Inhalt dieser Seite
- PKV für Selbstständige im Überblick
- GKV-Beitrag für Selbstständige
- Was die PKV kostet
- PKV-Rechner Selbstständige
- Tarife und Anbieter
- Krankentagegeld
- Selbstbeteiligung
- Für wen sich die PKV lohnt
- Beiträge im Alter
- Steuer
- Gründer & Nebenerwerb
- Antrag und Wechsel
- PKV für Selbstständige bei Wachstum, Berufsausstieg und Auslandsumzug
- Häufige Fragen
PKV für Selbstständige auf einen Blick
Selbstständige und Freiberufler können sich unabhängig von ihrem Einkommen privat krankenversichern – eine Versicherungspflichtgrenze gilt für sie nicht. Der PKV-Beitrag richtet sich nach Eintrittsalter, Gesundheit und Tarif, der GKV-Beitrag dagegen nach dem Gewinn bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
- GKV 2026: mindestens rund 278,17 €, höchstens 1.226,44 € im Monat (kinderlos, ohne Krankengeld).
- PKV-Beispiele mit 35 Jahren: 415,98 € (HanseMerkur Start Fit inkl. Pflege), 526,57 € (Hallesche NK.select L ohne Pflege).
- Krankentagegeld ist Pflicht für den Existenzschutz – Beginn frei wählbar, bei einigen Versicherern schon ab dem 8. Tag.
- Selbstbeteiligung bis 5.000 € im Jahr zulässig; typisch für Selbstständige sind 600 bis 1.600 €.
Private Krankenversicherung für Selbstständige: das Wichtigste vorab
Die private Krankenversicherung für Selbstständige steht jedem offen, der hauptberuflich selbstständig oder freiberuflich tätig ist – ganz gleich, wie hoch der Gewinn ist. Anders als Angestellte müssen Sie keine Einkommensgrenze überschreiten; entscheidend sind allein die Gesundheitsprüfung und die Frage, ob sich der Wechsel für Sie rechnet.
Genau hier liegt der Unterschied zur Situation von Angestellten: Ein Angestellter teilt seinen Beitrag mit dem Arbeitgeber, ein Selbstständiger zahlt alles selbst – in der gesetzlichen wie in der privaten Krankenversicherung. Wer als Selbstständiger freiwillig gesetzlich versichert bleibt, zahlt den vollen Beitragssatz auf seinen Gewinn. Liegt dieser bei 5.000 Euro im Monat, sind das schnell über 1.000 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung. Ein 35-Jähriger bekommt in der PKV für einen Bruchteil davon einen Schutz, der in vielen Punkten über dem der Krankenkasse liegt.
Die Kehrseite: Die private Krankenversicherung ist eine Entscheidung für Jahrzehnte. Der Beitrag steigt mit den Gesundheitskosten, Kinder kosten einen eigenen Beitrag, und eine Rückkehr in die gesetzliche Kasse ist als Selbstständiger nur über Umwege möglich. Deshalb gehören zu einer guten PKV für Selbstständige immer drei Bausteine: ein Tarif mit stabilem Leistungsversprechen, ein passendes Krankentagegeld und eine Planung für die Beiträge im Alter.
GKV-Beitrag für Selbstständige 2026 im Vergleich zur PKV
Der GKV-Beitrag für Selbstständige beträgt 2026 ohne Krankengeldanspruch 16,9 Prozent des Gewinns (ermäßigter Satz 14,0 % plus durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,9 %) zuzüglich Pflegeversicherung von 3,6 %, kinderlos 4,2 %. Berechnet wird mindestens auf 1.318,33 € und höchstens auf 5.812,50 € Einkommen im Monat.
Die Krankenkasse legt zunächst Ihren letzten Einkommensteuerbescheid zugrunde und setzt den Beitrag vorläufig fest. Liegt der neue Bescheid vor, wird nachträglich abgerechnet – in guten Jahren kann das eine spürbare Nachzahlung bedeuten. Wer keinen Nachweis einreicht, wird automatisch zum Höchstbeitrag eingestuft.
| Monatlicher Gewinn | KV (16,9 %) | PV kinderlos (4,2 %) | Gesamt GKV |
|---|---|---|---|
| bis 1.318,33 € (Mindestbeitrag) | 222,80 € | 55,37 € | 278,17 € |
| 2.000 € | 338,00 € | 84,00 € | 422,00 € |
| 3.000 € | 507,00 € | 126,00 € | 633,00 € |
| 4.000 € | 676,00 € | 168,00 € | 844,00 € |
| 5.000 € | 845,00 € | 210,00 € | 1.055,00 € |
| ab 5.812,50 € (Höchstbeitrag) | 982,31 € | 244,13 € | 1.226,44 € |
Mit Kind sinkt der Pflegebeitrag auf 3,6 Prozent, der Höchstbeitrag liegt dann bei 1.191,56 €. Wer in der GKV zusätzlich Krankengeld ab dem 43. Tag wählt (Wahlerklärung, allgemeiner Satz 14,6 % plus Zusatzbeitrag), zahlt an der Beitragsbemessungsgrenze 1.261,32 € im Monat. Der individuelle Zusatzbeitrag Ihrer Kasse kann vom Durchschnitt abweichen. Für 2027 steigt die Beitragsbemessungsgrenze voraussichtlich auf 76.500 € im Jahr (6.375 € im Monat) – damit steigt auch der Höchstbeitrag für Selbstständige deutlich. Mehr dazu im Ratgeber Beitragsbemessungsgrenze.
