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Private Pflegepflichtversicherung: Die Kurzantwort
Die private Pflegepflichtversicherung (PPV) ist das Gegenstück zur sozialen Pflegeversicherung für alle, die privat krankenversichert sind. Die Leistungen sind gesetzlich identisch, der Beitrag richtet sich aber nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Eintrittsalter – und ist nach fünf Versicherungsjahren auf den gesetzlichen Höchstbeitrag begrenzt.
- Durchschnittsbeitrag 2026: 122,64 € ohne und 56,50 € mit Beihilfe.
- Höchstbeitrag: 209,26 €, für Beihilfeberechtigte 83,70 €.
- Arbeitgeberzuschuss: die Hälfte des Beitrags, höchstens 104,63 € im Monat.
- Anpassung zum 01.01.2026: ohne Beihilfe im Schnitt +16 %, mit Beihilfe +6 %.
Private Pflegepflichtversicherung: Pflicht für alle PKV-Versicherten
Die private Pflegepflichtversicherung ist für jeden Pflicht, der eine private Krankenversicherung mit Anspruch auf allgemeine Krankenhausleistungen hat. Der Grundsatz lautet: Die Pflegeversicherung folgt der Krankenversicherung. Wer gesetzlich krankenversichert ist, gehört in die soziale Pflegeversicherung, wer in die PKV wechselt, schließt automatisch eine PPV ab.
In der Praxis beantragen Sie die Pflegepflichtversicherung zusammen mit der Krankenvollversicherung beim selben Versicherer – sie steht dann als eigener Baustein auf dem Versicherungsschein, häufig mit Kürzeln wie PVN (ohne Beihilfe) oder PVB (für Beihilfeberechtigte). Eine getrennte Wahl ist nur in engen Fristen möglich und bringt selten einen Vorteil, weil die Leistungen bei allen Versicherern gleich sind.
Für die private Pflegepflichtversicherung gelten Regeln, die es in der Krankenversicherung so nicht gibt. Der Gesetzgeber hat sie im Sozialgesetzbuch XI festgelegt, damit der Schutz dem der sozialen Pflegeversicherung gleichwertig ist:
Wer die Pflegeversicherung nicht abschließt oder nicht zahlt, handelt ordnungswidrig. Für die meisten Privatversicherten ist das Thema aber unkompliziert: Der Baustein wird beim PKV-Antrag mitbeantragt, ohne dass zusätzliche Gesundheitsfragen die Annahme gefährden. Wie der Weg in die PKV insgesamt abläuft, erklären wir im Ratgeber In die PKV wechseln.
Leistungen erhalten Sie, wenn Sie in den letzten zehn Jahren vor dem Antrag mindestens zwei Jahre pflegeversichert waren. Zeiten in der sozialen Pflegeversicherung werden angerechnet – ein Wechsel aus der GKV in die PKV unterbricht den Schutz also nicht.
Beitrag der privaten Pflegepflichtversicherung: Alter statt Einkommen
Der Beitrag zur privaten Pflegepflichtversicherung hängt vom Eintrittsalter ab, nicht vom Gehalt. Wie in der privaten Krankenversicherung bilden die Versicherer Alterungsrückstellungen, damit der Beitrag im Alter nicht allein wegen des höheren Pflegerisikos steigt. Wer jung einsteigt, zahlt deshalb dauerhaft weniger.
Einen Eindruck geben die Beispielrechnungen der Allianz für ihre Vollversicherung MeinGesundheitsschutz: Die Pflegepflichtversicherung kostet dort für einen 24-jährigen Angestellten 55,47 € und für einen 30-jährigen Selbstständigen 63,81 € im Monat. Das ist weniger als die Hälfte des Durchschnittsbeitrags aller Versicherten, in den ältere Kunden mit höherem Beitrag einfließen.
| Kennzahl Pflegepflichtversicherung | 2025 | 2026 |
|---|---|---|
| Höchstbeitrag ohne Beihilfe | 198,46 € | 209,26 € |
| Höchstbeitrag mit Beihilfe, einzeln | 79,38 € | 83,70 € |
| Höchstbeitrag mit Beihilfe, Ehepaar | 119,07 € | 125,55 € |
| Ø Beitrag Angestellte und Selbstständige | — | 122,64 € |
| Ø Beitrag Beihilfeberechtigte | — | 56,50 € |
Die Höchstbeitragsgarantie
Nach fünf Jahren Versicherungszeit darf der Beitrag nicht höher sein als der Höchstbeitrag der sozialen Pflegeversicherung. 2026 sind das 209,26 € – das entspricht 3,6 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € im Monat. Selbst bei spätem Eintritt oder nach mehreren Beitragsanpassungen zahlen Sie also nie mehr als ein gesetzlich Versicherter mit einem Einkommen an der Beitragsbemessungsgrenze. Der Kinderlosenzuschlag der sozialen Pflegeversicherung spielt in der PPV keine Rolle.
