Inhalt dieser Seite
- Alle Kriterien im Überblick
- Tarifaufbau
- Arzt & Facharzt
- Einstiegstarife
- Krankenhaus
- Zahn & Kieferorthopädie
- Heilpraktiker, Psyche, Brille
- Beitragsrückerstattung
- Beiträge
- Beitragsstabilität
- Upgrades, Ausland, Alter
- Selbstständige
- Beamte & Anwärter
- Unternehmen & Finanzkraft
- Für wen die LVM
- Für wen die R+V
- Fazit
- Häufige Fragen
Kurzurteil: LVM oder R+V — wer hat die besseren PKV-Tarife?
In der Breite hat die LVM die stärkeren PKV-Tarife: Tarif A bietet in jeder Selbstbeteiligungsstufe freie Arztwahl zu 100 %, Z100/100 zahlt Zahnersatz voll, Beamte und Anwärter finden ein ausgefeiltes Beihilfesystem, und die Beiträge waren über zehn Jahre stabil. Die R+V gewinnt beim Einstiegstarif, im Ausland, bei Upgrades ohne Gesundheitsprüfung und in der Spitze mit AGIL premium.
- Besser für Angestellte mit Wunsch nach freier Facharztwahl ohne Premiumpreis: LVM (A 650 oder A 1350 mit S2 und Z100/80 oder Z100/100).
- Besser für Beamte, Anwärter und Studenten: LVM (AB/SB/ZB mit EWB, Ausbildungstarife bis 39, Studententarife ohne Alterungsrückstellung).
- Besser für Vielreisende, Auslandsentsandte und Privatpatienten mit Honorarärzten: R+V AGIL premium (weltweit drei Jahre, Erstattung über den 3,5-fachen Satz).
- Besser für Preisbewusste mit Hausarztmodell und junge Familien: R+V (AGIL classic pro oder comfort, halbe Selbstbeteiligung für Kinder, Upgrade nach 5, 10, 15 Jahren).
LVM vs. R+V PKV: alle Kriterien in einer Tabelle
Die LVM gewinnt die Mehrzahl der Kriterien, vor allem dort, wo ihr ambulanter Tarif A gegen die Primärarzttarife AGIL classic pro und comfort antritt. Die R+V holt ihre Punkte in der Tarifspitze, beim Einstieg und bei allem, was Flexibilität betrifft. Die Tabelle stellt die Leistungen der jeweils vergleichbaren Stufen gegenüber und ergänzt die wichtigsten Unternehmensdaten.
| Kriterium | LVM | R+V | Vorteil |
|---|---|---|---|
| Tariflinien Vollversicherung | Bausteine: ambulant A oder AP, stationär S1–S3, Zahn Z100/100, Z100/80, Z100/50 | Kompakttarife AGIL classic pro, comfort, premium | Gleichstand |
| Selbstbeteiligung | A: 0 / 300 / 650 / 1.350 / 2.500 € oder 20 % (max. 2.500 €); AP: 400 / 800 € — nur ambulant | 0 / 480 / 960 / 1.920 € je Jahr; Kinder die Hälfte | LVM |
| Freie Facharztwahl | in allen A-Stufen 100 % | nur premium; classic pro und comfort 75 % ohne Überweisung | LVM |
| Erstattung über GOÄ-Höchstsatz | nein, bis zum Höchstsatz | in AGIL premium ja | R+V |
| Einstiegstarif | AP: 70 % ohne Überweisung, Arznei 70 % bis 3.000 €, kein Heilpraktiker | classic pro: 75 % ohne Überweisung, Arznei 100 %, Heilpraktiker 75 % bis 750 € | R+V |
| Krankenhaus | S1 Ein- oder Zweibettzimmer + Chefarzt; S2 Zweibettzimmer (15 €/Tag, max. 7 Tage); S3 Mehrbettzimmer | comfort Zweibettzimmer + Privatarzt (Einbett mit 65 €/Tag); premium Einbettzimmer | Gleichstand |
| Ersatz-Krankenhaustagegeld | 80 € je Tag (unter 21: 55 €) | comfort 20 € + 40 €, premium 40 € + 40 € | LVM (vs. comfort) |
| Zahnersatz und Implantate | Z100/100: 100 %, Staffel 2.000 bis 10.000 € in den Jahren 1–4 | 75 %, premium 80 %, ohne Zahnstaffel | LVM (ab Jahr 5) |
| Kieferorthopädie | Z100/100: 100 % | 75 % bis Alter 21, premium 80 % | LVM |
| Heilpraktiker | A: bis Höchstbeträge GebüH; AP: nicht versichert | 75 %, max. 750 €/Jahr; premium 100 % bis GebüH | LVM (vs. comfort) |
| Hilfsmittel | A: 100 %, offener Katalog; AP: 70 %, einfache Ausführung | 75 % / 75 % / 100 %, offener Katalog | LVM (vs. comfort) |
| Psychotherapie ambulant | A: 100 %, bis 50 Sitzungen/Jahr; AP: 70 % | 75 % / 75 % / 100 %; stationär 100 % ohne Zeitgrenze | Gleichstand |
| Sehhilfen | A: Gläser und Kontaktlinsen ohne Höchstbetrag, LASIK; AP: 120 € in 3 Jahren | 300 € / 300 € / 900 € in 3 Jahren | LVM (vs. comfort) |
| Vorsorge | außerhalb der Selbstbeteiligung, Rückerstattung bleibt erhalten | ohne Anrechnung auf den Selbstbehalt, Rückerstattung bleibt erhalten | Gleichstand |
| Beitragsrückerstattung | bis 4 Monatsbeiträge des Ambulanttarifs; Klinik und Zahn unschädlich | nach zusammenhängenden leistungsfreien Jahren, ohne feste Höhe | LVM |
| Auslandsschutz | Europa unbegrenzt, sonst 1 Monat | Europa und außerhalb 6 Monate; premium weltweit 3 Jahre | R+V |
| Upgrade ohne Gesundheitsprüfung | — | nach dem 5., 10. und 15. Versicherungsjahr (Alter 16–50) | R+V |
| Beitragsentlastung im Alter | Vorsorge-Plus bis 80 % der Monatsrate, zusätzlich freiwillige Begrenzung ab 65 | ab 65 in 5-€-Stufen, bis 80 % des Beitrags | LVM |
| Krankentagegeld | KT 8 bis KT 365, Beginn ab Tag 8 für Selbstständige | Tagegeldtarife wie TA06U | LVM |
| Studenten | Studententarife ohne Alterungsrückstellung, 16 bis unter 39 | reguläre AGIL-Tarife | LVM |
| Kinder | Neugeborene ohne Gesundheitsprüfung; Tarif höchstens wie ein Elternteil | halber Selbstbehalt; Kind auch in höherwertigen Tarif | R+V |
| Beamte | AB / SB 2 / SB 3 / ZB in Stufen 10–50 %, AB 20E, Ergänzung EWB 1/2 und EB | BeihilfeKonzept classic, comfort, premium; Zahnersatz ohne Staffel | LVM |
| Anwärter | Ausbildungstarife bis 39, 3 Jahre Beitragsgarantie, 6 Monatsbeiträge Rückerstattung | Rabatte in allen Varianten | LVM |
| Öffnungsaktion Beamte | — | keine Teilnahme | — |
| Beitragsanpassung 01.01.2026 | Bestand Ø +16,5 %; Neugeschäft +10,7 %, Beihilfe +13,3 % | premium 15–33 %, classic pro 16–27 %, comfort 960 für Erwachsene 0 %, Beihilfe 14–18 % | Gleichstand |
| Ø-Anpassung 2017–2026 | 4,9 % pro Jahr im Gesamtbestand | — | LVM |
| Vollversicherte 2025 | 84.675 (+2,5 %) | rund 75.000 (+3,4 %) | Gleichstand |
| Solvenzquote 2025 | 501,7 % | — | LVM |
| Ratings | Assekurata A++ (exzellent), 2026 | map-report „mmm“; Assekurata 1,2 für die Beihilfetarife | LVM |
Nach Punkten steht es 17 zu 5 für die LVM bei sechs Unentschieden. Diese Zählung ist allerdings ungerecht gegenüber der R+V: Drei LVM-Punkte entstehen nur im Vergleich mit AGIL comfort. Wer ohnehin AGIL premium wählt, bekommt bei Heilpraktiker, Hilfsmitteln und Psychotherapie ebenfalls 100 Prozent und zusätzlich die Erstattung über den Höchstsatz. Das eigentliche Duell lautet daher: LVM-Baukasten mit Tarif A gegen R+V AGIL comfort in der Mittelklasse — und dort liegt die LVM klar vorn.
