzlich pflichtversichert bleibt oder frei zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen darf. Daneben gibt es eine zweite, niedrigere Grenze für Menschen, die schon seit Ende 2002 privat versichert sind, und die Beitragsbemessungsgrenze, die mit dem Wechselrecht nichts zu tun hat.
| Rechengröße | 2025 | 2026 | 2027 (voraussichtlich) |
|---|---|---|---|
| Versicherungspflichtgrenze, jährlich | 73.800 € | 77.400 € | 84.150 € |
| Versicherungspflichtgrenze, monatlich | 6.150 € | 6.450 € | 7.012,50 € |
| Besondere Grenze (privat versichert am 31.12.2002) | 66.150 € | 69.750 € | 72.900 € |
| Beitragsbemessungsgrenze KV/PV, jährlich | 66.150 € | 69.750 € | 76.500 € |
| Beitragsbemessungsgrenze KV/PV, monatlich | 5.512,50 € | 5.812,50 € | 6.375 € |
Entwicklung der allgemeinen Versicherungspflichtgrenze in Euro pro Jahr
Die Zahlen zeigen einen klaren Trend: Seit 2017 ist die Grenze um mehr als ein Drittel gestiegen. Wer in die PKV möchte, muss also nicht nur heute über der Grenze liegen, sondern auch damit rechnen, dass sie jedes Jahr ein Stück wegläuft. Eine ausführliche Einordnung der langfristigen Entwicklung finden Sie im Ratgeber Ab wann darf ich in die PKV?
PKV-Einkommensgrenze 2026: Was zum Gehalt zählt
Zur PKV-Einkommensgrenze 2026 zählt das regelmäßige Arbeitsentgelt aus Ihrer Beschäftigung, das Sie für die nächsten zwölf Monate mit hinreichender Sicherheit erwarten können. Die Krankenkasse und die Personalabteilung schauen dabei nach vorn, nicht zurück: Entscheidend ist der Arbeitsvertrag, nicht der Kontoauszug des Vorjahres.
| Gehaltsbestandteil | Zählt zur Grenze? | Hinweis |
|---|---|---|
| Grundgehalt | ja | Basis jeder Berechnung |
| 13. Monatsgehalt, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld | ja | wenn vertraglich oder tariflich zugesagt |
| Regelmäßige Zulagen (z. B. Schichtzulage) | ja | wenn sie dauerhaft und in fester Höhe gezahlt werden |
| Pauschal abgegoltene Überstunden | ja | wenn im Vertrag fest vereinbart |
| Gelegentliche Überstunden | nein | nicht vorhersehbar |
| Variable Boni, Tantiemen, Prämien | meist nein | nur mit fester Zusage oder langjähriger Regelmäßigkeit |
| Familienzuschläge | nein | nach § 6 SGB V ausdrücklich ausgenommen |
| Einkünfte aus Vermietung, Kapital, Nebenjob als Selbstständiger | nein | kein Arbeitsentgelt aus der Beschäftigung |
In der Praxis entscheiden oft Details. Ein Dienstwagen zur Privatnutzung zählt mit seinem geldwerten Vorteil zum Arbeitsentgelt, eine Gehaltsumwandlung in die betriebliche Altersversorgung mindert das maßgebliche Entgelt dagegen nur, soweit sie beitragsfrei ist. Wer in Teilzeit arbeitet, wird mit dem tatsächlichen Teilzeitgehalt bewertet — ein hochgerechnetes Vollzeitgehalt spielt keine Rolle.
Lassen Sie sich von Ihrer Personalabteilung bestätigen, mit welchem regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt Sie gemeldet sind. Diese Zahl entscheidet am Ende über die Versicherungsfreiheit — nicht die eigene Rechnung.
