Inhalt dieser Seite
- Was die PKV beim Zahnarzt zahlt
- Zahnleistungen PKV und GKV
- Tarife im Vergleich
- Zahnstaffel
- Implantate, Inlays, KFO
- GOZ und Heil- und Kostenplan
- Selbstbeteiligung beim Zahnarzt
- Zahnleistungen für Beamte
- Basis- und Standardtarif
- Kosten des Zahnschutzes
- Worauf Sie achten sollten
- PKV-Zahnschutz bei bereits empfohlener Kieferorthopädie
- PKV ohne Zahntarif oder zusätzliche Zahnversicherung: Worauf kommt es an?
- Häufige Fragen
Zahnleistungen in der PKV: die Kurzantwort
Die private Krankenversicherung erstattet Zahnbehandlungen wie Füllungen und Wurzelbehandlungen meist zu 100 Prozent. Beim Zahnersatz – Kronen, Brücken, Implantate – zahlen Volltarife je nach Leistungsstufe 60 bis 100 Prozent der Rechnung, oft mit einer Zahnstaffel in den ersten Jahren. Einen festen Zuschuss wie in der GKV gibt es nicht.
- Einstiegstarife: Zahnersatz 60 bis 75 %, z. B. Continentale ECONOMY-U (60 %, max. 3.000 €/Jahr).
- Komforttarife: Zahnersatz 80 bis 85 %, z. B. Hallesche NK.select L oder Continentale PREMIUM.
- Premiumtarife: 90 bis 100 %, z. B. Allianz Zahn 100 oder LKH-GesundheitsUpgrade Premium.
- Zahnstaffel: Begrenzung in den ersten 2 bis 7 Jahren, manche Tarife verzichten ganz darauf.
Zahnleistungen in der PKV: Was die private Krankenversicherung beim Zahnarzt zahlt
Die Zahnleistungen in der PKV gliedern sich in drei Bereiche mit eigenen Erstattungssätzen: Zahnbehandlung, Zahnersatz und Kieferorthopädie. Dazu kommt in vielen Tarifen die Prophylaxe. Welcher Prozentsatz gilt, steht in den Tarifbedingungen – und bleibt für die gesamte Vertragsdauer garantiert.
Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es in der PKV keinen Leistungskatalog, den der Gesetzgeber nachträglich kürzen kann. Was Sie beim Abschluss vereinbaren, gilt auch mit 60 oder 75 Jahren. Gerade beim Zahnersatz, dessen Bedarf mit dem Alter steigt, ist das ein echter Vorteil – vorausgesetzt, Sie wählen den Zahnschutz von Anfang an ausreichend hoch.
| Bereich | Typische Leistungen | Übliche Erstattung |
|---|---|---|
| Zahnbehandlung | Füllungen, Wurzelbehandlung, Parodontosebehandlung, Schmerzbehandlung | 100 % |
| Prophylaxe | professionelle Zahnreinigung, Kontrolluntersuchung | 100 % oder Jahresbetrag, z. B. bis 250 € |
| Zahnersatz | Kronen, Brücken, Prothesen, Implantate, oft auch Inlays | 60 bis 100 % |
| Kieferorthopädie | Zahnspangen und Aligner, bei Kindern und teils bei Erwachsenen | 70 bis 100 % |
| Material und Labor | zahntechnische Leistungen, Edelmetall, Keramik | meist im Zahnersatz-Satz enthalten |
Die meisten Versicherer führen die Zahnleistungen entweder im Kompakttarif mit – so bei Hallesche, Barmenia oder Continentale – oder als eigenen Zahnbaustein wie bei der Allianz (Zahn 75, 90, 100) und der AXA (Kompakt, Komfort und Premium Zahn-U). Beim Baustein können Sie den Zahnschutz unabhängig vom übrigen Leistungsniveau wählen.
Zahnleistungen der PKV im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung
Zahnleistungen der PKV sind beim Zahnersatz deutlich großzügiger als die der GKV, weil die PKV einen Prozentsatz der tatsächlichen Rechnung erstattet und nicht nur einen Festzuschuss. Die gesetzliche Kasse zahlt beim Zahnersatz einen befundbezogenen Festzuschuss auf die einfachste ausreichende Lösung, die sogenannte Regelversorgung.