Wie sind die PKV-Tarife von LVM und R+V aufgebaut?
Beim Tarifaufbau gibt es keinen Sieger, sondern zwei Philosophien. Die LVM lässt jeden Bereich einzeln wählen, die R+V bündelt alles in einem Paket. Was besser passt, hängt davon ab, ob Sie gern selbst zusammenstellen oder lieber eine klare Stufe wählen.
LVM: ein Tarifwerk, drei Bausteine
Die LVM verkauft seit ihrer Gründung 1981 ein einziges Tarifwerk. Neue Leistungen werden in die bestehenden Tarife eingebaut, statt eine neue Tarifgeneration aufzulegen. Die einzige Trennlinie im Bestand ist die Umstellung auf Unisex am 21. Dezember 2012. Der Vorteil für Versicherte: Es gibt keine vergreisenden Alttarif-Kollektive, in denen nur noch ältere Kunden sitzen und die Beiträge davonlaufen.
Der Schutz setzt sich aus drei Teilen zusammen. Ambulant wählen Sie Tarif A mit freier Arztwahl oder den günstigeren Primärarzttarif AP. Stationär entscheiden Sie zwischen S1, S2 und S3, beim Zahn zwischen Z100/100, Z100/80 und Z100/50. Die Selbstbeteiligung gilt nur für den ambulanten Baustein; Krankenhaus und Zahnarzt laufen ohne Eigenanteil. Wartezeiten gibt es in der Vollversicherung aus A oder AP, S und Z keine.
R+V: drei Kompakttarife, vier Selbstbehalte
Die R+V hat ihre Vollversicherung im GesundheitsKonzept AGIL gebündelt. AGIL classic pro (Kürzel CP), AGIL comfort (MP) und AGIL premium (TN) enthalten ambulante, stationäre und zahnärztliche Leistungen jeweils in einem Tarif. Die Ziffer im Kürzel nennt den Selbstbehalt: 0, 480, 960 oder 1.920 Euro im Jahr. MP2U steht also für AGIL comfort mit 960 Euro Selbstbehalt in der Unisex-Fassung.
Der Vorteil der Kompaktlösung liegt in der Übersicht und in festen Aufstiegsrechten: Nach dem 5., 10. und 15. Versicherungsjahr darf man bis zum Alter von 50 Jahren ohne neue Gesundheitsprüfung in die nächsthöhere Stufe wechseln. Der Nachteil: Wer ambulant viel, im Krankenhaus aber wenig Komfort will, kann das nicht getrennt einstellen. Bei der LVM ist dagegen die Kombination A 0 mit S3 genauso möglich wie AP 800 mit S1.
Wer erstattet beim Arzt mehr: LVM-Tarif A oder R+V AGIL?
Beim Arztbesuch liegt die LVM vorn, sobald man Tarif A mit AGIL classic pro oder comfort vergleicht: Die LVM erstattet in jeder Selbstbeteiligungsstufe 100 Prozent, auch beim Facharzt ohne Überweisung. Nur gegen AGIL premium verliert Tarif A, weil die R+V dort auch über den Höchstsatz hinaus zahlt.
In Tarif A der LVM gibt es kein Primärarztprinzip. Ob Orthopäde, Hautarzt oder Kardiologe: Die Rechnung wird bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung für Ärzte voll erstattet, auch bei Fachärzten ohne Kassenzulassung. Arznei- und Verbandmittel zahlt die LVM zu 100 Prozent ohne Festbeträge, Heilmittel wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie ebenfalls vollständig und ohne Budget. Hinzu kommen Kinderwunschbehandlung, osteopathische Behandlung, Schutzimpfungen nach STIKO, bis zu zwei Präventionskurse mit zusammen 150 Euro im Jahr und Reha-Sport bis 200 Euro.
AGIL classic pro und AGIL comfort der R+V arbeiten dagegen mit einem Lotsenmodell. Wer zuerst zum Primärarzt geht — Hausarzt, Frauenarzt, Augenarzt, Kinderarzt oder Notdienst — oder mit Überweisung zum Facharzt, erhält 100 Prozent. Ohne Überweisung sind es beim Facharzt 75 Prozent. Ein praktischer Kniff: Ärzte der Telemedizin TeleClinic gelten als Primärarzt, die Überweisung lässt sich also per Video einholen. Erstattet wird in beiden Stufen bis zum 3,5-fachen Satz, Arzneimittel zu 100 Prozent, Heilmittel zu 75 Prozent.
AGIL premium ist ambulant der stärkste Tarif im Duell: freie Arztwahl zu 100 Prozent und Erstattung auch oberhalb des 3,5-fachen Satzes, wenn ein Spezialist mit Honorarvereinbarung abrechnet. Einen solchen Tarif hat die LVM nicht; sie zahlt in allen Stufen bis zum Höchstsatz. Warum das bei Chefärzten und Spezialisten relevant werden kann, erklärt unser Ratgeber zum GOÄ-Höchstsatz.
