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Hilfsmittelkatalog in der PKV: die Kurzantwort
Ein offener Hilfsmittelkatalog zählt Hilfsmittel nur beispielhaft auf: Die PKV zahlt jedes ärztlich verordnete Hilfsmittel, auch künftige Neuentwicklungen. Ein geschlossener Hilfsmittelkatalog erstattet nur, was in der Liste steht. Für eine Versicherung, die Jahrzehnte hält, ist der offene Katalog fast immer die bessere Wahl.
- Offene Kataloge z. B. in Hallesche NK.select S, Gothaer MediCompact Premium, LKH-GesundheitsUpgrade Premium.
- Erstattung meist 75 bis 100 %, teils mit Eigenanteil-Deckel wie 80 % bis 4.000 €, darüber 100 %.
- Hörgeräte oft mit Höchstbetrag, z. B. 1.500 € oder 3.000 € je Ohr (Allianz Plus / Best).
- Wechsel in einen offenen Katalog über § 204 VVG möglich – für die Mehrleistung mit Gesundheitsprüfung.
Hilfsmittelkatalog in der PKV: offen oder geschlossen – was bedeutet das?
Der Hilfsmittelkatalog ist der Teil Ihrer PKV-Tarifbedingungen, der festlegt, welche Hilfsmittel der Versicherer erstattet. Ob er offen oder geschlossen ist, erkennen Sie an einer einzigen Formulierung.
Hilfsmittel sind Gegenstände, die eine gestörte Körperfunktion ersetzen, unterstützen oder eine Behinderung ausgleichen: Brille und Hörgerät, Einlagen und Kompressionsstrümpfe, Gehhilfe und Rollstuhl, Prothese und Beatmungsgerät. Anders als bei Arzt oder Krankenhaus, wo die Gebührenordnung den Rahmen vorgibt, darf jeder private Krankenversicherer selbst bestimmen, welche Hilfsmittel er übernimmt. Das macht den Hilfsmittelkatalog zu einem der Tarifdetails, in denen sich PKV-Tarife am stärksten unterscheiden.
Offener Hilfsmittelkatalog
Ein offener Katalog beschreibt Hilfsmittel allgemein und nennt Beispiele – typisch sind Formulierungen wie „Hilfsmittel sind insbesondere …“ oder „zum Beispiel …“. Erstattet wird alles, was die allgemeine Beschreibung erfüllt und ärztlich verordnet ist. Kommt in zehn Jahren ein neues Gerät auf den Markt, ist es automatisch versichert.
Geschlossener Hilfsmittelkatalog
Ein geschlossener oder abschließender Katalog enthält eine feste Aufzählung, oft mit der Formulierung „Als Hilfsmittel gelten ausschließlich …“ oder „nur die folgenden …“. Was dort nicht steht, wird nicht bezahlt – egal wie sinnvoll es medizinisch ist. Weil die Liste beim Vertragsschluss festgeschrieben wird, veraltet sie mit jedem Jahr ein Stück mehr.
„Insbesondere“ oder „zum Beispiel“ bedeutet offen. „Ausschließlich“, „nur“ oder „abschließend“ bedeutet geschlossen. Mehr braucht es für die erste Einordnung nicht.
Offener und geschlossener Hilfsmittelkatalog der PKV im Vergleich
Der offene Hilfsmittelkatalog schützt vor Lücken, die bei Vertragsschluss noch niemand kennt; der geschlossene ist berechenbarer für den Versicherer und deshalb in günstigen Tarifen häufiger.
