Eine Person ordnet Unterlagen neben einer gepackten Reisetasche.
PKV-Anwartschaft: Wann kommt eine kleine oder große Anwartschaftsversicherung infrage?

Ratgeber Wechsel & Kündigung · Stand 2026

Anwartschaftsversicherung PKV 2026: So sichern Sie sich die Rückkehr in die private Krankenversicherung

Ein Jahr im Ausland, ein Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze, ein Dienst mit Heilfürsorge: Wer seine private Krankenversicherung vorübergehend nicht braucht, sollte sie trotzdem nicht einfach kündigen. Mit einer Anwartschaftsversicherung ruht der Vertrag für wenige Euro – und Sie kommen später ohne neue Gesundheitsprüfung zurück.

ab 1 €kleine Anwartschaft im Monat
ca. 30 %des Tarifbeitrags für die große
0neue Gesundheitsfragen bei Rückkehr
3 MonateKündigungsfrist bei GKV-Pflicht

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Inhalt dieser Seite
  1. Was ist eine Anwartschaft?
  2. Kleine und große Anwartschaft
  3. Wann sie sinnvoll ist
  4. Was sie kostet
  5. Polizei, Feuerwehr, Soldaten
  6. Anwartschaft oder Optionstarif
  7. So beantragen Sie sie
  8. Lohnt sie sich?
  9. Deutsche PKV ruhen lassen bei einem dauerhaften Auslandsaufenthalt
  10. Häufige Fragen

Anwartschaftsversicherung in der PKV: die Kurzantwort

Die Anwartschaftsversicherung legt Ihren PKV-Vertrag still, ohne ihn zu beenden. Sie zahlen einen reduzierten Beitrag und erhalten keine Leistungen, behalten aber das Recht, später ohne neue Gesundheitsprüfung in Ihren Tarif zurückzukehren. Die große Anwartschaft sichert zusätzlich Ihr ursprüngliches Eintrittsalter und die Alterungsrückstellungen.

  • Kleine Anwartschaft: Gesundheitszustand gesichert, neues Eintrittsalter – ab 1 € im Monat.
  • Große Anwartschaft: Eintrittsalter und Rückstellungen gesichert – oft rund 30 % des Tarifbeitrags.
  • Typische Anlässe: Ausland, GKV-Pflicht unter 77.400 € Gehalt, Heilfürsorge, geänderter Beihilfesatz.
  • Bei GKV-Pflicht können Sie die PKV nur 3 Monate lang rückwirkend kündigen – die Anwartschaft ist die Alternative.

Was ist eine Anwartschaftsversicherung in der PKV?

Eine Anwartschaftsversicherung in der PKV ist ein ruhender Krankenversicherungsvertrag: Der Versicherungsschutz ist ausgesetzt, das Vertragsverhältnis besteht aber weiter. Sie zahlen in dieser Zeit einen stark reduzierten Beitrag und bekommen keine Arzt-, Krankenhaus- oder Zahnleistungen erstattet. Was Sie dafür erhalten, ist ein Anspruch: Endet der Anlass für die Pause, lebt Ihr Vollschutz im bisherigen Tarif wieder auf – ohne Antrag mit Gesundheitsfragen, ohne Risikozuschläge für Krankheiten, die in der Zwischenzeit aufgetreten sind, und ohne Leistungsausschlüsse.

Warum das so wertvoll ist, zeigt der Blick auf die Alternative. Wer seine private Krankenversicherung kündigt und Jahre später einen neuen Vertrag beantragt, wird wieder komplett geprüft. Eine Allergie, eine Rückenbehandlung, eine psychotherapeutische Sitzung oder ein erhöhter Blutdruck aus der Zwischenzeit können dann zu Zuschlägen führen oder sogar zur Ablehnung. Die Anwartschaft friert den Gesundheitszustand vom Tag Ihres ursprünglichen Vertragsbeginns ein. Wie die Gesundheitsprüfung in der PKV abläuft und welche Vorerkrankungen kritisch sind, erklären wir in eigenen Ratgebern.