Welche PKV hat den besseren Einstiegstarif: LVM AP oder R+V AGIL classic pro?
Im Einstiegssegment gewinnt die R+V. AGIL classic pro ist beim Facharzt ohne Überweisung, bei Arzneimitteln, Heilpraktiker, Hilfsmitteln und Brillen großzügiger als der LVM-Primärarzttarif AP.
| Leistung | LVM AP 400 / AP 800 | R+V AGIL classic pro | Vorteil |
|---|---|---|---|
| Facharzt ohne Überweisung | 70 % | 75 % | R+V |
| Arzneimittel | 70 % bis 3.000 € im Jahr, darüber 100 % | 100 % | R+V |
| Heilmittel | 70 % | 75 % | R+V |
| Hilfsmittel | 70 %, einfache Ausführung; Hörgeräte bis 1.500 € je Gerät | 75 %, offener Katalog | R+V |
| Heilpraktiker | nicht versichert | 75 %, max. 750 € im Jahr | R+V |
| Sehhilfen | 120 € in 3 Jahren | 300 € in 3 Jahren | R+V |
| Psychotherapie | 70 %, bis 50 Sitzungen | 75 % | Gleichstand |
| Selbstbeteiligung | 400 oder 800 €, nur ambulant | 0, 480, 960 oder 1.920 € | Gleichstand |
| Krankenhaus | frei wählbar: S1, S2 oder S3 | Mehrbettzimmer | LVM |
Ein Punkt spricht auch im Einstieg für die LVM: Weil AP nur den ambulanten Teil abdeckt, lässt sich der günstige Primärarzttarif mit einem hochwertigen Krankenhausbaustein wie S1 kombinieren. Wer im Alltag spart, im Ernstfall aber Chefarzt und Zweibettzimmer möchte, kann das bei der LVM abbilden. Bei der R+V müsste er dafür in AGIL comfort aufsteigen. Wie ein Primärarzttarif im Alltag funktioniert, lesen Sie im Ratgeber Primärarzttarif.
Nennen Sie uns Alter, Beruf und Wunschleistungen — wir zeigen Ihnen, welche PKV-Tarife bei Ihrem Budget am meisten Leistung bieten.
LVM S1 oder R+V AGIL comfort: Wer bietet im Krankenhaus mehr?
Im Krankenhaus ist das Duell ausgeglichen. Die LVM zahlt mehr, wenn man auf Wahlleistungen verzichtet, und nimmt Kinder länger mit einem Elternteil auf. Die R+V garantiert in premium das Einbettzimmer und stellt den Vertrag bei langen Klinikaufenthalten beitragsfrei.
Der LVM-Tarif S1 bietet Ein- oder Zweibettzimmer mit Chefarztbehandlung bei freier Klinikwahl, S2 das Zweibettzimmer mit einem Eigenanteil von 15 Euro je Tag für höchstens sieben Tage im Jahr, S3 allgemeine Krankenhausleistungen. Wer bei S1 oder S2 auf Zimmer und Chefarzt verzichtet, erhält 80 Euro Ersatz-Krankenhaustagegeld je Tag, unter 21 Jahren 55 Euro. Rooming-in ist bis zum 14. Lebensjahr des Kindes versichert, dazu Rücktransport aus dem Ausland mit Begleitperson, Anschlussheilbehandlung, Kurzzeitpflege und Hospiz.
Bei der R+V bringt AGIL comfort Zweibettzimmer und Privatarzt mit freier Wahl auch von Privatkliniken. Das Einbettzimmer ist mitversichert, kostet dann aber 65 Euro Eigenanteil pro Tag. AGIL premium enthält das Einbettzimmer ohne Zuzahlung. Das Ersatz-Krankenhaustagegeld liegt bei 20 Euro für den Verzicht aufs Zweibettzimmer und 40 Euro für den Verzicht auf den Privatarzt. Rooming-in gibt es zu 100 Prozent bis vier Wochen bei Kindern unter zehn Jahren. Eine Besonderheit: Nach acht Wochen im Krankenhaus wird der Vertrag für die weitere Dauer des Aufenthalts beitragsfrei gestellt, sofern er schon zwölf Monate besteht.
| Leistung | LVM S1 / S2 | R+V AGIL comfort / premium |
|---|---|---|
| Unterbringung | S1 Ein- oder Zweibettzimmer; S2 Zweibettzimmer | comfort Zweibettzimmer; premium Einbettzimmer |
| Arzt | Chefarzt, privatärztlich | Privatarzt |
| Eigenanteil | S2: 15 € je Tag, höchstens 105 € im Jahr | comfort: 65 € je Tag nur beim Einbettzimmer |
| Ersatz-Krankenhaustagegeld | 80 € (Verzicht auf Zimmer und Chefarzt) | 60 € (comfort) bzw. 80 € (premium) zusammen |
| Rooming-in | bis zum 14. Lebensjahr | bis 4 Wochen, Kinder unter 10 |
| Beitragsfreiheit bei langem Aufenthalt | — | ab der 9. Woche |
Wie schneiden LVM und R+V beim Zahnersatz und in der Kieferorthopädie ab?
Beim Zahnersatz liegt die LVM auf lange Sicht vorn: Ihr seit 2026 angebotener Tarif Z100/100 erstattet Zahnersatz, Implantate, Inlays und Kieferorthopädie zu 100 Prozent. Die R+V zahlt 75 Prozent, in premium 80 Prozent — dafür vom ersten Tag an ohne Summenbegrenzung.
Bei der LVM gilt in allen Z-Tarifen eine Zahnstaffel für Behandlung und Zahnersatz zusammen: 2.000 Euro im ersten Versicherungsjahr, 3.000 Euro in den ersten zwei, 6.000 Euro in den ersten drei und 10.000 Euro in den ersten vier Jahren. Ab dem fünften Jahr ist die Erstattung unbegrenzt; Unfälle fallen nie unter die Staffel. Die LVM prüft Heil- und Kostenpläne kostenlos vorab und erstattet auch die Kosten des Plans.