PKV-Mindesteinkommen 2026 pro Monat: Rechenbeispiele
Das PKV-Mindesteinkommen 2026 liegt bei zwölf gleichen Monatsgehältern bei mehr als 6.450 € brutto im Monat. Sobald fest zugesagte Sonderzahlungen hinzukommen, sinkt das nötige Monatsgehalt spürbar — viele Angestellte liegen deshalb näher an der Grenze, als sie glauben.
| Gehaltsmodell | Nötiges Monatsbrutto 2026 | Jahresentgelt |
|---|---|---|
| 12 Monatsgehälter | mehr als 6.450 € | mehr als 77.400 € |
| 12 Gehälter + ½ Gehalt Urlaubsgeld | mehr als 6.192,00 € | mehr als 77.400 € |
| 13 Monatsgehälter | mehr als 5.953,85 € | mehr als 77.400 € |
| 14 Monatsgehälter | mehr als 5.528,57 € | mehr als 77.400 € |
Beispiel: Eine Ingenieurin verdient 5.800 € brutto im Monat und erhält laut Tarifvertrag ein volles 13. Gehalt sowie 1.500 € Urlaubsgeld. Ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt beträgt 13 × 5.800 € + 1.500 € = 76.900 €. Damit liegt sie 500 € unter der PKV-Grenze 2026 und bleibt pflichtversichert. Eine Gehaltserhöhung um 3 Prozent würde sie auf 79.162 € bringen — über die Grenze 2026, aber noch unter die voraussichtliche Grenze 2027 von 84.150 €. Warum das den Wechselzeitpunkt beeinflusst, zeigt der nächste Abschnitt.
Wir prüfen mit Ihnen, ob Ihr Gehalt für den Wechsel reicht, und rechnen parallel passende Tarife mit Arbeitgeberzuschuss.
Wann Sie mit der PKV-Grenze 2026 tatsächlich wechseln können
Wer die PKV-Grenze 2026 überschreitet, wird nicht sofort frei: Bei einer bestehenden Beschäftigung endet die Versicherungspflicht erst mit Ablauf des Kalenderjahres. Das regelt § 6 Abs. 4 SGB V — und er enthält einen Haken, den viele übersehen. Die Versicherungspflicht endet nur, wenn das Gehalt auch die Grenze des folgenden Jahres übersteigt.
Für den Jahreswechsel 2026/2027 heißt das: Maßgeblich ist nicht nur die Grenze von 77.400 €, sondern auch die voraussichtliche Grenze 2027 von 84.150 €. Wer dazwischen liegt, bleibt 2027 gesetzlich pflichtversichert, obwohl er 2026 über der Grenze verdient hat.
| Situation | Gehalt 2026 | Gehalt 2027 | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Bestehende Stelle | 74.000 € | 76.000 € | pflichtversichert, kein Wechsel |
| Bestehende Stelle | 80.000 € | 82.000 € | über der Grenze 2026, aber unter der Grenze 2027: kein Wechsel zum 1.1.2027 |
| Bestehende Stelle | 80.000 € | 86.000 € | versicherungsfrei ab 1.1.2027 |
| Neue Stelle ab Herbst 2026 | — | 90.000 € regelmäßig | versicherungsfrei ab dem ersten Arbeitstag |
| Neue Stelle ab Herbst 2026 | — | 80.000 € regelmäßig | zunächst frei, ab 1.1.2027 unter der neuen Grenze: Befreiungsantrag prüfen |
Sonderfall Stellenwechsel
Bei einer neuen Beschäftigung zählt die Prognose zum Beginn: Liegt das vereinbarte regelmäßige Jahresgehalt über der dann geltenden Grenze, sind Sie vom ersten Arbeitstag an versicherungsfrei. Ein Stellenwechsel im Herbst 2026 ist deshalb der schnellste Weg in die PKV. Achten Sie aber auf den Jahreswechsel: Liegt das neue Gehalt unter 84.150 €, greift ab 2027 die höhere Grenze. Wer dann schon privat versichert ist, kann sich in der Regel auf Antrag bei der Krankenkasse innerhalb von drei Monaten von der Versicherungspflicht befreien lassen (§ 8 SGB V). Die Befreiung gilt dauerhaft für diese Beschäftigung.
