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PKV für Kinder auf einen Blick
Die PKV für Kinder ist Pflicht, wenn beide Eltern privat versichert sind oder der besser verdienende, privat versicherte Elternteil über 6.450 € im Monat liegt. Ein eigener Kindertarif kostet je nach Leistung rund 94 bis 250 Euro im Monat; Neugeborene werden innerhalb von zwei Monaten ohne Gesundheitsprüfung nachversichert.
- Kindernachversicherung (§ 198 VVG): Anmeldung spätestens 2 Monate nach der Geburt, rückwirkend, ohne Risikozuschläge und Wartezeiten.
- Beispielbeiträge 2026: ARAG KomfortKlasse 166,41 €, HanseMerkur Kids Fit 211,84 €, Allianz rund 231 € (Kinder bis 14/15 Jahre).
- Beamtenkinder: 80 % Beihilfe (Sachsen 90 %), Restkostentarif ab 39,67 € im Monat.
- Familienversicherung bis 18 Jahre, bis 23 ohne Erwerbstätigkeit, bis 25 in Ausbildung — solange die Eltern die Voraussetzungen erfüllen.
PKV für Kinder: Wann Ihr Kind privat versichert werden muss
Ihr Kind wird privat krankenversichert, wenn die gesetzliche Familienversicherung ausgeschlossen ist oder Sie sich bewusst für die PKV entscheiden. Maßgeblich ist nicht der Wunsch der Eltern allein, sondern die Kombination aus Versicherungsstatus und Einkommen beider Elternteile.
In der Praxis gibt es vier typische Konstellationen. Sind beide Eltern gesetzlich versichert, ist das Kind automatisch und beitragsfrei in der Familienversicherung — eine private Vollversicherung kommt dann nur in Ausnahmefällen in Betracht. Sind beide privat versichert, gibt es keine Familienversicherung; das Kind braucht einen eigenen Vertrag, meist beim Versicherer eines Elternteils. Spannend wird es bei gemischten Paaren und bei Beamten, denn dort entscheidet ein Einkommensvergleich bzw. die Beihilfe.
| Situation der Eltern | Wie wird das Kind versichert? | Kosten für das Kind |
|---|---|---|
| Beide gesetzlich versichert | Familienversicherung in der GKV | beitragsfrei |
| Beide privat versichert | eigener PKV-Vertrag, meist über die Kindernachversicherung | Kindertarif, rund 94–250 € |
| Ein Elternteil privat, einer gesetzlich (verheiratet) | Einkommensvergleich nach § 10 Abs. 3 SGB V | beitragsfrei oder PKV bzw. freiwillige GKV |
| Ein Elternteil Beamter | Beihilfe 80 % + Restkostentarif der PKV | meist 40–75 € |
| Unverheiratete Eltern, einer gesetzlich | Familienversicherung über den gesetzlich versicherten Elternteil möglich | beitragsfrei |
Wichtig: Die Entscheidung ist keine einmalige Festlegung für das ganze Leben des Kindes. Ändert sich das Einkommen der Eltern, der Familienstand oder der Status eines Elternteils, kann sich auch die Versicherung des Kindes ändern. Wer in der Familie beide Systeme hat, sollte die Konstellation deshalb bei jeder größeren Veränderung prüfen. Eine ausführliche Gegenüberstellung der Regeln finden Sie im Ratgeber Kinder gesetzlich oder privat versichern, die Rechnung für die ganze Familie unter PKV für Familien.
Familienversicherung oder private Krankenversicherung für Kinder: die Regel des § 10 SGB V
Die Familienversicherung für Kinder ist ausgeschlossen, wenn der mit dem Kind verwandte Elternteil nicht gesetzlich versichert ist, sein Gesamteinkommen regelmäßig über 6.450 € im Monat liegt (ein Zwölftel der Versicherungspflichtgrenze 77.400 €) und höher ist als das Einkommen des gesetzlich versicherten Partners. Alle drei Bedingungen müssen gleichzeitig erfüllt sein.
Die Regel gilt für verheiratete Eltern und eingetragene Lebenspartner. Sie verhindert, dass gut verdienende Privatversicherte ihre Kinder kostenlos über den gesetzlich versicherten Partner absichern. Umgekehrt heißt das: Verdient die gesetzlich versicherte Mutter mehr als der privat versicherte Vater, bleibt das Kind beitragsfrei in der GKV — selbst wenn der Vater weit über der Grenze liegt.
