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PKV-Tarife im Vergleich — die Kurzfassung
PKV-Tarife für Angestellte und Selbstständige gibt es in drei Stufen: Basis (Hausarztprinzip, Mehrbettzimmer), Komfort (freie Arztwahl, Zweibettzimmer, Chefarzt) und Premium (Erstattung über Höchstsätze, Einbettzimmer, 90 % Zahnersatz). Der Preisabstand zwischen Basis und Premium beträgt beim selben Versicherer oft 80 bis 100 Prozent.
- Signal Iduna, 30 Jahre: START-SI 352,85 €, KOMFORT-SI 645,29 €, EXKLUSIV-SI 707,22 € (reiner Tarifbeitrag).
- Hallesche, 35 Jahre, 1.200 € Selbstbehalt: NK.select S 331,73 €, L 526,57 €, XL 636,00 €.
- Angestellte erhalten bis zu 613,22 € Arbeitgeberzuschuss im Monat — Komfort und Premium werden dadurch erschwinglich.
- Der gesetzliche Selbstbehalt ist auf 5.000 € im Jahr begrenzt (§ 193 VVG).
PKV-Tarife verstehen: Aus welchen Bausteinen ein Tarif besteht
Ein PKV-Tarif ist nie nur ein Produktname, sondern eine Kombination aus Leistungsbereichen, die zusammen die Vollversicherung ergeben. Wer PKV-Tarife vergleicht, muss deshalb zuerst wissen, welche Teile im genannten Beitrag stecken und welche nicht.
Grundsätzlich unterscheiden die Versicherer zwei Bauweisen. Kompakttarife bündeln ambulante, stationäre und zahnärztliche Leistungen in einem Tarif — Beispiele sind INTER QualiMed, Barmenia einsA, Gothaer MediCompact oder ARAG MedBest. Modulare Tarife setzen sich aus einzelnen Bausteinen zusammen: Bei der Allianz kommt zum Grundtarif MeinGesundheitsschutz ein Upgrade-Baustein für die Selbstbeteiligung und ein getrennter Zahnbaustein, bei der Continentale wird der Krankenhausschutz über SP1 oder SP2 gewählt, bei der Debeka wird der Tarif N mit den Ergänzungen NC oder NG kombiniert.
| Baustein | Was abgesichert ist | Pflicht? |
|---|---|---|
| Ambulant | Arzt, Facharzt, Arznei-, Heil- und Hilfsmittel, Psychotherapie, Heilpraktiker | ja |
| Stationär | Krankenhaus, wahlweise Zwei- oder Einbettzimmer und Chefarzt | ja |
| Zahn | Zahnbehandlung, Zahnersatz, Implantate, Kieferorthopädie | praktisch immer |
| Krankentagegeld | Verdienstausfall bei längerer Krankheit | für Selbstständige dringend empfohlen |
| Pflegepflichtversicherung | gesetzlich vorgeschrieben, höchstens 209,26 € im Monat | ja |
| Gesetzlicher Zuschlag | 10 % vom 21. bis zum 60. Lebensjahr, fließt in die Alterungsrückstellung | ja (§ 149 VAG) |
| Beitragsentlastung | senkt den Beitrag ab 65 oder 67 | freiwillig |
Für den Vergleich heißt das: Ein Beitrag „ab 330 €" ist oft nur der reine Tarifbeitrag. Mit gesetzlichem Zuschlag, Pflegepflichtversicherung und Krankentagegeld kommen schnell 100 bis 200 € dazu. Wir vergleichen PKV-Tarife deshalb immer mit denselben Bausteinen — nur so wird aus einer Preisliste ein fairer Vergleich.