Der GKV-Festzuschuss beträgt bisher 60 Prozent der Regelversorgung, mit lückenlosem Bonusheft etwas mehr. Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll er auf 50 Prozent sinken. Wer ein Implantat statt einer Brücke wählt, bekommt ohnehin nur den Zuschuss für die Brücke – den Rest trägt er selbst. In der PKV zahlt der Tarif dagegen den vereinbarten Anteil auf die gesamte Rechnung, auch für das Implantat.
| Merkmal | GKV | PKV |
|---|---|---|
| Zahnersatz | Festzuschuss auf die Regelversorgung (bisher 60 %, künftig 50 %) | 60 bis 100 % der tatsächlichen Rechnung |
| Implantate | nur Zuschuss in Höhe der Regelversorgung | wie Zahnersatz, teils mit Anzahlgrenze |
| Inlays aus Keramik/Gold | Mehrkosten selbst | meist mitversichert |
| Zahnreinigung | keine Kassenleistung, teils Satzungsleistung | in vielen Tarifen enthalten |
| Leistungsumfang | kann per Gesetz gekürzt werden | vertraglich garantiert |
| Kieferorthopädie Erwachsene | nur in Ausnahmefällen | je nach Tarif, z. B. ARAG MedBest ohne Altersgrenze |
Wer die grundsätzliche Entscheidung zwischen beiden Systemen noch vor sich hat, findet den vollständigen Vergleich im Ratgeber GKV oder PKV. Die Zahnleistungen sind dort ein Baustein unter vielen.
Wir zeigen Ihnen, welche Tarife in Ihrem Alter 80, 90 oder 100 Prozent Zahnersatz bieten – mit und ohne Zahnstaffel.
PKV-Zahnleistungen der Tarife im Vergleich
Die Zahnleistungen der PKV-Tarife reichen von 60 Prozent Zahnersatz mit Jahreshöchstbetrag bis zu 100 Prozent ohne Zahnstaffel. Die folgende Übersicht zeigt aktuelle Tarife für Angestellte und Selbstständige, geordnet nach Erstattung beim Zahnersatz:
| Anbieter und Tarif | Zahnersatz | Besonderheit |
|---|---|---|
| Continentale ECONOMY-U | 60 % | max. 3.000 € je Jahr |
| DKV BestMed Eco | 70 % | Implantate bis 4 je Kiefer, Zahnbehandlung und PZR 100 % |
| Hallesche NK.select S | 70 % | PZR 1× im Jahr |
| INTER QualiMed Basis | 70 % | Zahnstaffel in den ersten 4 Jahren |
| Signal Iduna START-SI | 75 % | Hausarztprinzip, SB 500 € |
| DKV BestMed Komfort | 75 % | beim Kooperationszahnarzt 85 % |
| Barmenia einsA prima | 75 % | Jahre 1–3 zusammen bis 7.500 € |
| Hallesche NK.select L | 80 % | ab Jahr 5 ohne Summengrenze, PZR 2× im Jahr |
| Continentale COMFORT-U | 80 % | inkl. Implantate, ab Jahr 6 bis 10.000 € je 2 Jahre |
| INTER QualiMed Exklusiv | 80 % | Implantate 80 %, KFO 80 % bis 21 |
| ARAG MedExtra | 80 % | ohne Implantatbegrenzung |
| Continentale PREMIUM | 85 % | Implantate unbegrenzt, ab Jahr 7 ohne Grenze |
| Signal Iduna KOMFORT-SI | 85 % | freie Arztwahl |
| Barmenia einsA expert | 85 % | ab Jahr 4 ohne Summengrenze |
| Hallesche NK.select XL | 90 % | ab Jahr 5 ohne Summengrenze |
| DKV PremiumMed | 90 % | keine Zahnstaffel |
| INTER QualiMed Premium | 90 % | auch über GOZ-Höchstsatz, Implantate und KFO 90 % |
| Gothaer MediCompact Premium | 90 % | auch über GOZ |
| SDK mit Zahntarif Z9 | 90 % | über GOZ-Höchstsatz, Prophylaxe 500 €/Jahr |
| Allianz MeinGesundheitsschutz + Zahn 100 | 100 % | ohne Zahnstaffel |
| LKH GesundheitsUpgrade Premium | 100 % | inkl. Implantate und KFO, ohne Wartezeiten |
Beim Blick auf die Tabelle fällt auf: Der Prozentsatz allein sagt wenig. Ein Tarif mit 90 Prozent und fünfjähriger Zahnstaffel kann in den ersten Jahren weniger leisten als ein Tarif mit 80 Prozent ohne Begrenzung. Umgekehrt ist ein Jahresdeckel wie bei ECONOMY-U auch langfristig spürbar, denn ein Implantat mit Krone kostet schnell mehr als 3.000 Euro. Mehr zu den Leistungsstufen der Tarife lesen Sie unter PKV-Tarife im Vergleich.
