Ein Paar prüft Unterlagen an einem Beratungstisch vor großen Fenstern.
Beihilfe und private Krankenversicherung: Welcher Anteil muss durch den eigenen Tarif abgesichert werden?

Ratgeber Beamte & Beihilfe · 2026

Beihilfe und PKV 2026: Bemessungssätze, Kosten und die passende private Krankenversicherung

Als Beamter bekommen Sie keinen Arbeitgeberzuschuss, sondern Beihilfe: Ihr Dienstherr erstattet einen festen Anteil Ihrer Krankheitskosten, meist 50 Prozent. Den Rest übernimmt eine private Krankenversicherung, die genau auf diesen Anteil zugeschnitten ist. Hier lesen Sie, wie Beihilfe und PKV zusammenspielen, welche Sätze 2026 gelten und was die Restkostenversicherung kostet.

50 %Beihilfe für aktive Beamte
70 %im Ruhestand
80 %für Kinder
239 ۯ PKV-Beitrag mit Beihilfe

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Inhalt dieser Seite
  1. So funktionieren Beihilfe und PKV
  2. Beihilfesätze 2026
  3. Rechenbeispiel Restkosten
  4. Kosten der PKV mit Beihilfe
  5. Beihilfetarife und Anbieter
  6. Lücken der Beihilfe
  7. Wenn sich der Satz ändert
  8. Pflegeversicherung mit Beihilfe
  9. Einstieg und Alternativen
  10. Worauf Sie achten sollten
  11. 50 oder 70 Prozent Beihilfe: Welcher PKV-Anteil bleibt?
  12. Häufige Fragen

Beihilfe und PKV auf einen Blick

Beihilfe und PKV teilen sich die Krankheitskosten von Beamten: Der Dienstherr zahlt über die Beihilfe einen festen Prozentsatz, die private Krankenversicherung als Restkostentarif den Rest. Zusammen ergeben beide 100 Prozent. Weil die PKV nur einen Teil absichert, kostet sie Beamte deutlich weniger als Angestellte.

  • Beihilfesätze im Bund: 50 % aktiv, 70 % mit zwei Kindern oder in Pension, 80 % für Kinder.
  • Durchschnittsbeitrag mit Beihilfe: 239 € im Monat, ohne Beihilfe 559 €.
  • Pflegepflichtversicherung mit Beihilfe: höchstens 83,70 € im Monat.
  • Öffnungsaktion: Annahme ohne Ablehnung, Risikozuschlag höchstens 30 % – Antrag binnen 6 Monaten.

So funktionieren Beihilfe und PKV zusammen

Beihilfe und PKV arbeiten nach dem Restkostenprinzip: Die Beihilfe erstattet einen festen Prozentsatz Ihrer beihilfefähigen Kosten, die private Krankenversicherung übernimmt exakt den verbleibenden Anteil. Beide zusammen dürfen höchstens 100 Prozent der Aufwendungen erstatten.

Die Beihilfe ist keine Versicherung, sondern Teil der Fürsorgepflicht des Dienstherrn. Statt wie bei Angestellten die Hälfte eines Versicherungsbeitrags zu zahlen, beteiligt sich der Staat direkt an jeder einzelnen Arzt-, Zahnarzt- oder Krankenhausrechnung. Für Bundesbeamte regelt das die Bundesbeihilfeverordnung (BBhV), für Landes- und Kommunalbeamte die Beihilfeverordnung des jeweiligen Landes. Deshalb gibt es in Deutschland nicht „die“ Beihilfe, sondern 17 Regelwerke mit ähnlicher Grundstruktur und vielen Details, die voneinander abweichen.

Für die Absicherung bedeutet das: Ein Beamter braucht keine Vollversicherung, die 100 Prozent zahlt, sondern einen Beihilfetarif (auch Restkostentarif oder Quotentarif genannt). Bei 50 Prozent Beihilfe versichert er 50 Prozent, bei 70 Prozent Beihilfe nur noch 30 Prozent. Der Beitrag sinkt entsprechend. Das erklärt, warum die private Krankenversicherung für Beamte so viel günstiger ist als für Angestellte und Selbstständige.