Rechenbeispiele zur Einkommensgrenze
| Beispiel | Elternteil PKV | Elternteil GKV | Ergebnis für das Kind |
|---|---|---|---|
| A | 7.200 € mtl. | 3.100 € mtl. | keine Familienversicherung — PKV oder freiwillige GKV |
| B | 7.200 € mtl. | 7.600 € mtl. | Familienversicherung beitragsfrei (GKV-Elternteil verdient mehr) |
| C | 6.100 € mtl. | 2.500 € mtl. | Familienversicherung beitragsfrei (PKV-Elternteil unter 6.450 €) |
| D | beide privat versichert | — | eigener PKV-Vertrag nötig |
Liegt ein Fall wie Beispiel A vor, haben Sie die Wahl: Das Kind kann freiwillig in der GKV versichert werden, dann zahlen Sie einen einkommensabhängigen Beitrag, oder Sie versichern es in der PKV. In den meisten Familien ist die PKV hier die naheliegende Lösung, weil das Kind dann dieselben Leistungen wie der privat versicherte Elternteil erhält und der Beitrag fest kalkulierbar ist.
Altersgrenzen der Familienversicherung
Solange die Familienversicherung möglich ist, endet sie nicht mit einem festen Geburtstag, sondern hängt von der Lebenssituation des Kindes ab:
| Lebenssituation des Kindes | Familienversichert bis |
|---|---|
| ohne weitere Bedingung | 18. Geburtstag |
| nicht erwerbstätig | 23. Geburtstag |
| Schule, Ausbildung, Studium, Freiwilligendienst | 25. Geburtstag |
| Behinderung, die den Selbstunterhalt verhindert | ohne Altersgrenze |
Der Einkommensvergleich ist keine Momentaufnahme. Steigt das Gehalt des privat versicherten Elternteils über die Grenze oder sinkt das Einkommen des Partners, zum Beispiel in der Elternzeit, kann die Familienversicherung enden. Wir prüfen mit Ihnen, ab wann ein Kindertarif nötig wird und welcher am besten passt.
Kindernachversicherung nach § 198 VVG: PKV für Kinder ohne Gesundheitsprüfung
Die Kindernachversicherung erlaubt es, ein Neugeborenes rückwirkend ab der Geburt in die private Krankenversicherung eines Elternteils aufzunehmen — ohne Gesundheitsfragen, ohne Risikozuschlag und ohne Wartezeit. Voraussetzung ist, dass ein Elternteil am Tag der Geburt bei diesem Versicherer versichert ist und das Kind spätestens zwei Monate nach der Geburt angemeldet wird.
Diese Regel ist das wichtigste Schutzrecht für privat versicherte Familien. Sie gilt auch dann, wenn das Kind zu früh geboren wird, eine angeborene Erkrankung hat oder schon in den ersten Tagen behandelt werden muss. Der Versicherer darf das Kind in diesem Fall weder ablehnen noch einen Zuschlag verlangen.
- VorherEin Elternteil ist privat versichert. Der Versicherer kann eine Mindestversicherungszeit von höchstens drei Monaten vor der Geburt verlangen.
- GeburtDer Schutz beginnt rückwirkend mit dem Tag der Geburt, auch für Kosten der ersten Lebenstage.
- bis 2 MonateSchriftliche Anmeldung beim Versicherer des Elternteils — ohne Gesundheitsfragen.
- danachWer die Frist verpasst, stellt einen normalen Antrag mit Gesundheitsprüfung; Zuschläge oder Ablehnung sind dann möglich.
Die Bedingungen im Überblick
- Frist: Anmeldung spätestens zwei Monate nach dem Tag der Geburt.
- Elternteil versichert: Mindestens ein Elternteil muss am Tag der Geburt beim selben Versicherer versichert sein.
- Leistungsumfang: Der Schutz des Kindes darf nicht höher oder umfassender sein als der des versicherten Elternteils.
- Adoption: Die Adoption eines minderjährigen Kindes ist der Geburt gleichgestellt. Bei erhöhtem Risiko ist ein Zuschlag bis zur Höhe des einfachen Beitrags möglich.
Mehrere Versicherer gehen über das Gesetz hinaus: Die Hallesche stellt Neugeborene in NK.select bis zum ersten Geburtstag beitragsfrei, die LKH im GesundheitsUpgrade für den Geburtsmonat und sechs weitere Monate, die Nürnberger im Tarif MAX6+ im ersten Lebensjahr. Die DKV versichert angeborene Erkrankungen im Kindertarif ausdrücklich mit. Alle Einzelheiten, auch zum Vorgehen bei Mehrlingen und Frühgeborenen, lesen Sie im Ratgeber Kindernachversicherung.