Was kostet die PKV für Selbstständige? Beitragsbeispiele 2026
Die PKV für Selbstständige kostet mit 30 bis 35 Jahren je nach Leistung und Selbstbeteiligung etwa 330 bis 800 Euro im Monat. Den Ausschlag geben das Eintrittsalter, der Gesundheitszustand, die Höhe der Selbstbeteiligung und ob Pflegepflichtversicherung und Krankentagegeld im Beitrag bereits enthalten sind. Die folgenden Beiträge sind echte Beispielbeiträge der Versicherer für Selbstständige:
| Anbieter und Tarif | Alter | Selbstbeteiligung | Beitrag | Enthalten |
|---|---|---|---|---|
| Generali GesundSmart | 30 | 1.000 € | 327,40 € | Zuschlag, ohne Pflege und KT |
| Hallesche NK.select S | 35 | 1.200 € | 331,73 € | Zuschlag, ohne Pflege und KT |
| UKV CompactPRIVAT-Start 900 | 30 | 900 € | 381,01 € | Zuschlag, ohne Pflege |
| HanseMerkur Start Fit | 35 | 1.000 € | 415,98 € | Zuschlag und Pflege, ohne KT |
| Signal Iduna START-SI | 28 | 500 € | 473,28 € | Zuschlag, Pflege und KT |
| Nürnberger HAT6 | 30 | 600 € | 495,29 € | mit KT 80 € ab 7. Woche |
| ARAG KomfortKlasse K600 | 34 | 600 € | 507,46 € | Beispielprofil selbstständig |
| Hallesche NK.select L | 35 | 1.200 € | 526,57 € | Zuschlag, ohne Pflege und KT |
| SDK GesundheitsFAIR AM32 + S3 + Z6 | 30 | 1.440 € | 552,17 € | Zuschlag, Pflege, KT 140 € ab 7. Woche |
| Debeka N-SB | 35 | 1.600 € | 559,00 € | Pflege, ohne KT |
| AXA ActiveMe-U | 30 | 500 € | 580,01 € | Zahn, KT 50 € und Pflege |
| uniVersa uni-Top|Privat 300 | 30 | 300 € | 604,74 € | Zuschlag und Pflege, ohne KT |
| HanseMerkur Top Fit | 35 | 1.000 € | 631,15 € | Zuschlag und Pflege |
| Allianz MeinGesundheitsschutz Plus 70 | 30 | 30 %, max. 1.500 € | 777,26 € | Zahn 75, Pflege, KT 100 € ab Tag 43 |
Die Tabelle zeigt, warum ein reiner Preisvergleich in die Irre führt: Ein Beitrag „ohne Pflege und Krankentagegeld“ wirkt günstig, ist aber für Selbstständige nicht vollständig. Rechnen Sie für die Pflegepflichtversicherung im Durchschnitt 122,64 € hinzu (höchstens 209,26 €) und für ein Krankentagegeld von 100 Euro ab dem 43. Tag – je nach Alter und Beruf – grob 50 bis 80 Euro. Bei der Allianz kostet dieser Baustein für einen 30-Jährigen zum Beispiel 70,20 € im Monat.
Rechenbeispiel: 35-jähriger Selbstständiger mit 4.000 € Gewinn
Ein kinderloser Freiberufler, 35 Jahre, mit einem Gewinn von 4.000 Euro im Monat zahlt in der gesetzlichen Krankenversicherung ohne Krankengeld 844,00 €. Mit Krankengeldanspruch sind es 868,00 €. In der PKV kostet ein vergleichbarer oder besserer Schutz:
Monatsbeitrag im Beispiel: 35 Jahre, kinderlos; PKV-Beiträge ohne Krankentagegeld (Beispielrechnung 2026)
Selbst mit einem Krankentagegeld von 100 Euro am Tag liegt die private Krankenversicherung in diesem Beispiel mehrere Hundert Euro im Monat unter der Krankenkasse. Über ein Jahr gerechnet kommen leicht 3.000 bis 5.000 Euro Unterschied zusammen – Geld, das Sie für Rücklagen, die Altersvorsorge oder einen Beitragsentlastungstarif nutzen können. Wie sich PKV-Beiträge insgesamt zusammensetzen, erklärt der Ratgeber PKV-Kosten.
Wir rechnen Ihre PKV mit Wunsch-Selbstbeteiligung und Krankentagegeld bei allen passenden Versicherern durch – und stellen sie Ihrem GKV-Beitrag gegenüber.
