Inhalt dieser Seite
- Die 9 Wege im Überblick
- Warum Beiträge steigen
- 1. Tarifwechsel § 204 VVG
- 2. Selbstbeteiligung
- 3. Bausteine anpassen
- 4. Krankentagegeld
- 5. Beitragsentlastung
- 6. Beitragsrückerstattung
- 7. Zuschüsse & Steuer
- 8. Standard- & Basistarif
- 9. Anbieterwechsel
- Beitrag im Alter senken
- Typische Fehler
- Die richtige Reihenfolge
- Häufige Fragen
PKV-Beitrag senken: die Kurzantwort
Den PKV-Beitrag senken Sie am wirksamsten mit einem Tarifwechsel beim eigenen Versicherer nach § 204 VVG — die Alterungsrückstellung bleibt dabei vollständig erhalten. Danach folgen eine höhere Selbstbeteiligung, schlankere Bausteine und ein passendes Krankentagegeld. Ein Anbieterwechsel lohnt sich meist nur für junge, gesunde Versicherte.
- Tarifwechsel: gleichartiger Tarif, keine neue Gesundheitsprüfung für gleiche Leistungen.
- Selbstbeteiligung: Beispiel 35 Jahre, 1.000 € SB statt 0 € spart 1.171,20 € im Jahr.
- Angestellte: Arbeitgeber zahlt bis 613,22 € im Monat — der Zuschuss senkt Ihren Eigenanteil.
- Im Alter: Standardtarif für Altverträge höchstens 848,62 €, Rentner-Zuschuss 8,75 % der Rente.
PKV-Beitrag senken: Die 9 Wege im Überblick
Es gibt neun legale Wege, den Beitrag der privaten Krankenversicherung zu senken — sie unterscheiden sich darin, wie viel sie sparen und ob Sie dafür Leistung aufgeben. Die Tabelle zeigt, welcher Weg zu welcher Lebenslage passt; die Abschnitte darunter erklären jeden einzelnen mit Zahlen.
| Weg | Leistung bleibt? | Rückstellung bleibt? | Besonders für |
|---|---|---|---|
| 1. Tarifwechsel nach § 204 VVG | ja oder fast gleich | ja, vollständig | alle, vor allem ab 40 und in Alttarifen |
| 2. Selbstbeteiligung erhöhen | ja, mit Eigenanteil | ja | Selbstständige, gesunde Versicherte |
| 3. Bausteine anpassen | teilweise nein | ja | wer Komfortleistungen selten nutzt |
| 4. Krankentagegeld anpassen | ja | ja | Selbstständige, Rentner, nach Jobwechsel |
| 5. Beitragsentlastungstarif | ja | ja (zusätzlich) | Berufstätige bis Mitte 50 |
| 6. Beitragsrückerstattung | ja | ja | wer wenige Rechnungen hat |
| 7. Zuschüsse und Steuer | ja | ja | Angestellte, Rentner, alle Steuerpflichtigen |
| 8. Standard- oder Basistarif | nein, GKV-Niveau | ja | ältere Versicherte, finanzielle Notlage |
| 9. Anbieterwechsel | je nach Tarif | nur teilweise | junge, gesunde Versicherte |
Wichtig ist die Reihenfolge: Wege, die Ihre Leistung und Ihre Rückstellung unangetastet lassen, prüfen Sie zuerst. Leistungskürzungen und Sozialtarife sind die letzten Schritte. Eine Kündigung allein senkt keinen Beitrag — sie beendet nur den Vertrag, den Sie über Jahre angespart haben.
Warum der PKV-Beitrag steigt — und wo Sie ansetzen können
Der PKV-Beitrag steigt, weil die Ausgaben für Krankenhaus, Arzneimittel und ärztliche Behandlung steigen; die Versicherer müssen ihre Kalkulation dann nach gesetzlichen Regeln anpassen. 2026 betraf das rund 60 Prozent der Vollversicherten mit durchschnittlich 13 Prozent. Über 20 Jahre betrachtet stiegen die PKV-Beiträge laut PKV-Verband um 3,4 Prozent im Jahr, die GKV-Beiträge um 3,9 Prozent.
