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Öffnungsaktion für Beamte auf einen Blick
Die Öffnungsaktion für Beamte garantiert Berufsanfängern im Beamtenverhältnis den Zugang zur privaten Krankenversicherung, auch wenn eine normale Gesundheitsprüfung zu Ablehnung oder Ausschlüssen führen würde. Sie gilt nur für die beihilfekonforme Restkostenversicherung und nur bei Antrag innerhalb der Frist.
- Frist: 6 Monate ab erstmaliger Verbeamtung – maßgeblich ist der Eingang des Antrags beim Versicherer.
- Risikozuschlag höchstens 30 % des tariflichen Beitrags, keine Ablehnung, keine Leistungsausschlüsse.
- In der Pflegepflichtversicherung gibt es keinen gesundheitsabhängigen Zuschlag; Höchstbeitrag mit Beihilfe 83,70 €.
- Nicht dabei: Beihilfeergänzungstarife und Beamte, die die pauschale Beihilfe gewählt haben.
Was ist die Öffnungsaktion der PKV für Beamte?
Die Öffnungsaktion der PKV ist eine Selbstverpflichtung der privaten Krankenversicherer, neue Beamte unabhängig von ihrem Gesundheitszustand in die beihilfekonforme Krankenversicherung aufzunehmen. Der PKV-Verband hat die geltenden Regeln zuletzt im Januar 2026 zusammengefasst; sie gelten für alle Gesellschaften, die sich der Aktion angeschlossen haben.
Der Hintergrund ist einfach: Beamte erhalten von ihrem Dienstherrn keine Beitragshälfte wie Angestellte, sondern Beihilfe zu den Krankheitskosten – beim Bund und in den meisten Ländern 50 Prozent für aktive Beamte, 80 Prozent für Kinder und 70 Prozent im Ruhestand. Den Rest müssen sie selbst absichern. Die gesetzliche Krankenversicherung ist für sie in der Regel keine wirtschaftliche Alternative, weil sie dort den vollen Beitrag allein tragen – es sei denn, ihr Land zahlt die pauschale Beihilfe.
Wer mit Asthma, einer Allergie, einer früheren Psychotherapie, Diabetes oder einer anerkannten Schwerbehinderung ins Beamtenverhältnis startet, würde in der regulären Gesundheitsprüfung womöglich abgelehnt oder bekäme einzelne Leistungen ausgeschlossen. Genau diese Lücke schließt die Öffnungsaktion. Sie wird umgangssprachlich oft „Öffnungsklausel“ genannt; gemeint ist dasselbe.
Wer die Öffnungsaktion für Beamte nutzen kann
Die Öffnungsaktion steht allen offen, die zum ersten Mal einen Beihilfeanspruch als Beamter oder in einer vergleichbaren Stellung erwerben. Der Kreis ist weiter, als viele denken:
| Personengruppe | Was gilt |
|---|---|
| Beamte auf Widerruf (Anwärter, Referendare) | aufgenommen in Tarifen, die für Anwärter offen sind |
| Beamtenanfänger auf Probe, auf Zeit oder auf Lebenszeit | Kerngruppe der Öffnungsaktion |
| Richter | wie Beamte |
| Kirchenbeamte | wie Beamte |
| DO-Angestellte | wie Beamte, da beihilfeberechtigt |
| Berufsanfänger mit Beihilfe bei Sparkassen und Landesbanken | wie Beamte |
| Ehe- und Lebenspartner, Kinder | ab erstmaliger Berücksichtigungsfähigkeit in der Beihilfe |
| Neugeborene von Beamten | 6 Monate ab Geburt |
| Freiwillig GKV-versicherte Beamte (Status am 31.12.2004) | ohne Frist |
| Heilfürsorge (Polizei, Feuerwehr, Justizvollzug) und Soldaten | nur Anwartschaft auf spätere Restkostenversicherung |
Für Familien ist die Angehörigenregel besonders wertvoll. Bekommt ein Beamter ein Kind mit einer angeborenen Erkrankung, hat er für die Anmeldung sechs Monate Zeit – deutlich länger als die zwei Monate der beitragsfreien Kindernachversicherung nach § 198 VVG, die zudem voraussetzt, dass ein Elternteil schon beim selben Versicherer ist. Mehr zu Beamtenfamilien lesen Sie unter PKV für Familien.
Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr: Anwartschaft statt Vollschutz
Wer freie Heilfürsorge erhält, braucht im aktiven Dienst keine Krankenversicherung. Spätestens mit der Pension fällt die Heilfürsorge aber weg, und dann gilt die Beihilfe. Über die Öffnungsaktion können Polizisten, Feuerwehrleute, Justizvollzugsbeamte und Soldaten deshalb eine Anwartschaft auf die spätere Restkostenversicherung abschließen – ebenfalls ohne Ablehnung und mit höchstens 30 Prozent Zuschlag. Die Frist beträgt sechs Monate ab Beginn der Heilfürsorge oder der truppenärztlichen Versorgung. Details für diese Berufsgruppe finden Sie unter PKV für Polizeibeamte.
Die 6-Monats-Frist der Öffnungsaktion: wann sie beginnt und endet
Die Frist der Öffnungsaktion beträgt sechs Monate und beginnt mit der erstmaligen Verbeamtung, also in der Regel mit der Aushändigung der Ernennungsurkunde. Entscheidend ist nicht das Datum, an dem Sie den Antrag unterschreiben, sondern der Eingang beim Versicherer.
- Tag 0Ernennung zum Beamten auf Widerruf, auf Probe oder auf Lebenszeit – die Frist beginnt.
- Woche 1–6Beihilfesatz klären, Unterlagen sammeln, Tarife mehrerer Versicherer vergleichen, Gesundheitsfragen vorbereiten.
- bis Monat 4Antrag stellen – mit Puffer für Rückfragen und Arztberichte.
- Monat 6Letzter Tag, an dem der Antrag beim Versicherer eingegangen sein muss.
- danachNur noch reguläre Gesundheitsprüfung mit möglicher Ablehnung oder Ausschlüssen.
Wichtig: Wer als Anwärter die Frist verstreichen lässt, bekommt mit der späteren Verbeamtung auf Probe keine zweite Chance. Maßgeblich ist die erstmalige Verbeamtung – bei den meisten also der Beginn des Vorbereitungsdienstes.
Die Frist lässt sich nicht verlängern. Rückfragen des Versicherers zu Vorerkrankungen verzögern die Annahme zwar oft um Wochen, schaden aber nicht, solange der vollständige Antrag rechtzeitig eingegangen ist. Planen Sie deshalb lieber einen Monat Puffer ein, als am letzten Tag per Post zu versenden.
Nennen Sie uns Ihr Ernennungsdatum und Ihren Dienstherrn – wir rechnen die passenden Beihilfetarife mit und ohne Öffnungsaktion durch.
Bedingungen der Öffnungsaktion: was die PKV zusagt und was nicht
Die Öffnungsaktion verpflichtet die teilnehmenden Versicherer zu drei Zusagen: keine Ablehnung aus Risikogründen, keine Leistungsausschlüsse und ein Risikozuschlag von höchstens 30 Prozent. Zusätzlich sind Versicherungsfälle, die schon vor Vertragsbeginn eingetreten sind, mitversichert – eine laufende Behandlung wird also ab Vertragsbeginn erstattet.
Was die Öffnungsaktion zusagt
- Aufnahme garantiert, auch bei chronischer Erkrankung oder Behinderung
- Keine Leistungsausschlüsse – auch die Vorerkrankung selbst ist versichert
- Risikozuschlag gedeckelt auf 30 % des tariflichen Beitrags
- Laufende Behandlungen ab Vertragsbeginn mitversichert
- Kein Risikozuschlag in der Pflegepflichtversicherung
Wo ihre Grenzen liegen
- Nur beihilfekonforme Restkostentarife, keine Beihilfeergänzung
- Wahlleistungen nur, soweit die Beihilfe sie ebenfalls erstattet
- Nur bei teilnehmenden Versicherern, nicht bei allen Gesellschaften
- Harte 6-Monats-Frist ohne Verlängerung
- Gesundheitsfragen müssen trotzdem vollständig beantwortet werden
Nur beihilfekonform: Beihilfe und PKV zusammen höchstens 100 Prozent
Die Öffnungsaktion gilt ausschließlich für den Teil, den die Beihilfe offenlässt. Bei 50 Prozent Beihilfe versichern Sie also 50 Prozent über die PKV. Bausteine, die über diese Lücke hinausgehen – etwa der Beihilfeergänzungstarif BC der Debeka oder die Beihilfeergänzung Plus und Best der Allianz –, fallen nicht unter die Aktion. Sie können sie später mit normaler Gesundheitsprüfung hinzunehmen, sobald sich Ihr Gesundheitszustand stabilisiert hat.