Tipp für werdende Eltern: Klären Sie die Versicherung des Kindes schon in der Schwangerschaft. Wenn feststeht, welcher Tarif gewählt wird, genügt nach der Geburt ein kurzes Schreiben mit Geburtsurkunde. Mehr zu Leistungen rund um die Geburt im Ratgeber PKV und Schwangerschaft.
Wir prüfen, ob der Kindertarif Ihres Versicherers passt oder ob ein anderer Tarif günstiger ist — rechtzeitig vor Ablauf der Zwei-Monats-Frist.
Was kostet die PKV für Kinder? Beiträge 2026
Die private Krankenversicherung für ein Kind kostet 2026 je nach Tarif, Leistungsniveau und Selbstbeteiligung meist zwischen rund 94 und 250 Euro im Monat. Jugendliche ab 15 oder 16 Jahren zahlen in einer eigenen Altersstufe spürbar mehr, bis mit dem Wechsel in die Erwachsenenkalkulation der nächste Sprung folgt.
Anders als in der GKV zahlt in der PKV jedes Familienmitglied einen eigenen Beitrag. Dafür ist der Kinderbeitrag unabhängig vom Einkommen der Eltern und deutlich niedriger als der eines Erwachsenen: Bis zum 21. Lebensjahr fällt kein gesetzlicher Zuschlag von 10 Prozent an, und viele Tarife halbieren für Kinder die Selbstbeteiligung.
| Anbieter und Tarif | Kind | Jugendliche | Selbstbeteiligung Kind |
|---|---|---|---|
| Union KV CompactPRIVAT-Start 900 B | 93,59 € (0–14) | 142,36 € (15–19) | 900 € |
| ARAG KomfortKlasse | 166,41 € (0–15) | 187,24 € (16–20) | keine |
| Generali GesundPro1 | 187,98 € (0–14) | 248,47 € (15–20) | 375 € |
| SDK GesundheitsFAIR AM13 + S1DD + Z8 | 198,46 € (5 J.) | — | halbe SB, max. 480 € |
| HanseMerkur Kids Fit | 211,84 € (0–14) | 250,84 € (15–19) | keine |
| ARAG MedBest | 224,87 € (0–15) | 292,70 € (16–20) | keine |
| Allianz MeinGesundheitsschutz | rund 231,00 € (0–15) | — | je nach Baustein |
| Barmenia einsA expert+ | 249,30 € (0–14) | 356,32 € (15–21) | 165 € |
Monatsbeitrag für ein Kind bis 14 bzw. 15 Jahre, Beispielbeiträge 2026
Warum Kinderbeiträge steigen können
Auch Kindertarife werden angepasst, wenn die Leistungsausgaben steigen. Bei der Allianz etwa stiegen die Kinderbeiträge in MeinGesundheitsschutz zum 1. Januar 2026 um 14 bis 21 Prozent und damit stärker als bei Erwachsenen. Weil Kindertarife in der Regel ohne nennenswerte Alterungsrückstellung kalkuliert werden, schlagen Kostensteigerungen bei Kinderarzt, Klinik und Kieferorthopädie direkt durch. Ein Vergleich lohnt sich daher nicht nur bei der Geburt, sondern auch später — ein Wechsel innerhalb des Versicherers ist nach § 204 VVG jederzeit möglich.
Rechenbeispiel: Was kostet ein Kind bis zum 20. Lebensjahr?
Wer die PKV für Kinder langfristig plant, sollte die gesamte Kindheit durchrechnen. Das folgende Beispiel nutzt die heutigen Beiträge ohne künftige Anpassungen:
| Tarif | Kinderstufe | Jugendstufe | Summe bis 20 Jahre |
|---|---|---|---|
| ARAG KomfortKlasse K0 | 192 Monate × 166,41 € = 31.950,72 € | 60 Monate × 187,24 € = 11.234,40 € | 43.185,12 € |
| HanseMerkur Kids Fit | 180 Monate × 211,84 € = 38.131,20 € | 60 Monate × 250,84 € = 15.050,40 € | 53.181,60 € |
| ARAG Beihilfetarif (Beamtenkind) | 192 Monate × 54,50 € = 10.464,00 € | 60 Monate × 67,26 € = 4.035,60 € | 14.499,60 € |
Das Beispiel zeigt die Größenordnung: Ein privat versichertes Kind kostet ohne Beihilfe über die Kindheit schnell 40.000 bis 55.000 Euro, ein Beamtenkind dank Beihilfe ein gutes Viertel davon. Beitragsrückerstattungen für leistungsfreie Jahre können die Summe senken — die Allianz etwa zahlt für Kinder von Angestellten bis zu 45 Prozent zurück. Eine Übersicht über alle Kostenfaktoren bietet der Ratgeber PKV-Kosten.