PKV-Rechner für Selbstständige: Beiträge nach Alter vergleichen
Mit dem PKV-Rechner für Selbstständige sehen Sie sofort, welche Tarife es für Ihr Eintrittsalter gibt und was sie ungefähr kosten. Der Status „selbstständig“ ist bereits eingestellt; ändern Sie Alter, Selbstbeteiligung und Leistungsniveau. Die Werte sind Beispielbeiträge bzw. hochgerechnete Richtwerte – Ihr verbindlicher Beitrag steht nach der Gesundheitsprüfung fest.
Beitrag für Selbstständige
Ergebnis erscheint sofort darunter
Beispielbeiträge 2026 bzw. daraus hochgerechnete Richtwerte; enthaltene Bausteine (Zahn, Krankentagegeld, Pflegepflicht, gesetzlicher Zuschlag) unterscheiden sich je Tarif.
Weitere Einstellungen, etwa für Angestellte oder Studenten, finden Sie im allgemeinen PKV-Rechner.
PKV-Rechner für Selbstständige ohne Kontaktdaten nutzen
Die erste Beitragsorientierung im Rechner benötigt keine Angebotsanfrage. Vergleichen Sie für Ihre Planung mehrere Leistungs- und Selbstbehaltsvarianten und behalten Sie das Krankentagegeld im Blick. Die dargestellten Werte ersetzen keine persönliche Risikoprüfung. Bei schwankendem Einkommen sollten Sie zusätzlich testen, ob die laufende Belastung auch in schwächeren Monaten tragbar bleibt; der Ratgeber PKV ohne Einkommen erläutert die Abgrenzung zu Unterstützungsmöglichkeiten.
Tarife und Anbieter der PKV für Selbstständige
Tarife der PKV für Selbstständige unterscheiden sich weniger im Krankenhaus als bei ambulanter Behandlung, Zahnersatz, Selbstbeteiligung und Krankentagegeld. Viele Versicherer haben eigene Linien oder Berufsgruppen für Selbstständige – etwa die Berufsgruppe A bei der UKV oder die Selbstständigen-Kombinationen der SDK. Diese Tarife sind in unseren Vergleichen häufig vorn:
Start Fit
Tarifkürzel: KVS3 / KVS1 + PSV + EKV2- Ambulant100 % über Primärarzt, direkt 80 %
- Selbstbeteiligung500 € (KVS1) oder 1.000 € (KVS3)
- Heilpraktiker80 %, bis 1.000 €/Jahr
- Heilmittel90 %
- Umstellungsoptionim 4. Versicherungsjahr
NK.select L
Tarifkürzel: NK.select L 600 / 1200 / 3000- Ambulant100 %, freie Arztwahl
- StationärZweibettzimmer, Chefarzt 100 %
- Selbstbehalt600, 1.200 oder 3.000 € im Jahr
- Arznei/Heilmittel80 % bis 2.000 €, darüber 100 %
- Zahnersatz80 %, ab Jahr 5 ohne Summengrenze
- Sehhilfen300 € alle 2 Jahre, Lasik bis 1.500 €/Auge
GesundheitsFAIR AM32 + S3 + Z6
Tarifkürzel: AM32, S3, Z6- Ambulant100 % bis GOÄ-Höchstsatz, Psychotherapie unbegrenzt
- Selbstbeteiligung1.440 € je Kalenderjahr
- StationärMehrbettzimmer
- ZahnBehandlung 100 %, Zahnersatz 60 %
- Hörhilfen2.500 € je Ohr und Jahr
Tarif N-SB
Tarifkürzel: N-SB- Selbstbehalt1.600 €/Jahr, Kinder 790 € (ab 2027: 810 €)
- Ambulant100 % nach Selbstbehalt
- StationärZweibettzimmer, Chefarzt
- Zahn70 % (mit NC 100 %)
| Anbieter | Tarif für Selbstständige | Besonderheit | Beispielbeitrag |
|---|---|---|---|
| Hallesche | NK.select S / L / XL | SB 600, 1.200 oder 3.000 €; Wechseloption FLEX auch bei Selbstständigkeit | 331,73 / 526,57 / 636,00 € (35 J.) |
| HanseMerkur | Start Fit, Top Fit | für Selbstständige und Gründer, Umstellungsoption ohne neue Gesundheitsprüfung | 415,98 € / 631,15 € (35 J.) |
| SDK | GesundheitsFAIR AM30/31/32 | Kombinationen mit fester oder gedeckelter SB (960 €, 1.440 €) | 552,17 € (30 J., inkl. KT und Pflege) |
| Debeka | N-SB, NW-SB, KT | feste Jahres-SB 1.600 € bzw. 1.350 €; Tagegeld mit 12 Karenzzeiten | 559,00 € (35 J., inkl. Pflege) |
| UKV | GesundheitVARIO 400/800/1600, CompactPRIVAT-Start | Berufsgruppe A für Selbstständige, SB nur ambulant | 488,38 € (VARIO 1600, 30 J.) |
| LKH | GesundheitsUpgrade Komfort (GUK) | keine Wartezeiten; Tagegeld KTS für Selbstständige bis 500 € am Tag | 476,02 € (GUK900, 30 J.) |
| ottonova | Premium Economy, Business Class, First Class | digitale Abwicklung, Tagegeld KTS42 für Selbstständige | 579 / 653 / 690 € (32 J.) |
| uniVersa | uni-Top|Privat, uni-intro|Privat 300 | garantierte und erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung | 604,74 € / 521,49 € (30 J., inkl. Pflege) |
| ARAG | KomfortKlasse, MedBest | sechs feste SB-Stufen, MedBest ohne SB | 507,46 € / 798,20 € (34 J.) |
| Generali | GesundSmart, GesundPro | günstiger Grundschutz mit Optionsrecht auf mehr Leistung | 327,40 € (30 J.) |