100 %Beihilfe + PKV zusammen
17Beihilferegelwerke in Bund und Ländern
0 €Arbeitgeberzuschuss für Beamte
1 Rechnunggeht an Beihilfe und PKV

Im Alltag reichen Sie jede Rechnung zweimal ein: bei Ihrer Beihilfestelle und bei Ihrem privaten Krankenversicherer. Beide erstatten ihren Anteil auf Ihr Konto, die Rechnung bezahlen Sie selbst an Arzt oder Klinik. Viele Beihilfestellen und Versicherer nehmen Belege inzwischen per App an. Bei Krankenhausaufenthalten rechnen viele Kliniken direkt mit dem Versicherer ab, sodass Sie bei hohen Beträgen nicht in Vorleistung gehen müssen.

Beihilfesätze 2026: Wie viel zahlt die Beihilfe, wie viel die PKV?

Der Beihilfesatz (Bemessungssatz) bestimmt direkt, wie viel Prozent Sie über die PKV absichern müssen. Im Bund gilt nach § 46 BBhV: 50 Prozent für aktive Beamte, 70 Prozent mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern und im Ruhestand, 80 Prozent für Kinder.

Bemessungssätze nach § 46 BBhV, Stand 2026
PersonBeihilfe BundPKV-Anteil
Aktiver Beamter50 %50 %
Aktiver Beamter mit 2 oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern70 %30 %
Beamter in Elternzeit70 %30 %
Pensionär (Versorgungsempfänger)70 %30 %
Ehe- oder Lebenspartner mit Einkünften bis 22.648 €70 %30 %
Kinder und Waisen80 %20 %

Den erhöhten Satz von 70 Prozent bei zwei oder mehr Kindern erhält nur ein Elternteil, wenn beide Eltern beihilfeberechtigt sind. Der andere bleibt bei 50 Prozent. Darüber hinaus kennt der Bund Sonderfälle: Wird eine Leistung von der PKV individuell ausgeschlossen, kann sich der Bemessungssatz um 20 Prozentpunkte erhöhen, höchstens auf 90 Prozent (§ 47 Abs. 4 BBhV). Für Pensionäre und Angehörige mit geringen Einkünften ist eine Erhöhung als Härtefall möglich, wenn der PKV-Beitrag 15 Prozent der Gesamteinkünfte übersteigt.

Beihilfe in den Ländern: meist wie im Bund, mit Ausnahmen

Die meisten Länder übernehmen das Grundschema des Bundes mit 50, 70 und 80 Prozent – etwa Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen oder Rheinland-Pfalz. Deutlich abweichende Regeln haben drei Länder:

Wichtige Abweichungen vom Bundesschema
LandBesonderheit
Sachsen50 % ohne Kind, 70 % mit einem Kind, 90 % mit zwei oder mehr Kindern; Kinder und Ehepartner 90 %. Ein einmal erreichter Satz sinkt nicht.
Hesseneigene Staffel: 50 % ledig, 55 % verheiratet, plus 5 Prozentpunkte je Kind, höchstens 70 %; stationär zusätzlich 15 Prozentpunkte, höchstens 85 %.
Bremeneigene Staffel ähnlich Hessen: 50 % ledig, 55 % verheiratet, plus 5 Prozentpunkte je Kind, höchstens 70 %.
Baden-WürttembergGrundschema, beide beihilfeberechtigten Ehegatten mit mehreren Kindern erhalten 70 %.

Alle Länder im Detail – inklusive Einkommensgrenzen für Ehepartner und pauschaler Beihilfe – vergleicht unser Ratgeber Beihilfe in Bund und Ländern. Für Ihren Beihilfetarif zählt am Ende immer der Satz Ihres eigenen Dienstherrn: Ein Lehrer in Hessen braucht einen anders zugeschnittenen Tarif als eine Bundesbeamtin.

Beihilfetarif passend zu Ihrem Dienstherrn

Wir berechnen die PKV-Bausteine genau für Ihren Beihilfesatz – Bund oder Land, mit Familie oder allein.

Rechenbeispiel: Wer zahlt was bei Beihilfe und PKV?

An einer Rechnung über 1.000 Euro lässt sich die Aufteilung zwischen Beihilfe und PKV am einfachsten zeigen. Die Beihilfe zahlt ihren Prozentsatz der beihilfefähigen Kosten, der Restkostentarif der PKV den Rest.

