Gesundheitsfragen der Versicherer vergleichen: Im interaktiven PKV-Abfragezeitraum-Vergleich können Sie dokumentierte Fragenprofile nach ambulanten, stationären und psychischen Behandlungen filtern – mit Formularstand und Besonderheiten je Anbieter.
Inhalt dieser Seite
- Was ist eine Risikovoranfrage?
- Warum vor dem Antrag?
- Ablauf in 5 Schritten
- Mögliche Ergebnisse
- Gesundheitsfragen & Zeiträume
- Typische Vorerkrankungen
- Annahmepraxis der Versicherer
- Rechenbeispiel Risikozuschlag
- Beamte & Öffnungsaktion
- Vorteile und Grenzen
- Unterlagen-Checkliste
- Tarifwechsel, Kinder, Basistarif
- Häufige Fragen
Anonyme Risikovoranfrage PKV in Kürze
Bei der anonymen Risikovoranfrage legen wir Ihre Gesundheitsangaben mehreren privaten Krankenversicherern ohne Namen und Anschrift vor. Jeder Versicherer antwortet mit einem Votum: normale Annahme, Risikozuschlag, Leistungsausschluss oder Ablehnung. So wählen Sie den besten Versicherer, bevor ein echter Antrag existiert.
- Kein Eintrag beim Versicherer, keine Ablehnung „aktenkundig“ – die Frage nach früheren Ablehnungen bleibt mit Nein beantwortbar.
- Falsche oder fehlende Angaben im Antrag berechtigen den Versicherer bis zu 5 Jahre, bei Arglist bis zu 10 Jahre zu Rücktritt oder Anpassung (§§ 19, 21 VVG).
- Ein Risikozuschlag von 30 % kostet im Beispiel eines 24-Jährigen rund 135,40 € im Monat zusätzlich.
- Beamte: Öffnungsaktion mit höchstens 30 % Zuschlag – die Voranfrage zeigt, ob es günstiger geht.
Was ist eine anonyme Risikovoranfrage in der PKV?
Eine anonyme Risikovoranfrage in der PKV ist eine unverbindliche Anfrage beim Versicherer, wie er Sie mit Ihren konkreten Vorerkrankungen versichern würde – gestellt ohne Namen, ohne Anschrift und ohne vollständiges Geburtsdatum. Der Versicherer erhält nur, was er für die Einschätzung braucht: Geburtsjahr, Geschlecht, Beruf, gewünschten Tarif und die Antworten auf seine Gesundheitsfragen, ergänzt um Befunde und Arztberichte.
Im Fachjargon heißt diese Einschätzung Votum. Die Risikoprüfung des Versicherers entscheidet dabei genauso wie bei einem echten Antrag: Sie liest die Diagnosen, bewertet Verlauf und Prognose und legt fest, ob ein Zuschlag, ein Ausschluss oder eine Ablehnung nötig ist. Der Unterschied liegt allein darin, dass am Ende kein Vertrag und keine Akte mit Ihrem Namen entsteht.
Weil jeder Versicherer eigene Annahmerichtlinien hat, fallen die Voten oft erstaunlich unterschiedlich aus. Dieselbe Heuschnupfen-Diagnose führt beim einen Versicherer zu 10 Prozent Zuschlag, beim nächsten zu gar nichts. Eine Rückenbehandlung vor zwei Jahren kostet hier einen Ausschluss der Wirbelsäule, dort wird sie ignoriert. Genau diese Unterschiede macht die anonyme Risikovoranfrage sichtbar – und sie sind oft mehr Geld wert als der Beitragsunterschied zwischen zwei Tarifen.
Warum die Risikovoranfrage vor dem PKV-Antrag so wichtig ist
Die Risikovoranfrage vor dem PKV-Antrag schützt Sie vor zwei Risiken: einer dokumentierten Ablehnung und einem Vertrag, der wegen unvollständiger Angaben später wackelt. Beides lässt sich nach Antragstellung kaum noch reparieren.
1. Ein Antrag ist nie anonym
Sobald Sie einen Antrag unterschreiben, kennt der Versicherer Ihren Namen und Ihre Gesundheitsgeschichte. Lehnt er ab oder verlangt er einen hohen Zuschlag, bleibt dieser Vorgang dort gespeichert. Viele Antragsformulare anderer Gesellschaften fragen ausdrücklich, ob schon einmal ein Antrag auf Krankenversicherung abgelehnt, zurückgestellt oder nur zu erschwerten Bedingungen angenommen wurde. Wer hier „Ja“ ankreuzen muss, startet beim nächsten Versicherer mit einem Makel – auch wenn die Ablehnung nur an strengen Richtlinien eines einzelnen Hauses lag.