| Münchener Verein | Bonus Care Alpha, Master Care | Einstieg für Existenzgründer und junge Handwerker bis 40 | auf Anfrage |
| Provinzial | Kompakttarif VKSuz | 1.000 € SB, typischer Einstieg für Freiberufler; Tagegeld KTG-S | auf Anfrage |
Worauf es bei der Tarifwahl ankommt
Für Selbstständige zählen andere Leistungspunkte als für Angestellte. Weil Sie Arzt- und Arzneikosten innerhalb der Selbstbeteiligung selbst tragen, sollte die Selbstbeteiligung zum Jahresbudget passen und gedeckelt sein. Wichtig sind außerdem ein offener Hilfsmittelkatalog (im Ernstfall geht es um Rollstühle, Prothesen oder Hörgeräte), eine Psychotherapie ohne enge Sitzungsgrenze und ein Zahnersatz von mindestens 75 Prozent. Einstiegstarife mit Primär- oder Hausarztprinzip – etwa Hallesche NK.select S, Nürnberger HAT6 oder Signal Iduna START-SI – sind günstiger, erstatten aber bei direktem Facharztbesuch oft nur 75 bis 80 Prozent.
Ein oft übersehener Punkt ist das Umstellungs- oder Optionsrecht: Wer als Gründer mit einem schlanken Tarif startet, sollte später ohne neue Gesundheitsprüfung in eine höhere Leistungsstufe wechseln können. Die HanseMerkur bietet das in Start Fit, die Generali in GesundSmart, die Hallesche mit der Wechseloption NK.select FLEX. Alle Anbieter im Überblick finden Sie in der Übersicht der PKV-Anbieter, Leistungsunterschiede im Ratgeber Worauf bei der PKV achten.
Sie nennen uns Alter, Beruf und Wunschleistungen – wir schicken Ihnen die passenden Tarife mit Beitrag, Selbstbeteiligung und Krankentagegeld.
Krankentagegeld in der PKV für Selbstständige
Das Krankentagegeld ersetzt Selbstständigen in der PKV den Verdienstausfall, wenn sie krankheitsbedingt nicht arbeiten können – eine Lohnfortzahlung gibt es für Sie nicht. Ohne Tagegeld laufen Miete, Betriebskosten und Beiträge weiter, während keine Einnahmen hereinkommen. Für Selbstständige ist das Krankentagegeld deshalb der wichtigste Baustein nach der Krankheitskostenversicherung selbst.
Ab welchem Tag – die Karenzzeit
Den Beginn der Zahlung legen Sie selbst fest. Je früher das Tagegeld einsetzt, desto teurer ist es. Angestellte wählen meist die 7. Woche, weil der Arbeitgeber sechs Wochen lang das Gehalt weiterzahlt. Selbstständige haben mehr Auswahl – bei einigen Versicherern exklusiv:
| Anbieter | Tagegeld-Tarif | Frühester Beginn für Selbstständige |
|---|---|---|
| LVM | KT 8 bis KT 365 | ab dem 8. Tag, unbegrenzte Leistungsdauer |
| Alte Oldenburger | KTS, KTO, KTV | ab dem 15. Tag, ohne zeitliche Höchstgrenze |
| DEVK | KT15, KT29 | ab dem 15. oder 29. Tag, nur für Selbstständige |
| Debeka | KT | zwölf Karenzzeiten vom 15. bis zum 366. Tag |
| Mecklenburgische | proMETSplus | ab dem 15., 29., 43. oder 92. Tag |
| Württembergische | Krankentagegeld für Selbstständige | ab dem 29., 43. oder 92. Tag, bis 80 % des Gewinns |
| LKH | KTS | Tagessatz bis 500 € am Tag |
| ottonova | KTS42 | ab dem 43. Tag |
| Concordia | KTG | ohne zeitliche Begrenzung, auch an Wochenenden und weltweit |
Wie hoch das Tagegeld sein sollte
Maßstab ist nicht der Umsatz, sondern das, was Sie im Krankheitsfall wirklich weiterzahlen müssen: private Lebenshaltung, laufende Betriebskosten, Kranken- und Pflegebeitrag, Altersvorsorge. Die Versicherer begrenzen das Tagegeld auf Ihr durchschnittliches Nettoeinkommen aus der Tätigkeit, meist bezogen auf die letzten zwölf Monate. Eine einfache Faustregel für die Planung:
| Beispiel | Wert |
|---|---|
| Private Fixkosten (Miete, Leben, Versicherungen) | 2.400 € |
| Laufende Betriebskosten (Büro, Leasing, Software) | 900 € |
| PKV-Beitrag und Altersvorsorge | 600 € |
| Monatlicher Bedarf | 3.900 € |
| Tagegeld (Bedarf ÷ 30 Tage) | 130 € pro Tag |
Eine sinnvolle Kombination ist oft ein gestaffeltes Tagegeld: ein kleiner Betrag ab dem 15. oder 22. Tag, um die Fixkosten zu sichern, und ein höherer ab dem 43. Tag, wenn die Rücklagen verbraucht sind. Das Tagegeld wird in der Regel so lange gezahlt, wie Arbeitsunfähigkeit besteht – endet aber bei Berufsunfähigkeit. Die dauerhafte Absicherung übernimmt eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Details zu Höhe, Dauer und Steuer erklärt der Ratgeber Krankentagegeld.