| Merkmal | Offener Katalog | Geschlossener Katalog |
|---|---|---|
| Formulierung im Tarif | „insbesondere“, „zum Beispiel“ | „ausschließlich“, „nur“, abschließende Liste |
| Neue Hilfsmittel | automatisch versichert | nicht versichert, solange nicht in der Liste |
| Typische Tarife | Komfort- und Premiumtarife, viele Beihilfetarife | Einsteigertarife, ältere Bisex-Tarife |
| Streit im Leistungsfall | selten – Maßstab ist die ärztliche Verordnung | häufiger – Maßstab ist der Wortlaut der Liste |
| Risiko im Alter | gering | hoch, gerade bei chronischen Erkrankungen |
| Beitrag | meist etwas höher | meist etwas niedriger |
Offener Katalog
- Medizinischer Fortschritt ist automatisch mitversichert
- Maßstab ist die ärztliche Verordnung, nicht eine Liste
- Planbar für Jahrzehnte – wichtig, weil ein späterer Wechsel an der Gesundheit scheitern kann
- Weniger Diskussionen mit dem Versicherer
Geschlossener Katalog
- Neue Geräte fehlen, auch wenn sie Standard werden
- Streit um einzelne Begriffe („Ist ein Elektrorollstuhl ein Rollstuhl?“)
- Nachbessern nur per Tarifwechsel mit Gesundheitsprüfung
- Kleine Beitragsersparnis, großes Kostenrisiko
Welche Hilfsmittel im geschlossenen PKV-Katalog häufig fehlen
Im geschlossenen Hilfsmittelkatalog der PKV fehlen vor allem technische Geräte, die erst in den letzten Jahren alltäglich geworden sind, und teure Hilfsmittel für chronische Erkrankungen.
Brille, Hörgerät, Einlagen und Gehhilfen stehen in praktisch jedem Katalog. Kritisch wird es bei allem, was über diese Grundausstattung hinausgeht. Aus unserer Beratungspraxis sind das die Hilfsmittel, bei denen ein geschlossener Katalog am häufigsten zum Problem wird:
| Hilfsmittel | Typischer Anlass | Risiko im geschlossenen Katalog |
|---|---|---|
| Insulinpumpe, Glukosesensor | Diabetes Typ 1, später auch Typ 2 | fehlt in älteren Listen oft ganz |
| CPAP-Atemtherapiegerät | Schlafapnoe | häufig nicht genannt |
| Heimbeatmung, Sauerstoffkonzentrator | COPD, neuromuskuläre Erkrankungen | teuer, oft nicht aufgeführt |
| Elektrorollstuhl, Treppensteighilfe | Mobilitätseinschränkung | Liste nennt nur „Rollstuhl“ |
| Mikroprozessor-Prothese | Amputation | nur Standardprothese versichert |
| Kommunikationshilfen, Sprachcomputer | Schlaganfall, ALS | fast nie aufgeführt |
| Miete, Wartung, Reparatur | jedes größere Gerät | oft ausdrücklich ausgeschlossen |
Gerade die letzte Zeile wird unterschätzt: Ein Elektrorollstuhl oder ein Beatmungsgerät verursacht nicht nur einmal Kosten, sondern regelmäßig durch Akkus, Wartung und Reparaturen. Die Alte Oldenburger schreibt deshalb im Tarif A 106 ausdrücklich einen offenen Katalog inklusive Miete und Reparatur in die Bedingungen. Solche Klarstellungen sind ein gutes Qualitätszeichen.
Nicht verwechseln: Pflegehilfsmittel wie Pflegebett oder Hausnotruf bei Pflegebedürftigkeit übernimmt die private Pflegepflichtversicherung, nicht der Hilfsmittelkatalog der Krankenversicherung. Gegenstände des täglichen Lebens – etwa ein normaler Bürostuhl – sind in keinem Katalog versichert.
Wir filtern für Sie nur Tarife mit offenem Katalog und vergleichen Erstattungssatz, Höchstbeträge und Beitrag.
Hilfsmittel in der PKV: Prozentsatz, Höchstbeträge und Kostenzusage
Neben der Frage offen oder geschlossen bestimmen drei weitere Stellschrauben, was die PKV bei Hilfsmitteln tatsächlich zahlt: der Erstattungssatz, Summengrenzen für einzelne Hilfsmittel und die Pflicht zur vorherigen Kostenzusage.