Pflegepflichtversicherung ohne Risikozuschlag
Neben der Krankenversicherung schließen Sie immer die private Pflegepflichtversicherung ab. Hier ist ein gesundheitsabhängiger Zuschlag nach § 110 SGB XI ohnehin ausgeschlossen. Für Beihilfeberechtigte ist der Beitrag nach fünf Jahren Versicherungszeit auf 83,70 € im Monat begrenzt; der Durchschnitt lag 2026 bei 56,50 €.
Wenn sich der Beihilfesatz ändert
Mit dem zweiten Kind steigt der Beihilfesatz beim Bund auf 70 Prozent, in der Pension ebenfalls. Stellen Sie dann innerhalb von sechs Monaten den Antrag auf Anpassung, prüft der Versicherer die Gesundheit nicht erneut und verlangt keine Wartezeiten (§ 199 Abs. 2 VVG). Das gilt auch umgekehrt, wenn der Satz sinkt und Sie aufstocken müssen. Für den neu versicherten Anteil gilt allerdings das dann aktuelle Eintrittsalter, sofern keine große Anwartschaft besteht.
Was kostet die PKV für Beamte mit Vorerkrankung? Rechenbeispiel zur Öffnungsaktion
Der Risikozuschlag in der Öffnungsaktion beträgt höchstens 30 Prozent des tariflichen Beitrags – im ungünstigsten Fall zahlen Sie also das 1,3-Fache. Die folgende Beispielrechnung zeigt die Obergrenze für drei verbreitete Beihilfetarife bei 50 Prozent Beihilfe, vereinfacht auf den genannten Monatsbeitrag gerechnet:
| Tarif (50 % Beihilfe) | Alter | Beitrag ohne Zuschlag | + 30 % Zuschlag | Beitrag im Höchstfall |
|---|---|---|---|---|
| Debeka Tarif B mit WL und BC | 30 | 246,21 € | 73,86 € | 320,07 € |
| DBV Vision B-U | 30 | 292,45 € | 87,74 € | 380,19 € |
| Bayerische Beamtenkrankenkasse BeihilfeCOMFORT BC 50 | 30 | 381,49 € | 114,45 € | 495,94 € |
Monatsbeitrag eines 30-jährigen Beamten mit 50 % Beihilfe, ohne und mit maximalem Risikozuschlag
Die Zahlen zeigen zweierlei. Erstens bleibt die private Krankenversicherung für Beamte auch mit vollem Zuschlag bezahlbar: Selbst im teuersten Beispiel liegt der Beitrag deutlich unter dem, was ein Beamter ohne pauschale Beihilfe in der GKV allein tragen müsste – dort wären bis zu 1.017,19 € Krankenversicherungsbeitrag im Monat fällig. Zweitens entscheidet die Tarifwahl mehr über den Preis als der Zuschlag: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Beispiel liegen schon ohne Zuschlag rund 135 Euro im Monat.
Wichtig für die Kalkulation: Der Zuschlag bezieht sich auf den tariflichen Beitrag, nicht auf die Pflegepflichtversicherung. Er steigt mit späteren Beitragsanpassungen prozentual mit. Bessert sich Ihr Gesundheitszustand nachweislich, können Sie beim Versicherer beantragen, den Zuschlag zu überprüfen – einen Anspruch auf Streichung gibt es aber nicht.