2. Die vorvertragliche Anzeigepflicht ist streng
Nach § 19 VVG müssen Sie alle Gesundheitsfragen im Antrag wahrheitsgemäß und vollständig beantworten. Vergessen Sie eine Behandlung, darf der Versicherer je nach Verschulden vom Vertrag zurücktreten, kündigen oder den Vertrag rückwirkend anpassen – etwa mit einem nachträglichen Zuschlag oder Ausschluss. Diese Rechte bestehen nach § 21 VVG fünf Jahre lang, bei vorsätzlicher oder arglistiger Verletzung sogar zehn Jahre. In der Vollversicherung ist das besonders heikel, weil ein Rücktritt Sie ohne Schutz und mit einem höheren Eintrittsalter zurücklässt.
Die Risikovoranfrage zwingt dazu, die Gesundheitsgeschichte einmal gründlich aufzuarbeiten – mit Arztunterlagen statt aus dem Gedächtnis. Was dabei auftaucht, fließt ins Votum ein und steht später korrekt im Antrag. Das Ergebnis ist ein Vertrag, auf den Sie sich im Leistungsfall verlassen können.
3. Der Versicherer mit dem besten Tarif ist nicht immer der mit dem besten Votum
Ein Tarif, der auf dem Papier 30 Euro günstiger ist, wird teurer, wenn er mit 20 Prozent Zuschlag kommt. Und ein Ausschluss für „Erkrankungen der Wirbelsäule“ kann im Ernstfall Tausende Euro kosten. Die anonyme Risikovoranfrage liefert die Grundlage für einen ehrlichen Vergleich: Beitrag plus Zuschlag, Leistung minus Ausschlüsse. Einen ersten Überblick über Beiträge ohne Gesundheitsangaben gibt Ihnen unser PKV-Rechner.
Wir legen Ihre Angaben mehreren Versicherern ohne Namen vor und zeigen Ihnen alle Voten im Vergleich.
Ablauf der anonymen Risikovoranfrage PKV in 5 Schritten
Die anonyme Risikovoranfrage in der PKV läuft in fünf Schritten ab – von Ihrer Anfrage bis zum Antrag beim Versicherer mit dem besten Votum. Ihr Aufwand beschränkt sich im Wesentlichen auf die Gesundheitsangaben und das Anfordern einiger Unterlagen.
- Schritt 1Anfrage stellen. Sie nennen uns über das Formular Berufsstatus, Alter, Wunschleistungen und eine grobe Einschätzung Ihres Gesundheitszustands. Daraus ergibt sich, welche Versicherer und Tarife überhaupt infrage kommen.
- Schritt 2Gesundheitsangaben aufbereiten. Gemeinsam gehen wir die Gesundheitsfragen der infrage kommenden Versicherer durch. Wo nötig, fordern Sie Arztberichte, Entlassungsbriefe oder den Leistungsauszug Ihrer Krankenkasse an.
- Schritt 3Anonymisiert anfragen. Wir übermitteln die Angaben ohne Namen, Anschrift und genaues Geburtsdatum an mehrere Versicherer gleichzeitig – mit dem jeweils passenden Tarif.
- Schritt 4Voten vergleichen. Die Versicherer antworten mit Annahme, Zuschlag, Ausschluss, Zurückstellung oder Ablehnung. Wir stellen die Ergebnisse mit dem tatsächlichen Monatsbeitrag nebeneinander.
- Schritt 5Antrag stellen. Sie entscheiden sich für einen Versicherer. Der Antrag enthält exakt die Angaben aus der Voranfrage, das Votum wird beigefügt. Die Police entspricht dann dem, was Sie vorher gesehen haben.
Planen Sie für die Voranfrage einige Wochen ein, bevor Ihr neuer Versicherungsschutz beginnen soll – etwa vor dem Jahreswechsel, wenn Ihr Gehalt die Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € (2026) bzw. voraussichtlich 84.150 € (2027) übersteigt, oder vor dem Start in die Selbstständigkeit. Mehr zum Zeitplan im Ratgeber In die PKV wechseln.