Rechtlich ist die Anwartschaft kein eigener Versicherungszweig, sondern eine Vereinbarung zu Ihrem bestehenden Vertrag, die jeder Versicherer in seinen Tarifbedingungen regelt. Die meisten privaten Krankenversicherer bieten sie für ihre Vollversicherung, ihre Beihilfetarife und die Pflegepflichtversicherung an. Die Namen unterscheiden sich: Die Continentale spricht von ANV und AWVA, die Bayerische Beamtenkrankenkasse von BeihilfeOption und Anwartschaft Form H, die DBV von AWFH.

Kleine und große Anwartschaft in der PKV: der entscheidende Unterschied

Die kleine Anwartschaft sichert nur Ihren Gesundheitszustand, die große Anwartschaft zusätzlich Ihr Eintrittsalter und Ihre Alterungsrückstellungen. Welche Variante passt, hängt davon ab, wie lange die Pause dauert und wie alt Sie bei der Rückkehr sind.

Kleine und große Anwartschaftsversicherung im Vergleich
MerkmalKleine AnwartschaftGroße Anwartschaft
Gesundheitsprüfung bei Rückkehrentfälltentfällt
Eintrittsalter bei RückkehrAlter bei Wiederauflebenursprüngliches Eintrittsalter
Alterungsrückstellungenwerden nicht weiter aufgebautwerden weiter aufgebaut
Beitragsehr niedrig, oft wenige EuroProzentsatz des Tarifbeitrags, z. B. 23–41 %
BeispieleBeihilfeOption (1 €), ANV / ANV-UAnwartschaft Form H, AWVA / AWVA-U
Geeignet fürkurze Pausen, junge Versichertelange Pausen, Versicherte ab etwa 35

Was das Eintrittsalter in Euro bedeutet

Der Beitrag einer privaten Krankenversicherung richtet sich nach dem Alter, in dem Sie in den Tarif eintreten. Mit der kleinen Anwartschaft rechnet der Versicherer bei Ihrer Rückkehr so, als würden Sie jetzt neu eintreten – nur eben ohne Gesundheitsprüfung. Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt ein Beispiel aus dem Tarif MeinGesundheitsschutz Plus 90 mit Zahn 90 der Allianz (inklusive Krankentagegeld, gesetzlichem Zuschlag und Pflegepflichtversicherung):

Beispiel: Allianz MeinGesundheitsschutz Plus 90 + Zahn 90, Monatsbeitrag 2026 nach Eintrittsalter

Wer mit 24 Jahren versichert war, zehn Jahre pausiert und mit kleiner Anwartschaft zurückkehrt, zahlt in diesem Beispiel 117,00 € mehr im Monat – also rund 1.404 € im Jahr, und das für den Rest der Vertragslaufzeit. Mit der großen Anwartschaft bliebe es beim Beitrag für das Eintrittsalter 24, weil die Rückstellungen in der Pause weiter angespart wurden. Wie die Alterungsrückstellungen genau funktionieren, lesen Sie im eigenen Ratgeber.

Unsere Faustregel: Bei Pausen bis etwa zwei Jahren und jungen Versicherten reicht meist die kleine Anwartschaft – der Altersaufschlag ist dann gering. Dauert die Pause fünf Jahre oder länger oder sind Sie bereits über 35, rechnet sich die große Anwartschaft häufig, weil jeder Jahrgang Eintrittsalter den Beitrag dauerhaft erhöht.

Wann eine Anwartschaftsversicherung in der PKV sinnvoll ist

Eine PKV-Anwartschaft ist immer dann sinnvoll, wenn Sie Ihren privaten Schutz vorübergehend nicht brauchen oder nicht behalten dürfen, aber später zurückkehren wollen. Fünf Situationen kommen in der Praxis besonders häufig vor.

1. Auslandsaufenthalt

Wer für ein Sabbatical, eine Entsendung oder einige Jahre Arbeit im Ausland Deutschland verlässt, ist dort meist über den Arbeitgeber oder eine örtliche Krankenversicherung abgesichert. Die deutsche PKV doppelt zu bezahlen, lohnt dann nicht. Die Anwartschaft hält die Tür nach Hause offen. Für die Leistungen im Ausland ist aber ein anderer Vertrag zuständig – die ruhende PKV erstattet in dieser Zeit nichts. Was Ihre PKV bei Reisen und kürzeren Aufenthalten leistet, klärt der Ratgeber PKV im Ausland.

