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Beihilfe in Bund und Ländern: Welche Regelungen sind für Ihren PKV-Schutz maßgeblich?

Ratgeber Beamte & Beihilfe · Stand 2026

Beihilfe in Bund und Ländern 2026: alle Besonderheiten im Vergleich

Die Beihilfe in Bund und Ländern folgt fast überall demselben Muster — aber nicht überall. Hessen und Bremen rechnen mit einer eigenen Staffel, Sachsen zahlt bis zu 90 Prozent, zehn Länder erlauben die pauschale Beihilfe. Welcher Satz für Sie gilt, bestimmt, welchen Anteil Ihre private Krankenversicherung tragen muss — und damit Ihren Beitrag.

50 %Grundsatz für aktive Beamte
bis 85 %stationär in Hessen
90 %Sachsen ab zwei Kindern
10Länder mit pauschaler Beihilfe

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Inhalt dieser Seite
  1. Das Grundschema
  2. Alle Länder im Vergleich
  3. Baden-Württemberg
  4. Bayern und NRW
  5. Hessen
  6. Bremen
  7. Sachsen
  8. Pauschale Beihilfe
  9. Rechenbeispiel
  10. Passende PKV-Tarife
  11. Dienstherrenwechsel
  12. Häufige Fragen

Beihilfe in Bund und Ländern auf einen Blick

Bund und die meisten Länder zahlen aktiven Beamten 50 Prozent Beihilfe, Pensionären, Ehepartnern und Beamten mit zwei oder mehr Kindern 70 Prozent und Kindern 80 Prozent. Abweichungen gibt es vor allem in Hessen, Bremen und Sachsen. Die private Krankenversicherung übernimmt jeweils den Rest bis 100 Prozent.

  • Grundschema Bund und 13 Länder: 50 / 70 / 70 / 80 % (aktiv / Pension / Ehepartner / Kinder).
  • Hessen und Bremen: Staffel ab 50 %, verheiratet 55 %, +5 % je Kind, höchstens 70 % — Hessen stationär bis 85 %.
  • Sachsen: 70 % mit einem Kind, 90 % ab zwei Kindern, Ehepartner und Kinder 90 %.
  • Pauschale Beihilfe in 10 Ländern, nicht in Bayern, NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Beihilfe in Bund und Ländern: das gemeinsame Grundschema

Die Beihilfe in Bund und Ländern basiert fast überall auf denselben Bemessungssätzen, die der Bund in § 46 der Bundesbeihilfeverordnung (BBhV) festgelegt hat. Die Länder haben eigene Beihilfeverordnungen, übernehmen die Prozentsätze aber überwiegend eins zu eins.

Das Prinzip ist in ganz Deutschland gleich: Der Dienstherr erstattet einen festen Prozentsatz der beihilfefähigen Krankheitskosten, den Rest sichern Beamte über eine private Restkostenversicherung ab. Wer 50 Prozent Beihilfe bekommt, versichert die anderen 50 Prozent privat — und zahlt dafür deutlich weniger als ein Angestellter für eine Vollversicherung. Der Durchschnittsbeitrag erwachsener Privatversicherter mit Beihilfe lag laut PKV-Verband 2024 bei 239 € im Monat, ohne Beihilfe bei 559 €.

Bemessungssätze nach § 46 BBhV, Stand 2026
PersonBemessungssatz BundAnteil der PKV
Aktive Beamte50 %50 %
Aktive mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern70 %30 %
Beamte in Elternzeit70 %30 %
Versorgungsempfänger (Pensionäre)70 %30 %
Ehe- oder Lebenspartner mit Einkünften bis 22.648 €70 %30 %
Kinder und Waisen80 %20 %

Zwei Details sorgen im Alltag oft für Überraschungen. Erstens erhält bei zwei beihilfeberechtigten Eltern nur ein Elternteil den erhöhten Satz von 70 Prozent für zwei oder mehr Kinder. Zweitens erhöht sich der Satz beim Bund um 20 Prozentpunkte, höchstens auf 90 Prozent, wenn der private Versicherer eine Erkrankung ausgeschlossen hat oder die Leistungen ausgeschöpft sind (§ 47 Abs. 4 BBhV). Für Versorgungsempfänger und Angehörige mit geringen Einkünften gibt es zudem eine Härtefallregel, wenn der PKV-Beitrag 15 Prozent der Gesamteinkünfte übersteigt.