PKV-Rechner für Kinder: Beiträge der privaten Krankenversicherung vergleichen
Mit dem Rechner vergleichen Sie die Kinderbeiträge der privaten Krankenversicherer für das Alter Ihres Kindes — anonym und sofort. Angezeigt werden Beispielbeiträge bzw. daraus hochgerechnete Richtwerte; Restkostentarife für Beamtenkinder sind am Tarifnamen erkennbar.
Tarife werden berechnet …
Beispielbeiträge 2026 bzw. daraus hochgerechnete Richtwerte für Kinder und Jugendliche. Die enthaltenen Bausteine und Selbstbeteiligungen unterscheiden sich je Tarif. Den verbindlichen Beitrag rechnen wir mit Ihrem persönlichen Angebot.
Der Rechner ersetzt keinen Blick in die Bedingungen: Zwei Tarife mit ähnlichem Beitrag können sich bei Kieferorthopädie, Psychotherapie oder Brillen deutlich unterscheiden. Genau diese Punkte gleichen wir für Sie ab. Einen Vergleich für Erwachsene finden Sie im PKV-Rechner.
Tarife und Anbieter: PKV für Kinder im Vergleich
Die besten Kindertarife der PKV bieten volle Erstattung beim Kinderarzt, eine starke Kieferorthopädie, Rooming-in im Krankenhaus und eine niedrige oder halbierte Selbstbeteiligung. Welcher Tarif passt, hängt vor allem davon ab, wo die Eltern versichert sind — denn nur dort gilt die Nachversicherung ohne Gesundheitsprüfung.
| Anbieter | Tarif für Kinder | Besonderheit | Beispielbeitrag |
|---|---|---|---|
| HanseMerkur | Kids Fit | eigener Kindertarif ohne Selbstbeteiligung, Heilpraktiker und Osteopathie, KFO 80 %, Rooming-In bis 14 | 211,84 € (0–14) |
| ARAG | KomfortKlasse, MedExtra, MedBest | Kinder mit halber Selbstbeteiligung, sechs SB-Stufen | 99,52–224,87 € (0–15) |
| Barmenia | einsA expert+ | Kinder-SB 165 / 330 / 660 €, Zahnersatz und KFO 90 % | 249,30 € (0–14) |
| Allianz | MeinGesundheitsschutz | gleiche Tarifwelt wie die Eltern, Beitragsrückerstattung bis 45 % | rund 231 € (0–15) |
| Union KV | CompactPRIVAT-Start, GesundheitVARIO | halber Selbstbehalt, Upgrade ohne Gesundheitsprüfung | 93,59–303,11 € (0–14) |
| Generali | GesundPro1–3, GesundProP | halbierte Selbstbeteiligung bis 20 Jahre | 106,33–224,54 € (0–14) |
| SDK | GesundheitsFAIR AM13 + S1DD + Z8 | Einbettzimmer bei jedem Aufenthalt, Kinder mit halber SB | 198,46 € (5 J.) |
| Hallesche | NK.select S / L / XL | beitragsfrei bis zum 1. Geburtstag, Rooming-in bis 16, U2–U12 ohne Anrechnung | auf Anfrage |
| LKH | GesundheitsUpgrade GUP/GUK | Neugeborene 7 Monate beitragsfrei, Gesundheitsbonus bis 375 € | auf Anfrage |
| Nürnberger | HAT6, TOP, MAX6+ | in HAT6 und TOP auch allein versicherbar, MAX6+ im 1. Jahr beitragsfrei | auf Anfrage |
| DKV | BestMed Komfort, PremiumMed | KFO 100 % bis 19 (BMK), angeborene Erkrankungen mitversichert | auf Anfrage |
| ottonova | Flugklassen-Tarife | Pflegepauschale bis 10.000 €, Begleitperson bis 15 Jahre | auf Anfrage |
| Württembergische | Module A/S/Z | halber Selbstbehalt, Rooming-in bis 16, KFO 90/75/60 % | auf Anfrage |
| Concordia | Baukasten AV/SV/ZV | halber Selbstbehalt, Vorsorge bis 250 € im Jahr | auf Anfrage |
Unsere Einordnung der Kindertarife
HanseMerkur Kids Fit ist einer der wenigen eigenständig konzipierten Kindertarife: keine Selbstbeteiligung, freie Arztwahl, Heilpraktiker und Osteopathie. Für Eltern, die Wert auf Naturheilkunde und unkomplizierte Abrechnung legen, ist er eine starke Wahl. Wer den Beitrag drücken möchte, findet bei der ARAG mit sechs Selbstbeteiligungsstufen die größte Spannbreite — von 166,41 € ohne bis 99,52 € mit 750 € Selbstbeteiligung.