Mögliche Ergebnisse der PKV-Risikovoranfrage
Das Ergebnis einer PKV-Risikovoranfrage ist eines von fünf Voten, und jedes hat andere Folgen für Beitrag und Leistung. Nicht immer ist das Votum ohne Zuschlag automatisch das beste – entscheidend ist, was der Vertrag im Leistungsfall wert ist.
| Votum | Bedeutung | Was das für Sie heißt |
|---|---|---|
| Annahme zu normalen Bedingungen | kein Zuschlag, kein Ausschluss | Idealfall – Antrag stellen, solange sich nichts ändert |
| Annahme mit Risikozuschlag | Aufschlag in Prozent auf den Tarifbeitrag | voller Schutz, aber höherer Beitrag; bei Wegfall des Risikos später Herabsetzung verlangen |
| Annahme mit Leistungsausschluss | eine Erkrankung oder ein Körperteil ist nicht versichert | Beitrag bleibt normal, aber Lücke genau prüfen – bei chronischen Leiden oft teuer |
| Zurückstellung | Entscheidung erst nach Ablauf einer Frist oder weiterer Befunde | z. B. nach Abschluss einer Behandlung erneut anfragen |
| Ablehnung | keine Annahme im gewünschten Tarif | andere Versicherer oder andere Tarife prüfen; der Vorgang bleibt anonym |
Häufig bieten Versicherer bei einem Leiden die Wahl zwischen Zuschlag und Ausschluss. Unsere Faustregel: Bei abgeschlossenen, gut ausgeheilten Beschwerden kann ein eng formulierter Ausschluss vertretbar sein. Bei allem, was wiederkehren oder chronisch werden kann – Rücken, Allergien, Psyche, Gelenke –, ist ein Zuschlag meist die sicherere Lösung, weil der volle Versicherungsschutz erhalten bleibt.
Gesundheitsfragen in der PKV: Zeiträume und was die Risikovoranfrage abdeckt
Die Gesundheitsfragen in der PKV beziehen sich auf feste Zeiträume, und genau diese Zeiträume muss die Risikovoranfrage vollständig abdecken. Jeder Versicherer formuliert seine Fragen selbst; das folgende Schema ist am Markt verbreitet:
| Bereich | üblicher Zeitraum | Beispiele |
|---|---|---|
| Ambulante Behandlungen | letzte 3 Jahre | Hausarzt, Facharzt, Heilpraktiker, Physiotherapie |
| Stationäre Behandlungen | letzte 5 Jahre | Krankenhaus, Operationen, Reha, Kur |
| Psychotherapie und psychische Beschwerden | letzte 5 bis 10 Jahre | Therapie, Beratung, Verordnung von Psychopharmaka |
| Medikamente | aktuell bzw. über längere Zeit | Dauermedikation, z. B. Blutdruck, Schilddrüse, Asthma |
| Zähne | aktueller Stand | fehlende und ersetzte Zähne, angeratene Behandlungen |
| Chronische Erkrankungen, Behinderung | ohne Zeitgrenze | Diabetes, Rheuma, Grad der Behinderung |
| Geplante Behandlungen | aktuell | angeratene OP, laufende Diagnostik |
Wichtig ist das Wort Behandlung: Auch eine einmalige Untersuchung ohne Befund, eine Krankschreibung wegen Erkältung oder eine Beratung beim Psychologen kann gefragt sein. Viele Menschen erinnern sich an solche Termine nicht mehr. Deshalb ist der Leistungsauszug der gesetzlichen Krankenkasse so wertvoll: Er listet die abgerechneten Arztbesuche mit Diagnoseschlüsseln – auch solche, die Ihr Arzt „nur zur Abrechnung“ codiert hat. Diese Codes kennt der Versicherer spätestens im Leistungsfall, wenn er Unterlagen anfordert.
Wie die Gesundheitsprüfung im Detail funktioniert und welche Fragen typisch sind, lesen Sie im Ratgeber Gesundheitsprüfung in der PKV. Was bei bereits bekannten Diagnosen gilt, erklärt der Ratgeber PKV mit Vorerkrankungen.
Bei welchen Vorerkrankungen sich die PKV-Risikovoranfrage besonders lohnt
Die PKV-Risikovoranfrage lohnt sich immer dann, wenn in den abgefragten Zeiträumen mehr als Routineuntersuchungen stehen. Das betrifft weit mehr Menschen, als man denkt – auch junge und vermeintlich gesunde.