Rechenbeispiel zur Aufteilung einer Arztrechnung (vereinfacht, ohne Selbstbehalte)
Beispiel: Rechnung 1.000 €BeihilfePKVEigenanteil
Aktiver Beamter (50 %)500 €500 €0 €
Beamter mit zwei Kindern (70 %)700 €300 €0 €
Pensionär (70 %)700 €300 €0 €
Kind (80 %)800 €200 €0 €
Aktiver Beamter, 200 € nicht beihilfefähig400 €400 € bis 600 €0 € bis 200 €

Die letzte Zeile zeigt, wo in der Praxis die Lücken entstehen: Erkennt die Beihilfe einen Teil der Rechnung nicht an – etwa, weil ein Höchstbetrag überschritten ist –, zahlt sie auf diesen Teil nichts. Ob die PKV dann nur ihre 50 Prozent auf den anerkannten Betrag leistet oder den Ausfall auffängt, entscheidet der gewählte Tarif. Genau hier trennen sich einfache Restkostentarife von guten Beihilfetarifen mit Ergänzungsbaustein.

Merksatz

Beihilfe und PKV müssen zusammenpassen wie zwei Puzzleteile. Ist der PKV-Anteil zu klein, zahlen Sie selbst drauf; ist er zu groß, zahlen Sie Beitrag für Leistungen, die Sie nie erstattet bekommen, denn mehr als 100 Prozent gibt es nicht.

Was kostet die PKV mit Beihilfe? Beiträge 2026

Die PKV mit Beihilfe kostet Erwachsene im Durchschnitt 239 Euro im Monat, ohne Beihilfe sind es 559 Euro (PKV-Verband, Werte 2024). Der konkrete Beitrag hängt vom Eintrittsalter, vom Beihilfesatz, vom Tarif und vom Gesundheitszustand ab.

Durchschnittlicher Monatsbeitrag Erwachsener in der PKV (PKV-Verband, 2024)

Wie stark der Beihilfesatz den Beitrag beeinflusst, zeigt der Tarif BeihilfeCOMFORT der Union Krankenversicherung, den auch die Bayerische Beamtenkrankenkasse anbietet. Er ist als Quotentarif in einer 50-Prozent-Stufe (BC 50) und einer 30-Prozent-Stufe (BC 30) kalkuliert – also für 50 und für 70 Prozent Beihilfe:

Beispielbeiträge 2026 Union Krankenversicherung BeihilfeCOMFORT ohne Selbstbehalt, inkl. gesetzlichem Zuschlag, ohne Pflegepflichtversicherung
EintrittsalterBC 50 (50 % Beihilfe)BC 30 (70 % Beihilfe)Unterschied
20 Jahre337,24 €226,25 €110,99 €
30 Jahre381,49 €252,80 €128,69 €
40 Jahre423,04 €277,75 €145,29 €
50 Jahre488,42 €317,01 €171,41 €

Ein 30-Jähriger zahlt bei 50 Prozent Beihilfe also 381,49 €, bei 70 Prozent Beihilfe nur 252,80 € – rund ein Drittel weniger. Genau dieser Effekt entlastet Beamte im Ruhestand: Mit der Pension steigt der Beihilfesatz auf 70 Prozent, der PKV-Anteil sinkt auf 30 Prozent. Mehr dazu auf unserer Seite PKV für Pensionäre.

Beispielbeiträge verschiedener Versicherer

Die Beiträge der Beihilfetarife unterscheiden sich zwischen den Versicherern erheblich – auch weil die Tarife unterschiedlich viel leisten. Einige Beispiele für Beamte mit 50 Prozent Beihilfe:

Beispielbeiträge 2026, 50 % Beihilfe; Leistungsumfang und enthaltene Bausteine unterscheiden sich
AnbieterTarifBeispielBeitrag
DebekaB30 + B20K mit WL und BC30 Jahre246,21 €
NürnbergerBeihilfe kompakt BK + BE31 Jahre274,78 €
BarmeniaGenau-Für-Sie Beamtenpaket (ohne PPV)27 Jahre311,65 €
HanseMerkurBe Fit Smart (inkl. PPV)30 Jahre317,14 €
AllianzBHA / BHK / BHZ27 Jahre352,24 €
Union KrankenversicherungBeihilfeCOMFORT BC 50 (ohne PVB)30 Jahre381,49 €
uniVersauni-A / uni-ZA / uni-ST + uni-BZ plus (inkl. PVB)30 Jahre388,16 €
LKHBeihilfeUpgrade B50 + BEP + BK/BKT (inkl. PPV)30 Jahre397,12 €

