Eine Frau prüft Unterlagen an einem Beratungstisch vor großen Fenstern.
PKV-Beitragsentlastungstarif: Wie lässt sich der zusätzliche Beitrag mit der späteren Entlastung abwägen?

Ratgeber · Kosten & Beiträge 2026

Beitragsentlastungstarif in der PKV 2026: heute sparen, im Alter weniger zahlen

Mit einem Beitragsentlastungstarif zahlen Sie in jungen Jahren einen überschaubaren Zusatzbeitrag — und senken damit Ihren PKV-Beitrag ab 65 oder 67 um einen festen Betrag, zum Beispiel 300 oder 600 € im Monat. Angestellte bekommen die Hälfte vom Arbeitgeber dazu, und der Beitrag mindert zum größten Teil die Steuerlast.

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Inhalt dieser Seite
  1. Was ist das?
  2. So funktioniert es
  3. Gesetzliche Entlastung
  4. Arbeitgeberzuschuss
  5. Steuer
  6. Anbieter & Tarife
  7. Rechenbeispiel
  8. Lohnt es sich?
  9. Für wen?
  10. Höhe wählen
  11. Häufige Fragen

Beitragsentlastungstarif PKV in Kürze

Ein Beitragsentlastungstarif ist ein Zusatzbaustein zur privaten Krankenversicherung, mit dem Sie während der Berufsjahre Kapital beim Versicherer ansparen. Ab einem festen Alter sinkt Ihr Monatsbeitrag dann um den vereinbarten Betrag — lebenslang und unabhängig von späteren Beitragserhöhungen.

  • Entlastung meist ab 65 Jahren, bei der uniVersa ab 67 (vorgezogen ab 63).
  • Übliche Entlastungsbeträge: 300 bis 600 € im Monat; bei der LVM bis 80 % der Monatsrate.
  • Arbeitgeber zahlt 50 %, solange der Höchstzuschuss von 613,22 € (2026) nicht ausgeschöpft ist.
  • Abschluss typischerweise zwischen 21 und 54 bzw. 60 Jahren.

Was ist ein Beitragsentlastungstarif in der PKV?

Ein Beitragsentlastungstarif in der PKV ist ein eigener, zusätzlich vereinbarter Tarif, der ausschließlich ein Ziel hat: Ihren Beitrag im Rentenalter zu senken. Er leistet nichts bei Krankheit, sondern baut mit Ihren Beiträgen einen zweckgebundenen Kapitalstock auf.

Der Grund für diesen Baustein ist einfach: In der privaten Krankenversicherung hängt der Beitrag nicht vom Einkommen ab. Mit dem Renteneintritt halbiert sich bei vielen das verfügbare Einkommen, der PKV-Beitrag bleibt aber gleich — und kann durch Beitragsanpassungen über die Jahrzehnte weiter steigen. Zwar sorgen die gesetzlichen Alterungsrückstellungen dafür, dass der Beitrag nicht allein wegen des höheren Alters steigt. Gegen die medizinische Kostensteigerung schützen sie aber nur begrenzt. Genau hier setzt die Beitragsentlastung an.

Jeder Versicherer hat dafür einen eigenen Tarif mit eigenem Namen: „Vorsorge-Plus“ bei der LVM, „uni-BE|flex“ bei der uniVersa, „Beitragsentlastung im Alter“ bei der Württembergischen, „ABE“ beim Münchener Verein oder „MeineBeitragsentlastung“ bei der Allianz. Die Grundidee ist überall gleich, die Details unterscheiden sich deutlich — dazu mehr im Abschnitt Anbieter und Tarife.

600 €Entlastung im Monat im Beispiel Münchener Verein (ab 65)
bis 0 €Vollversicherungsbeitrag im Alter bei der uniVersa
50 %zahlt der Arbeitgeber bei Angestellten
80 %der Monatsrate maximal bei LVM Vorsorge-Plus

So funktioniert der Beitragsentlastungstarif: Ansparphase und Entlastungsphase

Der Beitragsentlastungstarif der PKV arbeitet in zwei Phasen: In der Ansparphase zahlen Sie jeden Monat einen festen Zusatzbeitrag, in der Entlastungsphase verrechnet der Versicherer das angesparte Kapital mit Ihrem laufenden Beitrag.