Treiber waren zuletzt vor allem die Krankenhauskosten mit einem Plus von über 10 Prozent, die Pflegekosten im Krankenhaus mit 17,57 Prozent, Arzneimittel mit knapp 10 Prozent und die ambulante Behandlung mit über 8 Prozent. Die private Pflegepflichtversicherung stieg 2026 ohne Beihilfe um durchschnittlich 16 Prozent. Auf diese Kosten haben Sie keinen Einfluss — wohl aber darauf, in welchem Tarif, mit welcher Selbstbeteiligung und mit welchen Bausteinen Sie versichert sind.
Das ist der Kern jeder Beitragssenkung: Ältere Tarife, die kaum noch Neukunden aufnehmen, altern mit ihren Versicherten. Weil keine jungen Versicherten nachkommen, steigen dort die Beiträge oft schneller als in offenen Tarifen. Genau hier setzt der Tarifwechsel an. Warum Beiträge regelmäßig angepasst werden und wie Sie eine Erhöhung einordnen, lesen Sie im Ratgeber PKV-Beitragserhöhung.
Weg 1: PKV-Beitrag senken durch Tarifwechsel nach § 204 VVG
Der Tarifwechsel nach § 204 VVG ist der wichtigste Weg, den PKV-Beitrag zu senken: Sie wechseln bei Ihrem Versicherer in einen gleichartigen, günstigeren Tarif und behalten Ihre Alterungsrückstellung vollständig. Das Recht dazu haben Sie jederzeit, ohne Kündigung und ohne Zustimmung des Versicherers.
„Gleichartig" bedeutet: Der Zieltarif deckt dieselbe Art von Kosten ab, also Vollversicherung gegen Vollversicherung. Leistet der neue Tarif in einzelnen Punkten weniger, gibt es keine Gesundheitsprüfung. Nur für Mehrleistungen darf der Versicherer Gesundheitsfragen stellen, einen Risikozuschlag verlangen oder eine Wartezeit ansetzen — und Sie dürfen statt des Zuschlags einen Leistungsausschluss für die Mehrleistung wählen. So lässt sich auch mit Vorerkrankungen fast immer ein günstigerer Tarif finden.
Vorteile des Tarifwechsels
- Alterungsrückstellung wird vollständig angerechnet
- Keine Gesundheitsprüfung, solange der neue Tarif nicht mehr leistet
- Jederzeit möglich, keine Frist, keine Kündigung
- Auch in neue Tarifwelten desselben Versicherers
Worauf Sie achten müssen
- Nur innerhalb desselben Versicherers
- Kein Weg zurück aus Unisex- in Bisex-Tarife
- Leistungsunterschiede müssen Punkt für Punkt geprüft werden
- Versicherer schlagen von sich aus selten den günstigsten Tarif vor
Wo der Tarifwechsel besonders viel bringt
Das größte Sparpotenzial liegt in geschlossenen Alttarifen. Typische Beispiele sind die AktiMed-Tarife und die VS-Reihe der Allianz (viele davon aus der Zeit der Vereinten), die Tarife der früheren Central, die heute zur Generali gehört, die Esprit- und Comfort-Tarife des Deutschen Rings bei der Signal Iduna, die PURISMA-Tarife der Mannheimer, die heute bei der Continentale geführt werden, sowie die Bisex-Tarife vor der Unisex-Umstellung im Dezember 2012, etwa bei DBV, DEVK und Barmenia.
Wer 2012 oder früher abgeschlossen hat, ist oft noch in einem Bisex-Tarif. Männer zahlen dort häufig weniger als in Unisex-Tarifen. Ein Wechsel in die Unisex-Welt ist endgültig — deshalb gehört der Vergleich innerhalb der Bisex-Tarife immer mit in die Prüfung.
Alle Details zu Ablauf, Fristen und Leistungsvergleich finden Sie auf unserer Seite Tarifwechsel nach § 204 VVG.
Wir prüfen, welche Tarife Ihres Versicherers gleichartig und günstiger sind — und welche Leistungen Sie dabei behalten.