Die R+V verzichtet in AGIL ganz auf eine Staffel. Zahnbehandlung zahlt sie in allen Stufen zu 100 Prozent, Zahnersatz zu 75 Prozent, in premium zu 80 Prozent. Kieferorthopädie ist in classic pro und comfort bis zum Alter von 21 Jahren mit 75 Prozent versichert, in premium mit 80 Prozent. Wichtig: Vor Zahnersatz oder Kieferorthopädie muss ein Heil- und Kostenplan eingereicht werden, sonst halbiert sich die Leistung auf 50 Prozent.
| Leistung | LVM Z100/100 | LVM Z100/80 | R+V AGIL comfort | R+V AGIL premium |
|---|---|---|---|---|
| Zahnbehandlung | 100 % | 100 % | 100 % | 100 % |
| Zahnersatz, Implantate | 100 % | 80 % | 75 % | 80 % |
| Kieferorthopädie | 100 % | 80 % | 75 % bis 21 Jahre | 80 % |
| Begrenzung Jahre 1–4 | 2.000 / 3.000 / 6.000 / 10.000 € | 2.000 / 3.000 / 6.000 / 10.000 € | keine | keine |
| Heil- und Kostenplan | kostenlose Prüfung | kostenlose Prüfung | Pflicht, sonst 50 % | Pflicht, sonst 50 % |
Ein Rechenbeispiel zeigt, wann welcher Tarif gewinnt: Zahnersatz für 8.000 Euro im zweiten Versicherungsjahr erstattet die LVM bis zur Grenze von 3.000 Euro, abzüglich bereits erstatteter Zahnbehandlungen. Die R+V zahlt in comfort 6.000 Euro, in premium 6.400 Euro. Dieselbe Rechnung im sechsten Jahr: LVM Z100/100 erstattet 8.000 Euro, die R+V weiterhin 6.000 oder 6.400 Euro. Wer mit gesunden Zähnen startet, fährt langfristig mit der LVM besser; wer absehbar bald Zahnersatz braucht, mit der R+V. Mehr zu Zahnstaffeln im Ratgeber Zahnleistungen in der PKV.
Heilpraktiker, Psychotherapie, Brille: Welche PKV-Tarife von LVM und R+V zahlen die Extras besser?
Bei den Zusatzleistungen gewinnt LVM-Tarif A klar gegen AGIL comfort und hält gegen AGIL premium weitgehend mit. Bei der Psychotherapie hat die R+V in premium den Vorteil, dass keine Sitzungsgrenze genannt ist.
Heilpraktiker und Naturheilverfahren
In Tarif A erstattet die LVM Heilpraktikerleistungen bis zu den Höchstbeträgen des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker, ohne feste Jahresgrenze; auch die osteopathische Behandlung durch Heilpraktiker ist versichert. Die R+V zahlt in classic pro und comfort 75 Prozent bis höchstens 750 Euro im Jahr, erst in premium 100 Prozent bis zum Gebührenverzeichnis. Im LVM-Primärarzttarif AP ist der Heilpraktiker gar nicht versichert.
Psychotherapie
Tarif A der LVM zahlt ambulante Psychotherapie beim Arzt oder Psychologischen Psychotherapeuten zu 100 Prozent, bis zu 50 Sitzungen im Kalenderjahr. Die R+V erstattet ambulant 75 Prozent in classic pro und comfort und 100 Prozent in premium; stationäre Psychotherapie zahlt sie in allen Stufen voll und ohne zeitliche Begrenzung. Für die meisten Therapien reichen 50 Sitzungen im Jahr aus, bei sehr langen Behandlungen ist AGIL premium im Vorteil.
Brille, Kontaktlinsen und Augenlasern
Hier ist der Abstand groß: LVM-Tarif A erstattet medizinisch notwendige Brillengläser und Kontaktlinsen ohne Höchstbetrag, das Gestell in allgemein gebräuchlicher Ausführung, und die Korrektur der Fehlsichtigkeit per LASIK. Die R+V zahlt 300 Euro in drei Jahren, in premium 900 Euro. Brillenträger mit hohen Glasstärken sparen bei der LVM Jahr für Jahr spürbar.
Hilfsmittel
Beide Versicherer arbeiten mit einem offenen Hilfsmittelkatalog, sodass auch neue Hilfsmittel erstattet werden, die nicht ausdrücklich genannt sind. Die LVM zahlt in Tarif A 100 Prozent einschließlich Wartung und Reparatur, die R+V in classic pro und comfort 75 Prozent und in premium 100 Prozent. Warum der offene Katalog zählt, erklärt der Ratgeber offener oder geschlossener Hilfsmittelkatalog.
Wer zahlt die bessere Beitragsrückerstattung, LVM oder R+V?
Die LVM hat die berechenbarere Beitragsrückerstattung. Sie zahlt bis zu vier Monatsbeiträge des ambulanten Tarifs zurück, und nur ambulante Rechnungen zählen. Bei der R+V hängt die Rückerstattung von der Zahl zusammenhängender leistungsfreier Jahre ab, eine feste Höhe ist nicht zugesagt.
Die Logik der LVM ist ungewöhnlich kundenfreundlich: Weil Krankenhaus und Zahn über eigene Bausteine laufen, kostet eine Zahnfüllung oder ein Klinikaufenthalt die Rückerstattung nicht. Wer seit Vertragsbeginn leistungsfrei ist, erhält für 2026 unabhängig von der Vertragsdauer vier Monatsbeiträge, alle anderen gestaffelt einen bis vier Monatsbeiträge nach einem bis vier leistungsfreien Jahren. Für 2027 ist dieselbe Höhe angekündigt. 2025 schüttete die LVM zusammen 19,5 Millionen Euro an ihre Kunden aus. Vorsorgeuntersuchungen zahlt sie außerhalb der Selbstbeteiligung, ohne die Rückerstattung zu gefährden.
Auch die R+V zahlt Vorsorge und Schutzimpfungen zu 100 Prozent, ohne Anrechnung auf den Selbstbehalt und ohne Folgen für die Rückerstattung, sofern sie separat abgerechnet werden. Die Rückerstattung selbst ist in AGIL an leistungsfreie Kalenderjahre geknüpft und wächst mit der Zahl zusammenhängender Jahre ohne Rechnung. Eine Garantie in Monatsbeiträgen gibt es nicht. Wie Sie abwägen, ob sich das Einreichen einer Rechnung lohnt, zeigt der Ratgeber Beitragsrückerstattung.
Welche PKV ist günstiger, LVM oder R+V?
Ein ehrlicher Euro-Vergleich ist bei diesem Duell nicht möglich: Beide Versicherer kalkulieren ihre Vollversicherung individuell nach Eintrittsalter, Bausteinen und Gesundheitsangaben, und die Tarife sind so unterschiedlich gebaut, dass selbst gleiche Stufen verschiedene Leistungen enthalten. Wir ordnen deshalb in Worten ein, wo welche Gesellschaft preislich stark ist.
Die LVM kalkuliert bewusst vorsichtig; der Anfangsbeitrag kann deshalb höher liegen als bei Wettbewerbern. Dafür setzt sie auf Stabilität im Alter. Bei der R+V fällt 2026 vor allem AGIL comfort 960 (MP2U) auf: Diese Stufe blieb für Erwachsene ohne Beitragsanpassung, während premium und classic pro teils zweistellig stiegen. Für viele Angestellte ist MP2U deshalb derzeit die preislich interessanteste AGIL-Variante.