Wichtig beim Vergleich: Ein niedriger Beitrag bedeutet nicht automatisch den besseren Tarif. Manche Pakete enthalten bereits Wahlleistungen im Krankenhaus, eine Beihilfeergänzung oder die Pflegepflichtversicherung, andere nicht. Einen allgemeinen Überblick über die PKV-Kosten nach Alter und Berufsgruppe gibt unser Ratgeber Was kostet die PKV?, den Durchschnitt im Detail der Artikel zum PKV-Durchschnittsbeitrag.

Anwärter und Referendare: Beihilfe und PKV zum Einstiegspreis

Beamte auf Widerruf erhalten ebenfalls Beihilfe und können spezielle Anwärtertarife abschließen. Diese bilden während der Ausbildung keine oder nur geringe Alterungsrückstellungen und sind deshalb besonders günstig: Die Debeka verlangt mit 20 Jahren 42,07 Euro, die Allianz mit 19 Jahren 72,34 Euro inklusive Pflegepflicht, die HanseMerkur im Tarif Be Fit Start mit 18 Jahren 70,97 Euro. Nach der Übernahme ins Beamtenverhältnis auf Probe wird der Vertrag in den regulären Beihilfetarif umgestellt. Einzelheiten finden Sie auf den Seiten PKV für Beamtenanwärter und PKV für Referendare.

42,07 €Debeka, Anwärter 20 Jahre
70,97 €HanseMerkur Be Fit Start, 18 Jahre
72,34 €Allianz Anwärterpaket, 19 Jahre

Beihilfetarife der PKV: Anbieter und Tarife im Überblick

Fast alle großen privaten Krankenversicherer bieten Beihilfetarife an, doch sie sind unterschiedlich aufgebaut: als Kompakttarif mit allen Leistungsbereichen in einem Baustein oder als Baukasten aus getrennten Tarifen für ambulant, stationär und Zahn.

Auswahl von Beihilfetarifen 2026
AnbieterBeihilfetarifAufbauAnwärter
DebekaTarif B (B30, B20K) mit WL, BCBaukasten nach ProzentstufenB30A / B20A
DKVBeihilfeMed Kompakt BK / BKEKompakttarif, Klinikbausteine BKH2 / BKH1BKA / BZA
AllianzBHA, BHK, BHZEinzelbausteine ambulant, stationär, ZahnBHRA50 / BHRK50 / BHRZ50
Signal IdunaSTART-B, KOMFORT-B+, EXKLUSIV-Bdrei LeistungsstufenR-START-B u. a.
HanseMerkurBe Fit Smart / Be Fit BestPakete mit ErgänzungBe Fit Start
Union KrankenversicherungBeihilfeCOMFORT BC 50 / BC 30Quotentarif mit Klinik- und ErgänzungsbausteinBC 50 W
ARAGBeihilfeBest, BeihilfeKlinik, BeihilfeEinbettBeihilfe-Welt als BaukastenBAB / BAK
DBVVision B-UKompakttarifVision B-UA
GeneraliBeihilfe B / BEBausteine nach ProzentstufenBA / BEA
HalleschePRIMO BKompakttarifPRIMO B (Anwärter)

Welche Tarife und Versicherer im Einzelfall vorne liegen, hängt von Alter, Dienstherr, Familie und Gesundheit ab. Einen ausführlichen Vergleich mit Beiträgen nach Versicherer finden Sie auf unserer Seite PKV für Beamte; speziell für Lehrer und Polizisten gibt es eigene Seiten zu PKV für Lehrer und PKV für Polizisten.

Lücken der Beihilfe: Was die PKV mit Beihilfe zusätzlich absichern sollte

Die Beihilfe erstattet nur beihilfefähige Aufwendungen und begrenzt viele Leistungen mit Höchstbeträgen oder Eigenanteilen. Was darüber hinausgeht, bleibt ohne passende PKV-Absicherung an Ihnen hängen.