Weg 2: PKV-Beitrag senken mit höherer Selbstbeteiligung
Eine höhere Selbstbeteiligung senkt den PKV-Beitrag sofort, weil Sie kleinere Rechnungen selbst tragen. Sie lohnt sich, wenn die jährliche Beitragsersparnis mindestens so hoch ist wie die zusätzliche Selbstbeteiligung — dann sparen Sie selbst im ungünstigsten Jahr nichts drauf. Gesetzlich darf die Selbstbeteiligung höchstens 5.000 € im Jahr betragen.
Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt der Premiumtarif BestensGesund Premium des Münchener Vereins, den es in drei Selbstbeteiligungsstufen gibt:
| Tarif (35 Jahre, angestellt) | Monatsbeitrag | Ersparnis/Jahr | Mehr-SB/Jahr |
|---|---|---|---|
| BestensGesund Premium SB 0 (895) | 784,67 € | — | — |
| BestensGesund Premium SB 500 (896) | 755,66 € | 348,12 € | 500 € |
| BestensGesund Premium SB 1.000 (897) | 687,07 € | 1.171,20 € | 1.000 € |
Das Ergebnis ist eindeutig: Die Stufe 1.000 € spart 1.171,20 € im Jahr und damit mehr, als die Selbstbeteiligung im schlechtesten Fall kostet. Die Stufe 500 € spart dagegen nur 348,12 € — wer regelmäßig zum Arzt geht, zahlt hier drauf. Noch deutlicher wird es in der Komfortlinie der LKH für einen 30-jährigen Selbstständigen:
LKH-GesundheitsUpgrade Komfort, 30 Jahre, selbstständig, ohne Krankentagegeld und Pflegepflicht (Beispielbeiträge)
Mit 900 € Selbstbeteiligung sinkt der Beitrag um 117,81 € im Monat, das sind 1.413,72 € im Jahr — gut 500 € mehr als das maximale Eigenrisiko.
Sonderfall Angestellte: der Arbeitgeber spart mit
Angestellte müssen anders rechnen. Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des Beitrags, die Selbstbeteiligung tragen Sie allein. Im Beispiel oben sinkt Ihr Eigenanteil bei 1.000 € Selbstbeteiligung nur um 48,80 € im Monat, also 585,60 € im Jahr — bei einem Risiko von 1.000 €. Für Angestellte ist eine hohe Selbstbeteiligung deshalb nur sinnvoll, wenn der Beitrag schon über dem doppelten Höchstzuschuss liegt oder Sie sehr selten Leistungen brauchen. Mehr dazu im Ratgeber Selbstbeteiligung in der PKV.
Wichtig: Die Selbstbeteiligung zu senken ist später meist nur mit Gesundheitsprüfung möglich, weil das eine Mehrleistung ist. Wer im Alter wieder mehr Schutz braucht, sollte das vor dem Wechsel bedenken — einige Tarife bieten dafür Optionsrechte, etwa die Wechseloption GSWO der Allianz bis zum 50. Lebensjahr.
Weg 3: PKV-Beitrag senken durch schlankere Tarifbausteine
Wer Komfortleistungen selten nutzt, kann den PKV-Beitrag durch das Streichen oder Absenken einzelner Bausteine senken. Typische Kandidaten sind das Einbettzimmer, Leistungen über die Höchstsätze der Gebührenordnung, sehr hohe Zahnersatzquoten und Heilpraktikerbudgets.
| Baustein | Sparmöglichkeit | Risiko |
|---|---|---|
| Einbettzimmer | auf Zweibettzimmer reduzieren | gering, Chefarzt bleibt meist erhalten |
| Leistung über GOÄ-Höchstsatz | auf Höchstsatz begrenzen | Eigenanteil bei Honorarvereinbarungen |
| Zahnersatz 90–100 % | auf 75–80 % absenken | höherer Eigenanteil bei Implantaten |
| Heilpraktiker, Sehhilfen | Budget verkleinern oder streichen | nur relevant bei regelmäßiger Nutzung |
| Kurtagegeld, Krankenhaustagegeld | streichen | meist verzichtbar |
Die Grenze ist klar: Ambulante und stationäre Grundleistungen, Psychotherapie und Hilfsmittel sollten Sie nicht kürzen — hier entstehen im Ernstfall die hohen Kosten. Ein Baustein, den Sie einmal gestrichen haben, lässt sich später nur mit neuer Gesundheitsprüfung wieder einschließen. Welche Leistungen ein Tarif mindestens haben sollte, zeigt unser Ratgeber PKV: Worauf achten?; den Unterschied zwischen Grund-, Komfort- und Premiumtarifen erklären wir unter PKV-Tarife im Vergleich.