| Vorerkrankung | Warum die Voranfrage hilft |
|---|---|
| Allergien, Heuschnupfen, Asthma | Bewertung reicht je nach Versicherer von „ohne Zuschlag“ bis zu deutlichem Zuschlag |
| Rücken- und Gelenkbeschwerden | häufige Folge: Ausschluss der Wirbelsäule oder eines Gelenks – Alternativen mit Zuschlag suchen |
| Psychotherapie, depressive Episoden, ADHS | besonders große Unterschiede zwischen den Versicherern, einige lehnen grundsätzlich ab |
| Bluthochdruck, Übergewicht, Schilddrüse | oft Zuschlag; mit aktuellen Werten und gutem Verlauf mitunter normal versicherbar |
| Fehlende oder ersetzte Zähne | Zuschlag je Zahn oder Ablehnung ab einer bestimmten Anzahl, je nach Versicherer |
| Operationen, Unfälle, Krankenhaus | Entlassungsbrief und Ausheilungsnachweis entscheiden über Ausschluss oder normale Annahme |
| Chronische Erkrankungen (z. B. Diabetes, Rheuma) | nur wenige Versicherer nehmen an – anonym prüfen, bevor ein Antrag abgelehnt wird |
Die Unterschiede sind keine Theorie. Die Landeskrankenhilfe (LKH) nimmt in ihrer Vollversicherung zum Beispiel bis zu vier fehlende und sieben ersetzte Zähne gegen einen Zuschlag von 10 bis 25 Euro im Monat an; ab fünf fehlenden oder acht ersetzten Zähnen lehnt sie ab. Eine Aufbissschiene gegen Zähneknirschen kostet dort 25 Euro Zuschlag oder alternativ einen Ausschluss. Ein anderer Versicherer bewertet genau dieselbe Konstellation womöglich ganz anders. Welche Regel für Sie günstiger ist, zeigt nur der direkte Vergleich der Voten.
Wir fragen anonym bei mehreren Gesellschaften an und zeigen Ihnen, wo Sie ohne oder mit dem geringsten Zuschlag versichert werden.
Annahmepraxis der PKV-Versicherer: Warum die Risikovoranfrage bei mehreren sinnvoll ist
Die Annahmepraxis der privaten Krankenversicherer unterscheidet sich stark, deshalb stellen wir die Risikovoranfrage grundsätzlich bei mehreren Gesellschaften. Neben den Gesundheitsfragen spielen Alter, Beruf, Wohnsitz und Vorversicherung eine Rolle.
| Versicherer | Besonderheit bei der Annahme |
|---|---|
| LKH | Aufnahme bis zum 60. Geburtstag; ab 55 Jahren ärztlicher Befundbericht und Zahnschema nötig; 24 Monate Vorversicherung und 3 Jahre Wohnsitz; umfangreiche Liste von Ablehnungsdiagnosen, u. a. Diabetes, Depression, Angststörungen, Rheuma, Schlafapnoe |
| Concordia | bekannt für eine strenge, risikobewusste Annahmepolitik – eine anonyme Voranfrage vor dem Antrag ist hier besonders sinnvoll |
| Münchener Verein | zielt bei Risikovoranfragen auf eine Entscheidung innerhalb von 24 Stunden; nimmt an der Öffnungsaktion für Beamte teil |
| Alte Oldenburger | betont eine risikogerechte Antragsannahme zur Sicherung stabiler Beiträge |
| Allianz, Debeka, DKV, Signal Iduna | Teilnehmer der Öffnungsaktion für Beamte: dort garantierte Annahme mit höchstens 30 % Zuschlag innerhalb der Frist |
| Hallesche | Teilnehmer der Öffnungsaktion, allerdings nicht für Beamte auf Widerruf |
Bei Angestellten und Selbstständigen gibt es keine Annahmegarantie – hier ist jeder Versicherer frei, Sie abzulehnen. Umso wichtiger ist es, die Voranfrage breit zu streuen. Erfahrungsgemäß liegen zwischen dem strengsten und dem großzügigsten Votum bei ein und derselben Vorerkrankung oft Welten: vom Ausschluss über 20 Prozent Zuschlag bis zur normalen Annahme.
Auch die Tarifwahl beeinflusst das Votum. Ein Versicherer kann Sie in einem Premiumtarif ablehnen und im Grundtarif mit höherer Selbstbeteiligung annehmen – oder umgekehrt. Deshalb fragen wir, wo sinnvoll, mehrere Tarifvarianten parallel an. Einen Überblick über die Tarifstufen gibt die Seite PKV-Tarife im Vergleich, alle Gesellschaften finden Sie in der Übersicht der PKV-Anbieter.
LKH
GesundheitsUpgrade Premium (GUP) und Komfort (GUK), LKH-BENEFIT bis 4 Monatsbeiträge plus garantierter Gesundheitsbonus, neues BeihilfeUpgrade.