Ansparphase: Beitrag nach Eintrittsalter

Sie legen beim Abschluss fest, um wie viel Euro Ihr Beitrag später sinken soll. Daraus und aus Ihrem Eintrittsalter berechnet der Versicherer den Monatsbeitrag. Je jünger Sie beim Abschluss sind, desto länger arbeitet das Geld und desto niedriger ist der Beitrag für denselben Entlastungsbetrag. Ein 30-Jähriger zahlt für 300 € Entlastung also deutlich weniger als ein 50-Jähriger. Mit Beginn der Entlastung endet die Beitragspflicht für diesen Baustein.

Entlastungsphase: fester Betrag, lebenslang

Ab dem vereinbarten Alter zieht der Versicherer den Entlastungsbetrag direkt von Ihrem Gesamtbeitrag ab. Zahlen Sie mit 66 zum Beispiel 850 € und haben 400 € Entlastung vereinbart, überweisen Sie nur noch 450 €. Die Entlastung gilt lebenslang. Bei den meisten Tarifen bleibt sie als fester Eurobetrag konstant; die Württembergische erhöht den vereinbarten Grundnachlass dagegen alle fünf Jahre um 20 Prozent und gleicht damit einen Teil der Inflation aus.

  1. 21–54/60Abschluss möglich (je nach Versicherer), Entlastungsbetrag wählen
  2. bis 63/65/67Ansparphase: monatlicher Zusatzbeitrag, beim Angestellten zur Hälfte vom Arbeitgeber
  3. ab 60Unabhängig vom Baustein: Der gesetzliche Zuschlag von 10 % entfällt
  4. ab 63/65/67Entlastungsphase: Beitrag sinkt um den vereinbarten Betrag, Zusatzbeitrag entfällt
  5. lebenslangEntlastung bleibt bestehen, auch nach späteren Beitragsanpassungen
Wichtig

Die Entlastung ist ein Abzug vom Beitrag, keine Auszahlung. Sie erhalten also kein Geld überwiesen, sondern zahlen einfach weniger — solange Ihr Vertrag besteht.

Beitragsentlastung in der PKV ohne Zusatztarif: was ohnehin passiert

Auch ohne Beitragsentlastungstarif sinkt der PKV-Beitrag im Alter an mehreren Stellen automatisch. Der Zusatztarif ergänzt diese gesetzlichen Mechanismen, er ersetzt sie nicht.

Entlastung im Alter: gesetzliche Mechanismen und freiwilliger Baustein
MechanismusAb wannWirkung
Gesetzlicher Zuschlag (§ 149 VAG)ab 60 JahrenDer 10-%-Zuschlag entfällt, der Beitrag sinkt um rund 9 %
Krankentagegeldmit RentenbeginnBaustein endet, sein Beitrag fällt weg
Mittel nach § 150 VAGab 65 Jahrenfinanzieren Beitragserhöhungen ab
Mittel nach § 150 VAGab 80 Jahrennicht verbrauchte Mittel senken den Beitrag
Zuschuss der Rentenversicherungmit Rentenbezug8.75 % der gesetzlichen Rente (2026), höchstens die Hälfte des Beitrags
Beihilfe im Ruhestand (Beamte)mit Pensionierungin der Regel 70 % statt 50 % — der Restkostentarif wird kleiner
Beitragsentlastungstarifab 63, 65 oder 67fester Eurobetrag nach Wahl

Wie viel der Wegfall des Zuschlags ausmacht, zeigt ein Beispiel aus der Allianz-Tarifwelt MeinGesundheitsschutz: Bei einem 24-jährigen Angestellten stecken im Gesamtbeitrag von 717,26 € genau 56,00 € gesetzlicher Zuschlag. Dieser Anteil fällt mit 60 weg. Das hilft, reicht aber selten, um den Rückgang des Einkommens im Ruhestand auszugleichen. Mehr zu den Rückstellungen lesen Sie im Ratgeber Alterungsrückstellungen, zur Kostenentwicklung im Ratgeber PKV im Alter.