Seit 2026 hat der Bund außerdem die Zahnleistungen verbessert: Material- und Laborkosten beim Zahnersatz sind zu 80 Prozent beihilfefähig, bei Kindern vollständig, und die Obergrenze für die Zahl der Implantate ist entfallen. Wie Beihilfe und PKV grundsätzlich zusammenwirken, erklärt unser Ratgeber Beihilfe und PKV.

Beihilfesätze aller Bundesländer im Vergleich 2026

Die Beihilfesätze der Bundesländer stimmen in 13 von 16 Ländern mit dem Bund überein. Eigene Wege gehen Hessen und Bremen mit einer Familienstaffel sowie Sachsen mit deutlich höheren Sätzen für Familien.

Beihilfe-Bemessungssätze in Bund und Ländern, Stand 2026; Einkommensgrenzen für Ehepartner unterscheiden sich je Land
DienstherrAktivPensionEhepartnerKinderPauschale Beihilfe
Bund50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %nein
Baden-Württemberg50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %seit 01.01.2023
Bayern50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %nein
Berlin50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %seit 2020
Brandenburg50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %seit 01.01.2020
BremenStaffel 50–70 %+10 Punktenach Landesrechtnach Landesrechtseit 2020
Hamburg50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %seit 01.08.2018
HessenStaffel 50–70 %, stationär bis 85 %nach Landesrechtnach Landesrecht80 %nein
Mecklenburg-Vorpommern50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %seit 01.05.2026
Niedersachsen50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %seit 01.02.2024
Nordrhein-Westfalen50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %nein
Rheinland-Pfalz50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %nein
Saarland50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %nein
Sachsen50 %, mit 1 Kind 70 %, 2+ Kinder 90 %70 % (2+ Kinder 90 %)90 %90 %seit 01.01.2024
Sachsen-Anhalt50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %seit 01.01.2026
Schleswig-Holstein50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %nur für bestimmte Gruppen
Thüringen50 % (2+ Kinder 70 %)70 %70 %80 %seit 01.01.2020

Wichtig beim Lesen der Tabelle: Die Einkommensgrenze, bis zu der ein Ehepartner beihilfeberechtigt ist, legt jedes Land selbst fest. Beim Bund liegt sie bei 22.648 Euro, in Sachsen bei 20.180 Euro im Jahr 2026. Verdient Ihr Partner mehr, entfällt die Beihilfe für ihn, und er braucht eine eigene Vollversicherung oder bleibt gesetzlich versichert.

Welcher Beihilfetarif passt zu Ihrem Land?

Nennen Sie uns Ihren Dienstherrn und Ihre Familiensituation — wir rechnen die passenden Restkostenstufen bei mehreren Versicherern durch.

Beihilfe und PKV in Baden-Württemberg

Die Beihilfe in Baden-Württemberg entspricht bei den Sätzen dem Bund: 50 Prozent für aktive Beamte, 70 Prozent mit zwei oder mehr Kindern, im Ruhestand und für Ehepartner, 80 Prozent für Kinder und Waisen. Die Unterschiede stecken in den Details.

Eine Regel ist in Baden-Württemberg familienfreundlicher als beim Bund: Sind beide Ehegatten beihilfeberechtigt und haben sie mehrere gemeinsame Kinder, erhalten beide den erhöhten Satz von 70 Prozent — beim Bund bekommt ihn nur ein Elternteil. Für Lehrerehepaare, die in Baden-Württemberg besonders häufig sind, senkt das den PKV-Beitrag beider Partner spürbar. Entpflichtete Professoren erhalten dagegen dauerhaft 50 Prozent.