Basis, Komfort, Premium: die drei Leistungsstufen der PKV-Tarife
Die drei Stufen der PKV-Tarife unterscheiden sich vor allem beim Arztzugang, beim Krankenhaus und beim Zahnersatz. Die Namen wechseln je Versicherer — Signal Iduna nennt sie START, KOMFORT und EXKLUSIV, die Hallesche S, L und XL, die AXA arbeitet mit „Grundschutz S", „Komfortschutz M" und „Topschutz L" —, die Logik dahinter ist aber überall ähnlich.
| Leistung | Basis | Komfort | Premium |
|---|---|---|---|
| Arztzugang | Hausarzt/Primärarzt zuerst, sonst 75–80 % | freie Arztwahl | freie Arztwahl |
| Gebührenordnung | bis Höchstsatz GOÄ | bis Höchstsatz GOÄ (teils 3,5-fach) | auch über Höchstsatz |
| Krankenhaus | allgemeine Krankenhausleistungen | Zweibettzimmer, Chefarzt | Einbettzimmer, Chefarzt, oft Privatklinik |
| Zahnersatz | 60–75 % | 75–85 % | 90 %, teils 100 % |
| Psychotherapie | oft begrenzt (z. B. 50 Sitzungen) | teils begrenzt | häufig ohne Sitzungsgrenze |
| Heilpraktiker | 500–1.000 €/Jahr | bis 1.500 €/Jahr | 2.000–3.000 €/Jahr |
| Sehhilfen | 150–300 € | 250–500 € | 500–1.500 € |
| Beitrag (Richtwert) | rund 55 % von Premium | rund 80–90 % von Premium | 100 % |
Basistarife der Versicherer: günstiger Einstieg mit Lotsen
Einsteigertarife wie Signal Iduna START-SI, DKV BestMed Eco, Hallesche NK.select S, Barmenia einsA prima, Gothaer MediStart 1 oder R+V AGIL classic pro setzen fast immer auf das Primärarztprinzip: Wer zuerst den Hausarzt aufsucht, erhält 100 Prozent, wer direkt zum Facharzt geht, erhält je nach Tarif beispielsweise nur 75 oder 80 Prozent. Im Krankenhaus gibt es die allgemeinen Leistungen wie in der GKV. Dafür liegen Hilfsmittel und Zahnersatz oft schon über GKV-Niveau — die Hallesche zahlt in NK.select S etwa Hilfsmittel aus einem offenen Katalog.
Nicht verwechseln: Der gesetzliche Basistarif ist ein Sozialtarif mit GKV-ähnlichen Leistungen und einem Höchstbeitrag von 1.017,18 € (2026). Er ist für Menschen gedacht, die keinen normalen Tarif bekommen oder bezahlen können — mit den Basis-Tarifen der Versicherer hat er nur den Namen gemeinsam. Ähnlich der Standardtarif für Altverträge mit höchstens 848,62 €.
Komforttarife: der häufigste Kompromiss
Komforttarife verbinden häufig Zweibettzimmer und privatärztliche Behandlung mit höheren ambulanten Leistungen. Die Arztwahl unterscheidet sich: Im R+V AGIL comfort bleibt beispielsweise das Primärarztprinzip bestehen. Beispiele sind DKV BestMed Komfort, Signal Iduna KOMFORT-SI, Hallesche NK.select L, INTER QualiMed Exklusiv, Continentale COMFORT-U, Nürnberger TOP6 und R+V AGIL comfort. Die Unterschiede liegen im Detail: KOMFORT-SI enthält ein Vorsorgebudget von 750 € im Jahr, das die Beitragsrückerstattung nicht gefährdet; die Continentale zahlt in COMFORT-U Zahnbehandlung zu 100 Prozent; die Nürnberger erstattet Heilpraktiker in TOP6 zu 100 Prozent.
Premiumtarife: erweiterte Leistungen mit Tarifgrenzen
Premiumtarife können sich für Menschen mit hohen Ansprüchen an Arztwahl, Therapien und Klinikleistungen eignen. Angestellte erhalten einen Arbeitgeberzuschuss im gesetzlichen Rahmen. Einige Tarife erstatten über die Höchstsätze der Gebührenordnung hinaus; die konkreten Voraussetzungen und andere Leistungsgrenzen bleiben entscheidend. Zu dieser Stufe zählen Allianz MeinGesundheitsschutz Best, DKV PremiumMed, AXA GesundExtra, Signal Iduna EXKLUSIV-SI, Hallesche NK.select XL, Barmenia einsA expert+, Gothaer MediCompact Premium, INTER QualiMed Premium, ARAG MedBest, Nürnberger MAX6+ und R+V AGIL premium.
Wir stellen Basis-, Komfort- und Premiumtarife für Ihr Alter nebeneinander — mit allen Bausteinen und echtem Endbeitrag.