Wichtig: Passen Sie das Tagegeld an, wenn Ihr Gewinn steigt – einige Tarife erlauben eine Erhöhung ohne neue Gesundheitsprüfung innerhalb bestimmter Fristen. Sinkt Ihr Einkommen dauerhaft, darf der Versicherer das Tagegeld herabsetzen. Prüfen Sie daher einmal im Jahr, ob der Tagessatz noch zu Ihren Zahlen passt.
Selbstbeteiligung in der PKV für Selbstständige: wie viel ist sinnvoll?
In der PKV für Selbstständige ist eine Selbstbeteiligung von 600 bis 1.600 Euro im Jahr üblich, weil sie den Monatsbeitrag spürbar senkt und Sie den Beitrag allein tragen. Gesetzlich zulässig sind bis zu 5.000 € im Jahr (§ 193 Abs. 3 VVG).
Wie viel eine höhere Selbstbeteiligung spart, zeigt der Tarif GesundheitVARIO der UKV für Selbstständige. Bei gleichen Leistungen ändert sich nur die Selbstbeteiligung:
| Alter | SB 400 € | SB 800 € | SB 1.600 € | Ersparnis 400 → 1.600 € pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| 30 Jahre | 683,44 € | 563,60 € | 488,38 € | 2.340,72 € |
| 40 Jahre | 798,83 € | 668,26 € | 588,57 € | 2.523,12 € |
| 50 Jahre | 972,16 € | 821,90 € | 734,18 € | 2.855,76 € |
Mit 30 Jahren spart die Stufe 1.600 statt 400 Euro im Jahr mehr, als die Differenz der Selbstbeteiligung von 1.200 Euro im schlechtesten Fall kostet. Selbst in einem Jahr mit hohen Arztrechnungen stehen Sie damit nicht schlechter da, in gesunden Jahren deutlich besser. Hinzu kommt: Viele Tarife zahlen bei Leistungsfreiheit eine Beitragsrückerstattung – bei uniVersa garantiert und erfolgsabhängig, bei der Allianz sogar bis zu 30 Prozent.
Ein Punkt spricht für Selbstständige gegen eine sehr hohe Selbstbeteiligung: Sie ist steuerlich nicht als Vorsorgeaufwand absetzbar, der Beitrag schon. Und im Alter, wenn die Arztbesuche häufiger werden, fällt eine hohe Selbstbeteiligung schwerer ins Gewicht. Ein Tarif mit späterem Recht auf eine niedrigere Stufe ohne Gesundheitsprüfung – wie die Wechseloption der Allianz bis 50 – verbindet beide Vorteile. Mehr Hintergründe liefert der Ratgeber Selbstbeteiligung in der PKV.
Für wen sich die private Krankenversicherung für Selbstständige lohnt
Die private Krankenversicherung lohnt sich für Selbstständige mit stabilem Gewinn über etwa 3.000 Euro im Monat, guter Gesundheit und einem Eintrittsalter unter 45 Jahren am meisten. Je mehr dieser Punkte zutreffen, desto größer ist der Beitragsvorteil über die gesamte Laufzeit.
Spricht für die PKV
- Beitrag unabhängig vom Gewinn – kein Nachzahlungsrisiko nach dem Steuerbescheid
- Oft mehrere Hundert Euro im Monat günstiger als die GKV ab mittlerem Gewinn
- Frei wählbares Krankentagegeld, bei einigen Versicherern ab dem 8. Tag
- Vertraglich garantierte Leistungen, keine Kürzungen durch den Gesetzgeber
- Beitragsrückerstattung in gesunden Jahren, planbare Selbstbeteiligung
- Schnellere Termine und Behandlung als Privatpatient
Spricht dagegen
- Kinder und nicht erwerbstätige Partner brauchen eigene Beiträge
- Rückkehr in die GKV als Selbstständiger nur über Umwege, ab 55 praktisch ausgeschlossen
- Gesundheitsprüfung: Vorerkrankungen führen zu Zuschlägen oder Ablehnung
- Beiträge steigen mit den Gesundheitskosten; 2026 um Ø 13 % für betroffene Versicherte
- Arztrechnungen werden zunächst selbst bezahlt und dann eingereicht
Wer eine Familie mit mehreren Kindern plant und nur ein Einkommen hat, fährt in der GKV mit der beitragsfreien Familienversicherung oft günstiger. Umgekehrt kann die PKV auch für Familien interessant sein, wenn beide Partner gut verdienen – Kinder kosten dann einen eigenen, aber meist überschaubaren Beitrag. Eine ausführliche Abwägung finden Sie in den Ratgebern GKV oder PKV und Wann ist die PKV sinnvoll?, alles zur Familie unter PKV für Familien.