Was zahlen Sie im Alter?

Wir rechnen Ihren heutigen Tarif bis ins Rentenalter durch und zeigen, wie viel Beitragsentlastung sinnvoll ist.

Beitragsentlastungstarif und Arbeitgeberzuschuss: die Hälfte zahlt der Chef

Für Angestellte ist der Beitragsentlastungstarif besonders attraktiv, weil er grundsätzlich zuschussfähig ist: Der Arbeitgeber übernimmt die Hälfte des Beitrags, solange der gesetzliche Höchstzuschuss nicht ausgeschöpft ist.

Nach § 257 SGB V zahlt der Arbeitgeber die Hälfte Ihres tatsächlichen Kranken- und Pflegebeitrags, 2026 aber höchstens 508,59 € für die Krankenversicherung und 104,63 € für die Pflegeversicherung — zusammen 613,22 €. Der volle Zuschuss wird also erst bei einem Gesamtbeitrag von 1.226,44 € erreicht. Liegt Ihr Beitrag darunter, zahlt der Arbeitgeber jeden zusätzlichen Euro für den Entlastungstarif zur Hälfte mit.

Rechenbeispiel: Aufteilung des Beitrags, solange der Gesamtbeitrag unter 1.226,44 € liegt (Werte 2026)
Monatsbeitrag EntlastungstarifArbeitgeber zahltIhr EigenanteilEigenanteil in 30 Jahren
50 €25 €25 €9.000 €
100 €50 €50 €18.000 €
150 €75 €75 €27.000 €
200 €100 €100 €36.000 €

Ein Beispiel mit echten Zahlen: Der 24-jährige Angestellte aus dem Allianz-Beispiel zahlt 717,26 € Gesamtbeitrag. Bis zur Zuschussgrenze bleiben ihm 509,18 € Spielraum — so viel könnte er zusätzlich versichern, ohne dass der Arbeitgeberanteil gedeckelt wird. Für einen Entlastungstarif reicht das in aller Regel mehr als aus.

Wie ein komplettes Paket mit Entlastungsbaustein aussieht, zeigt der Münchener Verein: BestensGesund Premium SB 0 mit Krankentagegeld von 175 € und 600 € Altersentlastung (ABE) ab 65 kostet für einen 25-jährigen Angestellten 903,80 € im Monat, der Eigenanteil liegt bei 451,89 €.

Münchener Verein BestensGesund Premium SB 0 + Krankentagegeld 175 € + ABE 600 €, Angestellte, Beiträge 2026
EintrittsalterGesamtbeitragEigenanteil
25 Jahre903,80 €451,89 €
30 Jahre989,06 €494,52 €
35 Jahre1.091,96 €548,24 €

Achtung bei hohen Beiträgen: Liegt Ihr Gesamtbeitrag bereits über 1.226,44 €, zahlen Sie den Entlastungstarif allein. Das betrifft vor allem ältere Einsteiger in Premiumtarifen und Versicherte mit Familienangehörigen im Vertrag. Details zum Zuschuss finden Sie im Ratgeber Arbeitgeberzuschuss zur PKV.

Beitragsentlastungstarif PKV steuerlich absetzen

Beiträge zum Beitragsentlastungstarif sind in der Regel zum größten Teil steuerlich absetzbar, weil sie überwiegend wie die Basisabsicherung der Krankenversicherung behandelt werden. Maßgeblich ist die Beitragsbescheinigung, die Ihr Versicherer jedes Jahr ausstellt.

Beiträge zur Basisabsicherung sind nach § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG unbegrenzt als Sonderausgaben abziehbar. Komfortleistungen wie Chefarzt oder Einbettzimmer zählen dagegen nur im Rahmen der Höchstbeträge von 2.800 € (Selbstständige) bzw. 1.900 € (Arbeitnehmer, Beamte), die meist schon durch die Basisbeiträge ausgeschöpft sind. Der Entlastungstarif zählt überwiegend zur ersten Gruppe. Das heißt: Ein Großteil jedes Euros, den Sie heute einzahlen, mindert Ihr zu versteuerndes Einkommen.