Beim Zahnersatz müssen Beihilfeberechtigte in Baden-Württemberg seit 2026 mit einem Eigenanteil rechnen: 30 Prozent beim Zahnersatz und 25 Prozent je Implantat. Diese Lücke trägt die Beihilfe nicht, ein Restkostentarif mit starkem Zahnbaustein oder ein Beihilfeergänzungstarif fängt sie auf. Anwärter haben es dagegen leichter: Bei der DKV etwa gilt der zusätzliche Anwärter-Zahntarif BZA in Baden-Württemberg, Bayern und NRW als meist verzichtbar, in den übrigen Ländern als sinnvoll.

Pauschale Beihilfe in Baden-Württemberg

Seit dem 1. Januar 2023 können Beamte in Baden-Württemberg statt der individuellen Beihilfe einen hälftigen Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung wählen. Die Entscheidung ist unwiderruflich. Für die meisten jungen Beamten bleibt die PKV mit Beihilfe günstiger — Details im Abschnitt pauschale Beihilfe.

Beihilfe und PKV in Bayern und Nordrhein-Westfalen

Bayern und Nordrhein-Westfalen wenden das Grundschema ohne Abweichung bei den Sätzen an: 50, 70, 70 und 80 Prozent. Beide Länder bieten Stand 2026 keine pauschale Beihilfe an — für Beamte ist die private Restkostenversicherung hier praktisch der Normalfall.

In Bayern hat die Beamtenversorgung eine lange eigene Tradition. Die Bayerische Beamtenkrankenkasse gehört zur Versicherungskammer, dem öffentlichen Versicherer der Sparkassen-Finanzgruppe, und ist seit 1926 auf Beamte spezialisiert. Ihr Quotentarif BeihilfeCOMFORT BC 50 kostet für einen 30-jährigen Beamten 381,49 € im Monat (inklusive gesetzlichem Zuschlag, ohne Pflegeversicherung), mit 300 € Selbstbehalt 313,23 €. Das ist nur ein Beispiel: Für bayerische Beamte kommen ebenso Debeka, DBV oder Signal Iduna in Frage.

In Nordrhein-Westfalen, dem Land mit den meisten Landesbeamten, gibt es ebenfalls keine Sonderstaffel. Hier entscheidet vor allem die Familiensituation über den Beitrag: Mit dem zweiten Kind steigt die Beihilfe von 50 auf 70 Prozent, die PKV muss nur noch 30 Prozent tragen. Ein Tarif mit Prozentstufen, die sich ohne Gesundheitsprüfung umstellen lassen, ist in NRW deshalb besonders wertvoll. Lehrer finden die typischen Tarife auf unserer Seite PKV für Lehrer, Polizeibeamte mit Heilfürsorge unter PKV für Polizisten.

Beihilfe und PKV in Hessen: Staffel und Stationärbonus

Die Beihilfe in Hessen weicht am deutlichsten vom Bund ab: Der Satz richtet sich nach Familienstand und Kinderzahl, und im Krankenhaus zahlt das Land 15 Prozentpunkte mehr als ambulant. Eine PKV nach Bundesmuster passt deshalb nicht ohne Anpassung.

Staffel nach § 15 Hessische Beihilfenverordnung: 50 %, verheiratet 55 %, je Kind +5 Punkte, höchstens 70 %; stationär +15 Punkte, höchstens 85 %
Situation in HessenAmbulant / ZahnStationärPKV ambulantPKV stationär
Ledig, ohne Kinder50 %65 %50 %35 %
Verheiratet, ohne Kinder55 %70 %45 %30 %
Verheiratet, ein Kind60 %75 %40 %25 %
Verheiratet, zwei Kinder65 %80 %35 %20 %
Verheiratet, drei oder mehr Kinder70 %85 %30 %15 %

