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Worauf bei der PKV achten? Die Kurzantwort
Bei der privaten Krankenversicherung zählen drei Dinge: ein Tarif, der auch im schweren Krankheitsfall vollständig leistet, ein Beitrag mit Selbstbeteiligung, den Sie über Jahrzehnte tragen können, und vollständig richtige Gesundheitsangaben. Der Preis im ersten Jahr ist dagegen das schwächste Auswahlkriterium, denn ein Wechsel des Versicherers ist später teuer.
- Arzthonorare mindestens bis zum Höchstsatz der GOÄ erstatten lassen, besser darüber.
- Hilfsmittel mit offenem Katalog, Psychotherapie ohne enge Sitzungsgrenze, Zahnersatz ab 75–80 %.
- Selbstbeteiligung höchstens so hoch, wie Sie sie sicher zahlen können (gesetzlich max. 5.000 € im Jahr).
- Beiträge der PKV stiegen 2006–2026 im Schnitt um 3,4 % pro Jahr, die der GKV um 3,9 %.
Worauf bei der PKV achten: die 15 Punkte im Überblick
Worauf Sie bei der PKV achten sollten, lässt sich in 15 Prüfpunkten zusammenfassen — von der Frage, ob der Wechsel für Sie überhaupt passt, über die Tarifleistungen bis zur Auswahl des Versicherers. Die Tabelle zeigt, was wir bei jedem Tarifvergleich als Mindeststandard ansetzen. Darunter erklären wir jeden Punkt einzeln.
| Nr. | Prüfpunkt | Worauf achten | Unser Mindeststandard |
|---|---|---|---|
| 1 | Zugang und Lebensplanung | Einkommen, Beruf, Familienplanung, Rückkehrwege | Wechsel auch mit Kindern und im Alter bezahlbar |
| 2 | Gesundheitszustand | Vorerkrankungen, laufende Behandlungen | anonyme Risikovoranfrage bei jeder Unklarheit |
| 3 | Ambulante Arzthonorare | Erstattung nach GOÄ | bis 3,5-facher Satz, besser darüber |
| 4 | Arztwahl | Primärarzt- oder freie Arztwahl | bewusst entscheiden, Abzüge kennen |
| 5 | Krankenhaus | Zimmer, Chefarzt, Privatklinik | freie Klinikwahl, Wahlleistungen nach Wunsch |
| 6 | Zahn | Behandlung, Zahnersatz, Staffel | Zahnersatz ab 75–80 %, kurze Staffel |
| 7 | Psychotherapie | Sitzungsgrenze, Erstattungssatz | ohne feste Sitzungsgrenze |
| 8 | Hilfsmittel | offener oder geschlossener Katalog | offener Katalog |
| 9 | Reha, Kur, Heilmittel | Anschlussheilbehandlung, Physiotherapie | AHB voll, Heilmittel nicht zu knapp begrenzt |
| 10 | Selbstbeteiligung | Höhe, Art, Deckel | aus Rücklagen sicher zahlbar |
| 11 | Beitragsrückerstattung | garantiert oder erfolgsabhängig | nettes Extra, kein Hauptkriterium |
| 12 | Krankentagegeld | Tagessatz und Beginn | Nettoeinkommen abgesichert |
| 13 | Vorsorge für das Alter | Beitragsentlastung, Zuschlag, Rückstellung | Entlastungsbaustein prüfen |
| 14 | Versicherer | Finanzstärke, Beitragsentwicklung, Tarifvielfalt | stabile Beiträge, viele Wechseltarife |
| 15 | Vertragsdetails | Optionsrechte, Auslandsschutz, Kinder | Optionsrechte ohne neue Gesundheitsprüfung |
Bewerten Sie einen PKV-Tarif immer vom Ernstfall her: Was zahlt er bei Krebs, einem schweren Unfall oder einer langen psychischen Erkrankung? Ein Tarif, der dort lückenlos leistet, ist auch im Alltag gut aufgestellt — umgekehrt gilt das nicht.
Vor dem PKV-Abschluss: Passt die private Krankenversicherung zu Ihnen?
Bevor Sie Tarife vergleichen, sollten Sie klären, ob die private Krankenversicherung zu Ihrem Leben passt — heute und in 30 Jahren. Die PKV ist eine Entscheidung auf Dauer, denn der Rückweg in die gesetzliche Kasse ist an strenge Bedingungen geknüpft.