Den steuerfreien Arbeitgeberzuschuss müssen Sie gegenrechnen — abziehbar ist nur Ihr eigener Anteil. Umgekehrt gilt im Alter: Sinkt Ihr Beitrag durch die Entlastung, sinken auch die absetzbaren Beiträge. Unterm Strich verschieben Sie Steuerersparnis in die Jahre mit hohem Einkommen, in denen Ihr Grenzsteuersatz meist deutlich höher ist als im Ruhestand. Alle Details im Ratgeber PKV steuerlich absetzen.

vollabsetzbar: Basisabsicherung KV und PPV
1.900 €Höchstbetrag Arbeitnehmer für sonstige Vorsorge
2.800 €Höchstbetrag Selbstständige ohne Zuschuss

Beitragsentlastungstarife der PKV-Anbieter im Vergleich

Fast jeder private Krankenversicherer bietet einen eigenen Beitragsentlastungstarif an; die Unterschiede liegen im Beginn der Entlastung, im Höchstbetrag und im Abschlussalter. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Bausteine, die wir regelmäßig in Angebote einbeziehen.

Beitragsentlastungstarife ausgewählter PKV-Anbieter 2026
AnbieterTarifBeginnBesonderheit
LVMVorsorge-PlusJahr des 65. GeburtstagsAbschluss 21–60, Nachlass ab 10 €, bis 80 % der Monatsrate
uniVersauni-BE|flex (uni-BEF)ab 67, vorgezogen ab 63Vollversicherungsbeitrag bis 0 € reduzierbar, auch für Beamte
WürttembergischeBeitragsentlastung im Alter (SBVU/SBZU)ab 65Abschluss 21–54, Grundnachlass steigt alle 5 Jahre um 20 %
Münchener VereinABEab 65im Paket mit BestensGesund Premium, z. B. 600 € Entlastung
AllianzMeineBeitragsentlastung (Tarif V)im AlterBaustein der Tarifwelt MeinGesundheitsschutz
HanseMerkurBEBim AlterBestandteil des Beihilfetarifs Be Fit Best für Beamte
Alte OldenburgerPBE 2.0im AlterNachfolger der Beitragsentlastung PBE (seit 2022)
GeneraliEBE63ab 63Beitragsentlastung im Alter mit frühem Beginn
Zürich / GlobaleV65ab 65Zusatzvereinbarung, z. B. „VollMed M4 – BR3 V65 / 300 EUR“

LVM Vorsorge-Plus: flexibel bis 80 Prozent

Die LVM lässt Sie den Nachlass frei wählen, beginnend bei 10 € im Monat bis höchstens 80 Prozent der Monatsrate der Grundversicherung. Die Entlastung beginnt am 1. Januar des Jahres, in dem Sie 65 werden. Abschließen können Sie den Baustein zwischen 21 und 60 Jahren, der Arbeitgeber beteiligt sich bis zu 50 Prozent, und die Rückstellung ist übertragbar.

uniVersa uni-BE|flex: Beitrag bis auf null

Die uniVersa geht am weitesten: Mit uni-BE|flex lässt sich der Beitrag der Vollversicherung im Alter bis auf 0 € reduzieren. Die Entlastung startet regulär mit 67, auf Wunsch vorgezogen ab 63 — passend für alle, die früher in Rente gehen wollen. Der Baustein ist arbeitgeberzuschussfähig, steuerlich absetzbar und steht auch Beamten offen.

Württembergische: Entlastung, die mitwächst

Bei der Württembergischen vereinbaren Sie einen Grundnachlass ab 10 € in 5-€-Stufen. Die Besonderheit: Ab 65 steigt dieser Nachlass alle fünf Jahre um 20 Prozent. Wer 200 € vereinbart, erhält mit 70 also 240 €. Der Abschluss ist bis 54 Jahre möglich.