Bei der Barmenia und der DKV punkten Kinder mit sehr guter Kieferorthopädie — ein Posten, der bei einer Zahnspange schnell mehrere tausend Euro ausmacht. Hallesche, LKH und Nürnberger sparen Familien im ersten Lebensjahr bares Geld, weil Neugeborene mehrere Monate beitragsfrei bleiben. Die Nürnberger nimmt Kinder in HAT6 und TOP zudem auch dann auf, wenn die Eltern woanders versichert sind.
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PKV für Kinder von Beamten: 80 % Beihilfe und Restkostentarif
Kinder von Beamten erhalten im Bund und in fast allen Ländern 80 Prozent Beihilfe, in Sachsen sogar 90 Prozent. Die private Krankenversicherung deckt nur den Rest — deshalb kostet die PKV für Beamtenkinder meist nur 40 bis 75 Euro im Monat.
Das Kind ist über den beihilfeberechtigten Elternteil berücksichtigungsfähig, solange dieser Familienzuschlag für das Kind erhält. Hat ein Beamter im Bund zwei oder mehr berücksichtigungsfähige Kinder, steigt zudem sein eigener Bemessungssatz von 50 auf 70 Prozent — allerdings nur bei einem Elternteil. In Hessen und Bremen gelten abweichende Staffelsysteme, in Sachsen erhöhen Kinder den Satz der Eltern schon ab dem ersten Kind.
| Anbieter | Tarif | Kind | Jugendliche | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Union KV / Bayerische Beamtenkrankenkasse | BeihilfeCOMFORT BC 20 SB | 39,67 € (0–14) | — | 120 € Selbstbehalt |
| ARAG | 211 + 241 + 521 | 54,50 € (0–15) | 67,26 € (16–20) | ambulant, stationär, Zahn |
| Union KV / Bayerische Beamtenkrankenkasse | BeihilfeCOMFORT BC 20 | 55,38 € (0–14) | 74,45 € (15–19) | KFO bei Beginn vor 18 |
| Allianz | BHA / BHK / BHZ | 57,77 € (0–15) | — | Beitragsrückerstattung bis 50 % |
| DBV | Vision B 20-U / BS20-U | auf Anfrage | auf Anfrage | Rooming-in unbegrenzt unter 14 |
| Generali | B20, B10, BS10 | auf Anfrage | auf Anfrage | BS10 für Kinder in Ausbildung |
Öffnungsaktion: Schutz auch für Beamtenkinder mit Vorerkrankung
Für Kinder von Beamten gibt es neben der Kindernachversicherung eine zweite Sicherheitsstufe: die Öffnungsaktion der PKV. Neugeborene können innerhalb von sechs Monaten ab Geburt bei einem teilnehmenden Versicherer aufgenommen werden, andere erstmals berücksichtigungsfähige Angehörige innerhalb von sechs Monaten ab diesem Zeitpunkt. Es gibt keine Ablehnung, keine Leistungsausschlüsse, und ein Risikozuschlag ist auf 30 Prozent begrenzt. Teilnehmer sind unter anderem Allianz, DBV, Debeka, DKV, Signal Iduna und die Union Krankenversicherung.
Die Grundlagen der Beihilfe erklärt der Ratgeber Beihilfe, die Unterschiede je Bundesland stehen unter Beihilfe in Bund und Ländern. Für die Eltern selbst finden Sie alles unter PKV für Beamte.
Wir berechnen den Restkostenschutz passend zu Beihilfesatz und Bundesland — auch für Kinder mit Vorerkrankung über die Öffnungsaktion.