So kündigen Sie die gesetzliche Krankenkasse
Endet die Versicherungspflicht, führt die Krankenkasse Sie automatisch als freiwilliges Mitglied weiter. Sie weist Sie auf die Austrittsmöglichkeit hin; innerhalb von zwei Wochen nach diesem Hinweis erklären Sie den Austritt und legen die Bestätigung Ihrer privaten Krankenversicherung vor. Wer die Frist verpasst, kann als freiwilliges Mitglied mit einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende kündigen. Der neue PKV-Vertrag muss nahtlos anschließen, eine Lücke darf es nicht geben.
Zeitplan für den Wechsel zum 1. Januar 2027: Angebote vergleichen und Gesundheitsfragen klären im Oktober und November, Antrag stellen spätestens Anfang Dezember. So liegt die Annahmeerklärung des Versicherers vor, wenn die Krankenkasse den Austritt bestätigen soll.
PKV-Grenze 2026 und 2027: Was die Anhebung für Wechsler bedeutet
Die PKV-Grenze steigt von 77.400 € im Jahr 2026 voraussichtlich auf 84.150 € im Jahr 2027 — ein Sprung um 6.750 € oder 8,7 Prozent. Neben der normalen Lohnentwicklung ist darin eine zusätzliche Anhebung um 300 € im Monat enthalten, die das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vorsieht.
Für alle, die 2026 zwischen 77.400 € und 84.150 € verdienen, schließt sich damit das Fenster: Sie liegen über der aktuellen Grenze, erfüllen aber die Bedingung für den Jahreswechsel nicht. Nur ein Arbeitgeberwechsel noch im Jahr 2026 ermöglicht ihnen den sofortigen Eintritt. Wer bereits privat versichert ist, verliert seinen Status durch die Anhebung nicht automatisch. Alle Details zur neuen Grenze, zu Befreiung und Bestandsschutz erklärt der Ratgeber PKV-Grenze 2027.
Für wen die Versicherungspflichtgrenze 2026 nicht gilt
Die Versicherungspflichtgrenze 2026 betrifft ausschließlich Arbeitnehmer. Für Selbstständige, Freiberufler, Beamte und einige weitere Gruppen spielt das Einkommen beim Zugang zur privaten Krankenversicherung keine Rolle.
| Gruppe | Zugang zur PKV | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Angestellte | nur mit Einkommen über 77.400 € | PKV für Angestellte |
| Selbstständige und Freiberufler | unabhängig vom Einkommen | PKV für Selbstständige |
| Beamte und Anwärter | unabhängig vom Einkommen, mit Beihilfe | PKV für Beamte |
| Studenten | Befreiung von der Versicherungspflicht zu Studienbeginn | PKV für Studenten |
| Ärzte in Anstellung | wie Angestellte, Grenze gilt | PKV für Ärzte |
| Privatversicherte seit spätestens 31.12.2002 | besondere Grenze 69.750 € | — |
Die besondere Versicherungspflichtgrenze
Für Arbeitnehmer, die am 31. Dezember 2002 bereits wegen ihres Einkommens versicherungsfrei und privat krankenversichert waren, gilt eine niedrigere Grenze: 69.750 € im Jahr 2026. Das schützt langjährig Privatversicherte davor, durch die jährlichen Anhebungen wieder in die GKV gezwungen zu werden. Bis einschließlich 2026 entspricht die besondere Grenze genau der Beitragsbemessungsgrenze; ab 2027 laufen beide Werte voraussichtlich auseinander.
Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze nicht verwechseln
Die Beitragsbemessungsgrenze von 69.750 € hat mit dem Wechselrecht nichts zu tun. Sie bestimmt nur, bis zu welchem Einkommen die Krankenkasse Beiträge erhebt. Weil sie unter der PKV-Grenze liegt, zahlt jeder, der die Grenze 2026 erreicht, in der GKV bereits den Höchstbeitrag. Mehr dazu im Ratgeber Beitragsbemessungsgrenze.