2. Versicherungspflicht in der GKV

Fällt Ihr Bruttogehalt unter die Versicherungspflichtgrenze – 77.400 € im Jahr 2026, voraussichtlich 84.150 € im Jahr 2027 –, werden Sie als Angestellter wieder gesetzlich pflichtversichert. Das passiert etwa bei Teilzeit, einem Jobwechsel mit geringerem Gehalt oder bei Arbeitslosigkeit mit Arbeitslosengeld I. Nach § 205 VVG dürfen Sie die PKV dann innerhalb von drei Monaten rückwirkend kündigen. Die klügere Lösung: den Vertrag in eine Anwartschaft umwandeln. Steigt Ihr Einkommen später wieder über die Grenze, kehren Sie in Ihren alten Tarif zurück. Der deutliche Sprung der Grenze 2027 macht das Thema für viele Angestellte akut – Einzelheiten im Ratgeber Versicherungspflichtgrenze 2027. Wer umgekehrt dauerhaft zurück will, findet die Regeln unter Zurück in die GKV.

3. Arbeitslosigkeit und Elternzeit

Arbeitslosengeld I führt in aller Regel zur Versicherungspflicht – mit denselben Folgen wie ein sinkendes Gehalt. Auch in der Elternzeit kann sich die Frage stellen, etwa wenn Sie in Teilzeit unter die Grenze rutschen. Welche Befreiungsmöglichkeiten es gibt und wann eine Anwartschaft die bessere Wahl ist, beschreiben die Ratgeber PKV bei Arbeitslosigkeit und PKV in der Elternzeit.

4. Heilfürsorge bei Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr

Polizeibeamte, Berufsfeuerwehrleute sowie Berufs- und Zeitsoldaten erhalten während des aktiven Dienstes freie Heilfürsorge beziehungsweise truppenärztliche Versorgung. Mit der Pensionierung oder dem Ende der Dienstzeit fällt diese weg – ab dann brauchen sie eine Restkostenversicherung zur Beihilfe. Die Anwartschaft stellt sicher, dass dieser Wechsel ohne Gesundheitsprüfung klappt, auch wenn der Dienst Spuren hinterlassen hat. Mehr dazu im Abschnitt Polizei, Feuerwehr und Soldaten.

5. Sinkender Beihilfesatz

Beamte müssen ihre private Krankenversicherung aufstocken, wenn der Beihilfesatz sinkt – etwa wenn das zweite Kind aus dem Familienzuschlag herausfällt und der Bundessatz von 70 wieder auf 50 Prozent zurückgeht. Nach § 199 Abs. 2 VVG ist diese Aufstockung ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten möglich, wenn Sie den Antrag innerhalb von sechs Monaten stellen. Für den neuen Anteil gilt allerdings Ihr aktuelles Eintrittsalter – außer Sie haben eine große Anwartschaft auf diesen Anteil. Wie sich die Sätze zusammensetzen, erklärt der Ratgeber Beihilfe.

Anwartschaft oder Kündigung?

Sie werden gesetzlich pflichtversichert oder gehen ins Ausland? Wir prüfen, welche Anwartschaft Ihr Versicherer bietet und was sie kostet.

Was kostet eine Anwartschaftsversicherung in der PKV?

Die Kosten einer PKV-Anwartschaft reichen von 1 € im Monat für eine kleine Beihilfe-Anwartschaft bis zu etwa einem Drittel des vollen Tarifbeitrags für eine große Anwartschaft. Die große Anwartschaft wird fast immer als Prozentsatz des aktuellen Tarifbeitrags berechnet und steigt deshalb bei Beitragsanpassungen mit.