Weg 4: Krankentagegeld der PKV passend einstellen
Ein zu hohes oder zu früh beginnendes Krankentagegeld ist einer der häufigsten Gründe für einen unnötig hohen PKV-Beitrag. Es darf das Nettoeinkommen nicht übersteigen und sollte zu Ihrer Lage passen: Angestellte erhalten sechs Wochen Lohnfortzahlung, Selbstständige können einen späteren Beginn wählen, wenn sie Rücklagen haben.
Wie viel das ausmacht, zeigt ein Beispiel der Allianz: Ein 30-jähriger Selbstständiger zahlt für 100 € Krankentagegeld ab dem 43. Tag 70,20 € im Monat. Ein Beginn am vierten oder achten Tag kostet ein Vielfaches. Wer drei Monate Rücklagen hat, kann das Tagegeld noch später beginnen lassen und spart weiter.
Prüfen Sie das Tagegeld nach jeder Einkommensänderung: Nach einem Wechsel in Teilzeit, bei sinkendem Gewinn oder beim Übergang in die Angestelltentätigkeit ist der Tagessatz oft zu hoch. Senken ist jederzeit möglich; erhöhen dagegen nur mit Gesundheitsprüfung. Mehr dazu im Ratgeber Krankentagegeld.
Weg 5: Beitragsentlastungstarif — PKV-Beitrag im Alter vorab senken
Ein Beitragsentlastungstarif senkt den PKV-Beitrag ab einem vereinbarten Alter um einen festen Betrag; dafür zahlen Sie während des Berufslebens einen Aufschlag. Er ist der einzige Weg, der heute nichts spart, aber den Beitrag im Ruhestand planbar macht.
Für Angestellte ist der Baustein besonders günstig: Er ist in der Regel arbeitgeberzuschussfähig, solange der Höchstzuschuss von 613,22 € noch nicht ausgeschöpft ist. Jeder Euro Entlastungsbeitrag kostet Sie dann nur 50 Cent. Die Beiträge gelten zudem zu einem großen Teil als Basisabsicherung und sind steuerlich absetzbar; maßgeblich ist die Bescheinigung des Versicherers.
| Anbieter | Tarif | Entlastung ab | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| LVM | Vorsorge-Plus | Jahr des 65. Geburtstags | Nachlass ab 10 €, bis 80 % der Monatsrate, Abschluss 21–60 |
| uniVersa | uni-BE|flex (uni-BEF) | 67, vorgezogen ab 63 | Beitrag im Alter bis auf 0 € reduzierbar |
| Württembergische | SBVU / SBZU | 65 | Nachlass steigt alle 5 Jahre um 20 %, Abschluss 21–54 |
| Münchener Verein | ABE | 65 | 600 € Beitragsentlastung im Paket BestensGesund |
| HanseMerkur | BEB | vereinbartes Alter | auch im Beihilfetarif Be Fit Best |
| Allianz | MeineBeitragsentlastung (Tarif V) | vereinbartes Alter | Baustein der Tarifwelt MeinGesundheitsschutz |
Je früher Sie abschließen, desto günstiger ist die Entlastung: Die meisten Tarife nehmen nur bis Mitte 50 oder 60 auf. Ab Mitte 50 lohnt sich der Baustein kaum noch, weil nur wenige Jahre für das Ansparen bleiben. Ausführlich erklären wir die Funktionsweise im Ratgeber Beitragsentlastungstarif.
Wir rechnen, wie viel Entlastung Sie mit Ihrem noch freien Arbeitgeberzuschuss im Alter sichern können.