Erstattungssatz und Eigenanteil-Deckel
Viele Tarife erstatten Hilfsmittel nicht zu 100 Prozent. Entscheidend ist, ob Ihr Eigenanteil nach oben begrenzt ist. Mehrere Versicherer arbeiten mit einem Deckel: Bis zu einem Rechnungsbetrag zahlen Sie einen Anteil selbst, darüber übernimmt der Versicherer alles.
| Tarif | Regel für Hilfsmittel | Ihr Eigenanteil höchstens |
|---|---|---|
| Hallesche NK.select S | offener Katalog, 80 % bis 4.000 €, darüber 100 % | 800 € |
| Mecklenburgische proMEaktivplus | Heil- und Hilfsmittel 75 % bis 3.500 €, darüber 100 % | 875 € |
| Nürnberger TOP6 | Arznei-, Heil- und Hilfsmittel 80 % bis 2.000 €, darüber 100 % | 400 € |
| Bayerische Beamtenkrankenkasse CompactPRIVAT/S | Arznei-, Heil- und Hilfsmittel 85 % bis 1.360 €, darüber 100 % | 204 € |
| Allianz MeinGesundheitsschutz Plus | Hilfsmittel 80 % | ohne eigenen Deckel |
| R+V AGIL comfort | offener Katalog, 75 % | ohne eigenen Deckel |
Der Unterschied ist erheblich: Bei einer Hilfsmittelrechnung von 10.000 € zahlen Sie in einem Tarif mit 80 % ohne Deckel 2.000 € selbst, in Hallesche NK.select S höchstens 800 €. Tarife mit 100 Prozent Erstattung – etwa HanseMerkur Best Fit S, LKH-GesundheitsUpgrade Premium, Concordia AV 1 + SV 2 + ZV 1, Barmenia einsA expert+ oder Universa uni-Top|Privat 300 – ersparen Ihnen diese Rechnung ganz. Beachten Sie zusätzlich die tarifliche Selbstbeteiligung: Bei der Continentale fallen in ECONOMY-U und COMFORT-U zum Beispiel 50 € je Hilfsmittel an.
Höchstbeträge für einzelne Hilfsmittel
Auch ein offener Katalog kann einzelne Hilfsmittel begrenzen. Am häufigsten betrifft das Hörgeräte und Sehhilfen. Diese Grenzen sind legitim, sollten aber zu Ihrem Bedarf passen – wer schon heute ein Hörgerät trägt, sollte hier genauer hinschauen als beim Katalog selbst.
Vorherige Kostenzusage
Für teure Hilfsmittel verlangen viele Versicherer eine Zusage vor dem Kauf. Die Nürnberger sieht in MAX6+ eine Zusage ab 1.000 € vor, die Concordia im Beihilfetarif BV ab 2.000 €. Signal Iduna zahlt im Beamtentarif START-B Hilfsmittel bis 1.000 € ohne Zusage. Wer die Zusage vergisst, riskiert Kürzungen – reichen Sie Verordnung und Kostenvoranschlag deshalb immer vorab ein.
Rechenbeispiel: Hörgeräte mit unterschiedlichen PKV-Hilfsmittelregeln
Wie stark die Hilfsmittelregeln der PKV-Tarife auseinanderliegen, zeigt ein Beispiel mit zwei Hörgeräten, die zusammen 6.000 € kosten (3.000 € je Ohr, angenommener Rechnungsbetrag).
| Tarif | Regel Hörgeräte | Erstattung | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Allianz MeinGesundheitsschutz Best | bis 3.000 € je Ohr | 6.000,00 € | 0,00 € |
| Allianz MeinGesundheitsschutz Plus | bis 1.500 € je Ohr | 3.000,00 € | 3.000,00 € |
| Gothaer MediCompact Premium | bis 1.500 € je Ohr | 3.000,00 € | 3.000,00 € |
| KVB (Bahnbeamte) | 80 %, bis 1.200 € je Ohr | 2.400,00 € | 3.600,00 € |
Erstattung für zwei Hörgeräte zu je 3.000 € (Beispiel)
Das Beispiel zeigt zweierlei: Erstens kann der Unterschied bei einem einzigen Hilfsmittel mehrere Tausend Euro betragen. Zweitens hilft ein offener Katalog allein nicht, wenn die Summengrenze für das konkret benötigte Hilfsmittel zu niedrig ist. Hörgeräte werden zudem alle paar Jahre ersetzt – über 20 Jahre summiert sich der Unterschied entsprechend.