Punkt 1: Zugang, Einkommen und Lebensplanung
Angestellte dürfen 2026 in die PKV wechseln, wenn ihr regelmäßiges Bruttojahresgehalt über der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € liegt; 2027 steigt die Grenze voraussichtlich auf 84.150 €. Selbstständige, Freiberufler und Beamte können unabhängig vom Einkommen wählen. Wer knapp über der Grenze liegt, sollte prüfen, ob das Gehalt auch nach der Anhebung 2027 reicht — mehr dazu im Ratgeber Versicherungspflichtgrenze 2027 und unter Ab wann PKV?.
Ebenso wichtig ist die Familienplanung. In der PKV zahlt jedes Kind einen eigenen Beitrag, eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der GKV gibt es nicht. Ein nicht berufstätiger Ehepartner braucht ebenfalls einen eigenen Vertrag. Wer eine größere Familie plant und allein verdient, sollte diese Kosten vorab durchrechnen — unser Ratgeber GKV oder PKV hilft bei der Grundsatzentscheidung, die Seite PKV für Familien zeigt konkrete Beiträge.
Denken Sie auch an den Rückweg: Ab 55 Jahren ist eine Rückkehr in die GKV praktisch ausgeschlossen, wenn Sie in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert waren. Die Details stehen im Ratgeber GKV-Rückkehr über 55.
Punkt 2: Den eigenen Gesundheitszustand ehrlich einschätzen
Der Gesundheitszustand bei Antragstellung bestimmt, ob und zu welchem Preis Sie aufgenommen werden. Rückenbeschwerden, Allergien, eine abgeschlossene Psychotherapie oder ein erhöhter Blutdruck können zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen. Bevor Sie einen Antrag stellen, sollten Sie deshalb wissen, welche Diagnosen in Ihren Unterlagen stehen. Wie das geht, erklären wir weiter unten im Abschnitt Gesundheitsfragen.
Wir prüfen Einkommen, Familienplanung und Gesundheitszustand und sagen Ihnen ehrlich, ob sich der Wechsel lohnt.
Leistungen der privaten Krankenversicherung: worauf Sie achten sollten
Bei den Leistungen der privaten Krankenversicherung sollten Sie vor allem auf Honorarerstattung, Hilfsmittel, Psychotherapie und Zahnersatz achten — hier unterscheiden sich die Tarife am stärksten. Anders als in der GKV gilt in der PKV der Vertrag: Was in den Tarifbedingungen nicht steht, wird nicht bezahlt, und zwar lebenslang.
Punkt 3: Ambulante Behandlung und Gebührenordnung
Ärzte rechnen Privatpatienten nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Üblich ist der 2,3-fache Satz, bei schwierigen Behandlungen bis zum 3,5-fachen Höchstsatz. Ein guter Tarif erstattet mindestens bis zum Höchstsatz, Premiumtarife auch darüber hinaus — wichtig bei Spezialisten, die mit Honorarvereinbarung arbeiten. Beispiele für Erstattung über den Höchstsatz sind NK.select XL der Hallesche, INTER QualiMed Premium, EXKLUSIV-SI der Signal Iduna und MeinGesundheitsschutz Best der Allianz.
Punkt 4: Freie Arztwahl oder Primärarztprinzip
Einige Tarife verlangen, dass Sie zuerst zum Hausarzt gehen. Wer direkt zum Facharzt geht, erhält dann oft nur 75 oder 80 Prozent erstattet. Ausnahmen gelten meist für Frauen-, Augen- und Kinderärzte sowie Notfälle. Das Primärarztprinzip senkt den Beitrag spürbar und ist für viele Menschen kein Nachteil — Sie sollten es aber bewusst wählen. Ein Beispiel ist START-SI der Signal Iduna mit Hausarztprinzip und festem Selbstbehalt von 500 € im Jahr; freie Facharztwahl bieten dagegen etwa KOMFORT-SI oder NK.select L der Hallesche.
Punkt 5: Krankenhaus und Wahlleistungen
Stationär sind drei Stufen üblich: allgemeine Krankenhausleistungen im Mehrbettzimmer, Zweibettzimmer mit Chefarzt sowie Einbettzimmer mit Chefarzt. Achten Sie darauf, dass auch Privatkliniken ohne Versorgungsvertrag erstattet werden und die Chefarztbehandlung nicht nur bis zum Regelsatz bezahlt wird. Eine interessante Variante ist die Kombination AM13 + S1DD + Z8 der SDK: Einbettzimmer immer, Chefarzt und Privatklinik ab der Diagnose einer schweren Erkrankung — dann dauerhaft.