PKV-Tarife großer Anbieter: Tariflinien im Überblick
Die folgende Übersicht ordnet die aktuellen PKV-Tarife der großen Versicherer den drei Leistungsstufen zu. Sie zeigt nur Tarife, die im Neugeschäft 2026 für Angestellte und Selbstständige angeboten werden; Beihilfe-, Ausbildungs- und Ärztetarife folgen weiter unten.
Die fünf größten Versicherer und ihre Tarifphilosophie
Debeka ist Marktführer und vor allem bei Beamten stark. In der N-Welt für Nicht-Beihilfeberechtigte gibt es wenige, klar gegliederte Tarife: NW mit allgemeinen Krankenhausleistungen, N mit Zweibettzimmer und Chefarzt, beide mit 90 Prozent ambulanter Erstattung und höchstens 500 € Eigenanteil im Jahr. Zahnersatz liegt bei 70 Prozent und steigt mit den Ergänzungen NC oder NG auf 100 Prozent.
DKV bietet mit BestMed ein Stufenmodell von Eco über Komfort bis Premium; PremiumMed richtet sich an Kunden, die Honorare über der GOÄ und Privatkliniken abgesichert haben wollen, und zahlt 90 Prozent Zahnersatz ohne Zahnstaffel. Allianz setzt auf den Baukasten MeinGesundheitsschutz mit den Linien Plus und Best und dem Zahnbaustein Zahn 100 für 100 Prozent Zahnersatz. AXA kombiniert Lotsentarife (ELBonus-U, ActiveMe-U) mit der Premiumlinie GesundExtra, die eine garantierte Pauschalerstattung von 900 € enthält. Signal Iduna hat mit START-SI, KOMFORT-SI und EXKLUSIV-SI die klarste Dreistufigkeit am Markt.
Mittelständische Versicherer mit starken Einzeltarifen
Abseits der Großen finden sich einige der stärksten PKV-Tarife. Die Hallesche bietet NK.select in drei Stufen und wahlweise als Bonus-Variante. Die Barmenia erstattet in einsA expert+ Heilpraktiker, Psychotherapie sowie Heil- und Hilfsmittel zu 100 Prozent. Die INTER zahlt in QualiMed Premium Heilpraktiker bis 3.000 € im Jahr und Hörgeräte bis 2.500 € je Ohr. Die Continentale arbeitet mit einer kleinen Selbstbeteiligung je Leistung (20 €) statt einer Jahrespauschale. Digital ausgerichtet ist ottonova mit seinen Flugklassen-Tarifen und einem Concierge-Service.
Alle Profile mit Tarifdetails finden Sie in der Übersicht der PKV-Anbieter.
Was PKV-Tarife kosten: Beispielbeiträge je Leistungsstufe
Der Beitrag eines PKV-Tarifs steigt mit der Leistungsstufe deutlich — beim selben Versicherer und gleichem Alter kostet Premium oft fast doppelt so viel wie Basis. Die folgenden Beispiele stammen jeweils von einem Versicherer, damit die Stufen vergleichbar bleiben.
| Versicherer / Tarif | Stufe | Alter | Beitrag | Enthalten |
|---|---|---|---|---|
| Signal Iduna START-SI | Basis | 30 | 352,85 € | reiner Tarifbeitrag, 500 € SB |
| Signal Iduna KOMFORT-SI 0 | Komfort | 30 | 645,29 € | reiner Tarifbeitrag, ohne SB |
| Signal Iduna EXKLUSIV-SI 0 | Premium | 30 | 707,22 € | reiner Tarifbeitrag, ohne SB |
| Hallesche NK.select S | Basis | 35 | 331,73 € | inkl. Zuschlag, 1.200 € SB, ohne PPV |
| Hallesche NK.select L | Komfort | 35 | 526,57 € | inkl. Zuschlag, 1.200 € SB, ohne PPV |
| Hallesche NK.select XL | Premium | 35 | 636,00 € | inkl. Zuschlag, 1.200 € SB, ohne PPV |
| Debeka NW | Basis | 35 | 522,00 € | inkl. Pflegepflicht, ohne Krankentagegeld |
| Debeka N | Komfort | 35 | 612,00 € | inkl. Pflegepflicht, ohne Krankentagegeld |
| HanseMerkur Start Fit | Basis | 35 | 415,98 € | Selbstständige, inkl. PPV und Zuschlag, 1.000 € SB |
| HanseMerkur Top Fit | Premium | 35 | 631,15 € | Selbstständige, inkl. PPV und Zuschlag, 1.000 € SB |
Signal Iduna mit 30 Jahren, Hallesche mit 35 Jahren — Beitragsabstand zwischen den Stufen
Auffällig: Bei Signal Iduna liegt der große Sprung zwischen Basis und Komfort (plus 83 Prozent), der Schritt zu Premium kostet dagegen nur noch rund 62 € mehr. Bei der Hallesche verteilt sich der Abstand gleichmäßiger. Wer sich ohnehin für Komfort entscheidet, sollte deshalb immer auch den Premiumtarif desselben Versicherers mitrechnen lassen.