So sparen Sie bei beiden über die Selbstbeteiligung
Die Stellschraube funktioniert unterschiedlich. Bei der LVM betrifft die Selbstbeteiligung nur den ambulanten Tarif, Krankenhaus- und Zahnrechnungen werden immer ohne Eigenanteil bezahlt. Eine hohe Stufe wie A 1350 ist dadurch gut kalkulierbar. Bei der R+V gilt der Selbstbehalt in vier festen Stufen; Kinder zahlen jeweils den halben Betrag. Eine höhere Stufe lohnt sich, wenn die Ersparnis im Jahr größer ist als der zusätzliche Selbstbehalt. Wie Sie das durchrechnen, erklärt der Ratgeber Selbstbeteiligung in der PKV.
Was im Alter übrig bleibt
Für den Beitrag im Alter liefern beide Gesellschaften Anhaltspunkte. Die LVM beschließt seit dem Jahr 2000 jährlich eine freiwillige Beitragsbegrenzung für über 65-Jährige; 2026 zahlen diese im Schnitt etwa den Beitrag der 43-jährigen Versicherten. Die Maßnahme ist nicht garantiert und kann durch einen Tarifwechsel beeinflusst werden. Die R+V zeigt an einem Beispiel, dass ein 71-jähriger Versicherter, der seit 1994 bei ihr ist, 360,47 Euro im Monat zahlt, in der gesetzlichen Kasse wären es nach Zuschuss 367,44 Euro. Beide Beispiele sind keine Garantie, zeigen aber, dass eine lange Vertragsdauer bei beiden Versicherern trägt.
Für Angestellte gilt bei beiden: Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des Beitrags für Kranken- und Pflegeversicherung, 2026 höchstens 613,22 € im Monat. In die PKV wechseln können Angestellte mit einem Jahresbruttogehalt über 77.400 €; für 2027 ist eine Anhebung auf 84.150 € vorgesehen. Einen Marktüberblick nach Alter bietet unser PKV-Rechner.
Wir stellen Ihnen passende PKV-Tarife mit Ihrem Eintrittsalter, Ihrer Wunsch-Selbstbeteiligung und dem Arbeitgeberzuschuss gegenüber — kostenlos und unverbindlich.
Welche Krankenversicherung ist beitragsstabiler: LVM oder R+V?
Langfristig ist die LVM die beitragsstabilere PKV: Zwischen 2017 und 2026 stiegen ihre Vollversicherungsbeiträge im Gesamtbestand um durchschnittlich 4,9 Prozent im Jahr, Assekurata bewertet die Beitragsstabilität mit „exzellent“. Das Jahr 2026 war jedoch auch für LVM-Kunden teuer, und die R+V hat mit AGIL comfort 960 eine Stufe ohne Erhöhung.
| Jahr | LVM Beihilfe | LVM ohne Beihilfe | LVM Gesamtbestand | Ø der von Assekurata bewerteten Versicherer |
|---|---|---|---|---|
| 2017 | 3,1 % | 3,4 % | 3,4 % | 4,6 % |
| 2018 | −0,7 % | 2,4 % | 1,8 % | 3,5 % |
| 2019 | 0,5 % | 0,5 % | 0,5 % | 2,2 % |
| 2020 | −0,1 % | 2,0 % | 1,6 % | 3,8 % |
| 2021 | 7,1 % | 7,3 % | 7,3 % | 7,0 % |
| 2022 | 5,5 % | 5,8 % | 5,6 % | 3,1 % |
| 2023 | 2,9 % | 1,9 % | 2,2 % | 3,0 % |
| 2024 | 0,5 % | 4,2 % | 3,2 % | 4,1 % |
| 2025 | 2,9 % | 9,2 % | 7,4 % | 10,8 % |
| 2026 | 18,3 % | 16,6 % | 16,5 % | 8,1 % |
| Ø 2017–2026 | 4,0 % | 5,3 % | 4,9 % | 5,0 % |
Die Zahlen zeigen beide Seiten: In sieben von zehn Jahren lag die LVM unter dem Vergleichsschnitt, 2018 bis 2020 sanken die Beihilfetarife sogar. 2026 kam dann der große Sprung mit durchschnittlich 16,5 Prozent im Bestand; im Neugeschäft stiegen die Beiträge um 10,7 Prozent, bei Beihilfeberechtigten um 13,3 Prozent. Zur Abfederung setzte die LVM 27,4 Millionen Euro aus ihrer Rückstellung für Beitragsrückerstattung ein.
| Tarif der R+V | Kürzel | Anpassung 01.01.2026 |
|---|---|---|
| AGIL premium ohne Selbstbehalt | TN0U | rund 15 % |
| AGIL premium 480 € | TN1U | 30–33 % |
| AGIL premium 960 € | TN2U | 18–20 % |
| AGIL premium 1.920 € | TN3U | 24–26 % |
| AGIL classic pro 480 € | CP1U | 26–27 % |
| AGIL classic pro 960 € | CP2U | 23–26 % |
| AGIL classic pro 0 € / 1.920 € | CP0U / CP3U | 16–22 % |
| AGIL comfort 960 € | MP2U | 0 % für Erwachsene |
| BeihilfeKonzept | — | 14–18 % |
Bei der R+V sind die Erhöhungen 2026 teilweise deutlich höher ausgefallen als bei der LVM, weil sich Kostensteigerungen mehrerer Jahre aufgestaut hatten: 2024 lagen die Anpassungen der offenen Unisex-Tarife noch bei 2 bis 11 Prozent. Einen langjährigen Durchschnitt wie bei der LVM gibt es für die R+V nicht. In unserem Urteil liegt die LVM deshalb vorn — wegen ihrer langen Stabilitätsreihe, der hohen Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB-Quote 39,9 Prozent, Markt 27,6 Prozent) und des einen Tarifwerks ohne alternde Teilkollektive. Wer die Entwicklung am Markt verfolgen möchte, findet sie im Ratgeber PKV-Beitragserhöhung.
Upgrade, Ausland, Alter: Wo ist die R+V PKV flexibler als die LVM?
Bei Aufstiegsrechten und Auslandsschutz ist die R+V klar überlegen, bei der Entlastung im Alter die LVM. Wer seinen Tarif mit dem Leben wachsen lassen will oder beruflich unterwegs ist, bekommt bei der R+V mehr.