Die Folge für Ihren Vertrag: Sie brauchen ambulant und stationär unterschiedliche Erstattungssätze. Mehrere Versicherer haben dafür eigene Bausteine. Die DKV ergänzt ihren Beihilfetarif BeihilfeMed Kompakt BK um die Stufe BKHE 15 für Hessen, die Bayerische Beamtenkrankenkasse bietet in BeihilfeCOMFORT eigene Hessen-Stufen. Der Beihilfetarif BK U der INTER berechnet die Restkosten ambulant und stationär getrennt. Ganz auf Hessen ausgerichtet ist die FAMK, eine Marke der INTER: Ihre Tarife BeihilfeSorglos (BS), BS mit Ergänzungstarif EB und das Paket BS + EB + WT2 mit Zweibettzimmer sind nach der Hessischen Beihilfenverordnung kalkuliert, für Anwärter gibt es ABS und ABS Start.

Weil jedes Kind den Satz um 5 Prozentpunkte erhöht, ändert sich der Versicherungsbedarf in Hessen häufiger als anderswo. Achten Sie darauf, dass Ihr Tarif jede Stufe abbildet und die Anpassung ohne neue Gesundheitsprüfung erlaubt. Und wenn die Kinder aus dem Familienzuschlag herausfallen, sinkt die Beihilfe wieder — dann muss die PKV mehr übernehmen.

Hessische Beihilfe richtig ergänzen

Wir rechnen Tarife mit getrennten Stufen für ambulant und stationär — passend zu Ihrem Familienstand und Ihrer Kinderzahl.

Beihilfe und PKV in Bremen

Die Beihilfe in Bremen arbeitet ebenfalls mit einer Familienstaffel nach § 12 der Bremischen Beihilfeverordnung: 50 Prozent für Ledige, 55 Prozent für Verheiratete, plus 5 Prozentpunkte je Kind, höchstens 70 Prozent. Einen Stationärbonus wie in Hessen gibt es nicht.

Im Ruhestand erhöht sich der Satz in Bremen um 10 Prozentpunkte gegenüber dem Satz im aktiven Dienst, für Witwen und Witwer um weitere 5 Punkte. Ein lediger Beamter ohne Kinder kommt als Pensionär also auf 60 Prozent — nicht auf 70 Prozent wie beim Bund. Wer seine PKV mit Blick auf den Ruhestand plant, sollte das berücksichtigen: Ein Tarif, der beim Bund im Ruhestand automatisch eine Stufe streicht, muss in Bremen anders eingestellt werden. Die Debeka etwa bietet ihren Tarif B in Stufen von B10 bis B100 an, auch als Split-Stufen, was solche Sätze sauber abbildet.

Seit 2020 können Bremer Beamte außerdem die pauschale Beihilfe wählen. Wer als Beamter in Bremen eine PKV abschließt, bekommt die Beihilfe weiterhin individuell nach Rechnung erstattet — die Entscheidung für eine der beiden Formen sollte fallen, bevor die sechsmonatige Frist der Öffnungsaktion abläuft.

Beihilfe und PKV in Sachsen: bis zu 90 Prozent

Sachsen hat die Beihilfe zum 1. Januar 2024 grundlegend verbessert und zahlt Familien heute die höchsten Sätze in Deutschland. Beamte mit zwei oder mehr Kindern, Ehepartner und Kinder erhalten 90 Prozent — die PKV muss dann nur noch 10 Prozent absichern.

Beihilfe Sachsen seit 01.01.2024; Ehepartner, die rentenbedingt gesetzlich pflichtversichert sind, erhalten 70 %
Person in SachsenBeihilfePKV-Anteil
Aktive Beamte ohne Kind50 %50 %
Aktive Beamte mit einem Kind70 %30 %
Aktive Beamte mit zwei oder mehr Kindern90 %10 %
Versorgungsempfänger70 %30 %
Versorgungsempfänger mit zwei oder mehr Kindern90 %10 %
Ehepartner (Einkünfte bis 20.180 €)90 %10 %
Kinder90 %10 %

Eine sächsische Besonderheit ist die Verstetigung: Ein einmal erreichter Bemessungssatz sinkt nicht mehr, auch wenn die Kinder später aus dem Familienzuschlag herausfallen. Das macht die Planung einfach — eine 10-Prozent-Restkostenversicherung bleibt dauerhaft ausreichend. Tarife mit sehr kleinen Stufen sind dafür gefragt, etwa START-B 10 von Signal Iduna oder die B10-Stufe der Debeka.