Anwartschaften und Beiträge ausgewählter Versicherer, Stand 2026
AnbieterTarifArtBeitrag
Bayerische BeamtenkrankenkasseBeihilfeOptionkleine Anwartschaft, Beihilfe1,00 € im Monat, jedes Alter
Union KrankenversicherungBeihilfeOptionkleine Anwartschaft, Beihilfe1,00 € im Monat
Bayerische BeamtenkrankenkasseAnwartschaft Form Hgroße Anwartschaft, Heilfürsorge23–41 % des Tarifbeitrags
ContinentaleANV / ANV-Ukleine Anwartschaftje nach Tarif
ContinentaleAWVA / AWVA-Ugroße Anwartschaft5 % (0–20 J.), 30 % (21–65 J.), 5 % (ab 66 J.)
PostbeamtenkrankenkassePflegepflicht PVB / PVNAnwartschaft Pflege9,96 € / 11,81 € im Monat
Union KrankenversicherungOptionPRIVATAnwartschaft für GKV-Versicherte4,50 € im Monat (20–45 J.)

Bei der Anwartschaft Form H der Bayerischen Beamtenkrankenkasse hängt der Prozentsatz vom Baustein ab: BeihilfeCOMFORT kostet 23 bzw. 27 Prozent (mit Selbstbehalt), BeihilfeKlinikPlus 41 Prozent, BeihilfeZahnPlus 27 Prozent und BeihilfeErgänzungPlus 25 Prozent des jeweiligen Tarifbeitrags.

Rechenbeispiel: zwei Jahre Pause

Als Beispiel nehmen wir den durchschnittlichen Monatsbeitrag eines Erwachsenen ohne Beihilfe von 559 € (PKV-Verband) und eine Pause von 24 Monaten, etwa für eine Entsendung ins Ausland. Für die große Anwartschaft setzen wir 30 Prozent an, wie es die Continentale für 21- bis 65-Jährige verlangt; für die kleine Anwartschaft die 4,50 € von OptionPRIVAT.

167,70 €große Anwartschaft im Monat (30 %)
4,50 €kleine Anwartschaft im Monat
4.024,80 €große Anwartschaft in 24 Monaten
13.416 €voller Beitrag in 24 Monaten
Beispielrechnung mit 559 € Tarifbeitrag; die tatsächlichen Sätze legt jeder Versicherer fest
Variante (24 Monate)Kosten gesamtWas Sie sichern
Vertrag voll weiterzahlen13.416,00 €alles, aber doppelter Schutz im Ausland
Große Anwartschaft4.024,80 €Gesundheitszustand, Eintrittsalter, Rückstellungen
Kleine Anwartschaft108,00 €Gesundheitszustand
Kündigen0,00 €nichts – neue Gesundheitsprüfung bei Rückkehr

Die große Anwartschaft kostet in diesem Beispiel 9.391,20 € weniger als das Weiterzahlen, die kleine sogar fast den gesamten Beitrag weniger. Ob sich der Aufpreis für die große Variante lohnt, hängt an der Dauer: Bei zwei Jahren ist der Altersaufschlag der kleinen Anwartschaft meist überschaubar, bei zehn Jahren – wie im Allianz-Beispiel oben mit über 100 € mehr im Monat – kaum noch. Wer beruflich im Ausland lebt und keinen deutschen Arbeitgeber hat, trägt den Beitrag allein; Angestellte in Deutschland mit GKV-Pflicht zahlen die Anwartschaft ebenfalls selbst.

PKV-Anwartschaft für Polizei, Feuerwehr und Soldaten

Für Heilfürsorgeberechtigte ist die Anwartschaft auf eine beihilfekonforme Restkostenversicherung der wichtigste Baustein der späteren privaten Krankenversicherung. Solange die Heilfürsorge gilt, zahlt der Dienstherr die Behandlung. Mit der Pension wechseln Sie in die Beihilfe – bei Bundesbeamten sind das im Ruhestand 70 Prozent – und brauchen für den Rest eine PKV.

Die Öffnungsaktion der PKV für Beamte gilt für Heilfürsorgeberechtigte und Soldaten ausdrücklich nur in Form einer Anwartschaft. Der Antrag muss innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der Heilfürsorge beziehungsweise der truppenärztlichen Versorgung beim Versicherer eingehen. Dann gelten die Bedingungen der Öffnungsaktion: keine Ablehnung aus Gesundheitsgründen, keine Leistungsausschlüsse und ein Risikozuschlag von höchstens 30 Prozent. Eine Anwartschaft bei einem teilnehmenden Versicherer schließt die Öffnungsaktion dort nicht aus.

