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PKV-Beitragserhöhung 2027 auf einen Blick
Die PKV-Beitragserhöhung 2027 tritt bei den meisten Versicherern zum 1. Januar 2027 in Kraft, bei der DKV zum 1. April 2027. Bestandskunden erfahren ihren neuen Beitrag im November 2026. Wer betroffen ist, hat zwei Monate Zeit für eine Sonderkündigung — lohnender ist meist ein Tarifwechsel beim eigenen Versicherer.
- 2026 stiegen die Beiträge für rund 60 % der Privatversicherten, im Schnitt um 13 %.
- Pflegepflichtversicherung 2026: +16 % ohne Beihilfe, +6 % mit Beihilfe.
- Erste Werte 2027: AXA ActiveMe-U und ELBonus-U im Neugeschäft +18 bis 20 %, KGSU-U −26 %.
- Langfristig stiegen PKV-Beiträge seit 2006 um 3,4 % pro Jahr, die GKV um 3,9 %.
PKV-Beitragserhöhung 2027: Was bisher feststeht
Die PKV-Beitragserhöhung 2027 ist noch nicht für alle Tarife bekannt, der Fahrplan aber schon: Neukundenbeiträge ab Oktober 2026, Briefe an Bestandskunden im November, Wirksamkeit zum 1. Januar 2027. Mehrere Versicherer haben bereits angekündigt, dass sie ihre offenen und geschlossenen Tarifwerke erneut anpassen — darunter Generali, Nürnberger, Union Krankenversicherung, Continentale, LKH und uniVersa.
Wichtig für die Einordnung: Eine Beitragsanpassung betrifft nie „die PKV“ als Ganzes, sondern immer einzelne Tarife, oft sogar nur einzelne Altersgruppen oder Geschlechter innerhalb eines Tarifs. Im selben Unternehmen kann ein Tarif um 20 Prozent steigen, während der Nachbartarif stabil bleibt oder günstiger wird. Deshalb sagen Durchschnittswerte wenig über Ihren eigenen Vertrag aus — entscheidend ist, was in Ihrem Schreiben steht.
Einige Anbieter haben sich für 2027 bereits festgelegt. Die Bayerische Beamtenkrankenkasse garantiert stabile Beiträge bis 31.12.2027 für BeihilfeCOMFORT, BeihilfeCOMFORT SB, BeihilfeKlinikPlus und BeihilfeZahnPlus sowie für alle Kinderbeiträge in GesundheitVARIO. Die INTER hat für ihre neue Selbstbeteiligungsstufe 2.400 € in QualiMed Beitragsstabilität bis mindestens Ende 2027 zugesagt. Bei der AXA stehen die Neugeschäftswerte schon fest — mit deutlichen Unterschieden je Tarif.
Rückblick: So hoch war die PKV-Beitragserhöhung 2026
Die PKV-Beitragserhöhung 2026 war eine der kräftigsten der vergangenen Jahre: Rund 60 Prozent der Vollversicherten erhielten zum 1. Januar 2026 einen höheren Beitrag, im Durchschnitt um etwa 13 Prozent. Schon 2025 hatten viele Tarife zweistellig zugelegt. Dazu kam die Pflegepflichtversicherung, die für Versicherte ohne Beihilfe im Schnitt um 16 Prozent teurer wurde.
| Bereich | Anpassung zum 01.01.2026 | Betroffen |
|---|---|---|
| Krankenvollversicherung | Ø ca. 13 % | ca. 60 % der Vollversicherten |
| Pflegepflicht ohne Beihilfe (PVN) | Ø +16 % | Angestellte, Selbstständige |
| Pflegepflicht mit Beihilfe (PVB) | Ø +6 % | Beamte, Pensionäre |
| Standardtarif (zum 01.07.2026) | Anpassung, Ø Beitrag danach ca. 480 € | ca. 30 % der Standardtarif-Versicherten |
Die Pflegepflichtversicherung hat seit 2026 einen neuen Höchstbeitrag von 209,26 € im Monat ohne Beihilfe und 83,70 € mit Beihilfe. Wer mindestens fünf Jahre privat pflegeversichert ist, zahlt nie mehr als den Höchstbeitrag der sozialen Pflegeversicherung. Mehr dazu im Ratgeber Pflegepflichtversicherung.