Typische Lücken zeigen sich bei Brillen und Kontaktlinsen, Hilfsmitteln, Heilpraktikerleistungen, Zahnersatz und Implantaten sowie bei Wahlleistungen im Krankenhaus wie Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer. Im Bund sind seit 2026 zum Beispiel Material- und Laborkosten beim Zahnersatz zu 80 Prozent beihilfefähig, bei Brillengläsern gelten feste Höchstbeträge. Baden-Württemberg sieht beim Zahnersatz einen Selbstbehalt vor. Ob und in welchem Umfang die Beihilfe Wahlleistungen im Krankenhaus trägt, regelt jeder Dienstherr selbst.

Was ein Beihilfeergänzungstarif leistet

  • Zahntechnische Material- und Laborkosten über dem beihilfefähigen Anteil
  • Brillen, Sehhilfen und Hörgeräte über den Höchstbeträgen
  • Heilpraktiker und alternative Heilmethoden
  • Wahlleistungen im Krankenhaus, wenn die Beihilfe sie nicht trägt
  • Auslandsreiseschutz mit Rücktransport

Worauf Sie achten müssen

  • Kostet zusätzlichen Beitrag, meist ein zweistelliger Betrag im Monat
  • Nicht Teil der Öffnungsaktion – Gesundheitsprüfung erforderlich
  • Leistungen und Grenzen unterscheiden sich stark zwischen den Tarifen

Diese Lücken schließt ein Beihilfeergänzungstarif. Beispiele sind die Beihilfeergänzung Plus und Best der Allianz mit „Zukunftsgarantie“ bei Verschlechterungen der Beihilfeverordnung, BeihilfeErgänzungPlus der Union Krankenversicherung, BeihilfeErgänzungBest der ARAG, der Ergänzungstarif BE der Nürnberger oder die Beihilfeergänzung BVE der Concordia. Beim Vergleich lohnt der Blick darauf, ob der Tarif Leistungskürzungen der Beihilfe automatisch auffängt – denn die Beihilfeverordnungen werden regelmäßig geändert, und nicht immer zugunsten der Beamten.

Unsere Einordnung: Wer gesund ist, sollte die Beihilfeergänzung gleich beim Einstieg mit abschließen. Weil sie nicht unter die Öffnungsaktion fällt, wird eine spätere Aufnahme mit jeder Diagnose schwieriger. Der Aufpreis ist in jungen Jahren gering, die ersparten Eigenanteile bei Zahnersatz oder einer neuen Brille oft schon nach wenigen Jahren höher.
Beihilfelücken prüfen lassen

Wir zeigen Ihnen, welche Lücken Ihre Beihilfeverordnung hat und welcher Ergänzungstarif sie am günstigsten schließt.

Wenn sich der Beihilfesatz ändert: PKV rechtzeitig anpassen

Ändert sich Ihr Beihilfesatz, muss die PKV mitziehen – sonst sind Sie unter- oder überversichert. Stellen Sie den Anpassungsantrag innerhalb von sechs Monaten, darf der Versicherer nach § 199 Abs. 2 VVG weder eine Gesundheitsprüfung noch eine Wartezeit verlangen.

  1. AnwärterBeihilfe meist 50 %, Anwärtertarif ohne volle Alterungsrückstellung.
  2. ProbezeitUmstellung in den regulären Beihilfetarif, weiterhin 50 %.
  3. 2. KindIm Bund und in vielen Ländern steigt der Satz auf 70 % – PKV-Anteil auf 30 % senken.
  4. Kinder fallen wegEndet der Familienzuschlag, sinkt der Satz wieder auf 50 % – PKV-Anteil aufstocken.
  5. PensionBeihilfe 70 %, PKV nur noch 30 % – der Beitrag sinkt deutlich.

Besonders heikel ist die Aufstockung: Für den neu versicherten Anteil gilt das aktuelle Eintrittsalter, sodass dieser Teil teurer kalkuliert wird als der ursprüngliche Vertrag. Davor schützt eine große Anwartschaft, die das ursprüngliche Eintrittsalter für den späteren Mehrbedarf sichert. Gute Beihilfetarife enthalten außerdem eine Umstellungsgarantie, die bei Wegfall des erhöhten Satzes greift. Achten Sie beim Abschluss darauf, dass diese Garantie auch für den Fall gilt, dass Ihr Dienstherr die Beihilfe allgemein verschlechtert.