Anwartschaften für Heilfürsorgeberechtigte
AnbieterTarifBesonderheit
Bayerische BeamtenkrankenkasseBeihilfeOption1,00 € im Monat; Polizeianwärter innerhalb von 3 Monaten nach Ausbildungsbeginn ohne Risikoprüfung (mit PVB)
Bayerische BeamtenkrankenkasseAnwartschaft Form Hgroße Anwartschaft mit Rückstellungen; Tarife gehen bei Ende der Heilfürsorge ohne Risikoprüfung in Kraft
Union KrankenversicherungBeihilfeOption1,00 € im Monat, für Polizei, Feuerwehr und Soldaten
DBVAWFHAnwartschaft für Heilfürsorgeberechtigte
DebekaAnwartschaftkombinierbar mit Zusatztarifen wie Krankenhaustagegeld und Zahnzusatz
Barmeniakleine und große Anwartschaftfür Heilfürsorgeberechtigte, dazu Pflegepflicht

Die große Anwartschaft lohnt sich für Polizisten und Soldaten besonders, weil zwischen Dienstbeginn und Pensionierung oft 30 bis 40 Jahre liegen. Wer mit 20 Jahren eine kleine Anwartschaft abschließt, wird mit 62 Jahren zu einem Beitrag für 62-Jährige versichert. Mit der großen Anwartschaft wurden in dieser Zeit Rückstellungen gebildet, der spätere Beitrag bleibt deutlich niedriger. Auch Zeitsoldaten, die nach zwölf Jahren in die Wirtschaft wechseln, profitieren – etwa als Angestellte über der Versicherungspflichtgrenze. Alles zur Absicherung im Polizeidienst finden Sie auf unserer Seite PKV für Polizisten.

Anwartschaft für Polizei und Bundeswehr

Wir vergleichen kleine und große Anwartschaften der Beihilfe-Versicherer und achten auf die Sechs-Monats-Frist der Öffnungsaktion.

Wann der heutige Schutz endet und welche Regelung beim eigenen Dienstherrn gilt, erläutert der Heilfürsorge-Ratgeber mit Länderübersicht. Klären Sie diesen Übergang, bevor Sie Zieltarif und Aktivierungsanlass der Anwartschaft festlegen.

Anwartschaft oder Optionstarif: den PKV-Wechsel für später sichern

Ein Optionstarif wirkt wie eine kleine Anwartschaft für Menschen, die noch gar nicht privat krankenversichert sind: Sie lassen Ihren Gesundheitszustand heute einmal prüfen und dürfen später ohne neue Prüfung in die Vollversicherung wechseln. Die Anwartschaft setzt dagegen einen bestehenden PKV-Vertrag voraus, den Sie ruhen lassen.

Optionstarife sind vor allem für gesetzlich Versicherte interessant, deren Wechsel in die PKV absehbar, aber noch nicht möglich ist: Angestellte knapp unter der Versicherungspflichtgrenze, Studenten und Lehramtsstudenten, die später verbeamtet werden, oder Gründer vor der Selbstständigkeit.

Optionstarife mit Wirkung einer kleinen Anwartschaft, Stand 2026
AnbieterTarifFür wenBeitrag
AllianzOptionFlexiMedGKV-Versicherte bis 49 Jahre4,95 € (0–24 J.) bis 13,95 € (45–48 J.)
Union KrankenversicherungOptionPRIVATAngestellte, bis 10 Jahre Laufzeit4,50 € (20–45 J.)
BarmeniaGenau-Für-Sie Option (GO)Lehramts- und Verwaltungsstudenten bis 401,00 €
NürnbergerOPTBA mit SZULehramts- und Jurastudenten2,95 €
HallescheSTUDI.medMedizin- und Zahnmedizinstudenten4,94 €
SDKOptionstarif für StudentenStudenten bis 38 Jahre12,42 € (23 J.)
INTERINTER OptiGKV-Versicherte bis 44, auch Heilfürsorgeje nach Alter
WürttembergischeOPTUGKV-Versicherte bis 45 Jahreje nach Alter