Welcher Entlastungstarif passt zu Ihrem Vertrag?

Wir vergleichen die Bausteine der Versicherer mit Ihrem Alter und Ihrem Zielbeitrag im Ruhestand.

Rechenbeispiel: Was bringt ein Beitragsentlastungstarif in der PKV?

Der Nutzen eines Beitragsentlastungstarifs lässt sich einfach überschlagen: Entlastungsbetrag mal Monate im Ruhestand. Bei 600 € Entlastung ab 65 summiert sich die Ersparnis bis zum 85. Geburtstag auf 144.000 €.

Rechenbeispiel: Summe der Beitragsentlastung ab dem 65. Lebensjahr, ohne Dynamik
Entlastung pro Monatbis 75 (10 Jahre)bis 85 (20 Jahre)bis 90 (25 Jahre)
200 €24.000 €48.000 €60.000 €
300 €36.000 €72.000 €90.000 €
400 €48.000 €96.000 €120.000 €
600 €72.000 €144.000 €180.000 €

Beitragsentlastung von 65 bis 85, Summe in Euro

Diesen Summen steht der Eigenanteil in der Ansparphase gegenüber. Als Angestellter tragen Sie nur die Hälfte, und darauf sparen Sie zusätzlich Steuern. Ein Beispiel: Zahlen Sie 30 Jahre lang 100 € Beitrag, entfallen auf Sie 50 € im Monat oder 18.000 € insgesamt. Selbst wenn diese Zahlung eine Entlastung von nur 200 € finanziert, erhalten Sie diesen Betrag nach 7,5 Jahren Ruhestand zurück. Den konkreten Beitrag für Ihr Eintrittsalter rechnen wir kostenlos.

Unsere Einordnung: Die stärkste Rendite erzielt der Baustein nicht durch Zinsen, sondern durch die Kombination aus Arbeitgeberanteil und Steuervorteil in der Ansparphase. Diese Hebel fehlen, wenn Sie privat für den Beitrag im Alter sparen.

Lohnt sich ein Beitragsentlastungstarif? Vorteile und Nachteile

Ein Beitragsentlastungstarif lohnt sich für die meisten Angestellten und für Selbstständige mit stabilem Einkommen, die früh abschließen. Weniger sinnvoll ist er für ältere Einsteiger mit kurzer Ansparphase und für Beamte, deren Beihilfe im Ruhestand ohnehin steigt.

Vorteile

  • Arbeitgeber zahlt 50 % mit, solange der Höchstzuschuss nicht erreicht ist
  • Beiträge überwiegend als Basisabsicherung voll absetzbar
  • Planbarer, fester Abzug vom Beitrag — lebenslang
  • Zweckgebunden: Das Geld wird nicht für andere Dinge ausgegeben
  • Schützt vor dem Wechsel in einen Tarif mit schlechteren Leistungen im Alter

Nachteile

  • An den Versicherer gebunden: Bei einem Anbieterwechsel bleibt das Kapital in der Regel zurück
  • Stirbt der Versicherte früh, bleibt das Geld im Versichertenkollektiv
  • Fester Eurobetrag verliert durch Inflation an Wert (Ausnahme: dynamische Nachlässe)
  • Auch der Beitrag des Entlastungstarifs kann angepasst werden
  • Bei spätem Einstieg teuer, weil wenig Zeit zum Ansparen bleibt

Beitragsentlastung oder selbst sparen?

Die Alternative ist, selbst Geld für die Beiträge im Alter zurückzulegen, etwa in einem Fonds- oder Banksparplan. Das ist flexibler und vererbbar. Dafür fehlen der Arbeitgeberanteil und die Absetzbarkeit als Basisabsicherung, und die Erträge werden versteuert. Für Angestellte schlägt der Entlastungstarif das private Sparen deshalb meist schon beim Einsatz: Wer 100 € fürs Alter zurücklegt, zahlt im Tarif nur 50 € selbst. Für Selbstständige ohne Zuschuss ist der Vorteil kleiner — hier kann eine Mischung aus beidem sinnvoll sein.