Welche PKV-Versicherer an der Öffnungsaktion für Beamte teilnehmen
An der Öffnungsaktion nehmen nicht alle privaten Krankenversicherer teil. Stand Januar 2026 sind es unter anderem die folgenden Gesellschaften – mit ihren wichtigsten Beihilfetarifen:
| Versicherer | Beihilfetarife (Auswahl) | Besonderheit in der Öffnungsaktion |
|---|---|---|
| Allianz | BHA, BHK, BHZ; Anwärter BHRA50/BHRK50/BHRZ50 | Teilnahme ohne Einschränkung |
| Bayerische Beamtenkrankenkasse | BeihilfeCOMFORT BC 50, BC 50 W für Anwärter | Beamtenspezialist seit 1926 |
| DBV | Vision B-U, Tarifgruppe B-U | reiner Beamtenversicherer |
| Debeka | Tarif B mit WL, Anwärtertarif B30A + B20A | größter Anbieter für Beamte |
| DKV | BeihilfeMed Kompakt BK und Eco BKE, BKA für Anwärter | Risikozuschlag höchstens 30 % |
| Generali | Beihilfe B, BA, BE, BEA | Teilnahme ohne Einschränkung |
| Hallesche | PRIMO B, C.Select | nicht für Beamte auf Widerruf |
| INTER | BK U mit BW U, BE U, BKZ U; ABK U für Anwärter | Teilnahme ohne Einschränkung |
| LIGA | — | nur für katholische Priester |
| Münchener Verein | Bonus Care-B, Bonus Care-BA, Excellent-B | Risikozuschlag höchstens 30 % |
| ottonova | Basis24, Komfort24, Premium24 | digitaler Versicherer |
| Signal Iduna | START-B, KOMFORT-B+, EXKLUSIV-B; R-Tarife für Anwärter | Teilnahme ohne Einschränkung |
| SDK | Beihilfetarife A, S, Z in 5-%-Stufen | auch bei Behinderungen |
| Union Krankenversicherung | BeihilfeCOMFORT BC 50, BC 50 W | Verbundtarife mit der BBK |
| VRK | Beihilfetarif B und B2 | Risikozuschlag höchstens 30 % |
Nicht dabei sind unter anderem Barmenia, LKH, Gothaer, Continentale, ARAG, HanseMerkur und Nürnberger. Diese Gesellschaften können gesunde Beamte selbstverständlich aufnehmen – mit Vorerkrankung aber nur nach regulärer Prüfung und ohne Garantie. Einen Überblick über alle Beihilfetarife mit Beispielbeiträgen finden Sie auf unserer Seite PKV für Beamte.
Debeka
Marktführer bei Beamten mit Tarif B (B30 + B20K), schlanke N-Tarifwelt für Angestellte und 98 % Überschussbeteiligung.
Tarife ansehen →Beamtenspezialist der AXADBV
Beihilfetarife Vision B-U und Tarifgruppe B-U, Anwärtertarife mit 50 % Rückerstattung, rund ein Drittel der Beamten versichert.
Tarife ansehen →Öffentlicher Versicherer (Versicherungskammer)BBKK
Beamtenspezialist seit 1926: BeihilfeCOMFORT mit BC 20k und Hessen-Stufen, dazu GesundheitVARIO mit FFF+ für Angestellte.
Tarife ansehen →Großer Vollversicherer der ERGO GroupDKV
BestMed Eco, BestMed Komfort BMK und PremiumMed PMN, BeihilfeMed für Beamte, Best Care mit Top-Experten.
Tarife ansehen →Großer VersicherungsvereinSignal Iduna
Neue Kompakttarife START-SI, KOMFORT-SI und EXKLUSIV-SI seit Oktober 2025, breiter Beihilfe-Baukasten für Beamte und Anwärter.
Tarife ansehen →Große AktiengesellschaftAllianz
Tarifwelt MeinGesundheitsschutz Plus/Best seit 2024, Zahn 100 ohne Staffel, eigene Ärzte- und Beihilfetarife.
Tarife ansehen →Öffnungsaktion für Beamtenanwärter mit Vorerkrankung
Beamtenanwärter und Referendare mit Vorerkrankung profitieren von der Öffnungsaktion genauso wie fertige Beamte – für sie beginnt die Frist bereits mit dem Vorbereitungsdienst. Aufgenommen werden sie zunächst in den Anwärtertarifen, die bei der späteren Verbeamtung auf Probe ohne neue Gesundheitsprüfung in den regulären Beihilfetarif umgestellt werden.