Der umgekehrte Fall ist erfreulicher: Mit dem zweiten Kind oder der Pensionierung zahlen Sie für einen kleineren PKV-Anteil. Bei Beamten, die in Elternzeit gehen, erhöht der Bund den Satz während dieser Zeit ebenfalls auf 70 Prozent. Die Umstellung passiert allerdings nicht automatisch – Sie müssen sie beim Versicherer beantragen.

Wichtig: Der Versicherer kennt Ihren Beihilfesatz nicht. Melden Sie jede Änderung – Geburt, Heirat, Pensionierung, Wechsel des Dienstherrn – zeitnah, damit Beihilfe und PKV weiter genau 100 Prozent ergeben.

Pflegepflichtversicherung mit Beihilfe

Auch in der Pflege teilen sich Beihilfe und PKV die Kosten: Beihilfeberechtigte schließen eine private Pflegepflichtversicherung für den Restanteil ab (Tarif PVB) und zahlen 2026 höchstens 83,70 € im Monat.

Private Pflegepflichtversicherung: Werte des PKV-Verbands
Pflegepflichtversicherung 2026mit Beihilfeohne Beihilfe
Höchstbeitrag einzeln83,70 €209,26 €
Höchstbeitrag Ehepaar125,55 €—
Durchschnittsbeitrag56,50 €122,64 €
Anpassung zum 01.01.2026+6 %+16 %

Wer über die Öffnungsaktion kommt, zahlt in der Pflegeversicherung keinen gesundheitsbedingten Risikozuschlag (§ 110 SGB XI). Mehr zu Beiträgen und Leistungen im Ratgeber private Pflegepflichtversicherung.

PKV mit Beihilfe abschließen: Öffnungsaktion, Fristen und Alternativen

Der beste Zeitpunkt für die PKV mit Beihilfe ist die erste Verbeamtung: Innerhalb von sechs Monaten gilt die Öffnungsaktion der privaten Krankenversicherer – ohne Ablehnung, ohne Leistungsausschlüsse und mit höchstens 30 Prozent Risikozuschlag.

Die Öffnungsaktion gilt für die beihilfekonforme Restkostenversicherung, also genau für den Tarif, der Beihilfe und PKV auf 100 Prozent ergänzt. Maßgeblich ist der Eingang des Antrags beim Versicherer. Teilnehmende Gesellschaften sind unter anderem Allianz, BBKK, DBV, Debeka, DKV, Generali, Hallesche, INTER, LIGA, Münchener Verein, ottonova, Signal Iduna, SDK, UKV, VRK. Die Hallesche nimmt Beamte auf Widerruf nicht über die Öffnungsaktion auf, die LIGA versichert nur katholische Priester. Alle Regeln im Detail erklärt der Ratgeber Öffnungsaktion für Beamte.

Wer gesund ist, braucht die Öffnungsaktion nicht und kann aus allen Beihilfetarifen frei wählen – auch bei Versicherern, die nicht teilnehmen. Vor dem Antrag empfiehlt sich bei Vorerkrankungen eine anonyme Risikovoranfrage, damit keine Ablehnung in Ihren Unterlagen landet. Mehr zu den Gesundheitsfragen im Ratgeber Gesundheitsprüfung.

Alternative: GKV mit pauschaler Beihilfe

Mehrere Länder – darunter Hamburg, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Bremen, Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern – bieten statt der individuellen Beihilfe eine pauschale Beihilfe an: Der Dienstherr zahlt die Hälfte des Beitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung. Das kann für Beamte mit schweren Vorerkrankungen oder vielen Kindern interessant sein. Die Entscheidung ist in den meisten Ländern aber unwiderruflich, sie gilt oft nicht beim Wechsel in ein anderes Land, und wer sie wählt, ist von der Öffnungsaktion ausgeschlossen. Die Abwägung erklärt unser Ratgeber pauschale Beihilfe.