Eine Besonderheit bietet die Allianz: Seit September 2020 zählt jedes volle Jahr in OptionFlexiMed als leistungsfreies Jahr für die Beitragsrückerstattung nach dem Wechsel. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre und lässt sich um zehn weitere verlängern, höchstens bis zum 50. Geburtstag. Bei der Union Krankenversicherung muss die Umstellung aus OptionPRIVAT spätestens sechs Monate nach Ende der Versicherungspflicht beantragt werden.

Wichtig für Lehramtsstudenten

Die 1-Euro-Anwartschaften der Beamtenversicherer sind oft günstiger als jeder andere Weg in die Beihilfe-PKV mit Vorerkrankungen. Sie laufen neben der bestehenden studentischen Krankenversicherung. Wer die spätere Verbeamtung plant, sollte sie früh abschließen – Hinweise für angehende Lehrer stehen auf den Seiten PKV für Lehrer und PKV für Studenten.

Nicht zu verwechseln sind Anwartschaft und Optionstarif mit Upgrade-Optionen innerhalb eines bestehenden Vertrags, wie OPTION-P der Continentale oder NK.select FLEX der Hallesche: Sie erlauben den späteren Wechsel in einen höherwertigen Tarif ohne Gesundheitsprüfung, legen den Vertrag aber nicht still.

PKV-Anwartschaft beantragen: Schritt für Schritt

Eine Anwartschaftsversicherung in der PKV beantragen Sie formlos bei Ihrem Versicherer, möglichst bevor der Anlass eintritt. Entscheidend sind die Fristen, denn eine einmal wirksame Kündigung lässt sich nicht in eine Anwartschaft zurückverwandeln.

  1. Schritt 1Anlass klären: Auslandsaufenthalt, Versicherungspflicht, Heilfürsorge oder Beihilfeänderung. Bei Versicherungspflicht zählt das Datum, ab dem die gesetzliche Kasse Sie führt.
  2. Schritt 2Nachweis besorgen: Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse, Arbeitsvertrag für das Ausland oder Bescheid über die Heilfürsorge.
  3. Schritt 3Antrag stellen: Umstellung auf Anwartschaft schriftlich beim Versicherer beantragen – bei GKV-Pflicht innerhalb von drei Monaten, damit der Vertrag rückwirkend ruht und Sie nicht doppelt zahlen.
  4. Schritt 4Variante wählen: kleine oder große Anwartschaft, dazu die Pflegepflichtversicherung. Zusatzbausteine wie Krankentagegeld prüfen.
  5. Schritt 5Rückkehr anmelden: Endet der Anlass, beantragen Sie das Wiederaufleben rechtzeitig. Viele Bedingungen setzen dafür eine Frist, oft zwei bis sechs Monate.

Bei der Rückkehr gibt es keine Gesundheitsfragen. Sie werden wieder in den Tarif eingestuft, den Sie vorher hatten – mit dem Beitrag, der für Ihr Eintrittsalter zu diesem Zeitpunkt gilt. Wurde der Tarif in der Zwischenzeit für Neukunden geschlossen, bleibt Ihr Anspruch trotzdem bestehen. Möchten Sie bei der Rückkehr in einen anderen Tarif desselben Versicherers, gilt das Recht auf Tarifwechsel nach § 204 VVG; für Mehrleistungen darf dann eine Gesundheitsprüfung verlangt werden.

Achtung bei der Kündigung: Nach § 205 Abs. 6 VVG wird die Kündigung einer PKV-Vollversicherung nur wirksam, wenn Sie innerhalb von zwei Monaten eine Anschlussversicherung nachweisen. Und nach Ablauf der Drei-Monats-Frist bei Versicherungspflicht ist eine rückwirkende Kündigung nicht mehr möglich. Wer die Anwartschaft verpasst, zahlt im schlimmsten Fall PKV und GKV parallel. Die Einzelheiten zu Fristen stehen im Ratgeber PKV kündigen.