Monatsbeitrag private Pflegepflichtversicherung: Beispiele und Grenzwerte 2026
Wir zeigen Ihnen den Gesamtbeitrag mit Krankenversicherung, Pflegepflicht, gesetzlichem Zuschlag und Arbeitgeberanteil – für Ihr Eintrittsalter.
Private Pflegepflichtversicherung und soziale Pflegeversicherung im Vergleich
Private und soziale Pflegeversicherung leisten dasselbe, unterscheiden sich aber grundlegend bei der Finanzierung. In der sozialen Pflegeversicherung zahlen Sie einen Prozentsatz Ihres Einkommens, in der privaten einen festen Beitrag nach Eintrittsalter.
| Merkmal | Soziale Pflegeversicherung | Private Pflegepflichtversicherung |
|---|---|---|
| Beitragsbasis | Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze | Eintrittsalter, einkommensunabhängig |
| Beitragssatz / Beitrag | 3,6 %, kinderlos 4,2 % | fester Eurobetrag, Ø 122,64 € |
| Höchstbeitrag | 209,25 € mit Kind, 244,13 € kinderlos | 209,26 € nach 5 Jahren |
| Kinderlosenzuschlag | +0,6 Prozentpunkte ab 23 Jahren | nein |
| Kinder | familienversichert | in der Regel beitragsfrei mitversichert |
| Leistungsform | Sachleistung | Kostenerstattung |
| Begutachtung | Medizinischer Dienst | Medicproof |
| Alterungsrückstellungen | nein (Umlageverfahren) | ja |
Rechenbeispiel: Was ein Angestellter in der PPV spart
Ein kinderloser Angestellter mit einem Einkommen an der Beitragsbemessungsgrenze zahlt 2026 in der sozialen Pflegeversicherung einen Arbeitnehmeranteil von 139,50 € im Monat. Wechselt er mit 24 Jahren in die PKV und zahlt wie im Allianz-Beispiel 55,47 € für die Pflegepflicht, übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte – sein Eigenanteil liegt dann bei rund 27,74 €. Das ist eine Ersparnis von über 110 € im Monat allein bei der Pflegeversicherung.
| Beispiel (Einkommen an der BBG) | Beitrag gesamt | Eigenanteil |
|---|---|---|
| Soziale PV, kinderlos | 244,13 € | 139,50 € |
| Soziale PV, ein Kind | 209,25 € | 104,63 € |
| Soziale PV, drei Kinder | 180,19 € | 75,56 € |
| Private PPV, 24 Jahre (Allianz) | 55,47 € | 27,74 € |
| Private PPV, Durchschnitt | 122,64 € | 61,32 € |
| Private PPV, Höchstbeitrag | 209,26 € | 104,63 € |
Der Vorteil verschiebt sich, sobald Kinder dazukommen: In der sozialen Pflegeversicherung sinkt der Satz ab dem zweiten Kind unter 25 Jahren um je 0,25 Prozentpunkte, in der privaten Pflegepflicht bleibt der Beitrag gleich – dafür sind die Kinder dort meist beitragsfrei. Die Gesamtrechnung für Familien finden Sie im Ratgeber GKV oder PKV und in unserem Überblick PKV für Familien.
Arbeitgeberzuschuss zur privaten Pflegepflichtversicherung
Angestellte in der PKV erhalten auch für die private Pflegepflichtversicherung einen Arbeitgeberzuschuss: die Hälfte des tatsächlichen Beitrags, 2026 höchstens 104,63 € im Monat. Das entspricht dem Arbeitgeberanteil, den das Unternehmen für einen gesetzlich versicherten Kollegen an der Beitragsbemessungsgrenze zahlen würde.