Die Zahnstaffel in der PKV: Begrenzung in den ersten Jahren
Die Zahnstaffel in der PKV begrenzt die Erstattung für Zahnersatz in den ersten Versicherungsjahren auf feste Höchstbeträge. Der Versicherer schützt sich damit vor Kunden, die kurz vor einer teuren Versorgung abschließen. Nach Ablauf der Staffel gilt der volle Prozentsatz ohne Obergrenze.
Wie lang und wie hoch die Staffel ausfällt, unterscheidet sich erheblich. Einige Beispiele aus aktuellen Tarifen:
| Tarif | Zahnstaffel |
|---|---|
| Alte Oldenburger Zahnbausteine | 1.000 / 1.500 / 2.000 € in Jahr 1–3, ab Jahr 4 ohne Begrenzung |
| HanseMerkur Best Fit und Top Fit | 1.600 / 3.200 / 6.400 €, ab Jahr 7 unbegrenzt |
| Universa (Kompakttarif) | 3.100 € (Jahr 1–3) bis 15.400 € (Jahr 1–7) |
| AXA Zahn-U-Bausteine | nur in den ersten 4 Jahren |
| Generali (Komforttarif) | Zahnstaffel über 5 Jahre |
| Debeka Nmed | 1.000 € je Jahr in Jahr 1 und 2 |
| Allianz Zahn 100, DKV PremiumMed | keine Zahnstaffel |
Rechenbeispiel: Zahnersatz über 4.000 Euro mit und ohne Staffel
Angenommen, Sie benötigen ein Implantat mit Krone und die Rechnung beträgt 4.000 Euro. Ihr Tarif erstattet 80 Prozent Zahnersatz und hat eine Staffel von 1.000, 1.500 und 2.000 Euro in den ersten drei Jahren. So verteilt sich die Rechnung je nach Zeitpunkt:
| Behandlung im … | Erstattung 80 % | Staffelgrenze | Erstattet | Eigenanteil |
|---|---|---|---|---|
| 1. Versicherungsjahr | 3.200 € | 1.000 € | 1.000 € | 3.000 € |
| 2. Versicherungsjahr | 3.200 € | 1.500 € | 1.500 € | 2.500 € |
| 3. Versicherungsjahr | 3.200 € | 2.000 € | 2.000 € | 2.000 € |
| ab 4. Versicherungsjahr | 3.200 € | keine | 3.200 € | 800 € |
Im ersten Jahr zahlen Sie also fast das Vierfache dessen, was ab dem vierten Jahr übrig bleibt. Steht eine größere Versorgung schon fest, lohnt ein Tarif ohne Staffel – oder die Behandlung wird, soweit medizinisch vertretbar, zeitlich geplant. Folgen eines Unfalls sind in vielen Tarifen von der Staffel ausgenommen, bei der Alte Oldenburger etwa ausdrücklich.
Wie stark der Prozentsatz den Eigenanteil nach Ablauf der Staffel bestimmt, zeigt dieselbe Rechnung über 4.000 Euro in vier Leistungsstufen:
Eigenanteil bei einer Zahnersatz-Rechnung von 4.000 € nach Ablauf der Zahnstaffel (Beispiel)
Implantate, Inlays und Kieferorthopädie in der privaten Krankenversicherung
Implantate zählen in der privaten Krankenversicherung zum Zahnersatz und werden mit dessen Prozentsatz erstattet. Unterschiede gibt es bei der Zahl der Implantate, beim Knochenaufbau und bei der Kieferorthopädie für Erwachsene.