Warum die PKV-Beiträge steigen: die Ursachen der Beitragserhöhung
Hauptursache der PKV-Beitragserhöhung sind stark gestiegene Leistungsausgaben. 2024 wurden Krankenhausbehandlungen um mehr als 10 Prozent teurer, die Pflegekosten im Krankenhaus sogar um 17,57 Prozent. Diese Zahlen fließen mit Verzögerung in die Kalkulation — deshalb spüren Versicherte die Kostenwelle von 2024 in den Beiträgen für 2026 und 2027.
Kostenanstieg 2024 nach Leistungsbereich (PKV-Verband; Arzneimittel „knapp 10 %“, ambulant „über 8 %“)
Medizinischer Fortschritt und höhere Preise
Neue Therapien, teure Arzneimittel und höhere Löhne im Gesundheitswesen treiben die Kosten unabhängig vom Alter der Versicherten. Anders als die Alterung ist diese Kostensteigerung nicht in der ursprünglichen Kalkulation enthalten — der Gesetzgeber schreibt vor, dass Tarife mit den bei Vertragsschluss bekannten Werten gerechnet werden. Jede spätere Verteuerung muss deshalb über eine Anpassung nachgeholt werden.
Niedrigere Zinsen und höhere Lebenserwartung
Der Rechnungszins bestimmt, wie viel Ertrag die Alterungsrückstellungen erwirtschaften sollen. Sinkt er, müssen die Versicherten den fehlenden Zinsertrag über höhere Beiträge ausgleichen. Dasselbe gilt für eine steigende Lebenserwartung: Die Rückstellung muss länger reichen. Beide Faktoren dürfen aber nur mitgeändert werden, wenn ein auslösender Faktor — Leistungsausgaben oder Sterbewahrscheinlichkeit — die gesetzliche Schwelle überschreitet.
Warum die Erhöhung oft in großen Sprüngen kommt
Ein Versicherer darf nicht einfach jedes Jahr zwei oder drei Prozent draufschlagen. Er muss für jeden Tarif jährlich die erwarteten mit den kalkulierten Leistungen vergleichen. Erst wenn die Abweichung mehr als 10 Prozent beträgt — viele Bedingungen setzen die Schwelle bei 5 Prozent an —, wird der Beitrag neu berechnet, und zwar mit allen seit der letzten Anpassung aufgelaufenen Veränderungen auf einmal. Bleibt ein Tarif einige Jahre unter der Schwelle, folgt später ein großer Schritt. Genau diese Stufen führen dazu, dass Versicherte auf einmal 15 oder 25 Prozent mehr zahlen, obwohl die Kosten über die Jahre gleichmäßig gestiegen sind.
Warum die Beiträge gerade für ältere Versicherte trotz Alterungsrückstellungen steigen, erklären wir ausführlich im Ratgeber Alterungsrückstellungen und unter PKV im Alter.
Wir prüfen kostenlos, ob ein gleichwertiger Tarif Ihres Versicherers oder ein Wechsel die Beitragserhöhung auffängt.
Ablauf der PKV-Beitragserhöhung: Von der Prüfung bis zum neuen Beitrag
Jede Beitragserhöhung der privaten Krankenversicherung folgt einem gesetzlich festgelegten Verfahren nach § 203 VVG und § 155 VAG. Ein unabhängiger Treuhänder muss jeder Anpassung zustimmen, und der Versicherer muss Ihnen die Gründe schriftlich mitteilen. Der zeitliche Ablauf ist bei den meisten Gesellschaften nahezu gleich:
- FrühjahrDer Versicherer vergleicht für jeden Tarif die tatsächlichen mit den kalkulierten Leistungsausgaben und Sterbewahrscheinlichkeiten.
- SommerÜberschreitet die Abweichung die Schwelle, rechnet der Aktuar den Beitrag neu. Der unabhängige Treuhänder prüft die Rechnung und stimmt zu.