Punkt 6: Zahnbehandlung und Zahnersatz
Zahnersatz ist einer der größten Kostenblöcke. Gute Tarife erstatten Zahnbehandlung zu 100 Prozent und Zahnersatz, Implantate und Inlays zu 75 bis 90 Prozent. Achten Sie auf die Zahnstaffel: In den ersten Jahren ist die Erstattung oft auf wenige tausend Euro begrenzt. Bei NK.select L und XL entfällt die Summengrenze ab dem fünften Jahr, der Baustein Zahn 100 der Allianz erstattet Zahnersatz sogar zu 100 Prozent ohne Bonusstaffel. Vertiefung: Zahnleistungen der PKV.
Punkt 7: Psychotherapie
Psychische Erkrankungen gehören heute zu den häufigsten Gründen für lange Arbeitsunfähigkeit. Manche Tarife begrenzen die Psychotherapie auf 20 oder 30 Sitzungen im Jahr oder erstatten nach einer Staffel immer weniger. Ein guter Tarif zahlt ohne feste Sitzungsgrenze und auch bei psychologischen Psychotherapeuten. Ohne Sitzungsbegrenzung leisten zum Beispiel MeinGesundheitsschutz Plus und Best der Allianz, INTER QualiMed Premium, NK.select XL (90 %) und BestensGesund Premium des Münchener Verein.
Punkt 8: Hilfsmittel — offener oder geschlossener Katalog
Hier verstecken sich die teuersten Lücken. Ein geschlossener Hilfsmittelkatalog zählt abschließend auf, was bezahlt wird. Was nicht auf der Liste steht — etwa eine moderne Beinprothese, ein Elektrorollstuhl oder eine neue medizinische Technik —, müssen Sie selbst tragen. Ein offener Katalog („zum Beispiel …“) lässt Raum für neue Hilfsmittel. Achten Sie außerdem auf Erstattungssätze: Die Allianz erstattet Hilfsmittel in MeinGesundheitsschutz Plus zu 80 Prozent, in Best zu 100 Prozent. Hörgeräte und Sehhilfen sind oft zusätzlich mit Höchstbeträgen versehen.
Punkt 9: Reha, Kur und Heilmittel
Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie (Heilmittel) sollten nicht auf niedrige Jahresbeträge begrenzt sein; eine Erstattung nach einem festen Preisverzeichnis kann bei Privatpraxen zu Eigenanteilen führen. Die Anschlussheilbehandlung nach einem Klinikaufenthalt muss voll versichert sein. Kuren leisten viele Tarife nur als Zuschuss, etwa 1.500 € in 36 Monaten bei Allianz Plus.
| Leistung | Solider Standard | Starker Tarif |
|---|---|---|
| Arzthonorare | bis 3,5-facher GOÄ-Satz | auch über den Höchstsatz |
| Krankenhaus | Zweibettzimmer, Chefarzt | Einbettzimmer, Privatklinik |
| Zahnersatz | 75–80 %, Staffel in den ersten Jahren | 90–100 %, kurze oder keine Staffel |
| Psychotherapie | 50 Sitzungen und mehr | ohne Sitzungsgrenze, 100 % |
| Hilfsmittel | offener Katalog, 80 % | offener Katalog, 100 % |
| Heilpraktiker | bis 1.000 € im Jahr | bis 2.000 € und mehr |
| Ausland | Europa ohne Einschränkung | weltweit, auch längere Aufenthalte |
Wir legen die Tarifbedingungen passender Versicherer nebeneinander und markieren jede Lücke aus dieser Checkliste.
PKV-Beitrag und Selbstbeteiligung: worauf achten bei den Kosten?
Beim PKV-Beitrag sollten Sie darauf achten, dass er auch dann bezahlbar bleibt, wenn er über die Jahre steigt, und dass die Selbstbeteiligung zu Ihrem Einkommen und Ihren Rücklagen passt. Der Durchschnittsbeitrag für Erwachsene ohne Beihilfe lag zuletzt bei 559 € im Monat. Zum 1. Januar 2026 stiegen die Beiträge für rund 60 Prozent der Vollversicherten um durchschnittlich 13 Prozent.
Punkt 10: Die passende Selbstbeteiligung
Die Selbstbeteiligung ist der Betrag, den Sie jedes Jahr selbst tragen, bevor der Versicherer zahlt. Gesetzlich darf sie in der Vollversicherung höchstens 5.000 € im Jahr betragen. Es gibt drei Formen: feste Jahresbeträge (zum Beispiel 600, 1.200 oder 3.000 € bei der Hallesche), prozentuale Selbstbeteiligungen mit Deckel (etwa 30 Prozent bis höchstens 1.500 € bei Allianz Plus 70 oder die gedeckelte Variante AM31 der SDK mit höchstens 960 €) und Modelle, bei denen der Eigenanteil nur ambulant anfällt (Alte Oldenburger A 80/100 mit einem Deckel von 330 € im Jahr).