Vorerkrankungen: vor dem Antrag klären
Die Gesundheitsprüfung ist für Selbstständige die eigentliche Hürde. Die Versicherer fragen je nach Tarif drei bis zehn Jahre zurück; Rückenleiden, psychotherapeutische Behandlungen oder Allergien können zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen. Eine Ablehnung müssen Sie bei späteren Anträgen angeben, sie erschwert jeden weiteren Versuch. Stellen Sie deshalb bei Vorerkrankungen zuerst eine anonyme Risikovoranfrage – wir erledigen das für Sie bei mehreren Versicherern gleichzeitig. Mehr dazu im Ratgeber PKV mit Vorerkrankungen.
Wir stellen Ihren GKV-Beitrag auf Basis Ihres Gewinns den passenden PKV-Tarifen gegenüber – mit ehrlicher Einschätzung zu Ihren Gesundheitsangaben.
PKV für Selbstständige im Alter: Beiträge planen
Im Alter zahlen privat versicherte Selbstständige ihren Beitrag weiter allein, deshalb sollten sie die Entlastung schon beim Abschluss einplanen. Die PKV bildet dafür Alterungsrückstellungen; der gesetzliche Zuschlag von 10 Prozent, den Sie vom 21. bis zum 60. Lebensjahr zahlen, fließt vollständig hinein und entfällt mit 60.
Weitere Entlastungen kommen hinzu: Mit dem Rentenbeginn fällt das Krankentagegeld weg, und wer eine gesetzliche Rente bezieht, erhält einen Zuschuss der Rentenversicherung von 8,75 Prozent der Bruttorente, höchstens die Hälfte des PKV-Beitrags. Viele Selbstständige sind allerdings nicht oder nur kurz rentenversichert – der Zuschuss fällt dann gering aus. Umso wichtiger ist ein Beitragsentlastungstarif: Sie zahlen heute einen Zusatzbeitrag, der Ihren Beitrag ab 65 oder 67 dauerhaft senkt. Beispiele sind uni-BE|flex der uniVersa, Vorsorge-Plus der LVM (bis zu 80 Prozent der Monatsrate) oder MeineBeitragsentlastung der Allianz. Je früher Sie einen solchen Baustein abschließen, desto günstiger ist er – mit 35 kostet dieselbe Entlastung deutlich weniger als mit 50.
Zum Vergleich: In der GKV ist der Beitragsanstieg im selben Zeitraum mit durchschnittlich 3,9 Prozent pro Jahr etwas höher ausgefallen, wie Zahlen des PKV-Verbands zeigen. Steigt Ihr PKV-Beitrag deutlich, haben Sie nach § 204 VVG das Recht, in einen günstigeren Tarif Ihres Versicherers zu wechseln, ohne die Alterungsrückstellung zu verlieren – siehe Tarifwechsel nach § 204 VVG und PKV im Alter.
PKV für Selbstständige steuerlich absetzen
Selbstständige können die Beiträge zur Basisabsicherung ihrer privaten Kranken- und Pflegeversicherung voll als Sonderausgaben absetzen (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG) – auch über die allgemeinen Höchstbeträge hinaus. Als Betriebsausgabe zählen die Beiträge nicht, sie wirken aber über die Einkommensteuer.
Komfortleistungen wie Chefarzt, Einbettzimmer oder Heilpraktiker gehören nicht zur Basisabsicherung. Sie sind nur im Rahmen des Höchstbetrags von 2.800 Euro im Jahr abziehbar, der für Selbstständige ohne Zuschuss gilt – und der ist in der Regel bereits durch die Basisbeiträge ausgeschöpft. Den absetzbaren Anteil bescheinigt Ihnen der Versicherer jedes Jahr; bei Hallesche NK.select S liegt er zum Beispiel bei 93,16 Prozent des Beitrags. Rechnen Sie bei einer Beitragsrückerstattung mit der Steuer mit: Sie lohnt sich meist trotzdem, der Vorteil fällt aber etwas kleiner aus als der ausgezahlte Betrag.
Ein praktischer Hebel für Selbstständige mit einem besonders guten Geschäftsjahr: Beiträge lassen sich in begrenztem Umfang im Voraus zahlen und im Zahlungsjahr absetzen. Wie das funktioniert und worauf Sie achten müssen, lesen Sie im Ratgeber PKV steuerlich absetzen.