- OktoberDie neuen Beiträge gelten für Neukunden. Ab jetzt sind die Werte im Neugeschäft sichtbar.
- NovemberBestandskunden erhalten das Anpassungsschreiben mit altem und neuem Beitrag, den Gründen und dem Hinweis auf das Tarifwechselrecht.
- 1. JanuarDer neue Beitrag gilt. Eine Erhöhung wird frühestens zu Beginn des zweiten Monats wirksam, der auf die Mitteilung folgt.
- Bis 2 Monate nach ZugangSonderkündigung des betroffenen Tarifs möglich, wirksam zum Erhöhungszeitpunkt.
Abweichende Termine sind nicht ungewöhnlich. Die DKV passt ihre Vollversicherung zum 1. April an, die AXA hat 2026 zusätzlich zum 1. Juli einzelne Tarife erhöht, die Hallesche zum 1. Mai. Die Union Krankenversicherung passte ihre Bisex-Alttarife zum 1. Mai bzw. 1. Juli 2026 an. Wer nur auf den Jahreswechsel achtet, übersieht solche Zwischenrunden.
Was im Anpassungsschreiben stehen muss
Das Schreiben ist mehr als eine Zahlungsaufforderung. Es nennt die betroffenen Tarife, den bisherigen und neuen Beitrag, die maßgebliche Rechnungsgrundlage (in der Regel die Leistungsausgaben) und oft auch, wie viele Mittel aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zur Begrenzung eingesetzt wurden. Außerdem muss der Versicherer Sie auf Ihr Recht zum Tarifwechsel hinweisen und — ab 60 Jahren — konkrete Alternativtarife nennen. Lesen Sie beide Teile genau: Oft steht die günstigere Alternative bereits im Brief.
Viele Versicherer dämpfen Erhöhungen mit Mitteln aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Zum 1. Januar 2026 setzte die Hallesche rund 150 Mio. € ein, uniVersa über 91 Mio. €, die LVM 27,4 Mio. €. Diese Mittel senken den Anstieg, sind aber endlich — eine Limitierung heute kann die nächste Anpassung höher ausfallen lassen.
PKV-Beitragserhöhung 2026 nach Anbieter: Übersicht der Versicherer
Die PKV-Beitragserhöhung 2026 fiel je Versicherer und Tarif sehr unterschiedlich aus — von null Prozent bis über 40 Prozent. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Anpassungen der Vollversicherung zum 1. Januar 2026 (DKV: 1. April 2026). Über den Link gelangen Sie jeweils direkt zum Abschnitt Beitragsentwicklung im Anbieterprofil.
| Versicherer | Anpassung 2026 (Auswahl) | Profil |
|---|---|---|
| Allianz | MeinGesundheitsschutz Erwachsene: GSP70 +2–4 %, GSB70 +5–7 %, Zahnbausteine +10–13 %; Kinder und Jugendliche +14–21 % | Allianz |
| ARAG | MedExtra +2–4 %, MedBest +2–5 % (Erwachsene), Kinder stabil; 200er-Reihe +12–15 % | ARAG |
| AXA | ActiveMe-U Erwachsene +12 %, ELBonus-U +10 %, Zahnbausteine Erwachsene unverändert; Pflegepflicht Ø +17 % | AXA |
| Barmenia | einsA expert +9–12 %, einsA prima +11–17 %, VHV/VZK +10–14 %, Beihilfe rund +8–12 % | Barmenia |
| Bayerische Beamtenkrankenkasse | GesundheitVARIO 400 +31–42 %, VARIO 800 +27–40 %, CompactPRIVAT/S ohne Erhöhung; Beamtentarife rund +25 % | BBKK |