Für Angestellte gilt eine besondere Rechnung: Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des Beitrags, höchstens 613,22 € im Monat für Kranken- und Pflegeversicherung zusammen. Die Selbstbeteiligung zahlen Sie dagegen allein. Eine hohe Selbstbeteiligung spart deshalb für Angestellte nur die Hälfte dessen, was sie auf dem Papier einbringt. Mehr dazu im Ratgeber Selbstbeteiligung in der PKV und unter Arbeitgeberzuschuss.
Rechenbeispiel: Welche Selbstbeteiligung lohnt sich in der PKV?
Ob sich eine höhere Selbstbeteiligung in der PKV lohnt, zeigt ein Vergleich der Beitragsersparnis mit dem zusätzlichen Risiko. Grundlage sind die Beispielbeiträge für den Tarif NK.select XL der Hallesche mit 35 Jahren, jeweils inklusive gesetzlichem Zuschlag, ohne Pflegepflicht und Krankentagegeld.
| Selbstbehalt im Jahr | Monatsbeitrag | Beitrag im Jahr | Jahresbeitrag + voller Selbstbehalt |
|---|---|---|---|
| 600 € | 766,00 € | 9.192,00 € | 9.792,00 € |
| 1.200 € | 636,00 € | 7.632,00 € | 8.832,00 € |
| 3.000 € | 458,92 € | 5.507,04 € | 8.507,04 € |
Für Selbstständige, die den Beitrag allein tragen, ist das Ergebnis klar: Selbst wenn der volle Selbstbehalt jedes Jahr anfällt, ist die Stufe mit 3.000 € im Jahr um 1.284,96 € günstiger als die Stufe mit 600 €. In einem Jahr ganz ohne Arztrechnungen beträgt der Vorteil sogar 3.684,96 €.
Für Angestellte sieht es anders aus. Weil der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags übernimmt, sinkt der Eigenanteil beim Wechsel von 1.200 € auf 3.000 € Selbstbehalt nur um 88,54 € im Monat, also 1.062,48 € im Jahr. Das zusätzliche Risiko beträgt aber 1.800 €. In einem Jahr mit hohen Arztkosten zahlen Sie also drauf. Der Schritt von 600 € auf 1.200 € bringt dagegen 65 € weniger Eigenanteil im Monat (780 € im Jahr) bei 600 € Mehrrisiko — das kann sich lohnen.
Monatsbeitrag NK.select XL mit 35 Jahren, Angestellte nach 50 % Arbeitgeberanteil
Zu beachten: Die Selbstbeteiligung lässt sich später meist nur mit neuer Gesundheitsprüfung senken. Wählen Sie deshalb keine Stufe, die Sie im Alter oder bei sinkendem Einkommen überfordern würde. Einige Tarife bieten Wechseloptionen — etwa die Allianz mit der Wechseloption GSWO, die bis zum 50. Lebensjahr bis zu drei Verbesserungen ohne neue Gesundheitsprüfung erlaubt.
Punkt 11: Beitragsrückerstattung richtig einordnen
Viele Versicherer erstatten Beiträge, wenn Sie ein Jahr lang keine Rechnungen einreichen. Meist ist diese Rückerstattung erfolgsabhängig und nicht garantiert. Garantierte Modelle gibt es zum Beispiel bei der Allianz (10 Prozent garantiert, bis 30 Prozent insgesamt) oder bei NK.select L Bonus und XL Bonus der Hallesche mit einem festen Bonus von 100 € pro Monat. Wichtig: Die Rückerstattung ist ein angenehmes Extra, darf aber nie der Grund sein, einen leistungsschwächeren Tarif zu wählen. Mehr im Ratgeber Beitragsrückerstattung.
Punkt 12: Krankentagegeld für den Verdienstausfall
Privat Versicherte erhalten bei langer Krankheit kein Krankengeld von der Kasse. Angestellte bekommen sechs Wochen Lohnfortzahlung und brauchen danach ein Krankentagegeld ab dem 43. Tag. Selbstständige sollten den Beginn nach ihren Rücklagen wählen, etwa ab dem 15., 22. oder 43. Tag. Achten Sie darauf, dass der Tagessatz Ihr Nettoeinkommen abdeckt und der Versicherer ihn nicht bei sinkendem Einkommen einseitig kürzen darf. Details im Ratgeber Krankentagegeld.