PKV für Existenzgründer, Freiberufler und Selbstständige im Nebenerwerb
Für Existenzgründer ist die PKV sinnvoll, wenn schon im ersten Jahr ein stabiler Gewinn absehbar ist und die Gesundheit eine Aufnahme ohne Zuschläge erlaubt. Wer aus einer Anstellung in die Selbstständigkeit wechselt, kann sich direkt zum Gründungstag privat versichern – eine Wartezeit gilt dann in der Regel nicht, wenn nahtlos vorher eine Krankenversicherung bestand.
Gründer mit schwer planbaren ersten Monaten haben zwei Möglichkeiten: Sie starten mit einem günstigen Einstiegstarif mit Umstellungsrecht (etwa HanseMerkur Start Fit, Münchener Verein Bonus Care Alpha, Mecklenburgische proMEaktiv oder VRK Eco) oder bleiben zunächst beim GKV-Mindestbeitrag und sichern sich den späteren Wechsel. Dafür eignen sich Optionstarife wie Allianz OptionFlexiMed oder Hallesche NK.select FLEX, die den Gesundheitszustand von heute für den Wechsel in einigen Jahren festhalten. Auch eine Anwartschaft kann den Gesundheitsstatus sichern.
Freiberufler und Heilberufe
Freiberufler – etwa Architekten, Anwälte, Berater, Designer oder IT-Freelancer – werden wie Selbstständige eingestuft. Für Ärzte gibt es eigene Tarife mit Gruppenverträgen der Kammern, siehe PKV für Ärzte. Künstler und Publizisten in der Künstlersozialkasse sind dagegen grundsätzlich gesetzlich pflichtversichert und können sich nur unter Bedingungen befreien lassen.
Selbstständig im Nebenerwerb
Wer neben einer Anstellung selbstständig arbeitet, richtet sich nach der Hauptbeschäftigung: Liegt das Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € (2026; 2027 voraussichtlich 84.150 €), bleiben Sie gesetzlich versichert, auch wenn der Nebenverdienst hoch ist. Erst wenn die Selbstständigkeit nach Zeit und Einkommen überwiegt, gilt sie als hauptberuflich – dann ist der Weg in die PKV frei. Details zur Grenze finden Sie im Ratgeber Versicherungspflichtgrenze 2027.
In die PKV für Selbstständige wechseln: Ablauf und Fristen
Der Wechsel in die PKV für Selbstständige dauert meist zwei bis sechs Wochen: Angebote vergleichen, Gesundheitsfragen sorgfältig beantworten, Annahme abwarten und erst danach die Krankenkasse kündigen. Die Reihenfolge ist entscheidend, damit keine Lücke entsteht.
- 1Bedarf klären: Leistungsniveau, Selbstbeteiligung, Höhe und Beginn des Krankentagegelds.
- 2Angebote und Risikovoranfrage: bei Vorerkrankungen anonym bei mehreren Versicherern anfragen.
- 3Antrag stellen: alle Gesundheitsfragen vollständig beantworten – falsche Angaben gefährden den Schutz.
- 4Annahme abwarten: Versicherungsschein mit Beginn, Beitrag und etwaigen Zuschlägen prüfen.
- 5GKV kündigen: Frist zwei volle Kalendermonate zum Monatsende, mit Nachweis der neuen Versicherung.
Wer bereits privat versichert ist und nur den Anbieter wechseln möchte, sollte vorsichtig sein: Bei Verträgen seit 2009 wird nur der Teil der Alterungsrückstellung mitgenommen, der dem Basistarif entspricht. Oft ist ein Tarifwechsel beim eigenen Versicherer die bessere Lösung, um den PKV-Beitrag zu senken. Achten Sie außerdem darauf, keine Versicherungslücke entstehen zu lassen: Für nicht versicherte Monate verlangt die PKV nach § 193 VVG einen Prämienzuschlag.
Wenn es finanziell eng wird, sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Versicherer über eine Umstellung, statt Beiträge offen zu lassen. Bei Zahlungsrückstand droht der Notlagentarif mit stark eingeschränkten Leistungen. Wer vom Basis- oder Standardtarif Gebrauch machen muss, findet Hinweise in den Ratgebern Basistarif und Standardtarif.
Von der Risikovoranfrage bis zur Kündigung der Krankenkasse: Wir übernehmen den Ablauf für Sie – kostenlos und unverbindlich.
PKV für Selbstständige bei Wachstum, Berufsausstieg und Auslandsumzug
Bei Selbstständigen sollte der PKV-Vergleich nicht nur den heutigen Gewinn abbilden. Ein späterer Wechsel in eine GmbH-Geschäftsführung kann eine neue Statusprüfung erfordern; beim vollständigen Berufsausstieg muss insbesondere das Krankentagegeld zum weggefallenen Erwerbseinkommen passen. Für die beiden Situationen erläutern die Ratgeber PKV für Geschäftsführer und PKV für Privatiers die unterschiedlichen Prüfschritte.