| Concordia | AV 1 +8–17 %, AV 2 +21–23 %, AV 3 +28–30 %; BV rund +18 % | Concordia |
| Continentale | Neugeschäft Erwachsene: ECONOMY-U 10 %, COMFORT-U 16–17 %, PREMIUM 14–16 % | Continentale |
| DBV | Vision B-U Ø 15–16 % (rund 40 €), B-U mit BS-U rund 6 %; Anwärter 9–11 % | DBV |
| Debeka | Erhöhung für einige bestandsstarke Vollversicherungstarife und die Pflegepflicht; Selbstbehalte unverändert | Debeka |
| DKV (01.04.2026) | BMK/0, BME/2 stabil, BMZ2 gesenkt; BMK/2 und BMK/3 rund 12–14 %; Bisex-Alttarife 15–30 % | DKV |
| Generali | GesundPro1 +5–8 %, GesundPro2 +3–7 %, GesundSmart 0 %; geschlossene Bisex-Tarife bis 23 % | Generali |
| Gothaer | Vollversicherung Ø 13,28 % (0–25 %), Beamtentarife 10,39 %, Krankentagegeld 6,68 % | Gothaer |
| Hallesche | Ø rund 11 %; KS und PRIMO Erwachsene 0 %, NK.select L und XL rund 9 % | Hallesche |
| HanseMerkur | Neugeschäft Ø +8,94 %: Advanced Fit 0 %, Best Fit +3,1 %, Smart Fit rund +12,9 %, Kids Fit +18,6 % | HanseMerkur |
| INTER | QualiMed-U Erwachsene 5–17 %, Kinder und Jugendliche 10–28 % | INTER |
| LKH | Erwachsene −5 bis +20 %, A100 +6–13 %; GUP und GUK unverändert | LKH |
| LVM | Bestand Ø +16,5 % (Beihilfe +18,3 %), Neugeschäft +10,7 % | LVM |
| Mecklenburgische | proME 1-A 9–10 %, proMEaktiv 450 12–14 %, proMEaktivplus 450 7–8 % | Mecklenburgische |
| Münchener Verein | Vollversicherung Unisex Ø +14,56 %, Krankentagegeld −8,37 %, Beihilfe Ø +2,6 % | Münchener Verein |
| Nürnberger | HAT6 +10–11 %, TOP3/TOP3+ +18–20 %, MAX6+ +3–5 %; Kinder 19–28 % | Nürnberger |
| R+V | AGIL premium TN1U +30–33 %, AGIL classic pro CP1U +26–27 %, AGIL comfort MP2U stabil | R+V |
| SDK | Vollversicherung Ø rund +6,9 %, Beihilfetarife rund +7,9 % | SDK |
| Signal Iduna | Neugeschäft START-SI und KOMFORT-SI gestiegen, übrige Voll- und Beihilfetarife weitgehend stabil | Signal Iduna |
| Union Krankenversicherung | GesundheitVARIO 400 +31–33 %, CP-Start 250 A +34–37 %; AmbulantPlus/KlinikPlus teils stabil | UKV |
| uniVersa | Anpassung in zahlreichen Tarifen, über 91 Mio. € Überschussmittel eingesetzt; uni-med|A-Komfort stabil | uniVersa |
Auffällig ist das Muster: Viele moderne Unisex-Tarife und Beihilfetarife blieben 2026 moderat, während geschlossene Bisex-Tarife und einzelne Kompakttarife zweistellig zulegten. Kinder und Jugendliche traf es bei mehreren Gesellschaften stärker als Erwachsene — bei Allianz, INTER und Nürnberger um bis zu 21 bzw. 28 Prozent. Familien sollten deshalb auch die Kindertarife vergleichen, mehr dazu unter PKV für Kinder.
PKV-Beitragserhöhung 2027: Ankündigungen der Versicherer
Für die PKV-Beitragserhöhung 2027 liegen bisher nur bei einigen Versicherern konkrete Werte vor, die meisten Gesellschaften haben aber eine Anpassung angekündigt. Die folgende Übersicht fasst den Stand Ende September 2026 zusammen; die verbindlichen Werte für Ihren Vertrag stehen im Brief, der im November kommt.