Zusätzlich zahlt Sachsen nach § 80b SächsBG einen ergänzenden Beitragszuschuss: für den Ehegatten bis zu 104,00 € zur Kranken- und 33,08 € zur Pflegeversicherung, für jedes Kind bis zu 21,45 € im Monat. In der Pflegepflichtversicherung gelten in Sachsen abweichende Sätze von 50, 70 und 80 Prozent. Und auch Sachsen bietet seit dem 1. Januar 2024 die pauschale Beihilfe an.

90 %Beihilfe für Familien ab zwei Kindern
10 %verbleibender PKV-Anteil
104,00 €Zuschuss für den Ehegatten (KV)
21,45 €Zuschuss je Kind im Monat

Pauschale Beihilfe in den Ländern: GKV statt PKV?

Die pauschale Beihilfe ersetzt die Erstattung nach Rechnung durch einen hälftigen Zuschuss zum Krankenkassenbeitrag, in der Regel höchstens die Hälfte des GKV-Höchstbeitrags. Stand 2026 bieten sie zehn Bundesländer an, der Bund nicht.

  1. 08/2018Hamburg führt als erstes Land die pauschale Beihilfe ein („Hamburger Modell“).
  2. 2020Berlin, Brandenburg, Bremen und Thüringen folgen.
  3. 01/2023Baden-Württemberg.
  4. 2024Sachsen (Januar), Schleswig-Holstein eingeschränkt für bestimmte Gruppen (Januar), Niedersachsen (Februar).
  5. 01/2026Sachsen-Anhalt.
  6. 05/2026Mecklenburg-Vorpommern nach Landtagsbeschluss vom 28. Januar 2026.

Für wen lohnt sich das? Vor allem für Beamte mit Vorerkrankungen außerhalb der Öffnungsaktion, für Alleinverdiener mit vielen Kindern oder für Beamte, die spät verbeamtet werden und schon lange gesetzlich versichert sind. Für die meisten jungen Beamten ist die PKV mit Beihilfe günstiger, denn der GKV-Beitrag richtet sich nach dem Einkommen und steigt mit jeder Besoldungserhöhung.

Was für die pauschale Beihilfe spricht

  • Beiträge für Ehepartner ohne Einkommen und Kinder über die Familienversicherung
  • Keine Gesundheitsprüfung beim Eintritt in die GKV
  • Keine Vorleistung von Arzt- und Krankenhausrechnungen

Was dagegen spricht

  • Entscheidung in den meisten Ländern unwiderruflich (Ausnahme nach bisheriger Praxis: Sachsen-Anhalt)
  • Anspruch endet beim Wechsel zu einem Dienstherrn in einem anderen Land meist
  • Wer sie wählt, ist von der Öffnungsaktion der PKV ausgeschlossen
  • Im Ruhestand kein 70-Prozent-Satz, der den Beitrag entlastet

Die Entscheidung sollten Sie nicht allein am heutigen Monatsbeitrag festmachen. Wie sich beide Wege über 30 Jahre Dienstzeit und den Ruhestand rechnen, zeigt unser Ratgeber Pauschale Beihilfe. Wer eine Vorerkrankung hat, sollte zuerst die Öffnungsaktion für Beamte prüfen: keine Ablehnung, keine Leistungsausschlüsse, Risikozuschlag höchstens 30 Prozent — aber nur innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Verbeamtung.