Rechenbeispiel: Was Angestellte tatsächlich zahlen
Für Angestellte halbiert der Arbeitgeberzuschuss den Aufpreis. Ein Beispiel mit dem Hallesche-Tarif NK.select L (526,57 € mit 35 Jahren, ohne Pflegepflicht): Der Arbeitgeber übernimmt die Hälfte, also rund 263 €. Selbst wenn noch Pflegepflichtversicherung und Krankentagegeld hinzukommen, bleibt der Gesamtbeitrag meist unter der Grenze, bis zu der der Arbeitgeber die Hälfte trägt: höchstens 508,59 € für die Kranken- und 104,63 € für die Pflegeversicherung (2026). Der Aufpreis von NK.select L auf XL (109,43 €) kostet einen Angestellten damit netto nur rund 55 € im Monat. Mehr zum Zuschuss lesen Sie im Ratgeber Arbeitgeberzuschuss zur PKV, ausführliche Kostenbeispiele unter PKV-Kosten.
Wir rechnen Basis, Komfort und Premium für Ihr Eintrittsalter — inklusive Zuschlag, Pflegepflicht und Krankentagegeld.
PKV-Leistungen im Tarifvergleich: die entscheidenden Kriterien
Die wichtigsten Unterschiede zwischen PKV-Tarifen stehen nicht im Tarifnamen, sondern in den Leistungsgrenzen der Bedingungen. Diese sieben Punkte prüfen wir bei jedem Tarifvergleich zuerst — sie entscheiden, ob der Schutz auch bei schweren Erkrankungen trägt.
1. Hilfsmittel: offener oder geschlossener Katalog
Ein geschlossener Hilfsmittelkatalog zählt abschließend auf, was bezahlt wird. Neue Hilfsmittel, die es beim Vertragsabschluss noch nicht gab, fallen dann heraus. Ein offener Katalog („insbesondere …") schützt davor. Offene Kataloge bieten etwa die Continentale in PREMIUM und die Hallesche schon im Einstiegstarif NK.select S (80 Prozent bis 4.000 €, darüber 100 Prozent).
2. Psychotherapie ohne enge Sitzungsgrenze
| Tarif | Psychotherapie |
|---|---|
| Allianz MeinGesundheitsschutz Plus / Best | 100 %, ohne Sitzungsbegrenzung |
| Signal Iduna EXKLUSIV-SI | 100 %, ohne Sitzungsgrenze |
| ARAG MedBest | 100 %, ohne Sitzungslimit |
| INTER QualiMed Premium | 100 %, ohne Sitzungsbegrenzung |
| Hallesche NK.select XL | 90 %, ohne Sitzungsbegrenzung |
| INTER QualiMed Basis | 100 %, bis 50 Sitzungen im Jahr |
| AXA ELBonus-U | 70 %, bis 50 Sitzungen im Jahr |
| Debeka N | 52 Sitzungen im Jahr |
| Gothaer MediCompact Plus | 100 % bis 30 Sitzungen, danach 80 % / 70 % |
3. Zahnersatz und Zahnstaffel
Die Spanne reicht von 60 Prozent (Continentale ECONOMY-U, Nürnberger HAT6) bis 100 Prozent (Allianz Zahn 100). Genauso wichtig ist die Zahnstaffel, also die Begrenzung in den ersten Jahren: Bei der HanseMerkur gelten in Best Fit und Top Fit 1.600, 3.200 und 6.400 €, ab dem siebten Jahr ist die Leistung unbegrenzt. Die Hallesche hebt die Summengrenze ab dem fünften Jahr auf, die DKV verzichtet in PremiumMed ganz auf eine Staffel. Mehr dazu: Zahnleistungen der PKV.