Implantate
Ein Teil der Tarife begrenzt die Anzahl: DKV BestMed Eco erstattet bis zu vier Implantate je Kiefer, die ARAG KomfortKlasse bis zu vier Implantate. Ohne Begrenzung leisten dagegen ARAG MedExtra, Continentale PREMIUM und das LKH-GesundheitsUpgrade Premium, das Implantate sogar zu 100 Prozent übernimmt. Bei den Zahnbausteinen der Alte Oldenburger ist der Knochenaufbau ausdrücklich eingeschlossen – ein Punkt, der bei Implantaten schnell mehrere hundert Euro ausmacht.
Inlays und hochwertige Füllungen
Inlays aus Keramik oder Gold rechnen manche Tarife zur Zahnbehandlung, andere zum Zahnersatz. Die Alte Oldenburger zahlt Inlays im stärkeren Baustein zu 100 Prozent, der Münchener Verein je nach Tarif zu 75 oder 100 Prozent. Für Sie macht das einen Unterschied, weil der Zahnersatz-Satz meist niedriger ist als der für Behandlung.
Kieferorthopädie
Für Kinder erstatten fast alle Volltarife die Zahnspange, meist zu 80 bis 100 Prozent. Bei Erwachsenen trennt sich das Feld: Die ARAG zahlt in MedBest Kieferorthopädie ohne Altersgrenze zu 90 Prozent, Signal Iduna in EXKLUSIV-SI auch für Erwachsene, INTER QualiMed Exklusiv dagegen nur bis zum 21. Lebensjahr. Wer Kinder in der PKV versichert, findet weitere Hinweise unter PKV für Kinder.
PKV-Zahnleistungen und die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)
Die PKV erstattet Zahnarztrechnungen auf Grundlage der Gebührenordnung für Zahnärzte. Die GOZ sieht einen Regelsatz bis zum 2,3-fachen und einen Höchstsatz bis zum 3,5-fachen Gebührensatz vor; darüber hinaus sind nur Honorarvereinbarungen möglich.
Die meisten Tarife zahlen bis zum Höchstsatz der GOZ. Einige Premiumtarife gehen darüber hinaus: INTER QualiMed Premium, Gothaer MediCompact Premium und der SDK-Zahntarif Z9 erstatten auch über den GOZ-Höchstsatz, bei der DBV die Tarifgruppe B-U für Beamte ebenfalls. Relevant ist das bei Spezialisten für Implantologie oder ästhetische Zahnmedizin, die häufig mit Vereinbarung abrechnen.
Heil- und Kostenplan: vorher einreichen
Vor größeren Behandlungen erstellt der Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan. Reichen Sie ihn vor Behandlungsbeginn bei Ihrem Versicherer ein – Sie erfahren dann verbindlich, welchen Betrag der Tarif übernimmt. Manche Tarife machen den Plan zur Bedingung für die volle Erstattung: Bei den Zahnbausteinen der Alte Oldenburger sinkt der Zahnersatz-Satz ohne Heil- und Kostenplan von 80 auf 60 Prozent. Die DBV verzichtet in ihrem Anwärtertarif B-UA dagegen ausdrücklich auf den Plan.
Lassen Sie sich jede Zahnersatz-Planung ab etwa 1.000 Euro vorab bestätigen. Die Prüfung dauert meist nur wenige Tage und schützt vor Überraschungen bei Steigerungsfaktoren oder Laborkosten.
PKV-Selbstbeteiligung beim Zahnarzt
Ob die Selbstbeteiligung der PKV auch beim Zahnarzt greift, legt jeder Tarif selbst fest. In vielen Kompakttarifen zählen Zahnrechnungen zur ambulanten Selbstbeteiligung, bei Zahnbausteinen dagegen oft nicht.
Bei INTER QualiMed gilt die Selbstbeteiligung von 300, 600, 1.200 oder 2.400 Euro im Jahr ausdrücklich für ambulante und Zahnleistungen gemeinsam. Die HanseMerkur rechnet in Smart Fit die Selbstbeteiligung von 500 oder 1.000 Euro nur auf ambulant und Zahn an, stationär bleibt frei. Bei der AXA sind die Zahn-U-Bausteine dagegen „SB- und BRE-neutral“: Zahnrechnungen belasten weder die Selbstbeteiligung noch die Beitragsrückerstattung.