Punkt 13: Vorsorge für die Beiträge im Alter
Die PKV baut aus Ihren Beiträgen Alterungsrückstellungen auf; zusätzlich zahlen Sie vom 21. bis zum 60. Lebensjahr einen gesetzlichen Zuschlag von 10 Prozent, der ebenfalls in die Rückstellung fließt. Mit 60 fällt der Zuschlag weg, mit Rentenbeginn meist das Krankentagegeld. Wer darüber hinaus vorsorgen möchte, schließt einen Beitragsentlastungstarif ab, der den Beitrag ab 65 oder 67 um einen festen Betrag senkt — beim Münchener Verein etwa als Paket BestensGesund Premium mit 600 € monatlicher Beitragsentlastung im Alter. Für Angestellte ist der Baustein zuschussfähig, solange der Höchstzuschuss nicht ausgeschöpft ist. Mehr dazu: Beitragsentlastungstarif und PKV im Alter.
Wir rechnen Selbstbeteiligung, Krankentagegeld und Beitragsentlastung für Ihr Alter und Ihren Beruf — mit und ohne Arbeitgeberzuschuss.
Gesundheitsfragen in der PKV: der wichtigste Punkt beim Antrag
Bei den Gesundheitsfragen der PKV kommt es darauf an, jede Frage vollständig und wahrheitsgemäß zu beantworten — auch Beschwerden, die Ihnen harmlos erscheinen. Verschwiegene Diagnosen können Jahre später zum Rücktritt vom Vertrag, zur Anfechtung oder zu einem nachträglichen Zuschlag führen. Im schlimmsten Fall zahlt der Versicherer genau dann nicht, wenn Sie ihn am dringendsten brauchen.
Die Fragen reichen je nach Versicherer meist drei bis fünf Jahre zurück für ambulante Behandlungen und bis zu zehn Jahre für Krankenhausaufenthalte und Psychotherapie. So gehen Sie sicher vor:
- Unterlagen anfordern: Lassen Sie sich von Ihrer Krankenkasse eine Übersicht der abgerechneten Leistungen und Diagnosen geben und gleichen Sie diese mit Ihrer Erinnerung ab. Oft stehen dort Diagnosen, von denen Patienten nichts wissen.
- Hausarzt fragen: Bitten Sie um eine Kopie der Patientenakte oder eine Diagnoseliste.
- Anonym vorfragen: Bei Vorerkrankungen stellen wir eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern gleichzeitig. So lässt sich eine Einschätzung vorbereiten, bevor ein verbindlicher Antrag gestellt wird. Das branchenweite Hinweis- und Informationssystem HIS ist nicht für die private Krankenversicherung vorgesehen.
- Keinen Antrag „auf Verdacht“ stellen: Mehrere parallele Anträge mit Ablehnungen erschweren jede spätere Aufnahme.
Welche Vorerkrankungen zu welchem Ergebnis führen, erklären die Ratgeber Gesundheitsprüfung und PKV mit Vorerkrankungen. Für neue Beamte gibt es eine Sonderregel: Über die Öffnungsaktion werden sie innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Verbeamtung ohne Ablehnung aufgenommen, der Risikozuschlag ist auf 30 Prozent begrenzt.
Jede Frage einzeln lesen, auch „Nein“-Antworten prüfen, Behandlungszeiträume exakt angeben, Unterlagen aufbewahren und eine Kopie des Antrags behalten. Kündigen Sie Ihre bisherige Krankenversicherung erst, wenn der neue Vertrag angenommen ist.
Für die konkrete Vorbereitung unterstützt Sie unser Vergleich der PKV-Abfragezeiträume. Prüfen Sie darin das zum Angebot passende Fragenprofil und anschließend das gültige Antragsformular. Falls ein Zuschlag angeboten wird, vergleichen Sie dessen Grundlage zusammen mit den Leistungen; Hinweise dazu finden Sie unter PKV-Risikozuschlag prüfen.
Den PKV-Versicherer prüfen: Stabilität, Beiträge und Wechseloptionen
Beim PKV-Versicherer sollten Sie auf Finanzstärke, eine ruhige Beitragsentwicklung und eine große Auswahl gleichartiger Tarife achten, denn mit diesem Unternehmen bleiben Sie in aller Regel ein Leben lang. Der Grund: Ihre Alterungsrückstellung geht bei einem Anbieterwechsel nur im Umfang des Basistarifs mit, bei Verträgen vor 2009 gar nicht. Ein späterer Wechsel wird mit jedem Jahr teurer.
Punkt 14: Finanzstärke, Beitragsentwicklung und Tarifvielfalt
Hilfreiche Kennzahlen sind die Solvenzquote (wie viel Eigenmittel der Versicherer im Verhältnis zu den Vorgaben hat), die Beitragsanpassungen der vergangenen Jahre und die Zahl der Beschwerden bei der BaFin. Zum Vergleich: Die Allianz weist eine Solvenzquote von 454 Prozent aus, die Hallesche 493 Prozent, der Münchener Verein sogar 1.130 Prozent. Genauso wichtig ist die Frage, ob der Versicherer genug aktuelle Tarife hat, in die Sie später nach § 204 VVG wechseln können, um Beiträge zu senken — ohne Ihre Rückstellung zu verlieren.