Leistungen der privaten Krankenversicherung für Kinder: worauf es ankommt
Bei der PKV für Kinder zählen andere Leistungen als bei Erwachsenen: Kieferorthopädie, Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Rooming-in und Psychotherapie sind die Punkte, an denen sich gute und schwache Kindertarife unterscheiden. Krankentagegeld spielt dagegen keine Rolle.
| Leistung | Warum sie wichtig ist | Guter Standard |
|---|---|---|
| Kieferorthopädie | Viele Kinder brauchen eine Zahnspange, die Behandlung zieht sich über Jahre | 80–100 %, keine enge Summengrenze |
| Vorsorge U1 bis J2 | Früherkennung im ersten Lebensjahrzehnt | ohne Anrechnung auf Selbstbehalt und Rückerstattung |
| Schutzimpfungen | Empfohlene Impfungen sind in den ersten Jahren zahlreich | 100 %, ohne Selbstbeteiligung |
| Rooming-in | Ein Elternteil bleibt bei Klinikaufenthalten beim Kind | mindestens bis 14, besser bis 16 Jahre |
| Psychotherapie | ADHS, Ängste und Essstörungen beginnen oft im Jugendalter | ohne starre Sitzungsgrenze |
| Sehhilfen | Kinderaugen verändern sich schnell | regelmäßiger Zuschuss, z. B. jährlich |
| Heil- und Hilfsmittel | Logopädie, Ergotherapie, Einlagen | offener Katalog, 80–100 % |
Einige Tarife bieten Extras speziell für Familien: Die Allianz zahlt in der Best-Linie ein Kinderkrankengeld von 100 Euro am Tag für bis zu 15 Tage, die Nürnberger in MAX6+ 100 Euro für bis zu 10 Tage im Jahr, die Württembergische eine Pauschale von 200 Euro bei Erkrankung eines Kindes unter 12 Jahren. ottonova zahlt bei schweren Erkrankungen eine Pflegepauschale von bis zu 10.000 Euro und ein Krankenhaustagegeld.
Zahnleistungen prüfen Sie am besten gemeinsam mit dem Zahnschutz der Eltern; Details dazu im Ratgeber PKV-Zahnleistungen. Wie sich die Selbstbeteiligung auf Kinderverträge auswirkt, erklärt der Ratgeber Selbstbeteiligung — bei Kindern ist sie meist halbiert, eine hohe Stufe lohnt sich wegen häufiger Arztbesuche in den ersten Jahren aber nur selten.
Arbeitgeberzuschuss und Steuer bei der PKV für Kinder
Angestellte erhalten den Arbeitgeberzuschuss nicht nur für den eigenen PKV-Beitrag, sondern auch für die Beiträge ihrer Kinder, die ohne die PKV familienversichert wären. Der Zuschuss beträgt die Hälfte der Gesamtbeiträge, höchstens aber 613,22 € im Monat für Kranken- und Pflegeversicherung zusammen (2026).
Genau diese Obergrenze macht den Unterschied: Mit einem oder zwei Kindern überschreitet die Familie sie schnell, der darüber liegende Teil bleibt beim Angestellten. Ein Rechenbeispiel mit Beiträgen der Allianz:
| Beispiel Angestellter, 34 Jahre, zwei Kinder | Beitrag |
|---|---|
| Elternteil: MeinGesundheitsschutz Plus 90 + Zahn 90, KT, Zuschlag, PPV | 834,26 € |
| Kind 1: MeinGesundheitsschutz (0–15 Jahre) | rund 231,00 € |
| Kind 2: MeinGesundheitsschutz (0–15 Jahre) | rund 231,00 € |
| Gesamtbeitrag | 1.296,26 € |
| Hälfte des Gesamtbeitrags | 648,13 € |
| Arbeitgeberzuschuss (gedeckelt) | 613,22 € |
| Eigenanteil | 683,04 € |
Zum Vergleich: In der GKV zahlt ein Angestellter an der Beitragsbemessungsgrenze 2026 rund 613,22 € Arbeitnehmeranteil für Kranken- und Pflegeversicherung — die Kinder sind dort bei erfüllten Voraussetzungen beitragsfrei mitversichert. Wie sich der Zuschuss genau berechnet, lesen Sie im Ratgeber Arbeitgeberzuschuss.