Das hat praktische Folgen. Eine Zahnreinigung für rund 100 Euro, die in die Selbstbeteiligung fällt, zahlen Sie faktisch selbst. Eine Zahnersatz-Rechnung über 4.000 Euro kann dagegen die gesamte Jahres-Selbstbeteiligung auf einmal ausschöpfen. Wer eine hohe Selbstbeteiligung wählt, sollte deshalb prüfen, ob der Zahnschutz davon getrennt ist. Alles Weitere zur Wahl der richtigen Stufe lesen Sie im Ratgeber Selbstbeteiligung in der PKV, zur Wirkung auf die Rückzahlung im Ratgeber Beitragsrückerstattung.
Wir rechnen Tarife durch, bei denen Zahnrechnungen Ihre Selbstbeteiligung nicht aufzehren – passend zu Ihrem Alter und Beruf.
Zahnleistungen in der PKV für Beamte mit Beihilfe
Beamte erhalten beim Zahnarzt Beihilfe vom Dienstherrn – meist 50 Prozent, bei Kindern 80 und im Ruhestand 70 Prozent – und versichern den Rest in einem Beihilfetarif der PKV. Lücken entstehen vor allem bei zahntechnischen Material- und Laborkosten, die viele Beihilfeverordnungen nur teilweise anerkennen.
Die Beihilfetarife der Versicherer schließen diese Lücken unterschiedlich gut. Die Continentale erstattet in COMFORTBeihilfe Zahnersatz und Implantate zu 100 Prozent des Tarifanteils, die Signal Iduna in KOMFORT-B+ ebenfalls, in EXKLUSIV-B zusätzlich ohne Zahnstaffel. Die HanseMerkur zahlt in Be Fit Best Zahnersatz ohne Staffel und ohne Höchstbetrag, die ARAG in ihrer Beihilfe-Welt ohne Zahnstaffel und ohne Implantatgrenze.
| Anbieter und Tarif | Zahnleistung für Beamte |
|---|---|
| Debeka BC / BG | Zahnlabor-Restkosten bis 6.150 € im Jahr, in den ersten 3 Jahren zusammen 2.250 € |
| Continentale COMFORTBeihilfe | Zahnersatz und Implantate 100 % |
| HanseMerkur Be Fit Best | Zahnersatz ohne Staffel und Höchstbetrag |
| Signal Iduna EXKLUSIV-B | keine Zahnstaffel, KFO 100 % |
| ARAG Beihilfe-Welt | keine Zahnstaffel, kein Implantat-Limit, keine Wartezeiten |
| Hallesche C.Select | Zahnbehandlung, Zahnersatz und KFO je 100 % |
| DKV BZA (Anwärter) | Zahntarif für nicht beihilfefähige Zahnleistungen |
Für Beamtenanwärter ist der Zahnschutz ein eigenes Thema, weil in manchen Ländern während des Vorbereitungsdienstes Beihilfe für Zahnersatz eingeschränkt ist. Die DBV schließt in ihrem Anwärtertarif Vision B-UA den fehlenden Beihilfeanteil beim Zahnersatz mit ein. Einen Überblick über Beihilfesätze und Tarife finden Sie auf den Seiten PKV für Beamte, PKV für Beamtenanwärter und im Ratgeber Beihilfe.
Wir prüfen, welche Zahnlücken Ihre Beihilfe lässt, und rechnen passende Restkostentarife für Ihr Bundesland.
Zahnarzt im Basistarif und Standardtarif der PKV
Der Basistarif der PKV leistet beim Zahnarzt im Umfang der gesetzlichen Krankenversicherung, also deutlich weniger als ein normaler Volltarif. Zahnersatz ist nur im Rahmen der Regelversorgung abgesichert, Zahnärzte rechnen mit gedeckelten Gebührensätzen ab.
Der Basistarif kostet 2026 höchstens 1.017,18 € im Monat und steht unter anderem Versicherten ab 55 Jahren und bei Hilfebedürftigkeit offen. Wer dorthin wechselt, um Beitrag zu sparen, gibt beim Zahnersatz viel auf – Implantate oder hochwertige Kronen fallen weitgehend in den Eigenanteil. Ähnliches gilt für den Standardtarif (höchstens 848,62 €), der nur für Altverträge vor 2009 zugänglich ist. Einzelheiten erklären die Ratgeber Basistarif und Standardtarif.