Einzelne Beitragserhöhungen sind in der PKV normal und kein Warnsignal; sie fallen oft sprunghaft aus, weil Versicherer erst bei festgelegten Schwellen anpassen dürfen. Nach einer Erhöhung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht von zwei Monaten — sinnvoller ist aber meist ein interner Tarifwechsel. Hintergründe im Ratgeber PKV-Beitragserhöhung.
Punkt 15: Vertragsdetails, Optionsrechte und Auslandsschutz
Das Kleingedruckte entscheidet oft über Jahrzehnte. Prüfen Sie insbesondere:
- Optionsrechte: Können Sie Leistungen später ohne Gesundheitsprüfung aufstocken? INTER QualiMed Basis bietet eine Upgrade-Option ohne Gesundheitsprüfung, die Allianz die Wechseloption GSWO bis 50.
- Kinder: Neugeborene lassen sich nach § 198 VVG innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt ohne Gesundheitsprüfung nachversichern, wenn ein Elternteil zu diesem Zeitpunkt versichert ist — der Schutz darf aber nicht höher sein als der des Elternteils. Siehe Kindernachversicherung.
- Ausland: Wie lange gilt der Schutz bei vorübergehenden Aufenthalten außerhalb Europas? Mehr unter PKV im Ausland.
- Elternzeit und Arbeitslosigkeit: Einige Tarife bieten Beitragsfreiheit in der Elternzeit, zum Beispiel First Class Pro+ von ottonova. Hintergründe: PKV in der Elternzeit.
- Anwartschaft: Lässt sich der Vertrag bei einem Auslandsaufenthalt oder einer vorübergehenden Rückkehr in die GKV ruhen lassen? Siehe Anwartschaft.
Worauf Angestellte, Selbstständige und Beamte bei der PKV achten sollten
Worauf Sie bei der PKV besonders achten sollten, hängt stark von Ihrem Beruf ab: Angestellte profitieren vom Arbeitgeberzuschuss, Selbstständige tragen alles allein und brauchen ein starkes Krankentagegeld, Beamte versichern nur die Restkosten neben der Beihilfe.
| Berufsgruppe | Besonders wichtig | Häufiger Fehler |
|---|---|---|
| Angestellte | niedrige SB, Krankentagegeld ab Tag 43, Zuschuss bis 613,22 € ausschöpfen | hohe SB wählen, obwohl der Arbeitgeber die Hälfte der Ersparnis erhält |
| Selbstständige | Krankentagegeld, bezahlbare SB, Beitragsentlastung im Alter | nur auf den Einstiegsbeitrag achten |
| Beamte | Tarif passend zum Beihilfesatz, Beihilfeergänzung, Öffnungsaktion | Frist von sechs Monaten verpassen |
| Studenten | Bindung für das ganze Studium, Optionsrecht für später | Befreiung ohne Plan für die Zeit nach dem Studium |
| Familien | Kinderbeiträge, Nachversicherung, Elternzeit | Kosten für mehrere Kinder unterschätzen |
Beamte erhalten im Bund 50 Prozent Beihilfe, mit zwei oder mehr Kindern sowie im Ruhestand 70 Prozent, Kinder 80 Prozent. Achten Sie darauf, dass der Tarif den Wechsel des Beihilfesatzes ohne neue Gesundheitsprüfung mitmacht und Lücken der Beihilfe — etwa bei Zahnlabor, Brillen oder Heilpraktiker — über eine Beihilfeergänzung schließt. Mehr unter Beihilfe und PKV für Beamtenanwärter. Wer bisher Student ist, findet unter PKV für Studenten die Regeln zur Befreiung.
Angestellt, selbstständig oder verbeamtet? Wir wählen Tarife, die genau Ihre Schwerpunkte erfüllen.