| Anwärtertarif | Alter | Monatsbeitrag | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Debeka B30A + B20A mit WL30A + WL20A und BCA | 20 | 42,07 € | aufnahmefähig bis 39 Jahre |
| Debeka B30A + B20A mit WL30A + WL20A | 25 | 53,05 € | ohne BCA |
| BBK BeihilfeCOMFORT BC 50 W | 21 | 72,35 € | Altersgruppe bis 25, ohne PVB |
| BBK BeihilfeCOMFORT BC 50 W | 26 | 94,05 € | Altersgruppe bis 30, ohne PVB |
Selbst mit dem vollen Zuschlag von 30 Prozent bleiben Anwärtertarife günstig: Aus 42,07 € werden höchstens 54,69 €, aus 72,35 € höchstens 94,06 €. Wichtiger als der Preis ist deshalb der Tarif, in den Sie nach dem Vorbereitungsdienst wechseln – denn dieser begleitet Sie ein Berufsleben lang. Achten Sie darauf, dass der Anwärtertarif ohne neue Gesundheitsprüfung in einen leistungsstarken Beamtentarif mündet.
Die Hallesche nimmt an der Öffnungsaktion teil, aber nicht für Beamte auf Widerruf. Ihr Anwärtertarif PRIMO B mit Sonderbedingungen setzt deshalb eine reguläre Gesundheitsprüfung voraus. Anwärter mit Vorerkrankung wählen besser einen anderen Teilnehmer.
Mehr zu Anwärtertarifen, Referendariat und dem Übergang ins Probebeamtenverhältnis lesen Sie auf den Seiten PKV für Beamtenanwärter, PKV im Referendariat und PKV für Lehrer.
Wir zeigen Ihnen, welche Anwärtertarife Sie über die Öffnungsaktion bekommen – und in welchen Beamtentarif sie später führen.
Wer von der Öffnungsaktion der PKV ausgeschlossen ist
Von der Öffnungsaktion ausgeschlossen ist, wer schon einmal selbst privat vollversichert war, wer die pauschale Beihilfe gewählt hat oder bei wem ein Versicherer wegen falscher Gesundheitsangaben vom Vertrag zurückgetreten ist. Im Einzelnen:
| Ausschlussgrund | Was das bedeutet |
|---|---|
| Frühere eigene PKV-Vollversicherung | Wer etwa als Student oder Selbstständiger schon privat vollversichert war, ist nicht mehr Berufsanfänger im Sinne der Aktion. Eine Mitversicherung über die Eltern schadet dagegen nicht. |
| Rücktritt oder Anfechtung nach Anzeigepflichtverletzung | Wurden Vorerkrankungen früher verschwiegen und hat ein Versicherer deshalb den Vertrag beendet, entfällt die Öffnungsaktion. |
| Pauschale Beihilfe gewählt | Wer den Arbeitgeberzuschuss zur GKV in Form der pauschalen Beihilfe gewählt hat, kann nicht mehr über die Öffnungsaktion in die PKV. |
| Tarifbeschäftigte mit Arbeitgeberzuschuss | Angestellte im öffentlichen Dienst sind keine Beihilfeberechtigten; für sie gelten die Regeln für Angestellte. |
| Fristversäumnis | Nach sechs Monaten gilt nur noch die reguläre Gesundheitsprüfung. |
Öffnungsaktion oder pauschale Beihilfe?
In zehn Ländern – Hamburg, Bremen, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern – können Beamte statt der individuellen Beihilfe einen Zuschuss zur GKV wählen; Schleswig-Holstein gewährt ihn eingeschränkt. Für Beamte mit schwerer Vorerkrankung kann das auf den ersten Blick verlockend sein. Die Entscheidung ist aber in den meisten Ländern unwiderruflich, endet oft beim Wechsel in ein anderes Land und schließt die Öffnungsaktion dauerhaft aus. Rechnen Sie deshalb immer beide Wege durch, bevor Sie unterschreiben. Die Einzelheiten finden Sie im Ratgeber Pauschale Beihilfe und in der Übersicht Beihilfe in Bund und Ländern.
Leistungsausschluss außerhalb der Öffnungsaktion
Wer die Frist verpasst und nur mit Leistungsausschluss angenommen wird, steht nicht völlig ohne Schutz da: Beim Bund erhöht sich der Beihilfesatz bei einem individuellen Leistungsausschluss um 20 Prozentpunkte, höchstens auf 90 Prozent (§ 47 Abs. 4 BBhV). Eine volle Absicherung ersetzt das aber nicht – die verbleibende Lücke tragen Sie selbst.