Besser vorher prüfen: Wer den Beitrag senken möchte, fährt mit einem Tarifwechsel nach § 204 VVG innerhalb des eigenen Versicherers meist besser. Dabei lässt sich gezielt der Zahnschutz behalten, während andere Leistungen angepasst werden. Mehr dazu: Tarifwechsel nach § 204 VVG.
Was kosten die Zahnleistungen in der PKV?
Die Zahnleistungen machen einen spürbaren, aber überschaubaren Teil des PKV-Beitrags aus. Bei der Allianz kostet der Baustein Zahn 90 für einen 24-jährigen Angestellten 108,69 Euro im Monat, bei einem Gesamtbeitrag von 717,26 Euro inklusive Krankentagegeld und Pflegepflicht.
Zahnbausteine werden – wie der übrige Beitrag – regelmäßig angepasst. Zum 1. Januar 2026 stiegen die Allianz-Zahnbausteine für Erwachsene um 10 bis 13 Prozent, VARIO ZahnPlus der Bayerischen Beamtenkrankenkasse um 12 bis 14 Prozent, während die AXA ihre Zahnbausteine für Erwachsene unverändert ließ. Der Marktdurchschnitt der Anpassungen lag 2026 bei rund 13 Prozent für die betroffenen Versicherten.
| Baustein (Allianz, 24 Jahre, Angestellter) | Beitrag |
|---|---|
| MeinGesundheitsschutz Plus 90 | 451,34 € |
| Zahn 90 | 108,69 € |
| Krankentagegeld | 45,76 € |
| Gesetzlicher Zuschlag (10 %) | 56,00 € |
| Pflegepflichtversicherung | 55,47 € |
| Gesamtbeitrag | 717,26 € |
| davon Arbeitgeber | 358,63 € |
Für Angestellte teilt der Arbeitgeber auch den Zahnanteil, solange der Gesamtbeitrag den Höchstzuschuss von 613,22 € im Monat nicht übersteigt. Steuerlich zählen Zahnleistungen über dem Basisniveau zu den Komfortleistungen; sie sind nur im Rahmen der Höchstbeträge von 1.900 Euro (Arbeitnehmer, Beamte) bzw. 2.800 Euro (Selbstständige) absetzbar, die meist schon durch die Basisbeiträge ausgeschöpft sind. Details im Ratgeber PKV steuerlich absetzen, einen Überblick über alle Beitragsbestandteile unter PKV-Kosten.
Worauf Sie bei den Zahnleistungen der PKV achten sollten
Bei den Zahnleistungen der PKV entscheiden fünf Punkte über den tatsächlichen Wert: Erstattungssatz, Zahnstaffel, Jahres- oder Summengrenzen, Gebührenrahmen und Vorsorgebedingungen. Wer diese Punkte vor Vertragsschluss prüft, vermeidet die häufigsten Enttäuschungen beim ersten Zahnersatz.
Darauf achten
- Zahnersatz mindestens 80 %, besser 90 % oder mehr
- keine oder kurze Zahnstaffel, danach ohne Summengrenze
- Implantate ohne Anzahlgrenze, Knochenaufbau eingeschlossen
- Erstattung bis GOZ-Höchstsatz, im Premiumbereich auch darüber
- Prophylaxe ohne Verlust der Beitragsrückerstattung
- Kieferorthopädie für Kinder, ggf. auch für Erwachsene
Stolperfallen
- dauerhafte Jahreshöchstbeträge, z. B. 3.000 € im Jahr
- niedrigere Erstattung ohne Heil- und Kostenplan
- Abschläge bei fehlender Vorsorge (z. B. 70 statt 90 %)
- Implantate auf wenige Stück je Kiefer begrenzt
- Selbstbeteiligung, die auch Zahnrechnungen erfasst
- höhere Erstattung nur im Partnernetz oder beim Kooperationszahnarzt
Vorsorge und Bonusregeln
Einige Versicherer koppeln die volle Zahnersatz-Erstattung an regelmäßige Vorsorge. Bei der AXA erstattet Komfort Zahn-U 85 Prozent, ohne Vorsorge 75 Prozent. Signal Iduna zahlt in START-B 90 Prozent, bei fehlender Vorsorge bis 70 Prozent. Bei der DKV steigt die Erstattung in BestMed Komfort von 75 auf 85 Prozent, wenn Sie einen Kooperationszahnarzt wählen; ähnlich funktioniert das Partnernetz bei ottonova.