Tarife ansehen →Aktiengesellschaft aus HannoverConcordia
Vier-Säulen-Baukasten AV, SV, ZV mit Leistungsgarantie, mehrfach ausgezeichnete Beihilfetarife BV, BVE und BV PLUS.
Tarife ansehen →Versicherungsverein a. G., HandwerkMünchener Verein
Handwerker-Versicherer seit 1922: neuer Premiumtarif BestensGesund, Master Care für junge Selbstständige, Solvenzquote 1.130 %.
Tarife ansehen →Große AktiengesellschaftAllianz
Tarifwelt MeinGesundheitsschutz Plus/Best seit 2024, Zahn 100 ohne Staffel, eigene Ärzte- und Beihilfetarife.
Tarife ansehen →Größter VersicherungsvereinDebeka
Marktführer bei Beamten mit Tarif B (B30 + B20K), schlanke N-Tarifwelt für Angestellte und 98 % Überschussbeteiligung.
Tarife ansehen →Versicherungsverein a. G.Hallesche
Tarifkonzept NK.select S/L/XL mit 100 € Monatsbonus, Wechseloption FLEX und starken Beihilfetarifen PRIMO B und C.Select.
Tarife ansehen →Was ein Risikozuschlag in der PKV kostet – Rechenbeispiel
Ein Risikozuschlag in der PKV wird als Prozentsatz auf den Tarifbeitrag erhoben und läuft mit dem Vertrag mit, bis er herabgesetzt wird. Schon kleine Prozentsätze summieren sich über die Jahre zu großen Beträgen – das zeigt, was ein gutes Votum wert ist.
Als Beispiel dient ein 24-jähriger Angestellter in der Allianz MeinGesundheitsschutz Plus 90. Der Tarifbeitrag liegt bei 451,34 €, der Gesamtbeitrag mit Zahn 90, Krankentagegeld, gesetzlichem Zuschlag und Pflegepflichtversicherung bei 717,26 €. So wirkt sich ein Risikozuschlag auf den Tarifbeitrag aus:
| Risikozuschlag | Aufschlag pro Monat | Gesamtbeitrag | Aufschlag über 30 Jahre* |
|---|---|---|---|
| ohne | 0,00 € | 717,26 € | 0,00 € |
| 10 % | 45,13 € | 762,39 € | 16.246,80 € |
| 20 % | 90,27 € | 807,53 € | 32.497,20 € |
| 30 % | 135,40 € | 852,66 € | 48.744,00 € |
Monatsbeitrag im Beispiel je nach Risikozuschlag
Bei Angestellten trägt der Arbeitgeber die Hälfte des Gesamtbeitrags – einschließlich Risikozuschlag –, höchstens aber 613,22 € im Monat für Kranken- und Pflegeversicherung (2026). Im Beispiel bleibt selbst mit 30 Prozent Zuschlag alles unter dieser Grenze, der Eigenanteil steigt also nur um die Hälfte des Zuschlags. Selbstständige zahlen den Zuschlag dagegen voll. Weil der Zuschlag an den Tarifbeitrag gekoppelt ist, wächst er außerdem bei jeder Beitragsanpassung mit. Wer durch eine Voranfrage einen Versicherer findet, der auf 10 Prozent verzichtet, spart im Beispiel über 30 Jahre mindestens 16.246,80 € – in der Praxis eher mehr.
Risikovoranfrage PKV für Beamte und die Öffnungsaktion
Für Beamte ist die Risikovoranfrage in der PKV trotz Öffnungsaktion sinnvoll, weil die Öffnungsaktion nur eine Obergrenze setzt – nicht das beste Ergebnis garantiert. Wer innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Verbeamtung einen Antrag bei einem teilnehmenden Versicherer stellt, wird nicht abgelehnt, erhält keine Leistungsausschlüsse und zahlt höchstens 30 Prozent Risikozuschlag.