Bei einer konkreten Hörgeräteversorgung sollten neben der Katalogfrage auch der Betrag je Ohr, Bezugsweg und Kosten für Zubehör geprüft werden. Die neue Übersicht zur PKV-Erstattung von Hörgeräten zeigt diese Schritte einschließlich Verordnung und Kostenvoranschlag. Ein offener Katalog allein hebt spezielle Tarifgrenzen nicht auf.
PKV-Tarife mit offenem Hilfsmittelkatalog 2026
Einen offenen Hilfsmittelkatalog bieten 2026 vor allem Komfort- und Premiumtarife, aber auch einige preiswerte Tarife – ein offener Katalog ist also keine Frage des höchsten Beitrags.
| Anbieter | Tarif | Hilfsmittel | Weitere Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Hallesche | NK.select S | offen, 80 % bis 4.000 €, darüber 100 % | Primärarztprinzip, Psychotherapie ohne Sitzungslimit |
| Hallesche | KS | offen, 100 % | Arzt auch über GOÄ-Höchstsatz |
| LKH | GesundheitsUpgrade Premium | offen, 100 % | keine Wartezeiten, Zahn 100 % |
| Gothaer | MediCompact Premium | offen | Einbettzimmer und Chefarzt |
| HanseMerkur | Best Fit S / Best Fit | offen, 100 % | keine Selbstbeteiligung |
| Continentale | PREMIUM + SP1 | offener Hilfsmittelbegriff | SB max. 500 €/Jahr |
| AXA | ELBonus-U | offen | Primärarztprinzip, SB 360 €/Jahr |
| Concordia | AV 1 + SV 2 + ZV 1 | offen, 100 % | 0 € Selbstbehalt |
| Universa | uni-Top|Privat 300 | Heil- und Hilfsmittel offen, 100 % | Heilmittel ebenfalls 100 % |
| LVM | A 0 | offen, 100 % | ambulant ohne Selbstbeteiligung |
| Provinzial | VKA+uz | offen, 100 % | SB 500 €/Jahr |
| R+V | AGIL premium | offen, 100 % | Premiumlinie der R+V |
| SDK | GesundheitsFAIR AM30 + S1 + Z8 | offen | Einbettzimmer, Zahnersatz 80 % |
| Alte Oldenburger | A 106 | offen, inkl. Miete und Reparatur | feste SB 500 €/Jahr |
| Debeka | NW | offen | ambulant 90 %, Eigenanteil max. 500 € |
Die Tabelle ist bewusst eine Auswahl: Welcher Tarif zu Ihnen passt, hängt außerdem von Arztwahl, Zahnleistungen, Krankenhaus und Beitrag ab. Einen breiteren Überblick geben unsere Seiten PKV-Tarife im Vergleich und ambulante, stationäre und Zahnleistungen der PKV. Wer einen Tarif mit Hausarzt- oder Primärarztprinzip in Betracht zieht, findet die Details im Ratgeber Primärarzttarif – NK.select S und ELBonus-U zeigen, dass sich günstiger Beitrag und offener Katalog nicht ausschließen.
Wir rechnen Ihnen Tarife mit offenem Hilfsmittelkatalog für Ihr Alter und Ihren Beruf durch – kostenlos und unverbindlich.
Hilfsmittel in der privaten Krankenversicherung und in der GKV
Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet Hilfsmittel nach § 33 SGB V und orientiert sich am Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands; die private Krankenversicherung zahlt dagegen genau das, was im einzelnen Tarif steht.
Das Hilfsmittelverzeichnis der GKV ist kein abschließender Katalog im Sinne eines PKV-Tarifs, es wird laufend fortgeschrieben. Gesetzlich Versicherte zahlen in der Regel eine Zuzahlung von 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 € je Hilfsmittel (§ 61 SGB V), bekommen aber oft nur das „ausreichende und zweckmäßige“ Modell – bei Hörgeräten und Rollstühlen bedeutet das häufig Aufzahlungen für bessere Ausführungen.