Aufstieg ohne Gesundheitsprüfung
Die R+V sagt in AGIL feste Wechselzeitpunkte zu: Nach dem 5., 10. und 15. Versicherungsjahr dürfen Versicherte zwischen 16 und 50 Jahren ohne neue Gesundheitsprüfung in die nächsthöhere Stufe wechseln, etwa von classic pro nach comfort. Den Selbstbehalt kann man jederzeit erhöhen und alle fünf Jahre bis 50 wieder senken. Bei der LVM gilt das allgemeine Tarifwechselrecht nach § 204 VVG; eine Höherstufung, etwa von S3 nach S1, bedeutet für die Mehrleistung eine Gesundheitsprüfung.
Auslandsschutz
Die LVM schützt in Europa ohne zeitliche Grenze, außerhalb Europas bei vorübergehendem Aufenthalt einen Monat. Die R+V deckt in classic pro und comfort Europa sowie außereuropäische Aufenthalte bis sechs Monate ab (ambulant und Zahn zu 75 Prozent, stationär zu 100 Prozent). AGIL premium gilt weltweit drei Jahre mit Anspruch auf Verlängerung, und wer beruflich ins Ausland entsandt wird, darf mit gleicher Selbstbehaltstufe in premium wechseln. Details zu Auslandsaufenthalten erklärt der Ratgeber PKV im Ausland.
Beitragsentlastung im Alter
Beide bieten einen Entlastungsbaustein bis 80 Prozent. Bei der LVM heißt er Vorsorge-Plus: Abschluss zwischen 21 und 60, Nachlass ab dem Jahr des 65. Geburtstags frei wählbar ab 10 Euro, der Arbeitgeber zahlt bis zur Hälfte mit, und die angesparte Rückstellung ist bei einem Versichererwechsel übertragbar. Die R+V entlastet ab 65 in 5-Euro-Schritten bis 80 Prozent des aktuellen Beitrags. Den Ausschlag für die LVM gibt die zusätzliche, freiwillige Beitragsbegrenzung für über 65-Jährige. Wie ein Entlastungstarif wirkt, zeigt der Ratgeber Beitragsentlastungstarif.
LVM oder R+V für Selbstständige: Krankentagegeld und Selbstbeteiligung im Vergleich
Für Selbstständige liegt die LVM vorn, vor allem wegen des Krankentagegelds mit frühem Beginn und der ambulant begrenzten Selbstbeteiligung. Die R+V ist die bessere Wahl für Unternehmer mit Auslandsgeschäft.
Die LVM bietet Selbstständigen Krankentagegeld ab dem 8., 15., 22. oder 29. Tag (KT 8 bis KT 29), für alle Berufstätigen ab der 7. Woche bis KT 365. Das Tagegeld wird auch an Sonn- und Feiertagen gezahlt, die Leistungsdauer ist bis zum Ende der Arbeitsunfähigkeit oder zur Feststellung der Berufsunfähigkeit unbegrenzt, und bei steigendem Einkommen kann der Tagessatz ohne Gesundheitsprüfung erhöht werden. Dazu kommt ein Kurtagegeld, das Selbstständigen hilft, weil die Rentenversicherung bei ihnen oft keine Kur zahlt.
Die R+V kombiniert AGIL mit eigenen Tagegeldtarifen wie TA06U; ein typisches Beispiel ist AGIL comfort 480 mit 100 Euro Tagessatz. Selbstständige und Freiberufler gehören zu den Kernzielgruppen der R+V, für sie gilt keine Versicherungspflichtgrenze. Für Selbstständige mit Aufträgen außerhalb Europas ist AGIL premium mit weltweitem Schutz das stärkere Argument. Alles zur Einkommensabsicherung steht im Ratgeber Krankentagegeld, einen Überblick über die Zielgruppe bietet PKV für Selbstständige.
Wir zeigen Ihnen, welche Tarifkombination mit Krankentagegeld und Selbstbeteiligung zu Ihrem Einkommen passt — ohne Kosten und ohne Verpflichtung.
LVM oder R+V für Beamte und Anwärter: Welche Beihilfetarife sind besser?
Für Beamte liegt die LVM klar vorn. Fast die Hälfte ihrer Vollversicherten ist beihilfeberechtigt, und ihr Beihilfesystem ist fein abgestuft, mit Ergänzungstarifen bis 100 Prozent und besonders starken Anwärterkonditionen. Die R+V überzeugt in der Spitzenvariante und beim Zahnersatz ohne Staffel. Die Grundlagen zu Bemessungssätzen erklärt unser Ratgeber Beihilfe.
LVM: AB, SB, ZB und die Ergänzungstarife EWB
Die Restkostentarife der LVM heißen AB (ambulant), SB 2 und SB 3 (stationär, SB 2 mit Zweibettzimmer und privatärztlicher Behandlung) sowie ZB (Zahn), jeweils in Stufen von 10 bis 50 Prozent. Eine Besonderheit ist AB 20E: Er wird zusammen mit AB 30 abgeschlossen und fällt weg, wenn der Beihilfesatz mit der Pensionierung von 50 auf 70 Prozent steigt. Die Ergänzungstarife EWB 1 und EWB 2 übernehmen nicht beihilfefähige Restkosten, darunter Heilpraktiker, Psychotherapie bis 50 Sitzungen, LASIK, Brillen, Osteopathie und stationäre Wahlleistungen. Zusammen mit Beihilfe und Grundtarif kommt man so auf bis zu 100 Prozent Erstattung. Der Auslandsschutz ist für Beihilfeberechtigte zeitlich unbegrenzt, auch außerhalb Europas.
R+V: BeihilfeKonzept classic, comfort und premium
Die R+V bietet seit April 2021 drei Varianten, die jeweils einen Grundtarif mit einem Ergänzungstarif für Heilpraktiker, Sehhilfen, Zahn und Auslandsreisen kombinieren. Beihilfe comfort ergänzt Zweibettzimmer und Privatarzt, Beihilfe premium das Einbettzimmer und die Erstattung über die Höchstsätze. Zahnersatz wird in voller tariflicher Höhe ab Vertragsbeginn erstattet, ohne Staffel. Dazu kommen eine Geburtspauschale von 300 Euro und Telemedizin. Assekurata bewertete die Tarife mit „sehr gut“ (1,2).