Die anonyme Voranfrage klärt, ob es besser geht: Mancher Versicherer nimmt eine Vorerkrankung ganz ohne Zuschlag an, ein anderer verlangt 10 Prozent, der nächste schöpft die 30 Prozent aus. Und wer gesund ist, kann über die Voranfrage auch Versicherer einbeziehen, die nicht an der Öffnungsaktion teilnehmen. Die Frist läuft dabei weiter – deshalb starten wir die Voranfrage möglichst früh und stellen den Antrag rechtzeitig vor Ablauf der sechs Monate. Maßgeblich ist der Eingang des Antrags beim Versicherer.
| Punkt | Regel der Öffnungsaktion |
|---|---|
| Frist | 6 Monate ab erstmaliger Verbeamtung; Angehörige 6 Monate ab erstmaliger Berücksichtigung, Neugeborene ab Geburt |
| Bedingungen | keine Ablehnung, keine Leistungsausschlüsse, Risikozuschlag höchstens 30 % |
| Umfang | nur beihilfekonforme Restkostenversicherung; Beihilfeergänzungstarife sind ausgenommen |
| Ausgeschlossen | u. a. wer die pauschale Beihilfe gewählt hat oder schon eine PKV-Vollversicherung hatte |
| Heilfürsorge | Polizei, Feuerwehr, Justizvollzug: nur Anwartschaft auf spätere Restkostenversicherung |
Besonders wichtig ist die Voranfrage bei Beihilfeergänzungstarifen und Wahlleistungen, die die Beihilfe nicht erstattet: Für sie gilt die Öffnungsaktion nicht, hier prüft der Versicherer ganz normal. Mehr zu den Bedingungen im Ratgeber Öffnungsaktion für Beamte und auf den Seiten PKV für Beamte, PKV für Beamtenanwärter, PKV im Referendariat und PKV für Polizeibeamte.
Wir prüfen anonym, welcher Beihilfetarif Sie ohne oder mit dem geringsten Zuschlag annimmt – und behalten Ihre Frist im Blick.
Vorteile und Grenzen der anonymen Risikovoranfrage PKV
Die anonyme Risikovoranfrage PKV bringt vor allem Sicherheit und Verhandlungsspielraum – sie ersetzt aber nicht den Antrag und hat Grenzen, die Sie kennen sollten.
Vorteile
- Keine dokumentierte Ablehnung beim Versicherer
- Voten mehrerer Gesellschaften im direkten Vergleich
- Zuschläge und Ausschlüsse sind vor dem Antrag bekannt
- Gesundheitsangaben werden einmal gründlich und mit Unterlagen erfasst
- Der spätere Antrag ist vollständig – das Rücktrittsrisiko sinkt
- Für Sie kostenlos und ohne Abschlusspflicht
Grenzen
- Das Votum gilt nur für die übermittelten Angaben
- Neue Diagnosen bis zum Antrag können das Ergebnis ändern
- Voten sind meist nur einige Monate gültig
- Unterlagen anzufordern kostet Zeit
- Keine Garantie auf Annahme – außer im Rahmen der Öffnungsaktion
Die wichtigste Grenze: Zwischen Voranfrage und Antrag darf sich nichts Relevantes ändern. Gehen Sie in dieser Zeit zum Arzt, müssen Sie den Besuch im Antrag angeben – selbst wenn es nur eine Vorsorgeuntersuchung war. Bei Routineterminen ohne Befund ändert sich am Votum in der Regel nichts; bei neuen Diagnosen fragen wir erneut an. Deshalb gilt: Liegt ein gutes Votum vor, zügig den Antrag stellen.
Unterlagen für die Risikovoranfrage PKV: Checkliste
Für eine belastbare Risikovoranfrage in der PKV brauchen Sie vor allem vollständige Angaben zu Behandlungen der letzten fünf bis zehn Jahre. Je besser die Unterlagen, desto schneller und günstiger das Votum – unklare Angaben führen fast immer zu Rückfragen oder vorsichtigen Entscheidungen.
- Leistungsauszug der Krankenkasse mit Arztbesuchen und Diagnosen – gesetzlich Versicherte können ihn bei ihrer Kasse anfordern.
- Arztberichte und Entlassungsbriefe zu Krankenhausaufenthalten, Operationen und Reha.
- Bestätigung der Ausheilung bei abgeschlossenen Beschwerden, etwa „seit 2024 beschwerdefrei, keine Behandlung“.
- Aktuelle Werte bei Bluthochdruck, Schilddrüse, Cholesterin oder Übergewicht (Größe, Gewicht, Blutdruck).
- Therapieberichte bei Psychotherapie: Anlass, Dauer, Abschluss, Diagnose.
- Zahnstatus vom Zahnarzt: fehlende Zähne, Kronen, Brücken, Implantate, angeratene Behandlungen.
- Medikamentenliste mit Wirkstoff, Dosierung und Einnahmedauer.
- Vorversicherung: bisherige Krankenversicherung und Versicherungszeiten.