Über der PKV-Grenze 2026: Was die private Krankenversicherung kostet
Wer die PKV-Grenze 2026 überschreitet, zahlt in der gesetzlichen Krankenversicherung automatisch den Höchstbeitrag — und genau hier liegt der Vergleichsmaßstab. Der Arbeitnehmeranteil für Kranken- und Pflegeversicherung beträgt 2026 613,22 € im Monat (mit Kind, durchschnittlicher Zusatzbeitrag), der Gesamtbeitrag 1.226,44 €.
In der PKV zahlt der Arbeitgeber die Hälfte Ihres Beitrags, höchstens 613,22 € im Monat für Kranken- und Pflegeversicherung zusammen. Einige Beispiele aus aktuellen Tarifen für Angestellte:
| Anbieter | Tarif | Besonderheit | Beispielbeitrag 2026 |
|---|---|---|---|
| Continentale | COMFORT-U + SP2 | SB 20 € je Leistung, Zweibettzimmer und Chefarzt | 271,69 € Eigenanteil (30 J.) |
| Universa | uni-intro|Privat 300 | Einsteigertarif, SB 300 €, inkl. Pflegepflicht | 521,49 € gesamt, 260,75 € Eigenanteil (30 J.) |
| Allianz | MeinGesundheitsschutz Plus 90 + Zahn 90 | 10 % SB bis 500 €, inkl. Tagegeld und Pflegepflicht | 717,26 € gesamt, 358,63 € Eigenanteil (24 J.) |
| GKV zum Vergleich | Höchstbeitrag 2026 | Arbeitnehmeranteil mit Kind | 613,22 € |
Monatlicher Eigenanteil im Beispiel gegenüber dem GKV-Höchstbeitrag 2026
Rechenbeispiel: Ein 30-jähriger Angestellter im Tarif COMFORT-U der Continentale zahlt 271,69 € Eigenanteil statt 613,22 € in der GKV. Das sind 4.098,36 € weniger im Jahr — bei vergleichbaren oder besseren Leistungen. Diesen Vorteil sollten Sie allerdings nicht vollständig ausgeben: Beiträge in der PKV steigen mit den Gesundheitskosten, und im Ruhestand fällt der Arbeitgeberzuschuss weg. Wie sich Beiträge über Jahrzehnte entwickeln, zeigen die Ratgeber PKV-Kosten und PKV im Alter.
Wir vergleichen Tarife mehrerer Versicherer für Ihr Alter und zeigen Ihren Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschuss.
PKV-Grenze 2026 und Familie: Was für Kinder gilt
Die PKV-Grenze 2026 spielt auch bei Kindern eine Rolle: Ein Kind kann nicht beitragsfrei in der GKV familienversichert werden, wenn der privat versicherte Elternteil mehr als 6.450 € im Monat verdient und mehr als der gesetzlich versicherte Partner. Das regelt § 10 Abs. 3 SGB V — der Grenzwert ist genau ein Zwölftel der Versicherungspflichtgrenze.
Für Paare heißt das: Wechselt der besser verdienende Partner in die PKV, müssen die Kinder in der Regel ebenfalls privat oder freiwillig gesetzlich versichert werden. Ein Kind kostet in der PKV je nach Tarif meist einen niedrigen dreistelligen Betrag im Monat; der Arbeitgeberzuschuss gilt auch für die Kinderbeiträge, bleibt aber auf den Höchstbetrag begrenzt. Neugeborene lassen sich nach § 198 VVG innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt ohne Gesundheitsprüfung nachversichern. Welche Lösung für Ihre Familie günstiger ist, klären die Seiten PKV für Familien und GKV oder PKV für Kinder.
Knapp unter der PKV-Grenze 2026: Diese Optionen haben Sie
Wer knapp unter der PKV-Grenze 2026 liegt, kann den späteren Wechsel heute schon vorbereiten — vor allem, indem er sich den aktuellen Gesundheitszustand sichert. Denn die Gesundheitsprüfung findet erst beim Antrag statt, und jede neue Diagnose bis dahin kann zu Zuschlägen führen.