| Merkmal | LVM | R+V | Vorteil |
|---|---|---|---|
| Stufen | AB, SB 2, SB 3, ZB in 10 bis 50 % | classic, comfort, premium | LVM |
| Pensionswechsel 50 → 70 % | AB 20E endet mit dem Ruhestand | — | LVM |
| Ergänzung Restkosten | EWB 1 / EWB 2 bis 100 %, EB 1 / EB 2 | Ergänzungstarif in jeder Variante | LVM |
| Krankenhaus Spitze | SB 2 + EWB 1: Ein- oder Zweibettzimmer | premium: Einbettzimmer, über Höchstsätze | R+V |
| Zahn | ZB mit Staffel 2.000 bis 10.000 € in 4 Jahren | voll ab Vertragsbeginn, ohne Staffel | R+V |
| Beitragsrückerstattung | 4 Monatsbeiträge des AB-Tarifs | Vorsorge ohne Einfluss auf die Rückerstattung | LVM |
| Anwärter | ABA, SBA, ZBA bis 39, 3 Jahre Beitragsgarantie, 6 Monatsbeiträge BRE | Rabatt in allen Varianten | LVM |
| Anpassung 2026 | Bestand +18,3 %, Neugeschäft +13,3 % | 14–18 % | Gleichstand |
| Öffnungsaktion | — | keine Teilnahme | — |
Den größten Unterschied machen die Anwärter: Die LVM-Ausbildungstarife ABA, SBA, ZBA, EWBA und EBA gelten für Beamtenanwärter, Referendare und beihilfeberechtigte Studenten bis 39 Jahre. Sie haben drei Jahre garantierte Beitragsstabilität und zahlen schon nach dem ersten leistungsfreien Jahr sechs Monatsbeiträge zurück. Für Polizei und Feuerwehr mit Heilfürsorge bietet die LVM Anwartschaften und Familienschutz über die Beihilfetarife. Weil die R+V an der Öffnungsaktion nicht teilnimmt, sollten Beamte mit Vorerkrankungen vor jedem Antrag eine anonyme Risikovoranfrage stellen. Weitere Beamten-Vergleiche finden Sie in der Übersicht beste PKV für Beamte und unter PKV für Beamtenanwärter.
Wir zeigen Ihnen, welche Beihilfeergänzung zu Ihrem Bemessungssatz und Bundesland passt — auch für Anwärter und Referendare.
LVM Krankenversicherung und R+V im Unternehmensvergleich
Bei der Finanzkraft liegt die LVM vorn: Solvenzquote 501,7 Prozent, Assekurata-Rating A++ und eine überdurchschnittliche Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Die R+V ist als Krankenversicherer insgesamt größer, in der Vollversicherung aber etwas kleiner als die LVM.
Die LVM Krankenversicherungs-AG aus Münster ist eine Tochter des LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a. G. Sie versichert 454.314 Menschen, davon 84.675 voll; 2025 nahm sie 510,6 Millionen Euro Beiträge ein. Verkauft wird ausschließlich über rund 2.200 LVM-Agenturen. Die Kennzahlen sind stark: Verwaltungskostenquote 2,3 Prozent, Schadenquote 79,4 Prozent, Überschussverwendungsquote 90,2 Prozent. Schwächer fiel 2025 die Nettoverzinsung mit 1,9 Prozent aus. In der Kundenbefragung von Assekurata erreichten die Vollversicherten ein „gut“, die Weiterempfehlung lag mit 83,1 Prozent unter dem Durchschnitt, die Zufriedenheit mit dem persönlichen Ansprechpartner deutlich darüber.
Die R+V Krankenversicherung AG aus Wiesbaden gehört zur R+V Versicherung AG und damit zur Genossenschaftlichen FinanzGruppe der Volksbanken und Raiffeisenbanken. 2025 nahm sie erstmals mehr als eine Milliarde Euro Beiträge ein (1,02 Milliarden Euro, plus 7,6 Prozent). Von 1,9 Millionen Versicherten sind rund 75.000 vollversichert, der Großteil hat Zusatz- oder betriebliche Krankenversicherungen. Die Kapitalanlagen lagen 2024 bei rund 4,7 Milliarden Euro. Die Leistungsbearbeitung wurde mit Auszeichnungen gewürdigt, darunter „Fairster Leistungsregulierer“ bei Focus Money und die Bestnote „mmm“ im map-report.
Beide Profile im Detail finden Sie auf unseren Seiten zur LVM Krankenversicherung und zur R+V PKV.
Für wen ist die LVM die bessere PKV?
Die LVM ist die bessere Wahl für alle, die freie Arztwahl und hohe Erstattungen im Alltag wollen, ohne in einen Spitzentarif zu gehen, und für alle Beihilfeberechtigten.
- Angestellte mit gutem Einkommen und Blick aufs Alter: Tarif A mit S2 und Z100/100 bietet freie Facharztwahl, Zweibettzimmer und vollen Zahnersatz; Vorsorge-Plus und die freiwillige Begrenzung ab 65 entlasten im Ruhestand.
- Beamte und Pensionsanwärter: AB/SB/ZB in feinen Stufen, AB 20E für den Pensionswechsel und EWB für Restkosten bis 100 Prozent.
- Beamtenanwärter und Referendare: Ausbildungstarife mit drei Jahren Beitragsgarantie und sechs Monatsbeiträgen Rückerstattung.
- Studenten ohne GKV-Anspruch: Studentenvarianten der Tarife A, AP, S und Z ohne Alterungsrückstellung, Umstellung nach der Ausbildung ohne neue Gesundheitsprüfung.
- Selbstständige mit Rücklagen: A 1350 oder A 2500 senkt den Beitrag, ohne Klinik und Zahn zu berühren; Krankentagegeld schon ab dem 8. Tag.
- Brillenträger und Menschen mit Therapiebedarf: Gläser und Kontaktlinsen ohne Höchstbetrag, Psychotherapie zu 100 Prozent bis 50 Sitzungen, Heilpraktiker bis zum Gebührenverzeichnis.
- Kunden, die persönlich beraten werden wollen: rund 2.200 Agenturen mit überdurchschnittlicher Zufriedenheit beim Ansprechpartner.
Für wen ist die R+V die bessere PKV?
Die R+V ist die bessere Wahl für alle, die günstig einsteigen und später aufsteigen wollen, die viel im Ausland sind oder in der Spitze keine Grenzen akzeptieren.
- Preisbewusste Einsteiger mit Hausarztmodell: AGIL classic pro erstattet Arzneimittel voll, Heilpraktiker zu 75 Prozent und Hilfsmittel nach offenem Katalog.
- Junge Angestellte mit Aufstiegsplänen: Upgrade nach 5, 10 und 15 Jahren ohne Gesundheitsprüfung; AGIL comfort 960 blieb 2026 für Erwachsene stabil.
- Vielreisende und Auslandsentsandte: AGIL premium schützt weltweit drei Jahre, Entsandte wechseln mit gleichem Selbstbehalt in premium.
- Privatpatienten mit Honorarärzten: AGIL premium erstattet über den 3,5-fachen Satz und bietet das Einbettzimmer.
- Wer bald Zahnersatz braucht: 75 bis 80 Prozent ab dem ersten Tag, ohne Zahnstaffel.
- Junge Familien: halber Selbstbehalt für Kinder und die Möglichkeit, das Neugeborene in einen höherwertigen Tarif als die Eltern aufzunehmen.