Vorteile von Beihilfe und PKV

  • Nur der Restanteil wird versichert – Beiträge im Schnitt 239 €
  • Privatpatientenstatus mit freier Arzt- und Klinikwahl
  • Beitrag sinkt mit höherem Beihilfesatz, etwa in der Pension
  • Öffnungsaktion bei Vorerkrankungen

Nachteile und Aufwand

  • Jedes Familienmitglied braucht einen eigenen Vertrag
  • Rechnungen gehen an zwei Stellen, Vorleistung bei kleinen Beträgen
  • Beihilfelücken erfordern einen Ergänzungstarif
  • Aufstockung bei sinkendem Satz mit aktuellem Eintrittsalter

Worauf Beamte bei der PKV mit Beihilfe achten sollten

Ein guter Beihilfetarif passt exakt zu Ihrer Beihilfeverordnung, schließt deren Lücken und bleibt bei Änderungen flexibel. Diese Punkte prüfen wir bei jedem Angebot:

  • Prozentstufen passend zum Beihilfesatz: Der Tarif muss sich in Schritten anpassen lassen, auch für Sonderfälle wie Hessen oder Sachsen.
  • Umstellungsgarantie: Anpassung ohne Gesundheitsprüfung, wenn der Beihilfesatz sinkt oder der Dienstherr Leistungen kürzt.
  • Beihilfeergänzung: Absicherung von Zahnersatz, Sehhilfen, Hilfsmitteln und Heilpraktiker über die Höchstbeträge hinaus.
  • Wahlleistungen im Krankenhaus: Chefarzt und Zweibettzimmer, falls Ihre Beihilfe sie nicht oder nur gegen Eigenbeitrag trägt.
  • Selbstbehalt und Beitragsrückerstattung: Ein kleiner Selbstbehalt senkt den Beitrag spürbar – im Tarif BC 50 SB mit 300 € Selbstbehalt zahlt ein 30-Jähriger 313,23 € statt 381,49 €.
  • Beitragsentwicklung: Wie stabil war der Tarif in den letzten Jahren? Hinweise dazu im Ratgeber PKV-Beitragserhöhung.
  • Familienplanung: Kinder werden nach § 198 VVG ohne Gesundheitsprüfung nachversichert, wenn ein Elternteil versichert ist – siehe Kindernachversicherung und PKV für Kinder.

Die Beiträge zur Basisabsicherung können Sie übrigens voll als Sonderausgaben absetzen; Einzelheiten stehen im Ratgeber PKV steuerlich absetzen. Wer schon lange privat versichert ist und seinen Beitrag senken möchte, sollte vor einem Anbieterwechsel einen Tarifwechsel nach § 204 VVG prüfen – beim Wechsel des Versicherers gehen Alterungsrückstellungen teilweise verloren.

Ihr Angebot für Beihilfe und PKV

Sagen Sie uns Dienstherrn, Alter und Familienstand – wir rechnen die passenden Beihilfetarife aller infrage kommenden Versicherer.

50 oder 70 Prozent Beihilfe: Welcher PKV-Anteil bleibt?

Bei einem Beihilfebemessungssatz von 50 Prozent wird typischerweise ein entsprechender Restkostenschutz benötigt; bei 70 Prozent fällt der ergänzend abzusichernde Anteil anders aus. Die Prozentrechnung allein garantiert jedoch nicht die volle Erstattung jeder Rechnung, weil beihilfefähige Aufwendungen und private Tarifleistungen eigene Grenzen haben.

Lassen Sie den tatsächlich geltenden Satz und seinen Beginn von der Beihilfestelle bestätigen. Familienstand, Kinder und Ruhestand können je nach Dienstherrn relevant sein. Ein bisheriger Tarif sollte bei Änderungen nicht ungeprüft weiterlaufen. Für den Berufseinstieg erläutert PKV nach dem Studium auch den Übergang in ein eigenes Beamtenverhältnis.

Häufige Fragen zu Beihilfe und PKV

Wie funktionieren Beihilfe und PKV zusammen?

Die Beihilfe des Dienstherrn erstattet einen festen Prozentsatz der beihilfefähigen Krankheitskosten, bei aktiven Beamten meist 50 Prozent. Den Rest sichert eine private Restkostenversicherung ab. Beihilfe und PKV ergänzen sich so zu 100 Prozent: Sie reichen jede Rechnung bei beiden Stellen ein und erhalten von jeder ihren Anteil.