Weg 6: Beitragsrückerstattung der PKV gezielt nutzen
Die Beitragsrückerstattung senkt den PKV-Beitrag im Nachhinein: Wer ein Jahr lang keine Rechnungen einreicht, bekommt einen Teil der Beiträge zurück. Bei der Allianz sind das für Angestellte und Selbstständige bis zu 30 Prozent eines Jahresbeitrags, davon 10 Prozent garantiert; Kinder erhalten bis 45 Prozent, Beamtenanwärter bis 50 Prozent.
Ob Sie eine kleine Rechnung besser selbst zahlen, ist eine einfache Rechnung: Liegt die zu erwartende Rückerstattung über dem Rechnungsbetrag, behalten Sie die Rechnung. Sammeln Sie die Belege trotzdem: Folgt im selben Jahr doch eine größere Behandlung, reichen Sie alles gemeinsam ein. Bei der Allianz etwa bleibt die Vorsorge in MeinGesundheitsschutz ohne Selbstbeteiligung.
Weg 7: Zuschüsse und Steuervorteile für die private Krankenversicherung ausschöpfen
Zuschüsse und Steuervorteile senken nicht den Tarifbeitrag, aber Ihren tatsächlichen Eigenanteil an der PKV — oft um mehrere hundert Euro im Jahr. Drei Hebel sind entscheidend: Arbeitgeberzuschuss, Zuschuss der Rentenversicherung und der Sonderausgabenabzug.
| Hebel | Wer | Höhe 2026 |
|---|---|---|
| Arbeitgeberzuschuss | Angestellte | Hälfte des Beitrags, max. 508,59 € KV + 104,63 € PV = 613,22 € |
| Zuschuss der Rentenversicherung | Rentner mit gesetzlicher Rente | 8,75 % der Bruttorente, max. Hälfte des PKV-Beitrags |
| Sonderausgabenabzug | alle Steuerpflichtigen | Basisabsicherung KV + Pflegepflicht voll absetzbar |
| Beihilfe | Beamte | meist 50 %, im Ruhestand 70 % |
Beispiel Rentner: Bei einer gesetzlichen Rente von 1.800 € beträgt der Zuschuss 8,75 Prozent, also 157,50 € im Monat oder 1.890,00 € im Jahr. Er wird nur auf Antrag gezahlt — wer ihn beim Rentenantrag vergisst, verschenkt Geld. Einzelheiten im Ratgeber Zuschuss der Rentenversicherung.
Beispiel Angestellte: Viele Angestellte schöpfen den Höchstzuschuss nicht aus. Zahlen Sie etwa 717,26 € Gesamtbeitrag, übernimmt der Arbeitgeber 358,63 € — bis zum Höchstbetrag von 613,22 € ist also Luft. Dieser Spielraum lässt sich für eine Beitragsentlastung oder ein angemessenes Krankentagegeld nutzen, die dann zur Hälfte der Arbeitgeber trägt. Mehr dazu im Ratgeber Arbeitgeberzuschuss zur PKV.
Steuer: Beiträge zur Basisabsicherung und zur Pflegepflichtversicherung sind in voller Höhe als Sonderausgaben absetzbar, Komfortleistungen nur im Rahmen der Höchstbeträge von 2.800 € (Selbstständige) bzw. 1.900 € (Arbeitnehmer, Beamte, Rentner), die meist schon ausgeschöpft sind. Vorauszahlungen für künftige Jahre sind in begrenztem Umfang im Zahlungsjahr absetzbar. Der steuerfreie Arbeitgeberzuschuss mindert die abziehbaren Beiträge. Alle Details: PKV steuerlich absetzen.