In Sachsen gilt ein niedrigerer Höchstbetrag von 75,56 €, weil Sachsen zur Einführung der Pflegeversicherung den Buß- und Bettag als Feiertag behalten hat und Arbeitnehmer dort dafür einen größeren Teil des Beitrags selbst tragen. Zusammen mit dem Zuschuss zur Krankenversicherung von 508,59 € ergibt sich ein Höchstbetrag von 613,22 € im Monat.
Selbstständige und Freiberufler tragen den Beitrag zur Pflegepflicht allein, ebenso Rentner: Der Zuschuss der Rentenversicherung von 8,75 Prozent der Rente gilt nur für die Krankenversicherung, nicht für die Pflegeversicherung. Wie der Zuschuss im Einzelnen berechnet und beantragt wird, erklären wir im Ratgeber Arbeitgeberzuschuss zur PKV.
Seit 2026 digital: Die Bescheinigung über die zuschussfähigen Beiträge zur Kranken- und Pflegepflichtversicherung übermitteln die Versicherer seit 2026 digital an den Arbeitgeber statt auf Papier.
Pflegepflichtversicherung für Beamte: der Beihilfetarif PVB
Beamte versichern in der privaten Pflegepflichtversicherung nur den Anteil, den die Beihilfe bei Pflegebedürftigkeit nicht übernimmt. Beim Bund und in den meisten Ländern sind das für aktive Beamte 50 Prozent, entsprechend niedriger fällt der Beitrag aus: Er liegt 2026 im Schnitt bei 56,50 € und höchstens bei 83,70 €.
Die Versicherer führen dafür eine eigene Tarifstufe, meist PVB genannt. Bei der Postbeamtenkrankenkasse etwa zahlen Ehepaare in der Stufe PVB zusammen höchstens 125,56 €, Kinder bis 18 Jahre sind beitragsfrei, und eine Anwartschaft kostet 9,96 € im Monat. Die Union Krankenversicherung weist für einen 30-jährigen Bundesbeamten mit 50 Prozent Beihilfe einen PVB-Beitrag von 36,04 € aus. Bei der Allianz heißt der Baustein ebenfalls PVB und ist im Anwärterbeitrag von 72,34 € für einen 19-Jährigen bereits enthalten.
| Beispiel Beamte | Pflegepflicht (PVB) | Hinweis |
|---|---|---|
| Bundesbeamter, 30 Jahre, 50 % Beihilfe (UKV) | 36,04 € | zusätzlich zum Beihilfetarif |
| Durchschnitt Beihilfeberechtigte | 56,50 € | alle Altersgruppen |
| Höchstbeitrag einzeln | 83,70 € | nach 5 Jahren |
| Höchstbeitrag Ehepaar | 125,55 € | beide beihilfeberechtigt bzw. berücksichtigungsfähig |
Wichtig für Pensionäre: Steigt der Beihilfesatz im Ruhestand auf 70 Prozent, sinkt der abzusichernde Anteil in der Pflegepflicht auf 30 Prozent – der Versicherer stellt den Tarif entsprechend um. In Sachsen gelten für die Pflege abweichende Beihilfesätze von 50, 70 und 80 Prozent. Für neue Beamte ist außerdem die Öffnungsaktion relevant: In der Pflegepflichtversicherung wird dabei kein gesundheitsabhängiger Risikozuschlag erhoben.
Wir berechnen Restkostentarif und Pflegepflicht passend zu Ihrem Beihilfesatz und Ihrem Dienstherrn.
Private Pflegepflichtversicherung für Kinder, Ehepartner und Studenten
Kinder sind in der privaten Pflegepflichtversicherung in der Regel beitragsfrei mitversichert – ein deutlicher Unterschied zur Krankenversicherung, in der jedes Kind einen eigenen Beitrag kostet. Voraussetzung ist, dass das Kind über einen Elternteil privat krankenversichert ist; bei Beihilfetarifen gilt die Beitragsfreiheit beispielsweise bis zum 18. Lebensjahr.
Ehepartner: gemeinsame Obergrenze
Für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner gibt es unter bestimmten Voraussetzungen eine gemeinsame Beitragsobergrenze von 150 Prozent des Höchstbeitrags. Ohne Beihilfe sind das 313,89 €, mit Beihilfe 125,55 € für beide zusammen. Die Begrenzung greift vor allem, wenn ein Partner kein oder nur ein geringes Einkommen hat, und gilt nicht für jeden Vertrag automatisch – wir prüfen im Angebot, ob sie für Sie in Frage kommt.