Was hilft
- Optionstarif: Bei der Allianz sichert OptionFlexiMed den späteren Wechsel ohne neue Gesundheitsprüfung, für 25- bis 29-Jährige für 6,50 € im Monat.
- Anonyme Risikovoranfrage: klärt schon vorab, wie Versicherer Ihre Vorerkrankungen bewerten — siehe anonyme Risikovoranfrage.
- Gehaltsverhandlung: Eine fest zugesagte Sonderzahlung kann das regelmäßige Jahresentgelt über die Grenze heben.
- Stellenwechsel: Ein neuer Vertrag über der Grenze wirkt sofort, ohne Jahreswechsel-Regel.
Was nicht hilft
- Einmalige Boni zählen nicht — sie bringen Sie nicht über die Grenze.
- Die Grenze steigt 2027 voraussichtlich um 6.750 € und läuft Gehaltserhöhungen davon.
- Eine Zusatzversicherung ersetzt die Vollversicherung nicht, verbessert aber die Leistungen schon jetzt.
- Die besondere Grenze von 69.750 € gilt nur für Privatversicherte seit 2002 — nicht für Neueinsteiger.
Alternativ lohnt ein Blick auf den Berufsweg: Wer sich selbstständig machen oder verbeamtet werden möchte, braucht die Einkommensgrenze gar nicht. Einen Überblick über alle Wege in die private Krankenversicherung gibt der Ratgeber In die PKV wechseln.
Mit der PKV-Grenze 2026 in die PKV wechseln: fünf Schritte
Der Wechsel in die PKV über die Versicherungspflichtgrenze 2026 folgt einem festen Ablauf. Wichtig ist, den neuen Vertrag abzuschließen, bevor Sie die gesetzliche Krankenkasse verlassen.
- 1Jahresentgelt prüfen: regelmäßiges Gehalt inklusive fester Sonderzahlungen über 77.400 € — und bei bestehender Stelle auch über der voraussichtlichen Grenze 2027 von 84.150 €.
- 2Gesundheitszustand klären: Arztbesuche, Diagnosen und Behandlungen der letzten Jahre zusammentragen; bei Vorerkrankungen eine anonyme Risikovoranfrage stellen.
- 3Tarife vergleichen: Leistungsniveau, Selbstbeteiligung, Krankentagegeld und Beitragsentlastung festlegen — und den Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschuss berechnen.
- 4Antrag stellen und Annahme abwarten: Erst mit der Zusage des Versicherers ist der Schutz gesichert.
- 5Austritt aus der GKV erklären: Versicherungsbestätigung einreichen und den Arbeitgeberzuschuss beantragen.
Die häufigsten Fehler beim Wechsel sind unvollständige Gesundheitsangaben, ein zu niedriges Krankentagegeld und eine Selbstbeteiligung, die nur auf den Monatsbeitrag schaut. Worauf es bei der Tarifwahl ankommt, fasst der Ratgeber PKV: Worauf achten? zusammen. Ob sich der Schritt für Sie überhaupt lohnt, klärt GKV oder PKV.
Sie liegen über der PKV-Grenze? Wir stellen Ihnen passende Tarife zusammen — rechtzeitig vor dem 1. Januar.
PKV-Gehaltsgrenze bei einem Geschäftsführer richtig einordnen
Bei einem Geschäftsführer ist vor der Prüfung der Jahresarbeitsentgeltgrenze zu klären, ob sozialversicherungsrechtlich eine abhängige Beschäftigung besteht. Die Berufsbezeichnung allein beantwortet diese Frage nicht. Beteiligung und rechtlich gesicherte Einflussmöglichkeiten können für die Einordnung relevant sein.