PKV-Tarife, die zentrale Punkte der Checkliste erfüllen
Welche PKV-Tarife die Checkliste gut erfüllen, zeigt die folgende Auswahl aktueller Tarife mit ihren stärksten Merkmalen. Sie ersetzt keinen persönlichen Vergleich, denn der beste Tarif hängt von Alter, Gesundheit und Beruf ab — aber sie zeigt, wie ein starker Tarif aussieht.
| Anbieter | Tarif | Stärke im Sinne der Checkliste | Beispielbeitrag |
|---|---|---|---|
| Hallesche | NK.select L | freie Arztwahl, Zweibettzimmer, Zahnersatz 80 % ohne Summengrenze ab Jahr 5 | 526,57 € (35 J., SB 1.200 €) |
| Hallesche | NK.select XL | über GOÄ-Höchstsatz, Psychotherapie ohne Sitzungsbegrenzung | 636,00 € (35 J., SB 1.200 €) |
| Allianz | MeinGesundheitsschutz Best | über Höchstsatz, Hilfsmittel 100 %, Zahn 100 ohne Staffel | individuell |
| INTER | QualiMed Premium | über Höchstsätze, Psychotherapie ohne Sitzungsgrenze, Zahn 90 % | individuell |
| Signal Iduna | KOMFORT-SI | freie Arztwahl, Zweibettzimmer, Chefarzt, Gesundheitsbonus | individuell |
| Münchener Verein | BestensGesund Premium | über Höchstsätze, unbegrenzte Psychotherapie | individuell |
| SDK | AM13 + S1DD + Z8 | Einbettzimmer, Chefarzt und Privatklinik bei schwerer Erkrankung | individuell |
Hallesche
Tarifkonzept NK.select S/L/XL mit 100 € Monatsbonus, Wechseloption FLEX und starken Beihilfetarifen PRIMO B und C.Select.
Tarife ansehen →Große AktiengesellschaftAllianz
Tarifwelt MeinGesundheitsschutz Plus/Best seit 2024, Zahn 100 ohne Staffel, eigene Ärzte- und Beihilfetarife.
Tarife ansehen →Mittelgroßer Versicherer aus MannheimINTER
QualiMed Basis/Exklusiv/Premium mit vier SB-Stufen, eigene Ärzte- und Zahnärztetarife, Beihilfetarif BK U, Solvenzquote 339 %.
Tarife ansehen →Großer VersicherungsvereinSignal Iduna
Neue Kompakttarife START-SI, KOMFORT-SI und EXKLUSIV-SI seit Oktober 2025, breiter Beihilfe-Baukasten für Beamte und Anwärter.
Tarife ansehen →Versicherungsverein a. G., HandwerkMünchener Verein
Handwerker-Versicherer seit 1922: neuer Premiumtarif BestensGesund, Master Care für junge Selbstständige, Solvenzquote 1.130 %.
Tarife ansehen →Versicherungsverein aus FellbachSDK
Baukasten GesundheitsFAIR mit Testsieger-Kombination AM12/S1/Z8, Stationärtarif S1DD und Ärzterabatt für die ganze Familie.
Tarife ansehen →Einen schnellen Überblick über Beiträge nach Alter gibt unser PKV-Rechner. Weitere Einordnungen finden Sie unter PKV-Testsieger, Günstige PKV, PKV-Tarife und in der Übersicht der PKV-Anbieter.
Typische Fehler beim Abschluss der privaten Krankenversicherung
Die häufigsten Fehler beim Abschluss der privaten Krankenversicherung entstehen nicht bei der Tarifwahl, sondern bei Gesundheitsangaben und falschen Prioritäten. Diese sieben Fehler sehen wir in der Beratung am häufigsten:
Richtig machen
- Gesundheitsfragen mit Unterlagen der Krankenkasse abgleichen
- Bei Vorerkrankungen zuerst anonym vorfragen
- Tarif vom Ernstfall her bewerten: Hilfsmittel, Psychotherapie, Reha
- Selbstbeteiligung nach Rücklagen und Zuschuss wählen
- Versicherer mit vielen Wechseltarifen und stabiler Entwicklung wählen
- GKV erst nach Annahme des PKV-Vertrags kündigen
Häufige Fehler
- Nur den günstigsten Einstiegsbeitrag vergleichen
- Vorerkrankungen „vergessen“ oder verharmlosen
- Einbettzimmer wichtiger nehmen als den Hilfsmittelkatalog
- Hohe Selbstbeteiligung als Angestellter wählen
- Krankentagegeld weglassen oder zu niedrig ansetzen
- Familienplanung und Beiträge im Alter nicht einrechnen
- Mehrere Anträge parallel stellen und Ablehnungen sammeln
Wer bereits privat versichert ist und feststellt, dass der eigene Tarif Lücken hat oder zu teuer geworden ist, sollte nicht vorschnell kündigen. Meist ist ein Wechsel innerhalb des Versicherers der bessere Weg — siehe PKV-Beitrag senken und PKV-Anbieter wechseln. Einen Überblick über Stärken und Schwächen des Systems gibt der Ratgeber Vor- und Nachteile der PKV, für wen sich die PKV lohnt, steht unter PKV sinnvoll?.