Studenten und Auszubildende
Wer sich als Student von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lässt und in einen Ausbildungstarif der PKV geht, braucht ebenfalls eine Pflegepflichtversicherung. Die Union Krankenversicherung führt dafür eine eigene Studentenstufe PVS mit 31,92 € im Monat; bei der Allianz kommt die Pflegepflicht in den Ausbildungstarifen ab 25 Jahren zum Beitrag hinzu. Zum Vergleich: In der studentischen Pflegeversicherung der GKV zahlen Studenten 30,78 €, kinderlos 35,91 €. Mehr dazu auf unserer Seite PKV für Studenten.
| Personengruppe | Pflegepflicht | Beitrag 2026 |
|---|---|---|
| Kinder privat versicherter Eltern | in der Regel beitragsfrei mitversichert | 0,00 € |
| Ehepaar ohne Beihilfe | gemeinsame Obergrenze (150 %) | max. 313,89 € |
| Ehepaar mit Beihilfe | gemeinsame Obergrenze (150 %) | max. 125,55 € |
| Studenten (UKV, Stufe PVS) | eigene Ausbildungsstufe | 31,92 € |
| Anwartschaft ohne Beihilfe (PBeaKK) | Versicherung ruht | 11,81 € |
Wer ins Ausland geht oder vorübergehend gesetzlich versichert wird, kann die Pflegepflichtversicherung wie die Krankenversicherung als Anwartschaft ruhen lassen und so seine Einstufung nach Eintrittsalter sichern. Wie Familien insgesamt am besten fahren, lesen Sie unter GKV oder PKV für Kinder.
Leistungen der privaten Pflegepflichtversicherung nach Pflegegrad
Die Leistungen der privaten Pflegepflichtversicherung sind per Gesetz gleichwertig mit denen der sozialen Pflegeversicherung. Es gibt keinen Tarif mit mehr oder weniger Leistung – deshalb unterscheiden sich die Versicherer in der Pflegepflicht nur beim Beitrag und beim Service, nicht beim Schutz.
Grundlage ist der Pflegegrad von 1 bis 5. Ihn stellen Gutachter der Medicproof fest, des medizinischen Dienstes der privaten Versicherer, meist bei einem Hausbesuch. Je höher der Pflegegrad, desto höher Pflegegeld und Sachleistungsbetrag.
| Leistung | Wofür | Hinweis in der PPV |
|---|---|---|
| Pflegegeld | Pflege durch Angehörige zu Hause | ab Pflegegrad 2, monatlich |
| Pflegesachleistung | ambulanter Pflegedienst | als Kostenerstattung gegen Rechnung |
| Kombinationsleistung | Angehörige und Pflegedienst | anteilige Verrechnung |
| Tages- und Nachtpflege | teilstationäre Betreuung | zusätzlich zu Pflegegeld möglich |
| Kurzzeit- und Verhinderungspflege | Urlaub oder Ausfall der Pflegeperson | jährliches Budget |
| Vollstationäre Pflege | Pflegeheim | Zuschuss zu den pflegebedingten Kosten |
| Pflegehilfsmittel | Pflegebett, Verbrauchsmaterial | monatliche Pauschale für Verbrauch |
| Wohnumfeldverbesserung | Umbau von Bad, Treppenlift | Zuschuss je Maßnahme |
| Entlastungsbetrag | Alltagshilfen | bereits ab Pflegegrad 1 |
| Pflegeberatung | Beratung zu Hause oder telefonisch | durch die compass Pflegeberatung |
Pflegebedürftige Beihilfeberechtigte
Bei Beamten teilen sich Beihilfe und Pflegepflichtversicherung die Leistung im Verhältnis des Beihilfesatzes. Ein aktiver Beamter mit 50 Prozent Beihilfe erhält also die Hälfte des Pflegegelds vom Dienstherrn und die andere Hälfte vom Versicherer. Die Summe entspricht der vollen gesetzlichen Leistung.
Wir rechnen Ihnen zur Krankenvollversicherung auf Wunsch ein passendes Pflegetagegeld mit – kostenlos und unverbindlich.
Beitragserhöhung in der privaten Pflegepflichtversicherung 2026
Zum 1. Januar 2026 haben die Versicherer die Beiträge der privaten Pflegepflichtversicherung deutlich angehoben: ohne Beihilfe (PVN) im Schnitt um 16 Prozent, mit Beihilfe (PVB) um 6 Prozent. Einzelne Gesellschaften lagen darunter – beim Münchener Verein etwa stieg die Pflegepflicht um 6,93 Prozent.