Wie viel Prozent zahlt die Beihilfe?

Im Bund und in den meisten Ländern zahlt die Beihilfe aktiven Beamten 50 Prozent, mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern 70 Prozent, Pensionären 70 Prozent, berücksichtigungsfähigen Ehepartnern 70 Prozent und Kindern 80 Prozent. Einige Länder weichen ab: Sachsen zahlt zum Beispiel Kindern 90 Prozent, Hessen und Bremen arbeiten mit einer eigenen Staffel.

Was kostet die PKV mit Beihilfe?

Erwachsene mit Beihilfe zahlten laut PKV-Verband zuletzt durchschnittlich 239 Euro im Monat, ohne Beihilfe 559 Euro. Ein 30-jähriger Bundesbeamter mit 50 Prozent Beihilfe zahlt zum Beispiel 246,21 Euro bei der Debeka oder 381,49 Euro im Tarif BC 50 der Union Krankenversicherung. Anwärter zahlen deutlich weniger, etwa 42,07 Euro mit 20 Jahren bei der Debeka.

Muss ich als Beamter in die PKV?

Nein, eine Pflicht zur PKV gibt es nicht. Beamte können auch freiwillig gesetzlich versichert bleiben, zahlen dann aber den vollen Beitrag allein, weil die Beihilfe keinen Arbeitgeberanteil zahlt. Nur in Ländern mit pauschaler Beihilfe übernimmt der Dienstherr die Hälfte des GKV-Beitrags. Für die meisten Beamten ist die Kombination aus Beihilfe und PKV deshalb deutlich günstiger.

Was passiert mit der PKV, wenn sich der Beihilfesatz ändert?

Steigt der Beihilfesatz, etwa beim zweiten Kind oder mit der Pensionierung, senken Sie den PKV-Anteil entsprechend und zahlen weniger. Sinkt er, etwa wenn Kinder aus dem Familienzuschlag fallen, müssen Sie aufstocken. Stellen Sie den Antrag innerhalb von sechs Monaten, verlangt der Versicherer nach § 199 VVG keine Gesundheitsprüfung und keine Wartezeit.

Welche Kosten übernimmt die Beihilfe nicht?

Die Beihilfe zahlt nur beihilfefähige Aufwendungen und setzt bei vielen Leistungen Höchstbeträge an, zum Beispiel bei Brillen, Hilfsmitteln, Heilpraktikern oder Wahlleistungen im Krankenhaus. Welche Lücken entstehen, hängt von der Beihilfeverordnung Ihres Dienstherrn ab. Ein Beihilfeergänzungstarif schließt diese Lücken.

Was kostet die Pflegeversicherung mit Beihilfe?

Beihilfeberechtigte zahlen in der privaten Pflegepflichtversicherung 2026 höchstens 83,70 € im Monat, Ehepaare zusammen höchstens 125,55 Euro. Der Durchschnitt liegt bei 56,50 €. Ohne Beihilfe beträgt der Höchstbeitrag 209,26 €.

Gilt die Öffnungsaktion auch für die PKV mit Beihilfe?

Ja, die Öffnungsaktion gilt genau für die beihilfekonforme Restkostenversicherung. Wer innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Verbeamtung beantragt, wird bei den teilnehmenden Versicherern nicht abgelehnt, erhält keine Leistungsausschlüsse und höchstens 30 Prozent Risikozuschlag. Beihilfeergänzungstarife sind von der Öffnungsaktion ausgenommen.

Redaktion KV Rechner

Wir rechnen Beihilfetarife für Beamte in Bund und Ländern, für Anwärter, Familien und Pensionäre – abgestimmt auf die jeweilige Beihilfeverordnung. Tarifstand 2026.

Die passende PKV zu Ihrer Beihilfe

Wir stimmen Ihren Beihilfetarif genau auf den Bemessungssatz Ihres Dienstherrn ab und vergleichen die Beiträge aller passenden Versicherer – für Sie, Ihren Partner und Ihre Kinder. Kostenlos und ohne Verpflichtung.

  • Bund und alle Länder, auch Hessen und Sachsen
  • Öffnungsaktion und Anwärtertarife
  • Beihilfeergänzung inklusive

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