4. Erstattung über den Höchstsatz
Ärzte rechnen nach der GOÄ ab, meist bis zum 3,5-fachen Satz. Tarife „bis Höchstsatz" reichen für die allermeisten Behandlungen. Premiumtarife erstatten zusätzlich Honorarvereinbarungen darüber — relevant bei Spezialisten und Privatkliniken. ottonova nennt als Grenze ausdrücklich das 5,0-fache der GOÄ.
5. Primärarzt- oder Lotsenprinzip
Viele Basistarife zahlen 100 Prozent nur, wenn zuerst der Hausarzt oder ein Gesundheitslotse eingeschaltet wird; beim direkten Facharztbesuch sind es 75 oder 80 Prozent. Das spart Beitrag, passt aber nicht zu jedem — etwa nicht zu Menschen mit chronischer Erkrankung, die regelmäßig einen Facharzt brauchen.
6. Heilpraktiker, Sehhilfen, Lasik
Die Budgets liegen zwischen 500 € (ARAG KomfortKlasse, ottonova PC100 mit Osteopathie) und 3.000 € im Jahr (INTER QualiMed Premium) für Heilpraktiker. Bei Sehhilfen reicht die Spanne von 150 € in drei Jahren bis 1.500 € in zwei Jahren (DKV PremiumMed), Lasik zahlen einige Tarife mit bis zu 4.000 € (ARAG MedBest, in fünf Jahren).
7. Auslandsschutz und Beitragsrückerstattung
Debeka versichert in N und NW weltweit ohne zeitliche Grenze, die Allianz im Premiumtarif außerhalb Europas 6 bis 12 Monate. Bei der Beitragsrückerstattung unterscheiden sich garantierte Modelle (Allianz 10 Prozent garantiert, AXA GesundExtra 900 € Pauschale, HanseMerkur Best Fit sechs Monatsbeiträge) von rein erfolgsabhängigen. Details im Ratgeber Beitragsrückerstattung und in unserer Checkliste Worauf Sie bei der PKV achten sollten.
Selbstbeteiligung in PKV-Tarifen: wie viel sich lohnt
Die Selbstbeteiligung senkt den Beitrag eines PKV-Tarifs, verlagert aber Kosten auf den Versicherten. Gesetzlich ist sie auf 5.000 € im Jahr begrenzt; üblich sind Stufen zwischen 0 und 1.500 €. Wie stark sich die Stufen auswirken, zeigt der Münchener Verein:
| BestensGesund Premium | 30 Jahre | 35 Jahre | 40 Jahre |
|---|---|---|---|
| ohne Selbstbeteiligung | 723,22 € | 784,67 € | 863,84 € |
| 500 € Selbstbeteiligung | 690,69 € | 755,66 € | 833,51 € |
| 1.000 € Selbstbeteiligung | 630,25 € | 687,07 € | 759,73 € |
Mit 35 Jahren spart die Stufe 1.000 € rund 97,60 € im Monat, also gut 1.171 € im Jahr — mehr als die Selbstbeteiligung selbst. Für einen Selbstständigen, der den Beitrag allein trägt, ist das ein klares Argument. Für Angestellte sieht die Rechnung anders aus: Die Hälfte der Ersparnis gehört dem Arbeitgeber, die Selbstbeteiligung zahlen sie aber vollständig allein. Deshalb wählen Angestellte meist Tarife mit 0 bis 500 € Selbstbehalt.
Neben festen Jahresbeträgen gibt es prozentuale Modelle (Allianz: 30 Prozent bis 1.500 € oder 10 Prozent bis 500 €, ottonova: 10 Prozent bis 500 €) und Beträge je Leistung (Continentale: 20 € je Leistung). Ausführlich erklärt im Ratgeber Selbstbeteiligung in der PKV.