PKV-Leistungswünsche als konkrete Prüffragen formulieren
Eine brauchbare PKV-Wunschliste benennt nicht nur Komfort, sondern konkrete Behandlungen und Abläufe. Fragen Sie beispielsweise nach Haushaltshilfe, Osteopathie oder Kieferorthopädie, wenn diese Bereiche für Sie wichtig sind. Jeder kann eigene Voraussetzungen und Grenzen haben.
Die Angabe ohne Selbstbeteiligung ersetzt diese Leistungsprüfung nicht. Auch dann können Erstattungsquoten und Höchstbeträge bestehen. Lassen Sie offene Punkte vor Abschluss beantworten und bewahren Sie die maßgeblichen Vertragsunterlagen auf.
Häufige Fragen: Worauf bei der PKV achten?
Worauf sollte man bei der PKV achten?
Die wichtigsten Punkte sind: vollständige und ehrliche Gesundheitsangaben, Erstattung bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung (besser darüber), ein offener Hilfsmittelkatalog, Psychotherapie ohne enge Sitzungsgrenze, Zahnersatz von mindestens 75 bis 80 Prozent, eine bezahlbare Selbstbeteiligung, ein passendes Krankentagegeld sowie ein finanzstarker Versicherer mit guten Tarifwechselmöglichkeiten. Unsere Checkliste führt alle 15 Punkte einzeln auf.
Was muss ich beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung beachten?
Beantworten Sie die Gesundheitsfragen vollständig und lassen Sie sich im Zweifel vorher eine anonyme Risikovoranfrage stellen. Prüfen Sie außerdem, ob Sie überhaupt wechseln dürfen: Angestellte brauchen 2026 ein Bruttojahresgehalt über 77.400 €. Kündigen Sie die gesetzliche Krankenkasse erst, wenn der PKV-Vertrag verbindlich angenommen ist.
Welche Leistungen sind in der PKV besonders wichtig?
Entscheidend sind die Leistungen für schwere und teure Fälle: Hilfsmittel wie Prothesen oder Rollstühle ohne abschließenden Katalog, Psychotherapie ohne Begrenzung auf wenige Sitzungen, Anschlussheilbehandlung und Reha, Zahnersatz und die Erstattung ärztlicher Honorare bis mindestens zum Höchstsatz der GOÄ. Einbettzimmer und Heilpraktiker sind angenehm, aber zweitrangig.
Wie hoch sollte die Selbstbeteiligung in der PKV sein?
So hoch, dass Sie den Betrag in einem schlechten Jahr ohne Probleme aus Rücklagen zahlen können. Angestellte wählen meist eine niedrige Selbstbeteiligung, weil der Arbeitgeber die Beitragsersparnis zur Hälfte mitnimmt, die Selbstbeteiligung aber allein beim Versicherten bleibt. Selbstständige fahren mit 1.000 bis 3.000 Euro Selbstbeteiligung oft günstiger. Gesetzlich erlaubt sind höchstens 5.000 € im Jahr.
Was passiert, wenn ich bei den Gesundheitsfragen etwas vergesse?
Wer eine Vorerkrankung verschweigt, riskiert, dass der Versicherer vom Vertrag zurücktritt, ihn anficht oder rückwirkend einen Zuschlag verlangt. Im schlimmsten Fall zahlt er für eine teure Behandlung nicht. Deshalb lohnt es sich, vor dem Antrag Arztrechnungen und die Patientenquittung der Krankenkasse anzufordern und alle Angaben sorgfältig zu prüfen.
Ist der günstigste PKV-Tarif auch der beste?
Selten. Sehr günstige Einstiegstarife sparen oft bei Hilfsmitteln, Psychotherapie oder der Erstattung über den Regelhöchstsatz. Wichtiger als der Einstiegsbeitrag ist, wie gut der Tarif im Ernstfall leistet und wie stabil sich der Beitrag über Jahrzehnte entwickelt. Die Beiträge der PKV stiegen laut PKV-Verband zwischen 2006 und 2026 im Schnitt um 3,4 Prozent pro Jahr.
Kann ich später in einen anderen PKV-Tarif wechseln?
Ja. Nach § 204 VVG dürfen Sie jederzeit in einen gleichartigen Tarif Ihres Versicherers wechseln und behalten dabei Ihre Alterungsrückstellung. Für Mehrleistungen darf eine Gesundheitsprüfung verlangt werden. Der Wechsel zu einem anderen Versicherer ist dagegen teuer, weil nur ein Teil der Rückstellung mitgeht. Deshalb ist die Wahl des Versicherers ein eigener Punkt der Checkliste.
Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen Ihr Angebot individuell — für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.