Ein guter PKV-Tarif mit offenem Katalog leistet in der Regel mehr als die GKV: Sie wählen das Hilfsmittel mit Ihrem Arzt, nicht nach Vertragslieferant und Festbetrag. Ein PKV-Tarif mit geschlossenem Katalog kann dagegen hinter der GKV zurückbleiben – genau dann, wenn ein Hilfsmittel fehlt, das die GKV übernehmen würde. Wer die Leistungen beider Systeme grundsätzlich abwägt, findet die Gegenüberstellung im Ratgeber GKV oder PKV.
| Punkt | GKV | PKV mit offenem Katalog | PKV mit geschlossenem Katalog |
|---|---|---|---|
| Grundlage | § 33 SGB V, Hilfsmittelverzeichnis | Tarifbedingungen | Tarifbedingungen |
| Neue Hilfsmittel | nach Aufnahme ins Verzeichnis | automatisch | nein |
| Eigenanteil | 10 %, 5 bis 10 € je Hilfsmittel | je Tarif 0 bis 25 % | je Tarif |
| Auswahl | zweckmäßiges Standardmodell | nach ärztlicher Verordnung | nur Listenhilfsmittel |
Hilfsmittelkatalog für Beamte: Beihilfe und PKV-Restkosten
Bei Beamten entscheidet zuerst die Beihilfeverordnung des Dienstherrn, welche Hilfsmittel beihilfefähig sind; der PKV-Restkostentarif ergänzt diesen Anteil und kann Lücken der Beihilfe schließen.
Die Bundesbeihilfeverordnung (BBhV) führt beihilfefähige Hilfsmittel in einer eigenen Anlage auf und nennt für manche Hilfsmittel Höchstbeträge. Der Beihilfesatz – beim Bund 50 Prozent für aktive Beamte, 70 Prozent im Ruhestand und 80 Prozent für Kinder – gilt nur auf den beihilfefähigen Betrag. Was die Beihilfe nicht anerkennt, bleibt ohne passenden Ergänzungstarif komplett bei Ihnen.
Viele Beihilfetarife haben deshalb einen offenen Hilfsmittelkatalog: der Debeka Tarif B, die Continentale COMFORTBeihilfe, der Concordia Beihilfetarif BV oder das Allianz-Anwärterpaket BHRA50/BHRK50/BHRZ50 (offener Katalog inklusive Ergotherapie). Für Hilfsmittel, die die Beihilfe gar nicht anerkennt, gibt es Ergänzungstarife: Die Alte Oldenburger erstattet in BET Plus nicht beihilfefähige Hilfsmittel bis 500 € im Jahr, die FAMK in BeihilfeSorglos Hilfsmittel zu 100 % bis 1.000 €.
Wir kombinieren Restkostentarif und Beihilfeergänzung passend zu Ihrem Dienstherrn und Beihilfesatz.
Geschlossener Hilfsmittelkatalog im PKV-Alttarif: Was Sie tun können
Wer in einem älteren PKV-Tarif mit geschlossenem Hilfsmittelkatalog versichert ist, kann über einen Tarifwechsel nach § 204 VVG in einen Tarif mit offenem Katalog beim selben Versicherer wechseln – die Alterungsrückstellung bleibt erhalten.
Geschlossene Kataloge finden sich besonders häufig in Bisex-Tarifen, die bis Dezember 2012 verkauft wurden. Beispiele: Die LKH-Tarifgruppe P („Privat-Versicherungsschutz“) hatte einen geschlossenen Hilfsmittelkatalog, der LVM-Primärarzttarif AP (M/F) einen abschließenden Katalog mit Hörgeräten bis 1.500 € je Gerät. Auch die Erstattungshöhe hat sich verbessert: Bei der R+V zahlt der geschlossene Tarif AGIL classic (Unisex) Hilfsmittel zu 60 Prozent, die heutige Linie AGIL premium zu 100 Prozent mit offenem Katalog.
So läuft der Wechsel
- 1Bedingungen des aktuellen Tarifs prüfen: offen oder geschlossen, Prozentsatz, Höchstbeträge.
- 2Gleichartige Tarife des eigenen Versicherers mit offenem Katalog ermitteln.