PKV-Tarife für Beamte, Studenten und Ärzte
Neben den Tarifen für Angestellte und Selbstständige gibt es PKV-Tarife für Gruppen mit besonderen Bedingungen. Beamte versichern nur den Teil, den die Beihilfe nicht zahlt, Studenten nutzen Ausbildungstarife ohne vollen Aufbau von Alterungsrückstellungen, Ärzte erhalten eigene Tarife mit Kammer-Gruppenverträgen.
Beihilfetarife für Beamte
| Versicherer / Tarif | Alter | Beitrag | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Debeka B mit WL und BC | 30 | 246,21 € | 50 % Beihilfe |
| Nürnberger Beihilfe kompakt + BE | 31 | 274,78 € | 50 % Beihilfe |
| Barmenia Genau-Für-Sie Beamtenpaket | 27 | 311,65 € | Bund, 50 %, ohne Pflegepflicht |
| HanseMerkur Be Fit Smart | 30 | 317,14 € | Bund, 50 %, inkl. PPV und Zuschlag |
| Allianz BHA / BHK / BHZ | 27 | 352,24 € | 50 % Beihilfe |
| HanseMerkur Be Fit Best | 30 | 354,16 € | Bund, 50 %, inkl. PPV und Zuschlag |
Auch Beihilfetarife gibt es in Stufen: Signal Iduna bietet START-B, KOMFORT-B+ und EXKLUSIV-B, ottonova Basis24, Komfort24 und Premium24, die DKV BeihilfeMed Kompakt Eco, Kompakt und Kompakt mit Krankenhaus-Wahlleistungen. Im Schnitt zahlen Beihilfeberechtigte laut PKV-Verband 239 € im Monat. Neue Beamte profitieren von der Öffnungsaktion — alles Weitere in unserem Überblick PKV für Beamte und für Berufseinsteiger unter PKV für Beamtenanwärter.
Ausbildungstarife für Studenten
Studenten, die sich von der Versicherungspflicht befreien lassen, erhalten günstige Ausbildungsvarianten: HanseMerkur Start Fit für Studenten kostet mit 20 Jahren ab 95,07 € (1.000 € Selbstbeteiligung), Signal Iduna START-SI in der Ausbildungsvariante 150,16 € inklusive Pflegepflicht, die Debeka HS mit HS-Comfort 161 € für 17- bis 24-Jährige, Allianz Plus 70A mit Zahn 75A 290,56 € mit 21 Jahren. Mehr unter PKV für Studenten.
Ärztetarife
Für Ärzte gibt es eigene PKV-Tarife mit Rabatten: Allianz Ärzte Plus 100 (642,18 € mit 30 Jahren), Barmenia VHV1A+ (753,69 € mit 30 Jahren), AXA VA Med Komfort, DKV PremiumMed Arzt, INTER JABest und Continentale COMFORT-MED. Details in unserem Überblick PKV für Ärzte.
Wir rechnen die passenden Sondertarife für Ihren Beihilfesatz, Ihr Studium oder Ihre Kammer.
PKV-Tarife und Testsieger: worauf Bewertungen achten
Wer nach „PKV-Tarife Testsieger" sucht, findet Ranglisten, die sehr unterschiedlich gewichten. Manche Bewertungen legen vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis eines Modellkunden zugrunde, andere Finanzstärke, Service oder Beitragsentwicklung der Vergangenheit. Ein Testsieger für einen 35-jährigen Angestellten mit Krankentagegeld ist deshalb nicht automatisch der richtige Tarif für eine 45-jährige Selbstständige oder einen Beamten mit Kindern.
Aussagekräftiger als eine Note ist die Frage, ob der Tarif bei den sieben Leistungskriterien oben mithält und ob der Versicherer solide wirtschaftet. Zur Einordnung: Über 20 Jahre (2006–2026) stiegen die PKV-Beiträge laut PKV-Verband im Schnitt um 3,4 Prozent im Jahr, die GKV-Beiträge um 3,9 Prozent. Zum 1. Januar 2026 wurden die Beiträge für rund 60 Prozent der Versicherten angepasst, im Schnitt um 13 Prozent. Eine ausführliche Übersicht der aktuell bestbewerteten Tarife finden Sie in unserem Überblick PKV-Testsieger, günstige Einstiegstarife unter günstige PKV.