Wichtig: Die Diagnosen im Leistungsauszug stimmen nicht immer mit Ihrer Erinnerung überein. Steht dort etwa eine Diagnose, die nie ernsthaft behandelt wurde, lässt sich das mit einer kurzen ärztlichen Stellungnahme einordnen – aber nur, wenn man es vor dem Antrag bemerkt.
Risikovoranfrage bei PKV-Tarifwechsel, Anbieterwechsel, Kindern und im Basistarif
Die Risikovoranfrage ist nicht nur für den Einstieg in die private Krankenversicherung relevant. Auch bestehende Privatversicherte brauchen sie in einigen Situationen – in anderen ist sie überflüssig.
Tarifwechsel nach § 204 VVG
Beim Wechsel in einen gleichartigen Tarif desselben Versicherers bleibt die Alterungsrückstellung erhalten. Eine Gesundheitsprüfung darf der Versicherer nur für Mehrleistungen verlangen – dafür kann er einen Zuschlag, einen Ausschluss oder eine Wartezeit festlegen, wobei Sie statt Zuschlag den Ausschluss der Mehrleistung wählen können. Vor einem Wechsel in einen leistungsstärkeren Tarif klären wir vorab, ob Mehrleistungen zu Zuschlägen führen. Mehr dazu: Tarifwechsel nach § 204 VVG und PKV-Beitrag senken.
Wechsel zu einem anderen Versicherer
Wer den Versicherer wechselt, durchläuft die komplette Gesundheitsprüfung neu – mit dem aktuellen Alter und dem aktuellen Gesundheitszustand. Bei Verträgen ab 2009 wird die Alterungsrückstellung nur im Umfang des Basistarifs mitgenommen. Die bestehende Versicherung sollten Sie deshalb erst kündigen, wenn der neue Vertrag angenommen ist. Eine anonyme Risikovoranfrage vorab ist hier Pflicht. Mehr im Ratgeber PKV-Anbieter wechseln.
Neugeborene
Für Neugeborene ist keine Voranfrage nötig: Nach § 198 VVG wird ein Kind ohne Risikozuschläge und Wartezeiten versichert, wenn es spätestens zwei Monate nach der Geburt rückwirkend angemeldet wird und ein Elternteil am Tag der Geburt beim Versicherer versichert ist. Wer diese Frist verpasst, muss mit Gesundheitsprüfung beantragen. Details im Ratgeber Kindernachversicherung sowie unter PKV für Kinder.
Wenn alle Versicherer ablehnen: der Basistarif
Jeder private Krankenversicherer muss den Basistarif ohne Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse anbieten. Sein Beitrag ist 2026 auf höchstens 1.017,18 € im Monat begrenzt, die Leistungen orientieren sich an der gesetzlichen Krankenversicherung. Für Menschen mit schweren Vorerkrankungen ist er die Rückfallebene; für gesetzlich Versicherte mit der Wahl zwischen GKV und PKV ist bei mehreren Ablehnungen häufig der Verbleib in der GKV die bessere Lösung. Die Abwägung finden Sie im Ratgeber GKV oder PKV.
Anwartschaft als Alternative
Wer heute gesund ist, aber erst später in die PKV kann oder will, sichert sich mit einer Anwartschaftsversicherung den heutigen Gesundheitszustand. Eine große Anwartschaft erhält zusätzlich das Eintrittsalter. So entfällt die Gesundheitsprüfung beim späteren Wechsel – auch hier lohnt vorab die anonyme Klärung, welcher Versicherer Sie jetzt zu normalen Bedingungen nimmt.
Egal ob Neueinstieg, Tarifwechsel oder Versichererwechsel: Wir klären Annahme und Zuschläge, bevor Sie einen Antrag stellen.
Anonyme Risikovoranfrage PKV für Angestellte, Selbstständige und Studenten
Die anonyme Risikovoranfrage PKV folgt für alle Berufsgruppen demselben Prinzip, doch die Ausgangslage unterscheidet sich. Angestellte mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze wechseln meist zum Jahreswechsel – die Voranfrage sollte deshalb im Herbst beginnen. Weil der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags trägt, fällt ein moderater Zuschlag weniger ins Gewicht. Mehr dazu: PKV für Angestellte.
Selbstständige und Freiberufler tragen jeden Euro Zuschlag allein und brauchen zusätzlich ein Krankentagegeld, für das viele Versicherer eigene Gesundheits- und Einkommensprüfungen haben. Manche Versicherer nehmen Gründer im ersten Jahr nur eingeschränkt oder bestimmte Branchen gar nicht auf – auch das klärt die Voranfrage. Mehr dazu: PKV für Selbstständige.