Gesundheitsfragen zu den Zähnen
Im Antrag fragen die Versicherer nach fehlenden, nicht ersetzten Zähnen, laufenden oder angeratenen Behandlungen und vorhandenem Zahnersatz. Solche Angaben können zu einem Zuschlag oder einem Leistungsausschluss für einzelne Zähne führen. Beantworten Sie die Fragen vollständig – falsche Angaben gefährden den gesamten Vertrag. Wer wissen möchte, wie ein Versicherer reagiert, klärt das vorab über eine anonyme Risikovoranfrage. Weitere Hinweise gibt der Ratgeber Gesundheitsprüfung.
Wartezeiten
Für Zahnbehandlung, Zahnersatz und Kieferorthopädie darf die PKV eine besondere Wartezeit von acht Monaten vereinbaren (§ 197 VVG). Wer direkt aus der gesetzlichen Krankenversicherung wechselt, bekommt die Vorversicherungszeit angerechnet. Viele Tarife verzichten ohnehin auf Wartezeiten, etwa das LKH-GesundheitsUpgrade oder die Beihilfe-Welt der ARAG. Eine allgemeine Checkliste für den Tarifabschluss finden Sie im Ratgeber PKV: Worauf achten?.
Sagen Sie uns, wie wichtig Ihnen Zahnersatz ist – wir vergleichen Erstattung, Zahnstaffel und Beitrag bei allen passenden Versicherern.
PKV-Zahnreinigung und Zahnersatz getrennt anfragen
Für Zahnreinigung sollten Sie die Abrechnungspositionen, mögliche Häufigkeits- oder Betragsgrenzen und die Behandlung bei Selbstbehalt beziehungsweise Beitragsrückerstattung prüfen. Beim Zahnersatz sind zusätzlich Heil- und Kostenplan, Material- und Laborkosten sowie eine mögliche Zahnstaffel wichtig. Eine Erstattungsquote allein beantwortet den Eigenanteil nicht. Reichen Sie einen umfangreichen Behandlungsplan frühzeitig ein und beachten Sie die Fristen und Unterlagen für die PKV-Erstattung.
PKV-Zahnschutz bei bereits empfohlener Kieferorthopädie
Wenn bereits eine kieferorthopädische Behandlung empfohlen wurde, sollte der vorhandene PKV-Zahnschutz vor einem Tarifwechsel sorgfältig geprüft werden. Ein neuer Vertrag übernimmt bekannten Behandlungsbedarf nicht automatisch. Antragsfragen, Altersgrenzen und mögliche Leistungsstaffeln wirken neben der Erstattungsquote.
Reichen Sie einen vollständigen Heil- und Kostenplan ein und lassen Sie die konkrete Methode einschließlich Nachbehandlung prüfen. Der Ratgeber PKV und Zahnspange erläutert Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen, Alignern und Retainern sowie laufender Behandlung und Neuabschluss.
PKV ohne Zahntarif oder zusätzliche Zahnversicherung: Worauf kommt es an?
Bei PKV-Verträgen können Zahnleistungen als eigener Baustein oder als Teil eines Gesamttarifs geführt werden. Aus einem fehlenden separaten Tarifnamen lässt sich deshalb nicht automatisch fehlender Zahnschutz ableiten. Prüfen Sie Versicherungsschein und Bedingungen, bevor Sie einen Baustein entfernen oder einen zusätzlichen Vertrag abschließen.
Zahnzusatzversicherungen sind häufig auf gesetzlich Versicherte und deren Vorleistungen ausgerichtet. Sie passen nicht automatisch als Ergänzung zu jeder PKV. Ein zweiter Vertrag darf zudem keine Erstattung über die tatsächlich entstandenen Kosten hinaus erzeugen. Die Seite PKV und GKV gleichzeitig erläutert die Unterschiede zwischen Voll- und Zusatzschutz.
Häufige Fragen zu Zahnleistungen in der PKV
Welche Zahnleistungen zahlt die private Krankenversicherung?