Beitragsentlastungstarif für Angestellte, Selbstständige und Beamte

Wie viel ein Beitragsentlastungstarif bringt, hängt stark von Ihrem Status ab: Angestellte profitieren am meisten, Selbstständige zahlen allein, Beamte brauchen ihn wegen der Beihilfe im Ruhestand am wenigsten.

Beitragsentlastung nach Zielgruppe
StatusZuschussBedarf im AlterUnsere Empfehlung
Angestellte50 % vom Arbeitgeberhoch, Rente deutlich unter Gehaltfrüh abschließen, 300–600 € Entlastung
Selbstständigekein Zuschusshoch, oft keine gesetzliche Renteabschließen, Höhe an Liquidität anpassen
Beamtekein Zuschussgeringer, Beihilfe steigt meist auf 70 %kleiner Baustein oder verzichten
Rentner—akutAbschluss nicht mehr möglich, Tarifwechsel prüfen

Selbstständige: Entlastung statt Zuschuss

Selbstständige erhalten im Ruhestand oft keinen oder nur einen kleinen Zuschuss der Rentenversicherung, weil der nur auf eine gesetzliche Rente gezahlt wird. Umso wichtiger ist eine geplante Entlastung. Da der Beitrag allein getragen wird, empfehlen wir einen Betrag, der auch in schwächeren Geschäftsjahren sicher bezahlbar bleibt — und den Rest über einen höheren Selbstbehalt zu finanzieren, wie im Ratgeber Selbstbeteiligung beschrieben.

Beamte: meist kleiner Bedarf

Beamte erhalten im Ruhestand in der Regel 70 Prozent Beihilfe statt 50 Prozent. Der Restkostentarif sinkt dadurch von selbst auf 30 Prozent. Ein Entlastungsbaustein wie BEB bei der HanseMerkur oder uni-BE|flex bei der uniVersa ist trotzdem möglich — sinnvoll vor allem für Beamte in Premiumtarifen oder mit Wahlleistungen. Mehr im Ratgeber PKV für Beamte in Pension.

Beitragsentlastung für Ihren Status

Angestellt, selbstständig oder verbeamtet: Wir rechnen den passenden Entlastungsbetrag zu Ihrem Tarif.

Die richtige Höhe der Beitragsentlastung in der PKV wählen

Die passende Höhe der Beitragsentlastung ergibt sich aus der Lücke zwischen Ihrem voraussichtlichen PKV-Beitrag im Alter und dem Betrag, den Sie aus der Rente dauerhaft zahlen wollen. In der Praxis liegen die meisten Entlastungsbeträge zwischen 300 und 600 € im Monat.

So gehen wir in der Beratung vor:

  1. Heutigen Beitrag ohne Zuschlag und Krankentagegeld ansetzen. Diese Bestandteile fallen im Alter ohnehin weg.
  2. Beitragsentwicklung einrechnen. Der PKV-Beitrag stieg in den vergangenen 20 Jahren im Schnitt um 3,4 Prozent pro Jahr (GKV: 3,9 Prozent).
  3. Zuschuss der Rentenversicherung abziehen. 2026 sind das 8,75 Prozent der gesetzlichen Bruttorente, höchstens die Hälfte des Beitrags.
  4. Zielbeitrag festlegen. Die Differenz zwischen erwartetem und tragbarem Beitrag ist die gewünschte Entlastung.
Tipp

Eine spätere Aufstockung wird immer mit dem dann erreichten Alter kalkuliert. Beginnen Sie lieber früh mit einem kleineren Betrag, als auf den perfekten Zeitpunkt zu warten — jedes Jahr Aufschub macht jeden Euro Entlastung teurer.

Schon versichert? Nachträglich abschließen oder Tarif wechseln

Einen Beitragsentlastungstarif können Sie auch zu einem bestehenden Vertrag beim eigenen Versicherer hinzunehmen, solange Sie das Höchstalter nicht überschritten haben. Wer bereits über 55 ist und schon heute unter hohen Beiträgen leidet, profitiert meist mehr von einem Tarifwechsel nach § 204 VVG — ohne Verlust der Alterungsrückstellung. Weitere Wege zeigt die Seite PKV-Beitrag senken.