- Beamte mit Wunsch nach Spitzenschutz: Beihilfe premium mit Einbettzimmer und Erstattung über die Höchstsätze.
Sagen Sie uns, was Ihnen wichtig ist — wir sagen Ihnen, welcher PKV-Tarif für Sie vorn liegt, und rechnen passende Angebote kostenlos.
Fazit: LVM oder R+V — wer hat die besseren PKV-Tarife?
Die LVM hat für die meisten Kunden die besseren PKV-Tarife. Ihr Baukasten liefert schon in der Mittelklasse, was die R+V erst in premium bietet: freie Arztwahl, volle Erstattung bei Heilpraktiker, Hilfsmitteln und Psychotherapie und Brillengläser ohne Grenze. Z100/100 ist langfristig der stärkere Zahntarif, die Beihilfe- und Ausbildungstarife gehören zu den durchdachtesten im Markt, und die Beitragsentwicklung war über zehn Jahre vorbildlich — trotz des teuren Jahres 2026.
Die R+V ist die bessere Wahl für preisbewusste Einsteiger mit Hausarztmodell, für alle, die ihren Schutz später ohne Gesundheitsprüfung verbessern möchten, für Familien und für Menschen, die beruflich oder privat viel außerhalb Europas sind. AGIL premium ist in der Spitze der umfassendere Tarif, weil er über die Höchstsätze erstattet und weltweit gilt. Wer die R+V wählt, sollte die kräftigen Anpassungen 2026 in premium und classic pro im Blick behalten und AGIL comfort 960 als Alternative prüfen.
Weitere Duelle mit beiden Gesellschaften: DEVK oder LVM und Alte Oldenburger oder R+V. Einen breiteren Überblick gibt die Liste der besten PKV für Angestellte. Bestandskunden beider Versicherer sollten vor einer Kündigung immer den internen Tarifwechsel nach § 204 VVG prüfen.
Häufige Fragen zu LVM und R+V PKV
Ist die LVM besser als die R+V?
In der Mittelklasse ja. Der ambulante LVM-Tarif A erstattet in jeder Selbstbeteiligungsstufe 100 % bei freier Arztwahl, zahlt Heilpraktiker bis zum Gebührenverzeichnis, Hilfsmittel nach offenem Katalog und Brillengläser ohne Höchstbetrag. Mit Z100/100 gibt es dazu 100 % Zahnersatz. Die R+V ist besser beim günstigen Einstieg (AGIL classic pro), beim Auslandsschutz, bei Upgrades ohne Gesundheitsprüfung und in AGIL premium, das auch über den GOÄ-Höchstsatz erstattet.
Welche PKV ist günstiger, LVM oder R+V?
Ein seriöser Euro-Vergleich ist nicht möglich, weil beide Versicherer ihre Vollversicherung individuell kalkulieren und die Tarife unterschiedlich aufgebaut sind. Die LVM kalkuliert bewusst vorsichtig, der Einstieg kann daher höher liegen. Günstig wird die R+V vor allem mit AGIL comfort 960 (MP2U), das 2026 für Erwachsene nicht teurer wurde. Den Beitrag für Ihr Alter ermitteln wir kostenlos im persönlichen Vergleich.
Welche Krankenversicherung ist beitragsstabiler, LVM oder R+V?
Langfristig die LVM: Von 2017 bis 2026 stiegen ihre Vollversicherungsbeiträge im Bestand um durchschnittlich 4,9 % pro Jahr, Assekurata bewertet die Beitragsstabilität mit „exzellent“. 2026 war allerdings auch bei der LVM ein teures Jahr mit durchschnittlich 16,5 % im Bestand. Die R+V passte 2026 AGIL premium um 15 bis 33 % und AGIL classic pro um 16 bis 27 % an, AGIL comfort 960 blieb für Erwachsene unverändert.
LVM oder R+V für Beamte?
Für die meisten Beamten und Anwärter die LVM. Sie bietet Restkostentarife in Stufen von 10 bis 50 %, den Tarif AB 20E für den Wechsel auf 70 % Beihilfe im Ruhestand, Ergänzungstarife EWB bis 100 % der Kosten und Ausbildungstarife mit drei Jahren Beitragsgarantie und sechs Monatsbeiträgen Rückerstattung. Die R+V punktet mit Beihilfe premium (Einbettzimmer, über die Höchstsätze) und Zahnersatz ohne Staffel ab Vertragsbeginn.
Welche PKV zahlt mehr beim Zahnersatz, LVM oder R+V?
Auf Dauer die LVM: Z100/100 erstattet Zahnersatz, Implantate, Inlays und Kieferorthopädie zu 100 %, in den ersten vier Jahren gilt eine Summenbegrenzung von 2.000 € bis 10.000 €. Die R+V erstattet in AGIL 75 %, in premium 80 %, dafür ohne Zahnstaffel ab dem ersten Tag. Vor Zahnersatz ist bei der R+V ein Heil- und Kostenplan nötig, sonst sinkt die Erstattung auf 50 %.
Wie hoch ist die Beitragsrückerstattung bei LVM und R+V?
Die LVM zahlt bis zu vier Monatsbeiträge des ambulanten Tarifs zurück; Krankenhaus- und Zahnrechnungen gefährden die Rückerstattung nicht, weil sie über eigene Bausteine laufen. Anwärter erhalten in den Ausbildungstarifen sechs Monatsbeiträge schon nach einem leistungsfreien Jahr. Bei der R+V richtet sich die Rückerstattung nach der Zahl zusammenhängender leistungsfreier Kalenderjahre; eine feste Höhe in Monatsbeiträgen ist nicht zugesagt.
Nehmen LVM und R+V an der Öffnungsaktion für Beamte teil?
Die R+V gehört nicht zu den Teilnehmern der Öffnungsaktion der PKV. Beamte mit Vorerkrankungen sollten deshalb vor jedem Antrag, ob bei der R+V oder der LVM, eine anonyme Risikovoranfrage stellen lassen und die Angebote teilnehmender Gesellschaften danebenlegen.
Kann ich von der LVM zur R+V wechseln?
Ja, aber nur mit Kündigung, neuer Gesundheitsprüfung und dem Verlust eines großen Teils der Alterungsrückstellung. Ein Wechsel unter Mitnahme der Rückstellung nach § 204 VVG ist nur innerhalb derselben Gesellschaft möglich. LVM-Kunden können etwa von A 0 nach A 650 oder von S1 nach S2 wechseln, R+V-Kunden zwischen den AGIL-Stufen und Selbstbehalten.
Wir vergleichen die Tarife der LVM und der R+V laufend und ordnen sie für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien ein. Tarifstand 2026.