Bei einem abhängig beschäftigten Geschäftsführer müssen regelmäßiges Entgelt und variable Bestandteile zutreffend beurteilt werden. Gewinnausschüttungen sind nicht automatisch Arbeitsentgelt für die Grenze. Die konkrete Unterscheidung erläutert PKV für Geschäftsführer.
Häufige Fragen zur PKV-Grenze 2026
Wie hoch ist die PKV-Grenze 2026?
Die PKV-Grenze, amtlich Versicherungspflichtgrenze oder Jahresarbeitsentgeltgrenze, liegt 2026 bei 77.400 € brutto im Jahr. Das entspricht 6.450 € im Monat bei zwölf Gehältern. Angestellte, deren regelmäßiges Einkommen diese Grenze übersteigt, dürfen in die private Krankenversicherung wechseln.
Wie viel muss ich 2026 verdienen, um privat versichert zu sein?
Als Angestellter brauchen Sie 2026 ein regelmäßiges Bruttojahresgehalt von mehr als 77.400 €. Mitgezählt werden Grundgehalt und fest zugesagte Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Mit 13 Monatsgehältern reicht ein Monatsbrutto von mehr als 5.953,85 €. Selbstständige, Freiberufler und Beamte können unabhängig vom Einkommen in die PKV.
Was ist das PKV-Mindesteinkommen 2026 pro Monat?
Bei zwölf gleichen Monatsgehältern liegt das PKV-Mindesteinkommen 2026 bei mehr als 6.450 € brutto im Monat. Wer vertraglich 13 Gehälter bekommt, braucht mehr als 5.953,85 €, bei 14 Gehältern mehr als 5.528,57 €. Entscheidend ist immer das Jahresentgelt, das Sie regelmäßig erwarten können.
Zählen Boni und Überstunden zur PKV-Einkommensgrenze?
Nur, wenn sie regelmäßig und mit hinreichender Sicherheit gezahlt werden. Vertraglich zugesagte Sonderzahlungen zählen mit, schwankende Boni, einmalige Prämien und gelegentliche Überstunden in der Regel nicht. Zuschläge, die wegen des Familienstands gezahlt werden, bleiben nach § 6 SGB V ausdrücklich außer Betracht.
Ab wann kann ich wechseln, wenn ich 2026 über der Grenze liege?
Wer schon länger beim selben Arbeitgeber angestellt ist, wird mit Ablauf des Kalenderjahres versicherungsfrei, in dem er die Grenze überschreitet — also zum 1. Januar 2027. Voraussetzung ist, dass das Gehalt auch die Grenze 2027 übersteigt, die voraussichtlich auf 84.150 € steigt. Wer eine neue Stelle mit einem Gehalt über 77.400 € antritt, ist sofort ab Beschäftigungsbeginn versicherungsfrei.
Was ist der Unterschied zwischen Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze?
Die Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € entscheidet, ob Sie in die PKV wechseln dürfen. Die Beitragsbemessungsgrenze von 69.750 € legt fest, bis zu welchem Einkommen GKV-Beiträge berechnet werden. Wer über der PKV-Grenze liegt, zahlt in der GKV deshalb immer schon den Höchstbeitrag.
Gilt für langjährig Privatversicherte eine niedrigere Grenze?
Ja. Wer am 31. Dezember 2002 bereits privat krankenversichert und wegen seines Einkommens versicherungsfrei war, für den gilt die besondere Versicherungspflichtgrenze. Sie liegt 2026 bei 69.750 € und damit 7.650 € unter der allgemeinen Grenze.
Was passiert, wenn mein Gehalt später unter die PKV-Grenze fällt?
Sinkt Ihr regelmäßiges Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze, werden Sie als Angestellter unter 55 Jahren wieder gesetzlich versicherungspflichtig. Steigt nur die Grenze selbst, können Sie sich in der Regel innerhalb von drei Monaten von der Versicherungspflicht befreien lassen und in der PKV bleiben. Ab 55 ist die Rückkehr in die GKV weitgehend ausgeschlossen.
Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen Ihr Angebot individuell — für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.