Wir begleiten die Umstellung

Wir prüfen die Anwartschaftsbedingungen Ihres Versicherers und rechnen kleine gegen große Anwartschaft – kostenlos und unverbindlich.

Lohnt sich eine Anwartschaftsversicherung in der PKV?

Eine PKV-Anwartschaft lohnt sich fast immer, wenn Sie realistisch damit rechnen, in die private Krankenversicherung zurückzukehren. Sie ist dagegen verzichtbar, wenn die Rückkehr ausgeschlossen ist – etwa weil Sie mit über 55 Jahren dauerhaft in der gesetzlichen Versicherung bleiben oder endgültig auswandern.

Vorteile

  • Rückkehr ohne Gesundheitsprüfung, auch nach schweren Erkrankungen
  • Große Anwartschaft sichert Eintrittsalter und Rückstellungen
  • Kleine Anwartschaft ab 1 € im Monat sehr günstig
  • Keine Doppelversicherung bei GKV-Pflicht oder im Ausland
  • Für Heilfürsorgeberechtigte Zugang über die Öffnungsaktion

Nachteile

  • Kein Leistungsanspruch während der Anwartschaft
  • Große Anwartschaft kostet oft rund 30 % des Tarifbeitrags
  • Beitrag steigt bei Beitragsanpassungen des Tarifs mit
  • Bedingungen, Fristen und Laufzeiten je Versicherer verschieden
  • Nutzlos, wenn die Rückkehr in die PKV ausgeschlossen ist

Unsere Entscheidungshilfe

Große Anwartschaft wählen, wenn die Pause länger als etwa drei bis fünf Jahre dauert, Sie schon über 35 sind oder Sie einen alten Tarif mit guten Bedingungen halten möchten. Kleine Anwartschaft genügt bei kurzen Pausen und jungen Versicherten, deren Altersaufschlag gering bleibt. Keine Anwartschaft brauchen Sie nur, wenn Sie sicher nicht zurückkehren.

Besonders ab 50 sollten Sie die Lage genau durchrechnen: Nach § 6 Abs. 3a SGB V bleibt ab 55 versicherungsfrei, wer in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war und davon mindestens die Hälfte versicherungsfrei, befreit oder selbstständig war. Wer in diesem Alter in die GKV rutscht und dort nicht dauerhaft bleiben kann, ist auf seinen alten PKV-Vertrag angewiesen – ohne Anwartschaft bliebe im schlimmsten Fall nur der Basistarif. Mehr dazu im Ratgeber GKV-Rückkehr über 55.

Sind Sie noch gar nicht privat versichert und möchten wissen, ob Sie mit Ihrer Vorgeschichte überhaupt angenommen würden, ist die anonyme Risikovoranfrage der richtige erste Schritt. Einen Überblick über Beiträge nach Alter und Beruf gibt unser PKV-Rechner.

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Deutsche PKV ruhen lassen bei einem dauerhaften Auslandsaufenthalt

Wer seine deutsche PKV für einen Auslandsaufenthalt in eine Anwartschaft umstellt, benötigt vor Ort einen aktiven Krankenversicherungsschutz. Die Anwartschaft bezahlt normalerweise keine laufenden Behandlungen. Außerdem muss geklärt sein, wann und unter welchen Nachweisen die deutsche Versicherung wieder aktiviert werden kann.

Die örtlichen Systeme unterscheiden sich erheblich: In den Niederlanden kann eine Basisversicherungspflicht bestehen, während in den USA Zugang, Ärztenetz und Eigenkostengrenzen im Mittelpunkt stehen. Für die Türkei sind SGK und ergänzende Privatpolicen gesondert zu prüfen. Eine Anwartschaft sollte zur tatsächlichen Rückkehrplanung passen.

Häufige Fragen zur Anwartschaftsversicherung in der PKV

Was ist eine Anwartschaftsversicherung in der PKV?