| Versicherer | Stand für 2027 |
|---|---|
| AXA | Neugeschäft: ActiveMe-U und ELBonus-U Erwachsene rund +18–20 %, GesundExtra +8–10 %, KGSU-U rund −26 % |
| DBV | für Vision B 30 und Vision B 50T zeichnet sich eine Anpassung von etwa 14 % ab |
| Bayerische Beamtenkrankenkasse | Beitragsgarantie bis 31.12.2027 für BeihilfeCOMFORT, BeihilfeCOMFORT SB, BeihilfeKlinikPlus, BeihilfeZahnPlus, alle Kinderbeiträge in GesundheitVARIO, VARIO AmbulantPlus, VARIO ZahnPlus und S 2 |
| INTER | neue SB-Stufe 2.400 € in QualiMed mit Beitragsstabilität bis mindestens 31.12.2027 |
| DKV | nächster regulärer Termin 01.04.2027, Werte ab Oktober 2026 erwartet |
| Debeka | neue Bedingungen für N-SB, NW-SB, Nmed, HS-Comfort und PNS; Kinder-Selbstbehalte steigen leicht |
| Generali | Anpassung für offene und geschlossene Tarifwerke angekündigt |
| Nürnberger | Anpassung u. a. für HAT6, TOP6, TOP6+, MAX6+, S1, S2, ZZ20 und Bisex-Tarife angekündigt |
| Union Krankenversicherung | weitere Anpassung für offene und geschlossene Tarife angekündigt |
| Continentale | weitere Anpassung in Vollversicherung und Ärztetarifen |
| LKH | Anpassung in der Vollversicherung angekündigt |
| uniVersa | Anpassung in einzelnen Tarifen, andere Stufen garantiert stabil |
| Allianz, Gothaer, Hallesche, HanseMerkur, Münchener Verein, ottonova | Neugeschäftswerte ab Oktober 2026, Mitteilung an Bestandskunden im November |
Die Beispiele zeigen, wie weit die Entwicklung auseinandergeht: Während die AXA einzelne Kompakttarife im Neugeschäft um bis zu 20 Prozent verteuert und zugleich einen anderen Tarif um ein Viertel senkt, sichern andere Versicherer ganze Tarifgruppen mit Beitragsgarantien ab. Wer 2027 neu in die PKV einsteigt, sollte deshalb nicht nur den heutigen Beitrag, sondern auch die Anpassungshistorie eines Tarifs vergleichen — unsere Übersicht PKV-Tarife und die Anbieterprofile helfen dabei.
Wir vergleichen Tarife nicht nur nach dem Einstiegsbeitrag, sondern auch nach ihrer Beitragsentwicklung der letzten Jahre.
Rechenbeispiel: Was eine PKV-Beitragserhöhung von 13 % kostet
Eine durchschnittliche PKV-Beitragserhöhung wie 2026 verteuert einen typischen Vertrag um rund 70 Euro im Monat. Der PKV-Verband beziffert den durchschnittlichen Monatsbeitrag Erwachsener ohne Beihilfe auf 559 €. Legt man die mittlere Anpassung von 13 Prozent zugrunde, ergibt sich folgendes Beispiel:
| Beispiel | vorher | nachher | Differenz |
|---|---|---|---|
| Monatsbeitrag gesamt | 559,00 € | 631,67 € | +72,67 € |
| Angestellter: Arbeitgeberanteil | 279,50 € | 315,84 € | +36,33 € |
| Angestellter: Eigenanteil | 279,50 € | 315,84 € | +36,33 € |
| Selbstständiger: Mehrkosten im Jahr | — | — | +872,04 € |
Für Angestellte halbiert sich die Belastung, solange der Gesamtbeitrag unter 1.226,44 € liegt — bis dahin trägt der Arbeitgeber die Hälfte jeder Erhöhung mit. Liegt der Beitrag darüber, ist der Höchstzuschuss von 613,22 € ausgeschöpft und jede weitere Erhöhung geht voll zu Ihren Lasten. 2027 steigt der Höchstzuschuss mit der Beitragsbemessungsgrenze, die voraussichtlich auf 76.500 € im Jahr klettert; die genaue Höhe hängt vom Zusatzbeitrag 2027 ab. Details im Ratgeber Arbeitgeberzuschuss.
Selbstständige tragen die Erhöhung allein, können die Beiträge für die Basisabsicherung aber vollständig als Sonderausgaben absetzen. Bei einem persönlichen Steuersatz von 35 Prozent kostet die Erhöhung aus dem Beispiel netto rund 566,83 € statt 872,04 € im Jahr. Mehr unter PKV steuerlich absetzen.