Der Grund liegt in der Leistungsentwicklung: Die Ausgaben der privaten Pflegepflichtversicherung stiegen von rund 880 Millionen Euro im Jahr 2014 auf fast 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2024, die Zahl der Leistungsempfänger von etwa 169.000 auf etwa 379.000. Die Pflegereformen der vergangenen Jahre haben die Leistungen ausgeweitet, und diese Mehrleistungen gelten in der PPV genauso wie in der sozialen Pflegeversicherung.
- 2014Leistungsausgaben der PPV rund 880 Mio. €, ca. 169.000 Leistungsempfänger
- 2024Leistungsausgaben fast 2,8 Mrd. €, ca. 379.000 Leistungsempfänger
- 2025Beitragseinnahmen der PPV 6,3 Mrd. €, Versicherungsleistungen Pflege 3,0 Mrd. €
- 01.01.2026Anpassung: PVN Ø +16 %, PVB Ø +6 %; Höchstbeitrag steigt auf 209,26 €
- 2027Pflegereform geplant, aber noch nicht beschlossen
Für Versicherte mit mindestens fünf Jahren Versicherungszeit ist die Erhöhung durch den Höchstbeitrag begrenzt: Mehr als 209,26 € (mit Beihilfe 83,70 €) darf der Versicherer nicht verlangen. Der Höchstbeitrag selbst steigt allerdings mit der Beitragsbemessungsgrenze – 2027 voraussichtlich auf Basis von 6.375,00 € im Monat. Für 2027 plant die Bundesregierung außerdem eine Neuordnung der Pflegeversicherung, unter anderem einen höheren Kinderlosenzuschlag in der sozialen Pflegeversicherung; beschlossen ist das noch nicht.
Wie Sie auf Beitragserhöhungen in der Krankenversicherung reagieren, lesen Sie im Ratgeber PKV-Beitragserhöhung. Nach einer Anpassung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht – in der Pflegepflicht bringt ein Wechsel aber wenig, weil Leistungen und Beitragsgrenzen überall gleich sind.
Private Pflegepflichtversicherung: Worauf Sie achten sollten
Bei der privaten Pflegepflichtversicherung gibt es wenig zu entscheiden, aber einige Punkte, die Geld sparen oder Ärger vermeiden. Die wichtigsten aus unserer Beratungspraxis:
- Früh einsteigen: Der Beitrag richtet sich nach dem Eintrittsalter. Wer mit Mitte zwanzig in die PKV wechselt, zahlt in der Pflegepflicht oft 55 bis 65 € statt des Durchschnitts von 122,64 €.
- Zuschuss prüfen: Ihr Arbeitgeber muss die Hälfte übernehmen, höchstens 104,63 €. Kontrollieren Sie auf der Gehaltsabrechnung, ob beide Zuschüsse – Kranken- und Pflegeversicherung – gezahlt werden.
- Steuer nutzen: Beiträge zur Pflegepflicht sind als Basisabsicherung voll als Vorsorgeaufwendungen absetzbar. Details im Ratgeber PKV steuerlich absetzen.
- Kinder anmelden: Auch beitragsfreie Kinder müssen beim Versicherer gemeldet werden – am besten zusammen mit der Kindernachversicherung in der Krankenversicherung.
- Beihilfesatz aktualisieren: Ändert sich Ihr Beihilfesatz, etwa mit dem zweiten Kind oder bei Pensionierung, muss die PVB-Stufe angepasst werden.
- Pflegelücke bedenken: Die Pflegepflicht ist eine Teilabsicherung. Ein Pflegetagegeld lässt sich bei guter Gesundheit am günstigsten in jungen Jahren abschließen.
Vorteile der PPV
- Beitrag unabhängig vom Einkommen – oft deutlich unter dem GKV-Beitrag
- Höchstbeitragsgarantie nach fünf Versicherungsjahren
- Kein Kinderlosenzuschlag
- Kinder in der Regel beitragsfrei mitversichert
- Aufnahme ohne Ablehnung und ohne Leistungsausschlüsse
Nachteile der PPV
- Beitrag steigt mit den Leistungsausgaben, 2026 im Schnitt +16 %
- Kein Zuschuss der Rentenversicherung im Ruhestand
- Kostenerstattung statt Sachleistung – Rechnungen einreichen
- Deckt wie die soziale Pflegeversicherung nur einen Teil der Pflegekosten
Weil die Pflegepflicht bei allen Gesellschaften gleich leistet, entscheidet sich die Wahl des Versicherers an der Krankenvollversicherung. Welche Tarife derzeit überzeugen, zeigen unsere Übersichten PKV-Tarife und PKV-Testsieger; einen schnellen Beitragsvergleich bietet der PKV-Rechner.