Häufige Fragen zum Beitragsentlastungstarif in der PKV

Was ist ein Beitragsentlastungstarif in der PKV?

Ein Beitragsentlastungstarif ist ein Zusatzbaustein zur privaten Krankenversicherung. Sie zahlen während des Berufslebens einen zusätzlichen Monatsbeitrag, der Versicherer legt das Geld verzinslich zurück. Ab einem vereinbarten Alter, meist 65 oder 67, sinkt Ihr Gesamtbeitrag dann um einen festen Eurobetrag — lebenslang.

Lohnt sich ein Beitragsentlastungstarif?

Für die meisten Angestellten ja: Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des Beitrags, solange der Höchstzuschuss von 613,22 € (2026) nicht ausgeschöpft ist, und die Beiträge sind in der Regel großenteils als Sonderausgaben absetzbar. Je früher Sie abschließen, desto günstiger ist jeder Euro Entlastung. Für Beamte ist der Baustein wegen der höheren Beihilfe im Ruhestand meist weniger dringend.

Zahlt der Arbeitgeber den Beitragsentlastungstarif mit?

Ja. Beitragsentlastungstarife sind grundsätzlich zuschussfähig. Der Arbeitgeber trägt die Hälfte des gesamten Kranken- und Pflegebeitrags, höchstens aber 508,59 € für die Krankenversicherung und 104,63 € für die Pflegeversicherung im Monat (Werte 2026).

Ist der Beitragsentlastungstarif steuerlich absetzbar?

Überwiegend ja. Beitragsentlastungstarife werden in der Regel zum größten Teil wie die Basisabsicherung behandelt und sind dann als Sonderausgaben voll abziehbar. Welcher Anteil genau absetzbar ist, weist Ihr Versicherer in der jährlichen Beitragsbescheinigung aus.

Ab welchem Alter greift die Beitragsentlastung?

Das hängt vom Tarif ab. Üblich ist der Beginn mit 65 Jahren, etwa bei LVM Vorsorge-Plus (ab dem 1. Januar des Jahres, in dem Sie 65 werden), der Württembergischen oder dem Münchener Verein. Die uniVersa entlastet ab 67 und bietet auf Wunsch einen vorgezogenen Beginn ab 63.

Bis zu welchem Alter kann man einen Beitragsentlastungstarif abschließen?

Die meisten Versicherer nehmen neue Kunden ab 21 Jahren auf. Das Höchstalter liegt je nach Tarif bei 54 Jahren (Württembergische) oder 60 Jahren (LVM Vorsorge-Plus). Je später Sie beginnen, desto teurer wird jeder Euro Entlastung, weil weniger Zeit zum Ansparen bleibt.

Was passiert mit dem Beitragsentlastungstarif bei einem Versichererwechsel?

Der Baustein ist an Ihre private Krankenversicherung beim jeweiligen Versicherer gebunden. Bei einem Wechsel des Versicherers bleibt das angesparte Geld in der Regel im Versichertenkollektiv des bisherigen Unternehmens. Ein Tarifwechsel innerhalb desselben Versicherers nach § 204 VVG ist dagegen ohne Verlust möglich.

Wie hoch sollte die Beitragsentlastung sein?

Als Faustregel gilt: So hoch, dass der Beitrag im Alter zusammen mit dem Rentenzuschuss gut aus der Rente bezahlbar bleibt. Übliche Entlastungsbeträge liegen zwischen 300 und 600 € im Monat. Bei der LVM sind bis zu 80 Prozent der Monatsrate möglich, bei der uniVersa kann der Beitrag der Vollversicherung im Alter sogar bis auf 0 € sinken.

Beitragsentlastungstarif berechnen lassen

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  • Entlastungstarife mehrerer Versicherer im Vergleich
  • Arbeitgeberzuschuss und Steuer berücksichtigt
  • Auch für bestehende Verträge

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