Öffnungsaktion oder normaler PKV-Antrag: was für Beamte günstiger ist
Die Öffnungsaktion ist ein Sicherheitsnetz, nicht automatisch der günstigste Weg. Beamte mit leichter oder ausgeheilter Vorerkrankung erhalten bei einem regulären Antrag oft bessere Bedingungen – etwa einen niedrigeren Zuschlag, Zugang zu Beihilfeergänzungstarifen oder einen Versicherer, der nicht an der Aktion teilnimmt, aber das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Keine oder nur geringfügige Vorerkrankungen | regulärer Antrag beim besten Tarif, Öffnungsaktion als Rückfalloption innerhalb der Frist |
| Leichte, gut behandelte Vorerkrankung (z. B. Allergie, ausgeheilte Verletzung) | anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern, dann entscheiden |
| Chronische Erkrankung, Psychotherapie, Behinderung | Öffnungsaktion bei einem teilnehmenden Versicherer mit starkem Beihilfetarif |
| Bereits abgelehnt worden | Öffnungsaktion, solange die Frist läuft – eine frühere Ablehnung ist kein Ausschlussgrund |
Der wichtigste Schritt ist deshalb eine anonyme Risikovoranfrage: Ihre Gesundheitsdaten gehen ohne Namen an mehrere Versicherer, die jeweils sagen, zu welchen Bedingungen sie Sie annehmen würden. Diese Anfrage wird nirgends gespeichert und verbaut Ihnen keine Möglichkeit. Liegt das Ergebnis vor Ablauf der sechs Monate vor, können Sie in Ruhe zwischen regulärem Antrag und Öffnungsaktion wählen.
Grundsätzlich gilt: Stellen Sie keinen formellen Antrag ins Blaue. Eine Ablehnung müssen Sie bei späteren Anträgen in der Regel angeben, und sie kostet wertvolle Zeit innerhalb der Frist. Wie Versicherer einzelne Diagnosen bewerten, lesen Sie im Ratgeber PKV mit Vorerkrankungen.
Wir fragen Ihre Vorerkrankungen anonym bei mehreren Versicherern an und zeigen Ihnen den besten Weg – mit oder ohne Öffnungsaktion.
So nutzen Sie die Öffnungsaktion für Beamte: Schritt für Schritt
Die Öffnungsaktion nutzen Sie, indem Sie innerhalb von sechs Monaten nach der Verbeamtung bei einem teilnehmenden Versicherer einen Antrag auf einen beihilfekonformen Tarif stellen und darin ausdrücklich auf die Öffnungsaktion verweisen. So gehen Sie am besten vor:
- Ernennungsdatum notieren. Ab diesem Tag läuft die Frist. Tragen Sie sich das Enddatum mit einem Monat Vorlauf in den Kalender ein.
- Beihilfesatz klären. Welcher Satz gilt für Sie, Ihren Partner und Ihre Kinder? Beim Bund sind es 50, 70 und 80 Prozent, in Hessen, Bremen und Sachsen gelten eigene Regeln.
- Gesundheitsdaten zusammentragen. Arztbesuche, Diagnosen, Medikamente, Krankenhausaufenthalte und Therapien aus den Zeiträumen, die der Antrag abfragt. Fordern Sie fehlende Befunde rechtzeitig bei Ihren Ärzten an.
- Anonym vorab anfragen. Prüfen Sie, ob ein regulärer Antrag bessere Bedingungen bringt.
- Tarif wählen. Vergleichen Sie Leistungen wie Psychotherapie, Zahnersatz, Hilfsmittel und Heilpraktiker – der Tarif bleibt Ihr Leben lang.
- Antrag mit Hinweis auf die Öffnungsaktion stellen. Alle Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten; die Öffnungsaktion schützt nicht vor den Folgen falscher Angaben.
- Pflegepflichtversicherung und Angehörige mitdenken. Kinder und berücksichtigungsfähige Partner haben eigene 6-Monats-Fristen.
Nach der Annahme erhalten Sie den Versicherungsschein mit dem Risikozuschlag in Euro und Prozent. Prüfen Sie, ob er die Grenze von 30 Prozent einhält und keine Leistungsausschlüsse enthält. Im weiteren Berufsleben können Sie über einen Tarifwechsel nach § 204 VVG innerhalb Ihres Versicherers in andere Beihilfetarife wechseln, ohne Ihre Alterungsrückstellungen zu verlieren. Wie sich der Schutz im Ruhestand verändert, beschreibt die Seite PKV für Beamte in Pension.