Wir vergleichen die Vollversicherung passender Anbieter und weisen Pflegepflicht, Zuschlag und Arbeitgeberanteil einzeln aus.
Häufige Fragen zur privaten Pflegepflichtversicherung
Was kostet die private Pflegepflichtversicherung 2026?
Angestellte und Selbstständige zahlen 2026 in der privaten Pflegepflichtversicherung im Durchschnitt 122,64 € im Monat, Beihilfeberechtigte 56,50 €. Nach fünf Jahren Versicherungszeit ist der Beitrag auf den Höchstbeitrag von 209,26 € begrenzt, mit Beihilfe auf 83,70 €. Junge Versicherte zahlen oft deutlich weniger, zum Beispiel 55,47 € mit 24 Jahren bei der Allianz.
Ist die Pflegeversicherung in der PKV Pflicht?
Ja. Wer privat krankenversichert ist, muss auch eine private Pflegepflichtversicherung abschließen. Die Pflegeversicherung folgt der Krankenversicherung: Privat Krankenversicherte sind in der Regel bei ihrem Krankenversicherer auch pflegeversichert. Der Versicherer darf niemanden ablehnen und keine Vorerkrankungen ausschließen.
Zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss zur privaten Pflegeversicherung?
Ja. Angestellte erhalten 2026 die Hälfte ihres Beitrags zur Pflegepflichtversicherung, höchstens 104,63 € im Monat, in Sachsen höchstens 75,56 €. Zusammen mit dem Zuschuss zur Krankenversicherung liegt der Höchstbetrag bei 613,22 €.
Welche Leistungen zahlt die private Pflegepflichtversicherung?
Die private Pflegepflichtversicherung leistet genauso viel wie die soziale Pflegeversicherung: Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Tages- und Nachtpflege, Kurzzeit- und Verhinderungspflege, vollstationäre Pflege, Pflegehilfsmittel und Zuschüsse für den Umbau der Wohnung. Die Höhe richtet sich nach dem Pflegegrad 1 bis 5. Statt Sachleistungen erhalten Privatversicherte eine Kostenerstattung.
Sind Kinder in der privaten Pflegepflichtversicherung beitragsfrei?
Kinder sind in der Pflegepflichtversicherung in der Regel beitragsfrei mitversichert, anders als in der privaten Krankenversicherung, wo jedes Kind einen eigenen Beitrag kostet. Bei Beihilfetarifen gilt die Beitragsfreiheit zum Beispiel bis zum 18. Lebensjahr.
Warum ist der Beitrag zur privaten Pflegeversicherung 2026 gestiegen?
Zum 1. Januar 2026 stiegen die Beiträge ohne Beihilfe im Schnitt um 16 Prozent, mit Beihilfe um 6 Prozent. Grund sind die stark gewachsenen Leistungsausgaben: von rund 880 Millionen Euro im Jahr 2014 auf fast 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2024. Die Zahl der Leistungsempfänger stieg im selben Zeitraum von etwa 169.000 auf etwa 379.000.
Wie viel zahlen Beamte für die Pflegepflichtversicherung?
Beamte versichern in der Pflegepflichtversicherung nur den Anteil, den die Beihilfe nicht übernimmt, meist 50 Prozent. Der Durchschnittsbeitrag liegt 2026 bei 56,50 €, der Höchstbeitrag bei 83,70 € und für Ehepaare zusammen bei 125,55 €.
Kann ich die Beiträge zur Pflegepflichtversicherung von der Steuer absetzen?
Ja. Beiträge zur Pflegepflichtversicherung gehören zur Basisabsicherung und sind als Vorsorgeaufwendungen in voller Höhe steuerlich absetzbar, zusammen mit dem Basisanteil Ihrer privaten Krankenversicherung. Ein erhaltener Arbeitgeberzuschuss wird dabei abgezogen.
Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen Ihr Angebot individuell — für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.