Beitragserhöhung in der PKV: Diese Möglichkeiten haben Sie
Nach einer PKV-Beitragserhöhung haben Sie mehrere Wege, die Mehrkosten ganz oder teilweise abzufangen — ohne den Versicherer zu verlassen. Die Reihenfolge unten entspricht unserer Empfehlung aus der täglichen Beratung: zuerst die Optionen, die Leistung und Alterungsrückstellung erhalten.
| Option | Wirkung | Haken |
|---|---|---|
| Tarifwechsel nach § 204 VVG | oft 15–34 % Ersparnis, Rückstellung bleibt vollständig | Gesundheitsprüfung nur für Mehrleistungen; kein Weg zurück von Unisex in Bisex |
| Selbstbeteiligung erhöhen | sofort niedrigerer Beitrag, keine Gesundheitsprüfung | höheres Kostenrisiko; bei Angestellten zahlt der Arbeitgeber die SB nicht mit |
| Leistungen reduzieren | z. B. Einbettzimmer oder Krankentagegeld anpassen | Rückkehr zu höheren Leistungen später nur mit Gesundheitsprüfung |
| Beitragsentlastungstarif | senkt den Beitrag ab 60 oder 67 dauerhaft | kostet heute zusätzlich, wirkt erst im Alter |
| Standardtarif / Basistarif | Beitrag gedeckelt (Standardtarif höchstens 848,62 €) | Leistungen auf GKV-Niveau, nur unter Voraussetzungen |
| Anbieterwechsel | neuer Tarif bei anderem Versicherer | neue Gesundheitsprüfung, Rückstellung nur im Umfang des Basistarifs übertragbar |
Tarifwechsel: die wirksamste Antwort auf die Erhöhung
Jeder Versicherer hat neben Ihrem Tarif weitere, gleichartige Tarife — oft neuere Generationen mit jüngerem Versichertenkollektiv oder ältere, die günstiger kalkuliert sind. Nach § 204 VVG dürfen Sie jederzeit in einen solchen Tarif wechseln, die Alterungsrückstellung wird voll angerechnet. Ein Beispiel aus der Praxis: Eine 58-jährige Versicherte senkte ihren Beitrag durch den internen Wechsel von 867 € auf 641 € im Monat. Wie Sie den passenden Zieltarif finden, zeigt die Seite Tarifwechsel nach § 204 VVG; weitere Sparwege sammelt der Ratgeber PKV-Beitrag senken.
Selbstbeteiligung und Leistungen gezielt anpassen
Eine höhere Selbstbeteiligung senkt den Beitrag sofort und ohne Gesundheitsprüfung. Rechnen Sie aber nach: Für Angestellte lohnt sie sich weniger, weil der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags, aber nichts von der Selbstbeteiligung übernimmt. Bei Selbstständigen kann die Ersparnis dagegen schnell höher sein als das zusätzliche Kostenrisiko. Vorsicht bei Leistungskürzungen: Wer heute auf das Einbettzimmer oder hohe Zahnleistungen verzichtet, kommt später nur über eine neue Gesundheitsprüfung zurück.
Beitragsrückerstattung beachten: Ein Tarifwechsel oder eine neue Selbstbeteiligung kann Ansprüche auf Beitragsrückerstattung berühren. Viele Versicherer rechnen leistungsfreie Jahre an, einige setzen die Staffel neu. Lassen Sie sich das vor dem Wechsel schriftlich bestätigen.
Senden Sie uns Ihr Anpassungsschreiben — wir zeigen Ihnen die gleichwertigen Tarife Ihres Versicherers und die Ersparnis.
Sonderkündigungsrecht bei einer PKV-Beitragserhöhung
Bei jeder PKV-Beitragserhöhung dürfen Sie den betroffenen Tarif nach § 205 Abs. 4 VVG innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Mitteilung kündigen, wirksam zum Zeitpunkt der Erhöhung. Das Sonderkündigungsrecht gilt unabhängig von der regulären Mindestlaufzeit und auch dann, wenn nur ein einzelner Baustein teurer wird.