Weg 8: Standardtarif oder Basistarif der PKV im Alter
Der Standardtarif und der Basistarif sind brancheneinheitliche Sozialtarife mit gesetzlich begrenztem Höchstbeitrag; sie senken den PKV-Beitrag deutlich, bieten aber nur Leistungen auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie sind der letzte Schritt, wenn andere Wege nicht mehr reichen.
| Tarif | Wer darf wechseln | Höchstbeitrag 2026 |
|---|---|---|
| Standardtarif | Verträge vor 2009, in der Regel ab 65 oder ab 55 mit 10 Jahren Vorversicherung und Einkommen unter der BBG | 848,62 € (Ø rund 480 €) |
| Standardtarif Ehepaare | wie oben | 1.272,93 € zusammen |
| Basistarif | Verträge ab 2009, ab 55 Jahren oder bei Hilfebedürftigkeit | 1.017,18 € |
| Basistarif bei Hilfebedürftigkeit | Bezieher von Bürgergeld oder Sozialhilfe | 508,59 € (halber Beitrag) |
Der Standardtarif ist für viele ältere Versicherte attraktiv, weil der Durchschnittsbeitrag nach der Anpassung zum 1. Juli 2026 bei rund 480 € liegt und die Alterungsrückstellung auf den Beitrag angerechnet wird. Allerdings gilt ein jährlicher Selbstbehalt für Arznei-, Verband- und Hilfsmittel, der auf 500 € steigt (im Übergangsjahr 2026 403 €). Der Basistarif ist dagegen oft nicht günstiger als ein normaler Tarif und kommt vor allem bei finanzieller Notlage in Betracht. Mehr dazu in den Ratgebern Standardtarif und Basistarif.
Weg 9: PKV-Anbieter wechseln — nur in bestimmten Fällen
Ein Wechsel zu einem anderen PKV-Anbieter kann den Beitrag senken, lohnt sich aber meist nur für junge, gesunde Versicherte. Der Grund: Die Alterungsrückstellung wandert nur teilweise mit, und der neue Versicherer rechnet mit Ihrem heutigen Alter und Ihrem heutigen Gesundheitszustand.
| Vertragsbeginn | Was mit der Rückstellung passiert |
|---|---|
| ab 1. Januar 2009 | Übertragung nur im Umfang des Basistarifs, der Rest bleibt beim alten Versicherer |
| vor 2009 | keine Übertragung — die gesamte Rückstellung geht verloren |
Nach einer Beitragserhöhung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht von zwei Monaten. Die Kündigung wird aber nur wirksam, wenn Sie innerhalb von zwei Monaten eine Anschlussversicherung nachweisen. Kündigen Sie deshalb erst, wenn der neue Vertrag schriftlich angenommen ist. Mit Vorerkrankungen empfiehlt sich vorab eine anonyme Risikovoranfrage, damit Sie vorab wissen, ob und zu welchen Bedingungen ein neuer Versicherer Sie annimmt. Ab etwa 40 Jahren ist fast immer der interne Tarifwechsel die bessere Wahl. Ausführlich: PKV-Anbieter wechseln.
Wir rechnen beide Wege mit Ihrem Alter und Ihrem Vertrag durch — und sagen Ihnen ehrlich, welcher sich lohnt.
PKV-Beitrag im Alter senken: Was ab 60, 65 und 80 passiert
Im Alter sinkt der PKV-Beitrag teilweise automatisch, weil gesetzliche Entlastungen greifen. Wer diese Stufen kennt, kann gezielt ergänzen und die private Krankenversicherung im Alter spürbar reduzieren.
- ab 60Der gesetzliche Zuschlag von 10 Prozent nach § 149 VAG entfällt mit Vollendung des 60. Lebensjahres. Er ist bis dahin in die Alterungsrückstellung geflossen.
- RentenbeginnDas Krankentagegeld endet, sein Beitrag fällt weg. Rentner erhalten auf Antrag 8,75 % ihrer gesetzlichen Rente als Zuschuss.
- ab 65Die angesparten Mittel aus dem Zuschlag und aus Überzinsen finanzieren Beitragserhöhungen ab. Beitragsentlastungstarife beginnen meist in diesem Alter.
- ab 80Nicht verbrauchte Mittel werden zur Senkung des Beitrags eingesetzt.
Beamte erhalten im Ruhestand in der Regel 70 Prozent Beihilfe statt 50 Prozent, der zu versichernde Anteil sinkt entsprechend. Den Tarif sollten Sie zum Pensionsbeginn anpassen, sonst zahlen Sie für eine Absicherung, die Sie nicht mehr brauchen — mehr dazu unter PKV für Beamte in Pension. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist ab 55 dagegen fast ausgeschlossen: Wer in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war, bleibt nach § 6 SGB V versicherungsfrei. Details im Ratgeber GKV-Rückkehr über 55, einen Überblick über die Beiträge im Ruhestand bietet der Ratgeber PKV im Alter.