Häufige Fragen zur Öffnungsaktion für Beamte
Was ist die Öffnungsaktion der PKV für Beamte?
Die Öffnungsaktion ist eine freiwillige Selbstverpflichtung der privaten Krankenversicherer. Wer zum ersten Mal verbeamtet wird und innerhalb von sechs Monaten einen Antrag stellt, wird trotz Vorerkrankungen oder Behinderung aufgenommen: ohne Ablehnung, ohne Leistungsausschlüsse und mit einem Risikozuschlag von höchstens 30 Prozent des tariflichen Beitrags.
Was bedeutet „PKV mit Öffnungsklausel“?
Mit „Öffnungsklausel“ ist in der Praxis fast immer die Öffnungsaktion für Beamte gemeint. Die teilnehmenden Versicherer öffnen ihre beihilfekonformen Restkostentarife für neue Beamte unabhängig vom Gesundheitszustand. Eine gesetzliche Klausel ist es nicht, sondern eine Zusage der Branche, an die sich die teilnehmenden Unternehmen gebunden haben.
Wie lange gilt die Frist für die Öffnungsaktion?
Die Frist beträgt sechs Monate ab der erstmaligen Verbeamtung. Entscheidend ist, dass der Antrag innerhalb dieser Zeit beim Versicherer eingeht. Für Angehörige beginnt die Frist mit der erstmaligen Berücksichtigungsfähigkeit in der Beihilfe, für Neugeborene mit der Geburt. Freiwillig gesetzlich versicherte Beamte, die diesen Status schon am 31.12.2004 hatten, sind an keine Frist gebunden.
Welche Versicherer nehmen an der Öffnungsaktion teil?
Stand Januar 2026 nehmen unter anderem Allianz, Bayerische Beamtenkrankenkasse, DBV, Debeka, DKV, Generali, Hallesche (nicht für Beamte auf Widerruf), INTER, LIGA (nur für katholische Priester), Münchener Verein, ottonova, Signal Iduna, SDK, Union Krankenversicherung und VRK teil. Barmenia, LKH, Gothaer, Continentale, ARAG und HanseMerkur gehören nicht dazu.
Können Beamtenanwärter mit Vorerkrankung die Öffnungsaktion nutzen?
Ja. Beamte auf Widerruf, also Anwärter und Referendare, gehören ausdrücklich zum begünstigten Personenkreis. Sie werden zunächst in den Tarifen aufgenommen, die für Anwärter offen sind, etwa den Anwärtertarifen von Debeka, DKV oder Bayerischer Beamtenkrankenkasse. Die Hallesche nimmt Beamte auf Widerruf nicht über die Öffnungsaktion auf.
Wie hoch ist der Risikozuschlag in der Öffnungsaktion?
Höchstens 30 Prozent des tariflichen Beitrags, egal wie schwer die Vorerkrankung ist. Bei einem Beihilfetarif für 246,21 Euro im Monat, wie ihn die Debeka einem 30-jährigen Beamten mit 50 Prozent Beihilfe berechnet, wären das im ungünstigsten Fall rund 74 Euro zusätzlich. Viele Antragsteller mit leichteren Diagnosen erhalten einen niedrigeren oder gar keinen Zuschlag.
Gilt die Öffnungsaktion auch für Beihilfeergänzungstarife?
Nein. Die Öffnungsaktion umfasst nur die beihilfekonforme Restkostenversicherung, also genau den Teil, den die Beihilfe nicht zahlt. Beihilfeergänzungstarife sind ausgenommen, Wahlleistungen wie Chefarzt und Zweibettzimmer nur, soweit die Beihilfe sie ebenfalls erstattet. Für Ergänzungen gilt die normale Gesundheitsprüfung.
Wer ist von der Öffnungsaktion ausgeschlossen?
Ausgeschlossen sind Beamte, die schon einmal selbst privat vollversichert waren (eine frühere Mitversicherung über die Eltern schadet nicht), Personen, bei denen ein Versicherer wegen falscher Gesundheitsangaben zurückgetreten ist oder angefochten hat, Beamte, die die pauschale Beihilfe gewählt haben, und Tarifbeschäftigte mit Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss.
Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen Ihr Angebot individuell — für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.