Den passenden PKV-Tarif auswählen: in fünf Schritten
Den richtigen PKV-Tarif finden Sie am sichersten, wenn Sie zuerst die Mindestleistungen festlegen und erst danach die Preise vergleichen. So gehen wir in der Beratung vor:
- Status klären: Angestellt über der Versicherungspflichtgrenze (2026: 77.400 €, 2027 voraussichtlich 84.150 €), selbstständig, verbeamtet oder im Studium? Davon hängt ab, welche Tarifgruppe infrage kommt. Mehr: Ab wann in die PKV?
- Mindestleistungen festlegen: offener Hilfsmittelkatalog, Psychotherapie, Zahnersatz ab 75 Prozent, Auslandsschutz. Tarife, die das nicht bieten, fallen heraus — unabhängig vom Preis.
- Leistungsstufe wählen: Chefarzt und Zweibettzimmer (Komfort) oder zusätzlich Einbettzimmer und Erstattung über Höchstsatz (Premium)?
- Selbstbeteiligung und Krankentagegeld abstimmen: Angestellte eher niedrig, Selbstständige eher höher, dafür ein Krankentagegeld, das den Verdienstausfall wirklich deckt (Krankentagegeld).
- Gesundheitsfragen vorab klären: Bei Vorerkrankungen lässt sich mit einer anonymen Risikovoranfrage prüfen, welcher Versicherer zu welchen Bedingungen annimmt, bevor Sie einen offiziellen Antrag stellen.
Was für die Stufen spricht
- Basis: niedrigster Beitrag, oft schon bessere Hilfsmittel- und Zahnleistung als die GKV
- Komfort: freie Arztwahl, Chefarzt und Zweibettzimmer zum mittleren Preis
- Premium: Erstattung über Höchstsätze, Einbettzimmer, meist 90 % Zahnersatz
- Wechsel nach unten jederzeit ohne neue Gesundheitsprüfung (§ 204 VVG)
Worauf Sie achten sollten
- Basis: Primärarztprinzip, Mehrbettzimmer, teils Sitzungsgrenzen bei Psychotherapie
- Komfort: Honorare über der GOÄ nicht immer versichert
- Premium: fast doppelter Beitrag gegenüber Basis beim selben Versicherer
- Wechsel nach oben später nur mit Gesundheitsprüfung für die Mehrleistung
Wer gesund und jung einsteigt, sollte eher eine Stufe höher wählen: Der spätere Wechsel nach unten ist jederzeit ohne Prüfung möglich, der Wechsel nach oben dagegen nur mit neuer Gesundheitsprüfung für die Mehrleistung. Ob sich die PKV für Sie überhaupt lohnt, klärt unser Ratgeber GKV oder PKV.
PKV-Tarif wechseln: § 204 VVG und Alttarife
Bereits Privatversicherte können ihren PKV-Tarif jederzeit innerhalb ihres Versicherers wechseln und behalten dabei die volle Alterungsrückstellung. Das ist oft der wirksamste Weg, den Beitrag zu senken — besonders in älteren, geschlossenen Tarifen, die keine jungen Versicherten mehr aufnehmen.
Der Wechsel zu einem anderen Versicherer ist dagegen meist teurer: Bei Verträgen ab 2009 wird nur ein Teil der Alterungsrückstellung im Umfang des Basistarifs mitgenommen, der neue Versicherer rechnet mit dem aktuellen Alter und prüft die Gesundheit neu. Wie ein interner Tarifwechsel abläuft und welche Ersparnis möglich ist, erklären wir in unserem Überblick Tarifwechsel nach § 204 VVG; weitere Wege unter PKV-Beitrag senken und PKV-Anbieter wechseln.
Wir vergleichen Ihren aktuellen Tarif mit den Tarifen Ihres Versicherers und zeigen, was ein Wechsel spart.
Häufige Fragen zu PKV-Tarifen
Welche PKV-Tarife gibt es?