- 3Wechselantrag nach § 204 VVG stellen – die Alterungsrückstellung wird angerechnet.
- 4Für die Mehrleistung darf der Versicherer Gesundheitsfragen stellen und einen Zuschlag oder Ausschluss nur für diese Mehrleistung vereinbaren.
Weil die Gesundheitsprüfung nur die Mehrleistung betrifft, lohnt sich der Wechsel meist auch mit Vorerkrankungen: Im schlimmsten Fall wird die Mehrleistung ausgeschlossen, Ihr bisheriger Schutz bleibt unberührt. Häufig senkt ein neuerer Tarif sogar den Beitrag. Alle Regeln erklärt unsere Seite Tarifwechsel nach § 204 VVG; wenn der Anlass eine Beitragserhöhung ist, hilft der Ratgeber Beitragsanpassung prüfen.
Standard- und Basistarif
Die brancheneinheitlichen Sozialtarife sind beim Thema Hilfsmittel kein Ausweg nach oben. Der Basistarif orientiert sich am Leistungsumfang der GKV, der Höchstbeitrag liegt 2026 bei 1.017,18 €. Im Standardtarif (Höchstbeitrag 848,62 €) gilt ein jährlicher Selbstbehalt für Arznei-, Verband- und Hilfsmittel, der von 306 € auf 500 € steigt; im Übergangsjahr 2026 sind es 403 €. Die Unterschiede beider Tarife erklärt der Ratgeber Basistarif und Standardtarif im Vergleich.
Wir prüfen, welcher Tarif Ihres Versicherers einen offenen Hilfsmittelkatalog hat und was der Wechsel kostet.
So prüfen Sie den Hilfsmittelkatalog Ihres PKV-Tarifs
Den Hilfsmittelkatalog Ihres PKV-Tarifs prüfen Sie in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen, Teil II (Tarifbedingungen), im Abschnitt „Hilfsmittel“ – mit diesen sechs Fragen haben Sie das Wichtigste in wenigen Minuten erfasst.
| Prüffrage | Gute Antwort | Warnsignal |
|---|---|---|
| Wie ist die Aufzählung formuliert? | „insbesondere“, „zum Beispiel“ | „ausschließlich“, „nur“, „abschließend“ |
| Welcher Prozentsatz gilt? | 100 % oder Eigenanteil mit Deckel | unter 80 % ohne Deckel |
| Gibt es Höchstbeträge? | nur für Brille und Hörgerät, in realistischer Höhe | Grenzen für Rollstühle oder Prothesen |
| Sind Miete, Wartung, Reparatur erfasst? | ausdrücklich eingeschlossen | ausdrücklich ausgeschlossen |
| Ab welchem Betrag ist eine Zusage nötig? | erst ab 1.000 € oder mehr | schon bei kleinen Beträgen |
| Gilt die Selbstbeteiligung auch hier? | nein oder gedeckelt | zusätzlich je Hilfsmittel |
Legen Sie die Checkliste neben die Tarifbedingungen, bevor Sie einen neuen Vertrag unterschreiben. Weitere Punkte, die in keinem Tarifvergleich fehlen sollten, finden Sie im Ratgeber PKV: Worauf achten?. Wenn Sie Kinder mitversichern, gilt der Katalog des Kindertarifs – gerade bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen oder chronischen Erkrankungen lohnt der genaue Blick, siehe Kinder in der PKV mitversichern. Und wer Testergebnisse als Orientierung nutzt, sollte wissen, dass der Hilfsmittelkatalog dort oft nur ein Kriterium unter vielen ist: So lesen Sie PKV-Tests richtig.
Wer heute schon ein teures Hilfsmittel nutzt oder eines absehbar braucht, sollte vor dem Antrag klären, ob der Versicherer es trotz Vorerkrankung übernimmt. Das geht diskret über eine anonyme Risikovoranfrage, bei der wir Ihre Gesundheitsangaben ohne Ihren Namen bei mehreren Versicherern vorlegen.
Häufige Fragen zum Hilfsmittelkatalog in der PKV
Was ist ein offener Hilfsmittelkatalog in der PKV?