Wer die Tätigkeit dauerhaft ins Ausland verlagert, sollte vor einer Kündigung die örtliche Versicherungspflicht und den deutschen Bestandsvertrag klären. Deutsche Auftraggeber allein bestimmen nicht das zuständige Sozialversicherungssystem. Konkrete Unterschiede zeigen die Länderinformationen zu Spanien, Italien und den Niederlanden.
Häufige Fragen zur PKV für Selbstständige
Was kostet die PKV für Selbstständige im Monat?
Für einen 35-jährigen Selbstständigen liegen solide Tarife 2026 meist zwischen 400 und 650 Euro im Monat, Premiumtarife darüber. Beispiele: HanseMerkur Start Fit 415,98 € inklusive Pflegepflichtversicherung, Debeka N-SB 559 € inklusive Pflegepflicht, Hallesche NK.select L 526,57 € ohne Pflege und Krankentagegeld. Dazu kommen je nach Tarif das Krankentagegeld und die Pflegepflichtversicherung. Den vollen Beitrag tragen Selbstständige allein, einen Arbeitgeberzuschuss gibt es nicht.
Wie hoch ist der GKV-Mindestbeitrag für Selbstständige 2026?
Die Krankenkasse setzt bei Selbstständigen mindestens 1.318,33 € Einkommen im Monat an. Daraus ergeben sich ohne Krankengeldanspruch rund 222,80 € Krankenversicherung (16,9 % inklusive durchschnittlichem Zusatzbeitrag) und 47,46 € Pflegeversicherung, kinderlos 55,37 €. Zusammen sind das rund 278,17 € im Monat für Kinderlose – auch wenn der tatsächliche Gewinn darunter liegt.
Ist die PKV für Selbstständige sinnvoll?
Die PKV lohnt sich für Selbstständige vor allem bei einem Gewinn ab etwa 3.000 Euro im Monat, bei guter Gesundheit und einem Eintritt vor 45. In der GKV zahlen Selbstständige dann schnell 600 bis 1.226 € im Monat, in der PKV hängt der Beitrag nicht vom Einkommen ab. Weniger geeignet ist sie für Gründer mit stark schwankenden, niedrigen Einnahmen oder für Familien mit mehreren Kindern, die in der GKV beitragsfrei mitversichert wären.
Welche PKV ist die beste für Selbstständige?
Eine für alle beste PKV gibt es nicht. Entscheidend sind ein Krankentagegeld, das früh genug beginnt, eine planbare Selbstbeteiligung, stabile Beiträge und ein Tarif, der auch im Alter bezahlbar bleibt. Häufig passende Tarife sind etwa Hallesche NK.select, HanseMerkur Start Fit und Top Fit, SDK GesundheitsFAIR, Debeka N-SB oder die LKH-GesundheitsUpgrade-Tarife. Wir vergleichen sie für Ihr Alter und Ihre Gesundheit.
Ab wann zahlt das Krankentagegeld bei Selbstständigen?
Das legen Sie selbst fest. Viele Versicherer bieten Selbstständigen einen Beginn ab dem 8., 15., 22., 29., 43. oder 92. Tag der Arbeitsunfähigkeit an. Die LVM leistet für Selbstständige schon ab dem 8. Tag, Alte Oldenburger und DEVK ab dem 15. Tag. Je später das Tagegeld beginnt, desto günstiger ist es – wer Rücklagen für sechs Wochen hat, spart mit dem 43. Tag spürbar.
Kann ich als Selbstständiger zurück in die gesetzliche Krankenversicherung?
Allein durch die Selbstständigkeit nicht. Eine Rückkehr ist vor dem 55. Geburtstag vor allem über eine Versicherungspflicht möglich, etwa durch eine Anstellung mit Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € (2026) oder den Bezug von Arbeitslosengeld I. Ab 55 ist die Rückkehr nach § 6 Abs. 3a SGB V in aller Regel ausgeschlossen, wenn Sie in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert waren.
Kann ich die PKV als Selbstständiger von der Steuer absetzen?
Ja. Die Beiträge zur Basisabsicherung der Kranken- und Pflegeversicherung sind als Sonderausgaben voll absetzbar (§ 10 EStG). Komfortleistungen wie Chefarzt oder Einbettzimmer zählen nur im Rahmen des Höchstbetrags von 2.800 Euro im Jahr, der meist schon durch die Basisbeiträge ausgeschöpft ist. Den absetzbaren Anteil weist der Versicherer jährlich aus – bei der Hallesche NK.select S etwa 93,16 Prozent.
Was passiert mit der PKV, wenn das Geschäft einmal schlecht läuft?
Der Beitrag bleibt gleich, weil er nicht vom Einkommen abhängt. Für Engpässe gibt es Wege: ein Tarifwechsel nach § 204 VVG in einen günstigeren Tarif desselben Versicherers, eine höhere Selbstbeteiligung oder ein niedrigeres Krankentagegeld. Bleiben Beiträge trotz zwei Mahnungen offen, ruht der Vertrag und Sie sind im Notlagentarif nur noch für akute Erkrankungen versichert – das sollten Sie durch eine rechtzeitige Umstellung vermeiden.
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