Die PKV erstattet drei Bereiche: Zahnbehandlung (Füllungen, Wurzelbehandlung, Parodontose, meist 100 Prozent), Zahnersatz (Kronen, Brücken, Prothesen, Implantate, je nach Tarif 60 bis 100 Prozent) und Kieferorthopädie (meist 70 bis 100 Prozent). Viele Tarife zahlen zusätzlich die professionelle Zahnreinigung. Maßgeblich sind der vereinbarte Prozentsatz und die weiteren Tarifbedingungen, insbesondere Höchstbeträge, Zahnstaffeln, Gebührenregeln und Selbstbeteiligungen.
Was ist eine Zahnstaffel in der PKV?
Die Zahnstaffel begrenzt die Erstattung für Zahnersatz in den ersten Versicherungsjahren auf feste Höchstbeträge, zum Beispiel 1.000, 1.500 und 2.000 Euro in den Jahren eins bis drei. Danach entfällt die Grenze. Unfälle sind meist ausgenommen. Tarife ohne Zahnstaffel sind etwa Allianz Zahn 100, DKV PremiumMed und die Beihilfe-Welt der ARAG.
Zahlt die PKV Implantate?
Ja, in fast allen Volltarifen gehören Implantate zum Zahnersatz und werden mit dem Zahnersatz-Prozentsatz erstattet. Einige Tarife begrenzen die Anzahl: DKV BestMed Eco zahlt bis zu vier Implantate je Kiefer, die ARAG KomfortKlasse bis zu vier Implantate, MedExtra dagegen ohne Begrenzung. Die LKH erstattet Implantate im GesundheitsUpgrade Premium zu 100 Prozent.
Gilt die Selbstbeteiligung der PKV auch beim Zahnarzt?
Das regelt jeder Tarif selbst. Bei INTER QualiMed zählen ambulante und Zahnrechnungen gemeinsam in die Selbstbeteiligung, bei HanseMerkur Smart Fit gilt die Selbstbeteiligung für ambulant und Zahn, stationär bleibt frei. Bei den AXA-Zahnbausteinen wirken Zahnrechnungen weder auf die Selbstbeteiligung noch auf die Beitragsrückerstattung.
Was zahlt der Basistarif beim Zahnarzt?
Der Basistarif orientiert sich am Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Beim Zahnersatz gibt es deshalb nur Leistungen im Umfang der Regelversorgung, Zahnärzte rechnen mit gedeckelten Gebührensätzen ab. Wer hochwertigen Zahnersatz oder Implantate möchte, trägt im Basistarif einen deutlich höheren Eigenanteil als in einem normalen Volltarif.
Wie hoch ist die Wartezeit für Zahnersatz in der PKV?
Das Gesetz erlaubt für Zahnbehandlung, Zahnersatz und Kieferorthopädie eine besondere Wartezeit von acht Monaten (§ 197 VVG). Wer direkt aus der GKV wechselt, bekommt die Vorversicherungszeit angerechnet. Viele Tarife verzichten ganz auf Wartezeiten, etwa das LKH-GesundheitsUpgrade oder die Beihilfe-Welt der ARAG.
Brauche ich als Privatversicherter eine Zahnzusatzversicherung?
In der Regel nicht. Zahnzusatztarife sind für gesetzlich Versicherte gedacht. In der PKV wählen Sie den Zahnschutz direkt im Volltarif oder als Zahnbaustein, etwa Allianz Zahn 75, 90 oder 100 oder AXA Kompakt, Komfort und Premium Zahn-U. Beamte schließen Lücken bei Material- und Laborkosten mit Ergänzungstarifen wie Debeka BC oder BG.
Übernimmt die PKV professionelle Zahnreinigung?
Viele Tarife ja: Die Hallesche erstattet in NK.select L zwei und in NK.select S eine Zahnreinigung im Jahr, die Gothaer in MediCompact Plus bis 250 Euro im Jahr, die SDK im Zahntarif Z9 Prophylaxe bis 500 Euro im Jahr, ohne dass die Beitragsrückerstattung verloren geht. Bei AXA und Signal Iduna sinkt die Erstattung für Zahnersatz, wenn Vorsorge fehlt.
Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen Ihr Angebot individuell — für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.