Bei einem offenen Hilfsmittelkatalog zählt der Tarif Hilfsmittel nur beispielhaft auf, meist mit Formulierungen wie „insbesondere“ oder „zum Beispiel“. Erstattet wird jedes ärztlich verordnete Hilfsmittel, das eine Körperfunktion ersetzt, unterstützt oder eine Behinderung ausgleicht – auch Geräte, die es beim Vertragsabschluss noch gar nicht gab.
Was bedeutet ein geschlossener Hilfsmittelkatalog?
Ein geschlossener (abschließender) Hilfsmittelkatalog nennt eine feste Liste. Nur was dort steht, wird erstattet. Fehlt ein Gerät – etwa eine Insulinpumpe, ein Schlafapnoe-Atemgerät oder ein moderner Elektrorollstuhl –, zahlt der Versicherer nichts, auch wenn der Arzt es verordnet hat. Solche Kataloge finden sich vor allem in Einsteigertarifen und in älteren Tarifen.
Welche PKV-Tarife haben einen offenen Hilfsmittelkatalog?
Einen offenen Hilfsmittelkatalog haben zum Beispiel Hallesche NK.select S, Gothaer MediCompact Premium, LKH-GesundheitsUpgrade Premium, HanseMerkur Best Fit, Continentale PREMIUM, AXA ELBonus-U, Concordia AV 1 + SV 2 + ZV 1, Universa uni-Top|Privat 300, LVM A 0, Provinzial VKA+uz, R+V AGIL comfort und AGIL premium sowie im Beihilfebereich Debeka Tarif B und Continentale COMFORTBeihilfe.
Ist ein offener Hilfsmittelkatalog wichtiger als ein niedriger Beitrag?
Für die meisten Versicherten ja. Hilfsmittel werden vor allem im Alter und nach schweren Erkrankungen gebraucht – also dann, wenn ein Tarifwechsel wegen Vorerkrankungen kaum noch möglich ist. Ein Rollstuhl, eine Beinprothese oder ein Heimbeatmungsgerät kann einen fünfstelligen Betrag kosten. Der Beitragsunterschied zwischen offenem und geschlossenem Katalog ist dagegen meist gering.
Zahlt die PKV Hörgeräte?
Ja, Hörgeräte sind in fast allen Katalogen enthalten, oft aber mit Höchstbetrag. Die Allianz erstattet in MeinGesundheitsschutz Plus bis 1.500 € je Ohr, in Best bis 3.000 € je Ohr; die Gothaer in MediCompact Premium bis 1.500 € je Ohr. Wichtiger als der Katalog ist hier die Summengrenze.
Kann ich vom geschlossenen in einen offenen Hilfsmittelkatalog wechseln?
Ja, über einen Tarifwechsel nach § 204 VVG innerhalb Ihres Versicherers. Ihre Alterungsrückstellung bleibt erhalten. Weil der offene Katalog eine Mehrleistung ist, darf der Versicherer dafür eine Gesundheitsprüfung verlangen und einen Risikozuschlag oder Leistungsausschluss nur für diese Mehrleistung vereinbaren.
Brauche ich für teure Hilfsmittel eine Zusage des Versicherers?
Häufig ja. Viele Tarife verlangen ab einem bestimmten Betrag eine vorherige Kostenzusage, etwa die Nürnberger in MAX6+ ab 1.000 € und die Concordia im Beihilfetarif BV ab 2.000 €. Signal Iduna zahlt in START-B Hilfsmittel bis 1.000 € ohne Zusage. Reichen Sie vor dem Kauf immer den Kostenvoranschlag mit der ärztlichen Verordnung ein.
Gehören Pflegebetten und Pflegehilfsmittel zum Hilfsmittelkatalog?
In der Regel nicht. Pflegehilfsmittel wie Pflegebett, Hausnotruf oder Einmalhandschuhe bei Pflegebedürftigkeit übernimmt die private Pflegepflichtversicherung. Der Hilfsmittelkatalog der Krankenversicherung betrifft Hilfsmittel zur Behandlung einer Krankheit oder zum Ausgleich einer Behinderung.
Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen Ihr Angebot individuell — für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.