In der Vollversicherung ist die Kündigung allerdings selten die beste Lösung. Erstens wird sie nur wirksam, wenn Sie innerhalb von zwei Monaten eine Anschlussversicherung nachweisen. Zweitens verlangt der neue Versicherer eine vollständige Gesundheitsprüfung — mit Vorerkrankungen drohen Zuschläge oder Ablehnung. Drittens nehmen Sie bei Verträgen ab 2009 nur den Teil der Alterungsrückstellung mit, der dem Basistarif entspricht; bei älteren Verträgen gar nichts. Der Rest bleibt beim alten Versicherer.
Wann die Sonderkündigung passt
- Sofortiger Ausstieg zum Erhöhungszeitpunkt
- Sinnvoll bei Zusatzversicherungen ohne Alterungsrückstellung
- Chance auf einen jüngeren, besser kalkulierten Tarif bei gesunden, jüngeren Versicherten
Was dagegen spricht
- Neue Gesundheitsprüfung und aktuelles Eintrittsalter
- Alterungsrückstellung nur teilweise oder gar nicht übertragbar
- Kündigung wirkt erst mit Nachweis der Anschlussversicherung
Alle Details zu Fristen, Form und Nachweis finden Sie im Ratgeber Sonderkündigungsrecht. Wer über eine Rückkehr in die gesetzliche Kasse nachdenkt, liest vorher Zurück in die GKV — ab 55 Jahren ist der Weg meist versperrt, siehe GKV-Rückkehr über 55.
Künftige PKV-Beitragserhöhungen abfedern: so sorgen Sie vor
Beitragserhöhungen lassen sich in der PKV nicht verhindern, aber ihre Wirkung lässt sich begrenzen. Entscheidend ist die Tarifwahl beim Einstieg und eine regelmäßige Überprüfung danach. Diese Punkte haben sich bewährt:
- Tarif mit großem, offenem Kollektiv wählen: Geschlossene Tarife ohne Neuzugang altern und wurden 2026 besonders stark angepasst — bei DKV und Generali um bis zu 30 bzw. 23 Prozent.
- Anpassungshistorie vergleichen: Die Debeka lag 2014 bis 2023 bei durchschnittlich 2,6 Prozent pro Jahr, der Markt bei 3,6 Prozent. Solche Werte sagen mehr als der Einstiegsbeitrag.
- Beitragsentlastung früh einbauen: Ein Entlastungsbaustein senkt den Beitrag im Ruhestand, und Angestellte bekommen bis zum Höchstbetrag einen Arbeitgeberzuschuss dafür.
- Gesetzlichen Zuschlag nutzen: Der 10-Prozent-Zuschlag vom 21. bis zum 60. Lebensjahr fließt in die Alterungsrückstellung. Ab 65 finanzieren diese Mittel Beitragserhöhungen, ab 80 senken sie den Beitrag.
- Alle drei bis fünf Jahre prüfen: Auch ohne Erhöhung kann ein neuer Tarif Ihres Versicherers günstiger sein.
Wie sich die Beiträge über das Berufsleben hinaus entwickeln und was der Durchschnittsversicherte heute zahlt, zeigen die Ratgeber PKV-Durchschnittsbeitrag und PKV-Kosten. Beamte profitieren übrigens doppelt: Sie versichern nur den Teil, den die Beihilfe nicht zahlt, und im Ruhestand steigt der Beihilfesatz meist auf 70 Prozent — mehr unter PKV für Beamte.
Wir prüfen Ihren bestehenden Vertrag auf günstigere Tarife desselben Versicherers — kostenlos und unverbindlich.
Häufige Fragen zur PKV-Beitragserhöhung 2027
Wann kommt die PKV-Beitragserhöhung 2027?
Die meisten privaten Krankenversicherer passen ihre Beiträge zum 1. Januar 2027 an. Die neuen Beiträge für Neukunden stehen ab Oktober 2026 fest, Bestandskunden erhalten ihr Anpassungsschreiben in der Regel im November. Die DKV und die zu ihr gehörenden Bestände passen die Vollversicherung traditionell zum 1. April an, der nächste Termin ist der 1. April 2027.