Diese Fehler machen das PKV-Beitrag-Senken teuer
Die teuersten Fehler beim Versuch, den PKV-Beitrag zu senken, sind Kündigungen ohne Plan und Leistungskürzungen an der falschen Stelle. Sie sparen kurzfristig und kosten langfristig ein Vielfaches.
- Kündigen ohne Anschlussvertrag: Die Kündigung wird ohne Nachweis einer neuen Versicherung nicht wirksam, und bei Altverträgen geht die gesamte Rückstellung verloren.
- Beiträge nicht mehr zahlen: Nach zwei Mahnungen ruht der Vertrag und Sie landen im Notlagentarif, der nur akute Erkrankungen und Schmerzzustände abdeckt. Das ist keine Sparlösung, sondern eine Notbremse.
- Den erstbesten Tarifvorschlag annehmen: Versicherer bieten nach einer Erhöhung häufig nur einzelne Alternativen an. Der wirklich günstigste gleichartige Tarif ist oft nicht dabei.
- Grundleistungen streichen: Wer Psychotherapie, Hilfsmittel oder ambulante Leistungen kürzt, spart wenige Euro und trägt im Ernstfall hohe Kosten.
- Unisex-Wechsel ohne Vergleich: Aus einem Unisex-Tarif führt kein Weg zurück in die Bisex-Welt.
- Zuschüsse nicht beantragen: Der Rentner-Zuschuss fließt nur auf Antrag, der Arbeitgeberzuschuss nur mit aktueller Bescheinigung.
In dieser Reihenfolge senken Sie Ihren PKV-Beitrag richtig
Prüfen Sie zuerst die Wege, die weder Leistung noch Rückstellung kosten, und gehen Sie erst dann an den Leistungsumfang. So erreichen Sie die größte Ersparnis bei geringstem Risiko.
- Zuschüsse und Steuer prüfen — Arbeitgeberzuschuss, Rentner-Zuschuss und Sonderausgaben kosten keine Leistung.
- Tarifwechsel nach § 204 VVG — alle gleichartigen Tarife Ihres Versicherers vergleichen.
- Krankentagegeld anpassen — Höhe und Beginn an Einkommen und Rücklagen ausrichten.
- Selbstbeteiligung durchrechnen — nur erhöhen, wenn die Ersparnis die Mehr-SB deckt.
- Komfortbausteine überprüfen — Einbettzimmer, Heilpraktiker, Zahnersatzquote.
- Beitragsentlastung für später — solange Sie berufstätig und unter Mitte 50 sind.
- Standard- oder Basistarif — als letzter Schritt im Alter oder in finanzieller Not.
Der Anbieterwechsel steht bewusst nicht in dieser Liste: Er ist eine Sonderlösung für junge, gesunde Versicherte, die bei einem anderen Versicherer deutlich günstiger und mit gleicher Leistung unterkommen. Wer günstige Einsteigertarife sucht, findet eine Übersicht unter Günstige PKV; alle Beiträge nach Alter zeigt unser PKV-Rechner.
Senden Sie uns Ihren aktuellen Tarif — wir zeigen Ihnen kostenlos, welche der neun Wege bei Ihnen wie viel bringen.
Häufige Fragen: PKV-Beitrag senken
Wie kann ich meinen PKV-Beitrag senken?
Den PKV-Beitrag senken Sie am wirksamsten durch einen Tarifwechsel beim eigenen Versicherer nach § 204 VVG, weil dabei die Alterungsrückstellung vollständig erhalten bleibt. Weitere Wege sind eine höhere Selbstbeteiligung, das Streichen verzichtbarer Bausteine, ein angepasstes Krankentagegeld, ein Beitragsentlastungstarif, die Beitragsrückerstattung, Zuschüsse und Steuervorteile, im Alter der Standard- oder Basistarif und bei jungen, gesunden Versicherten der Anbieterwechsel.