Studenten entscheiden sich innerhalb von drei Monaten nach Studienbeginn zwischen studentischer GKV und PKV-Ausbildungstarif. Wer bereits Vorerkrankungen hat, sollte die Frist nicht mit einem riskanten Antrag verbrauchen, sondern vorher anonym prüfen lassen. Mehr dazu: PKV für Studenten und PKV für Ärzte (für Medizinstudenten).
Häufige Fragen zur anonymen Risikovoranfrage in der PKV
Was ist eine anonyme Risikovoranfrage bei der PKV?
Eine anonyme Risikovoranfrage ist eine Anfrage an einen oder mehrere private Krankenversicherer, bei der Ihre Gesundheitsangaben ohne Namen, Anschrift und genaues Geburtsdatum geprüft werden. Der Versicherer teilt mit, ob er Sie normal, mit Risikozuschlag, mit Leistungsausschluss oder gar nicht annehmen würde. Erst danach stellen Sie einen echten Antrag – beim Versicherer mit dem besten Ergebnis.
Ist eine anonyme Risikovoranfrage kostenlos?
Ja. Für Sie ist die anonyme Risikovoranfrage über uns kostenlos und unverbindlich. Kosten entstehen allenfalls, wenn Sie selbst Unterlagen wie Arztberichte beim behandelnden Arzt anfordern und dieser dafür eine Gebühr verlangt. Die Voranfrage verpflichtet Sie zu keinem Vertragsabschluss.
Wie lange dauert eine Risikovoranfrage in der PKV?
Die meiste Zeit kostet die Vorbereitung: Gesundheitsangaben sammeln, Arztberichte und den Leistungsauszug der Krankenkasse anfordern. Die Versicherer selbst antworten unterschiedlich schnell – manche wie der Münchener Verein zielen auf eine Entscheidung innerhalb von 24 Stunden, bei komplexen Vorerkrankungen fordern andere zusätzliche Befunde an, was mehrere Wochen dauern kann.
Warum sollte ich nicht einfach selbst einen PKV-Antrag stellen?
Weil ein gestellter Antrag nicht mehr anonym ist. Wird er abgelehnt oder mit hohen Zuschlägen belegt, ist dieser Vorgang beim Versicherer gespeichert, und viele Antragsformulare fragen nach früheren Ablehnungen. Bei der anonymen Risikovoranfrage erfährt kein Versicherer Ihre Identität – Sie behalten die Wahl.
Ist das Votum aus der Risikovoranfrage verbindlich?
Das Votum ist eine Einschätzung auf Basis der übermittelten Angaben. Stimmen die Angaben im späteren Antrag damit überein und hat sich Ihr Gesundheitszustand nicht verändert, halten sich die Versicherer in aller Regel daran. Neue Arztbesuche oder Diagnosen zwischen Voranfrage und Antrag müssen Sie im Antrag angeben – dann kann sich das Ergebnis ändern.
Welche Vorerkrankungen muss ich bei der Risikovoranfrage angeben?
Angeben sollten Sie alles, was der Antrag später abfragt: in der Regel ambulante Behandlungen der letzten drei Jahre, stationäre Aufenthalte und Psychotherapie der letzten fünf Jahre (teils zehn Jahre), laufende Medikamente, fehlende oder ersetzte Zähne, bestehende Beschwerden und geplante Behandlungen. Je vollständiger die Voranfrage, desto verlässlicher das Votum.
Brauchen Beamte eine anonyme Risikovoranfrage?
Oft ja, auch wenn es die Öffnungsaktion gibt. Die Öffnungsaktion garantiert neuen Beamten innerhalb von sechs Monaten die Annahme mit höchstens 30 Prozent Risikozuschlag und ohne Leistungsausschlüsse – aber nur bei teilnehmenden Versicherern und nur für beihilfekonforme Tarife. Die Voranfrage zeigt, ob ein Versicherer Sie günstiger annimmt, etwa ohne oder mit geringerem Zuschlag.
Was passiert, wenn alle Versicherer ablehnen?
Dann bleibt der Basistarif: Jeder private Krankenversicherer muss ihn ohne Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse anbieten, der Beitrag ist 2026 auf höchstens 1.017,18 € im Monat begrenzt. Für Beamte kann die Öffnungsaktion helfen, für Angestellte unter Umständen auch der Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung die bessere Wahl sein.
Wir stellen anonyme Risikovoranfragen bei den privaten Krankenversicherern, werten die Voten aus und vergleichen sie mit dem tatsächlichen Beitrag – für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.