PKV für Kinder steuerlich absetzen
Die Beiträge zur Basisabsicherung Ihres Kindes in Kranken- und Pflegeversicherung können Sie als Eltern in voller Höhe als Sonderausgaben absetzen. Komfortleistungen wie Chefarzt oder Einbettzimmer zählen nur im Rahmen der Höchstbeträge von 1.900 Euro (Arbeitnehmer, Beamte) bzw. 2.800 Euro (Selbstständige), die meist schon durch die Basisbeiträge ausgeschöpft sind. Den steuerlich relevanten Anteil weist Ihr Versicherer jährlich aus. Mehr dazu im Ratgeber PKV steuerlich absetzen.
PKV für Kinder: Vorteile und Nachteile
Die PKV bietet Kindern Privatpatienten-Status mit schnellen Terminen und oft besseren Leistungen als die GKV, kostet aber für jedes Kind einen eigenen Beitrag. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, ob das Kind überhaupt beitragsfrei familienversichert werden könnte.
Vorteile
- Leistungen wie der privat versicherte Elternteil, häufig mit Chefarzt und Ein- oder Zweibettzimmer
- Nachversicherung ab Geburt ohne Gesundheitsprüfung, auch bei angeborenen Erkrankungen
- Kieferorthopädie oft zu 80–100 %, auch bei leichteren Fehlstellungen
- Beitrag unabhängig vom Einkommen der Eltern, halbe Selbstbeteiligung in vielen Tarifen
- Beamtenkinder: 80 % Beihilfe, Restkostentarif ab 39,67 €
- Arbeitgeberzuschuss und steuerliche Absetzbarkeit senken die Nettobelastung
Nachteile
- Jedes Kind kostet einen eigenen Beitrag — in der GKV oft beitragsfrei
- Kinderbeiträge werden angepasst, 2026 teils um 14–21 %
- Eltern gehen bei Arztrechnungen in Vorleistung und reichen sie ein
- Selbstbeteiligung und Beitragsrückerstattung erfordern Abwägung bei häufigen Arztbesuchen
- Bei einem Anbieterwechsel der Eltern gilt für das Kind eine neue Gesundheitsprüfung
Wer noch grundsätzlich zwischen den Systemen abwägt, findet die Argumente im Ratgeber GKV oder PKV und in der Übersicht PKV: Vorteile und Nachteile. Für Eltern, die gerade in die PKV wechseln möchten, lohnt der Blick auf In die PKV wechseln: Wer vor der Geburt wechselt, sichert dem Kind die Nachversicherung beim neuen Versicherer — vorausgesetzt, eine etwaige Mindestversicherungszeit von bis zu drei Monaten ist erfüllt.
Private Krankenversicherung für Kinder ab 18 und 21 Jahren: Übergang in den Erwachsenentarif
Mit dem Erwachsenwerden ändert sich die PKV für Kinder in zwei Schritten: Zuerst endet die Kinderstufe mit 14, 15 oder 16 Jahren, dann folgt spätestens mit 21 Jahren die Umstellung auf den Erwachsenenbeitrag inklusive gesetzlichem Zuschlag von 10 Prozent. Der Versicherungsschutz selbst läuft ohne neue Gesundheitsprüfung weiter.
Viele junge Erwachsene bleiben während Schule und Studium in der PKV. Studenten können sich innerhalb von drei Monaten nach Studienbeginn von der studentischen Versicherungspflicht befreien lassen; diese Entscheidung gilt dann für das gesamte Studium. Einige Versicherer bieten dafür eigene Ausbildungstarife ohne Alterungsrückstellung, etwa die Allianz mit Plus 70A und Best 70A oder die Generali mit BS10 für Beamtenkinder in Ausbildung. Mehr dazu unter PKV für Studenten.
Beginnt das Kind eine Ausbildung oder einen Job mit einem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze, wird es in der Regel gesetzlich pflichtversichert. Wer später in die PKV zurückkehren möchte, kann mit einer Anwartschaft den heutigen Gesundheitszustand sichern. Bei Beamtenkindern endet die Beihilfe mit dem Wegfall des Familienzuschlags; spätestens dann braucht das Kind einen eigenen Vollschutz.
1. Frist von zwei Monaten nach der Geburt im Kalender eintragen. 2. Einkommensvergleich nach § 10 SGB V prüfen, wenn ein Elternteil gesetzlich versichert ist. 3. Kieferorthopädie und Rooming-in im Tarif vergleichen. 4. Arbeitgeberzuschuss für die Kinderbeiträge beantragen. 5. Beiträge in der Steuererklärung angeben. 6. Vor dem 21. Geburtstag den Anschlusstarif prüfen.