Eine Anwartschaftsversicherung ist ein ruhender PKV-Vertrag. Während der Anwartschaft zahlt der Versicherer keine Leistungen, Sie zahlen dafür nur einen kleinen Teil des Beitrags. Im Gegenzug sichert sie Ihnen das Recht, den Vollschutz später ohne neue Gesundheitsprüfung wieder aufleben zu lassen – etwa nach einem Auslandsaufenthalt oder einer Phase in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Was ist der Unterschied zwischen kleiner und großer Anwartschaft?

Die kleine Anwartschaft sichert nur den Gesundheitszustand: Sie kommen ohne Gesundheitsprüfung zurück, zahlen aber einen Beitrag nach Ihrem dann erreichten Alter. Die große Anwartschaft sichert zusätzlich das ursprüngliche Eintrittsalter und baut die Alterungsrückstellungen weiter auf. Sie ist deshalb deutlich teurer, oft rund 30 Prozent des normalen Tarifbeitrags.

Was kostet eine Anwartschaftsversicherung in der PKV?

Eine kleine Anwartschaft oder Beihilfe-Anwartschaft gibt es ab 1 € im Monat, etwa die BeihilfeOption der Bayerischen Beamtenkrankenkasse und der Union Krankenversicherung. Für die große Anwartschaft verlangen Versicherer meist einen Prozentsatz des Tarifbeitrags; bei der Continentale sind es 30 Prozent im Alter von 21 bis 65 Jahren. Bei einem Tarifbeitrag von 559 € wären das rund 168 € im Monat.

Brauche ich eine Anwartschaft, wenn ich wieder gesetzlich versichert werde?

Wenn Sie später in die PKV zurückwollen, ist sie dringend zu empfehlen. Sinkt Ihr Gehalt unter die Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € (2026), werden Sie gesetzlich pflichtversichert und können die PKV innerhalb von drei Monaten rückwirkend kündigen. Statt zu kündigen, stellen Sie den Vertrag auf eine Anwartschaft um. Verdienen Sie später wieder genug, kehren Sie ohne Gesundheitsprüfung in Ihren alten Tarif zurück.

Lohnt sich eine Anwartschaft bei einem Auslandsaufenthalt?

Bei einem befristeten Aufenthalt von ein bis mehreren Jahren meistens ja. Sie zahlen nur einen Bruchteil des Beitrags und kommen ohne Gesundheitsprüfung in den alten Tarif zurück. Wer dauerhaft auswandert und nicht zurückkehren will, braucht sie dagegen nicht. Wichtig: Für die Zeit im Ausland brauchen Sie eine eigene Krankenversicherung, denn die ruhende PKV leistet nicht.

Welche Anwartschaft brauchen Polizisten und Soldaten mit Heilfürsorge?

Heilfürsorgeberechtigte schließen eine Anwartschaft auf eine beihilfekonforme Restkostenversicherung ab. So sind sie bei Pensionierung oder Ausscheiden aus dem Dienst ohne Gesundheitsprüfung versichert. Über die Öffnungsaktion der PKV ist das innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der Heilfürsorge auch mit Vorerkrankungen möglich. Beispiele sind die BeihilfeOption für 1 € und die große Anwartschaft Form H der Bayerischen Beamtenkrankenkasse.

Muss ich in der Anwartschaft auch die Pflegeversicherung weiterführen?

Die private Pflegepflichtversicherung kann ebenfalls als Anwartschaft ruhen. Die Beiträge dafür sind niedrig: Bei der Postbeamtenkrankenkasse kostet die Anwartschaft 9,96 € im Monat in der Beihilfe-Stufe PVB und 11,81 € in der Stufe PVN. Wer bereits gesetzlich pflegeversichert ist, zahlt dort den regulären Pflegebeitrag.

Wie lange kann eine PKV-Anwartschaft laufen?

Die Dauer legt jeder Versicherer in seinen Bedingungen fest. Anwartschaften wegen Auslandsaufenthalt oder GKV-Pflicht laufen in der Regel, solange der Anlass besteht. Optionstarife mit ähnlicher Wirkung sind oft befristet: OptionPRIVAT der Union Krankenversicherung zum Beispiel bis zu zehn Jahre, OptionFlexiMed der Allianz zehn Jahre mit Verlängerung um weitere zehn Jahre bis zum 50. Geburtstag.

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