Die privaten Krankenversicherer bieten für Angestellte und Selbstständige Vollversicherungstarife in drei Leistungsstufen an: Basis- oder Einsteigertarife (oft mit Primärarztprinzip und Mehrbettzimmer), Komforttarife (freie Arztwahl, Zweibettzimmer, Chefarzt) und Premiumtarife (Erstattung auch über die Gebührenhöchstsätze, Einbettzimmer, 90 % Zahnersatz und mehr). Dazu kommen Beihilfetarife für Beamte, Ausbildungstarife für Studenten, Ärztetarife und die brancheneinheitlichen Sozialtarife Basistarif und Standardtarif.
Was kosten PKV-Tarife im Monat?
Das hängt vor allem von Eintrittsalter und Leistungsstufe ab. Beispiele 2026: Signal Iduna START-SI kostet mit 30 Jahren 352,85 € reinen Tarifbeitrag, KOMFORT-SI 645,29 € und EXKLUSIV-SI 707,22 €. Hallesche NK.select S kostet mit 35 Jahren 331,73 €, NK.select L 526,57 € und NK.select XL 636,00 € (jeweils 1.200 € Selbstbehalt, inklusive gesetzlichem Zuschlag, ohne Pflegepflicht). Der Durchschnittsbeitrag erwachsener Privatversicherter ohne Beihilfe lag laut PKV-Verband bei 559 € im Monat.
Was ist der Unterschied zwischen Basis-, Komfort- und Premiumtarif?
Basistarife der Versicherer (nicht zu verwechseln mit dem gesetzlichen Basistarif) sichern das Nötige ab, meist mit Hausarzt als erstem Ansprechpartner, allgemeinen Krankenhausleistungen und 60 bis 75 % Zahnersatz. Komforttarife bieten freie Arztwahl, Zweibettzimmer und Chefarzt sowie 75 bis 85 % Zahnersatz. Premiumtarife erstatten auch über die Höchstsätze der Gebührenordnung, zahlen das Einbettzimmer und meist 90 % beim Zahnersatz.
Ist ein Basistarif der PKV wie die gesetzliche Krankenversicherung?
Der gesetzliche Basistarif ist ein brancheneinheitlicher Sozialtarif mit Leistungen ungefähr auf GKV-Niveau; 2026 kostet er höchstens 1.017,18 € im Monat. Die Einsteigertarife der Versicherer wie Signal Iduna START-SI oder Hallesche NK.select S heißen oft ähnlich, sind aber normale Vollversicherungstarife mit Gesundheitsprüfung, Alterungsrückstellung und häufig besseren Leistungen als die GKV, etwa bei Zahnersatz oder Hilfsmitteln.
Welcher PKV-Tarif ist der beste?
Einen Tarif, der für alle der beste ist, gibt es nicht. Für einen jungen Angestellten mit Arbeitgeberzuschuss lohnt oft ein Komfort- oder Premiumtarif mit niedriger Selbstbeteiligung, für einen Selbstständigen ein Tarif mit höherem Selbstbehalt und gutem Krankentagegeld, für Beamte ein Beihilfetarif mit Beihilfeergänzung. Entscheidend sind Leistungsgrenzen im Kleingedruckten (Zahnstaffel, Hilfsmittelkatalog, Psychotherapie) und die Beitragsstabilität.
Kann ich meinen PKV-Tarif später wechseln?
Ja. Nach § 204 VVG dürfen Sie jederzeit in einen gleichartigen Tarif Ihres Versicherers wechseln und behalten dabei Ihre Alterungsrückstellung. Für Mehrleistungen, etwa beim Wechsel von Komfort auf Premium, darf der Versicherer eine Gesundheitsprüfung verlangen. Der Weg nach unten in einen günstigeren Tarif ist ohne neue Prüfung möglich.
Welche PKV-Leistungen sind wirklich wichtig?
Wichtig sind vor allem ein offener Hilfsmittelkatalog, Psychotherapie ohne enge Sitzungsgrenze, ein Zahnersatz von mindestens 75 % mit kurzer Zahnstaffel, die Erstattung bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung und ein weltweiter Auslandsschutz. Chefarzt und Einbettzimmer sind Komfort, die oben genannten Punkte schützen dagegen vor hohen Eigenkosten bei schweren Erkrankungen.
Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen Ihr Angebot individuell — für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.