Wie kann ich den PKV-Beitrag im Alter senken?
Im Alter sinkt der Beitrag teilweise automatisch: Mit Vollendung des 60. Lebensjahres entfällt der gesetzliche Zuschlag von 10 Prozent, mit Rentenbeginn das Krankentagegeld, ab 65 und ab 80 werden angesparte Mittel zur Beitragsentlastung eingesetzt. Zusätzlich helfen ein Tarifwechsel nach § 204 VVG, der Zuschuss der Rentenversicherung von 8,75 Prozent der Rente und für Altverträge der Standardtarif mit höchstens 848,62 € im Monat.
Verliere ich beim Tarifwechsel nach § 204 VVG meine Alterungsrückstellungen?
Nein. Beim Wechsel in einen gleichartigen Tarif desselben Versicherers werden erworbene Rechte und die Alterungsrückstellung vollständig angerechnet. Eine Gesundheitsprüfung darf der Versicherer nur für Mehrleistungen verlangen; statt eines Risikozuschlags können Sie in diesem Fall einen Leistungsausschluss für die Mehrleistung wählen.
Lohnt sich eine höhere Selbstbeteiligung, um den PKV-Beitrag zu senken?
Sie lohnt sich, wenn die jährliche Beitragsersparnis die zusätzliche Selbstbeteiligung erreicht oder übersteigt. Im Tarif BestensGesund Premium des Münchener Vereins spart ein 35-Jähriger mit 1.000 € statt 0 € Selbstbeteiligung 1.171,20 € im Jahr. Angestellte müssen beachten, dass der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags trägt: Sie selbst sparen dann nur die Hälfte, tragen die Selbstbeteiligung aber allein.
Ist ein Wechsel zu einem anderen PKV-Anbieter sinnvoll, um Beiträge zu sparen?
Meist nur für junge und gesunde Versicherte. Beim Anbieterwechsel wird die Alterungsrückstellung nur im Umfang des Basistarifs mitgenommen und nur bei Verträgen ab 2009; bei älteren Verträgen geht sie ganz verloren. Dazu kommen eine neue Gesundheitsprüfung und ein neues Eintrittsalter. Für die meisten Versicherten ab etwa 40 Jahren ist der interne Tarifwechsel deshalb der bessere Weg.
Kann ich nach einer Beitragserhöhung meine PKV kündigen?
Ja. Nach einer Beitragserhöhung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht von zwei Monaten ab Zugang der Mitteilung, wirksam zum Zeitpunkt der Erhöhung. Die Kündigung wird aber nur wirksam, wenn Sie eine Anschlussversicherung nachweisen. Bevor Sie kündigen, sollten Sie immer prüfen, ob ein Tarifwechsel beim eigenen Versicherer den Beitrag ebenso senkt, ohne dass Rückstellungen verloren gehen.
Was bringt ein Beitragsentlastungstarif?
Ein Beitragsentlastungstarif ist ein Zusatzbaustein, für den Sie im Berufsleben einen Aufschlag zahlen und der ab einem vereinbarten Alter, meist 65 oder 67, Ihren Beitrag um einen festen Betrag senkt. Angestellte erhalten dafür in der Regel den Arbeitgeberzuschuss, solange der Höchstzuschuss von 613,22 € nicht ausgeschöpft ist. Beispiele sind Vorsorge-Plus der LVM, uni-BE|flex der uniVersa und SBVU/SBZU der Württembergischen.
Ist der Standardtarif eine gute Möglichkeit, den PKV-Beitrag zu senken?
Für ältere Versicherte mit einem Vertrag aus der Zeit vor 2009 kann der Standardtarif eine echte Entlastung sein: Der Beitrag ist 2026 auf 848,62 € begrenzt, im Durchschnitt liegt er bei rund 480 €. Die Leistungen orientieren sich an der gesetzlichen Krankenversicherung, und es gilt ein jährlicher Selbstbehalt für Arznei-, Verband- und Hilfsmittel.
Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen für Bestandskunden Tarifwechsel, Selbstbeteiligungen und Beitragsentlastungen individuell durch. Tarifstand 2026.