Wie stark steigen die PKV-Beiträge 2027?
Eine einheitliche Zahl gibt es nicht, weil jeder Tarif getrennt kalkuliert wird. Erste Werte liegen vor: Die AXA erhöht im Neugeschäft ActiveMe-U und ELBonus-U für Erwachsene um rund 18 bis 20 Prozent, GesundExtra um 8 bis 10 Prozent, während KGSU-U um rund 26 Prozent günstiger wird. Die Bayerische Beamtenkrankenkasse garantiert dagegen stabile Beiträge in ihren Beihilfetarifen bis Ende 2027.
Wie hoch war die PKV-Beitragserhöhung 2026?
Zum 1. Januar 2026 waren nach Angaben des PKV-Verbands rund 60 Prozent der Privatversicherten von einer Beitragsanpassung betroffen, im Durchschnitt um etwa 13 Prozent. In der Pflegepflichtversicherung stiegen die Beiträge ohne Beihilfe im Schnitt um 16 Prozent, mit Beihilfe um 6 Prozent. Die Spanne je Tarif reichte von 0 bis über 40 Prozent.
Warum wird meine private Krankenversicherung jedes Jahr teurer?
Die PKV darf ihre Beiträge nur erhöhen, wenn die tatsächlichen Leistungsausgaben eines Tarifs deutlich von der Kalkulation abweichen. Genau das ist zuletzt passiert: 2024 stiegen die Ausgaben im Krankenhaus um über 10 Prozent, die Pflegekosten im Krankenhaus um 17,57 Prozent, Arzneimittel um knapp 10 Prozent. Weil Anpassungen erst ab einer Schwelle erlaubt sind, kommen sie oft in großen Sprüngen statt jedes Jahr ein wenig.
Habe ich bei einer Beitragserhöhung der PKV ein Sonderkündigungsrecht?
Ja. Nach § 205 Abs. 4 VVG können Sie den betroffenen Tarif innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Mitteilung kündigen, wirksam zum Zeitpunkt der Erhöhung. Weil in Deutschland Versicherungspflicht besteht, wird die Kündigung aber erst wirksam, wenn Sie eine Anschlussversicherung nachweisen. Bei einem Anbieterwechsel verlieren Sie zudem einen Teil Ihrer Alterungsrückstellung.
Was ist besser als die Kündigung nach einer Beitragserhöhung?
In den meisten Fällen der Tarifwechsel nach § 204 VVG beim eigenen Versicherer. Sie wechseln in einen gleichartigen Tarif, behalten Ihre vollständige Alterungsrückstellung und müssen sich nur für echte Mehrleistungen einer Gesundheitsprüfung stellen. Je nach Tarif und Alter sind Ersparnisse von 15 bis 34 Prozent möglich, ohne den Versicherer zu verlassen.
Übernimmt der Arbeitgeber auch die Beitragserhöhung?
Bei Angestellten ja, solange der Höchstzuschuss nicht erreicht ist. Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des Beitrags für Kranken- und Pflegeversicherung, 2026 höchstens 613,22 € im Monat. Liegt Ihr Beitrag nach der Erhöhung noch unter dem doppelten Höchstzuschuss, trägt der Arbeitgeber die Hälfte der Erhöhung mit. Selbstständige zahlen die Erhöhung allein, können sie aber als Vorsorgeaufwand steuerlich geltend machen.
Kann eine PKV-Beitragserhöhung unwirksam sein?
Ja, in Einzelfällen. Die Mitteilung muss die maßgeblichen Gründe nennen, also vor allem, welche Rechnungsgrundlage sich verändert hat. Fehlt diese Begründung, wird die Erhöhung erst wirksam, wenn der Versicherer sie nachholt. Diese formalen Fehler sind seit den Urteilen des Bundesgerichtshofs deutlich seltener geworden. Sinnvoller als ein Rechtsstreit ist meist die Prüfung, ob ein anderer Tarif desselben Versicherers günstiger ist.
Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen Ihr Angebot individuell — für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.