Ob Neugeborenes, Schulkind oder Jugendlicher: Wir rechnen die passenden Kindertarife für Ihre Familie — unverbindlich und per E-Mail.
Häufige Fragen zur PKV für Kinder
Was kostet eine private Krankenversicherung für Kinder?
Ein Kind bis 14 oder 15 Jahre kostet in der PKV 2026 je nach Tarif und Selbstbeteiligung zwischen rund 94 und 250 Euro im Monat. Beispiele: Union Krankenversicherung CompactPRIVAT-Start 900 B 93,59 €, ARAG KomfortKlasse ohne Selbstbeteiligung 166,41 €, HanseMerkur Kids Fit 211,84 €, Allianz MeinGesundheitsschutz rund 231 €. Kinder von Beamten zahlen dank 80 Prozent Beihilfe nur etwa 40 bis 60 Euro.
Kann mein Kind kostenlos in die Familienversicherung, wenn ich privat versichert bin?
Das hängt vom anderen Elternteil ab. Ist der Partner gesetzlich versichert, bleibt das Kind grundsätzlich beitragsfrei familienversichert. Ausgeschlossen ist das nach § 10 Abs. 3 SGB V bei verheirateten Eltern nur, wenn der privat versicherte Elternteil regelmäßig mehr als 6.450 € im Monat verdient und zugleich mehr als der gesetzlich versicherte Partner. Sind beide Eltern privat versichert, gibt es keine Familienversicherung.
Wie funktioniert die Kindernachversicherung in der PKV?
Nach § 198 VVG wird ein Neugeborenes rückwirkend ab Geburt versichert, wenn ein Elternteil am Tag der Geburt beim selben Versicherer versichert ist und das Kind spätestens zwei Monate nach der Geburt angemeldet wird. Es gibt keine Gesundheitsprüfung, keine Risikozuschläge und keine Wartezeiten. Der Schutz des Kindes darf nicht höher sein als der des versicherten Elternteils.
Braucht mein Baby für die PKV eine Gesundheitsprüfung?
Nicht, wenn Sie die Frist der Kindernachversicherung einhalten: Innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt wird das Kind ohne Gesundheitsfragen aufgenommen, auch bei Frühgeburt oder angeborener Erkrankung. Nach Ablauf der Frist oder bei einem anderen Versicherer als dem der Eltern gilt die normale Antragsprüfung mit Gesundheitsfragen.
Wie hoch ist die Beihilfe für Kinder von Beamten?
Kinder von Beamten erhalten im Bund und in fast allen Ländern 80 Prozent Beihilfe, in Sachsen 90 Prozent. Die PKV muss nur die restlichen 20 bzw. 10 Prozent abdecken. Deshalb kostet ein Restkostentarif für Beamtenkinder meist nur 40 bis 75 Euro im Monat, zum Beispiel ARAG 54,50 € oder Union Krankenversicherung BC 20 55,38 € für Kinder bis 14 bzw. 15 Jahre.
Zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss zur PKV meiner Kinder?
Ja, der Arbeitgeberzuschuss nach § 257 SGB V berücksichtigt auch die Beiträge für Kinder, die ohne die PKV familienversichert wären. Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte der Gesamtbeiträge, höchstens aber 613,22 € im Monat für Kranken- und Pflegeversicherung zusammen (Wert 2026). Mit Kindern wird diese Grenze schneller erreicht.
Kann ich mein Kind bei einem anderen Versicherer versichern als mich selbst?
Ja. Dann gilt aber nicht die Kindernachversicherung, sondern ein normaler Antrag mit Gesundheitsfragen. Einige Tarife nehmen Kinder ausdrücklich auch allein auf, etwa die Nürnberger in HAT6 und TOP. Für gesunde Kinder kann sich das lohnen, wenn ein anderer Kindertarif deutlich günstiger oder leistungsstärker ist.
Ist die PKV für Kinder steuerlich absetzbar?
Ja. Die Beiträge für die Basisabsicherung Ihres Kindes in Kranken- und Pflegeversicherung können Eltern als Sonderausgaben in voller Höhe geltend machen. Komfortleistungen wie Einbettzimmer oder Chefarzt zählen nur im Rahmen der Höchstbeträge von 1.900 bzw. 2.800 Euro, die in der Regel schon durch die eigenen Basisbeiträge ausgeschöpft sind.
Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen Ihr Angebot individuell — für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.