Was die Länderunterschiede für Ihre PKV bedeuten: Rechenbeispiel

Wie stark die Beihilfe in Bund und Ländern den Anteil der privaten Krankenversicherung verändert, zeigt ein Beispiel: ein verheirateter Beamter mit zwei Kindern, der im Jahr ambulante Rechnungen über 1.200 € und eine Krankenhausrechnung über 8.000 € hat.

Rechenbeispiel mit beihilfefähigen Kosten; Beamter erhält den Familiensatz, Hessen ohne Wahlleistungen
DienstherrBeihilfe ambulantBeihilfe stationärPKV ambulantPKV stationärPKV gesamt
Bund, Bayern, NRW, Baden-Württemberg70 %70 %360 €2.400 €2.760 €
Hessen (Staffel + Stationärbonus)65 %80 %420 €1.600 €2.020 €
Bremen (Staffel)65 %65 %420 €2.800 €3.220 €
Sachsen90 %90 %120 €800 €920 €

Von der PKV zu tragender Anteil im Beispiel (ambulant 1.200 € + stationär 8.000 €)

Derselbe Krankheitsfall kostet die PKV je nach Dienstherr also sehr unterschiedlich viel — und genau das spiegelt sich im Beitrag. Ein Versicherer kalkuliert eine 10-Prozent-Stufe für Sachsen deutlich günstiger als eine 30-Prozent-Stufe für Bayern. Ein Anhaltspunkt aus der Praxis bei der DBV: Eine 26-jährige Lehrerin mit 50 Prozent Beihilfe zahlt in Vision B-U 279,30 € im Monat, ein 34-jähriger Finanzbeamter mit 70 Prozent Beihilfe in der 30-Prozent-Stufe nur 252,26 € — trotz eines um acht Jahre höheren Eintrittsalters.

Unsere Einordnung: Den Beitrag nur nach dem aktuellen Satz auszuwählen, greift zu kurz. Entscheidend ist, wie gut der Tarif spätere Wechsel des Beihilfesatzes abbildet: zweites Kind, Ruhestand, Kinder fallen aus dem Familienzuschlag, Umzug in ein anderes Land.

PKV-Tarife, die zur Beihilfe in Ihrem Land passen

Für die Beihilfe in Bund und Ländern bieten die großen Beamtenversicherer Restkostentarife in Prozentstufen an. Entscheidend ist, dass der Tarif die Sätze Ihres Landes abbildet und sich bei Änderungen ohne Gesundheitsprüfung anpassen lässt.

Beispielbeiträge 2026 laut Tarifangaben; Leistungsumfang und Einschlüsse (Zuschlag, Pflegeversicherung, Wahlleistungen) unterscheiden sich
AnbieterTarifBesonderheit für LänderBeispielbeitrag
DebekaTarif B mit WL und BCStufen B10 bis B100, Split-Stufen; B20K entfällt im Ruhestand246,21 € (30 J., 50 %)
DKVBeihilfeMed Kompakt BKAufbaustufe BKHE 15 für Hessen, BKF 20 bis zum Ruhestandauf Anfrage
Bayerische BeamtenkrankenkasseBeihilfeCOMFORT BC 50Hessen-Stufen, Beitragsgarantie bis Ende 2027381,49 € (30 J., 50 %)
FAMKBeihilfeSorglos BS, EB, WT2kalkuliert für die Hessische Beihilfenverordnungauf Anfrage
INTERBK Uambulant und stationär getrennt, Anpassung ohne Gesundheitsprüfungauf Anfrage
Signal IdunaSTART-B, KOMFORT-B+, EXKLUSIV-BStufen bis 10 % — passend für Sachsenauf Anfrage
DBVVision B-Ueigene Stufen für 50 % und 70 % Beihilfe279,30 € (26 J., 50 %)
HanseMerkurBe Fit SmartAnpassung an den Beihilfesatz ohne Prüfung317,14 € (30 J., Bund 50 %)
AllianzBHA, BHK, BHZgetrennte Bausteine ambulant, stationär, Zahn352,24 € (27 J., 50 %)

Die Beiträge sind nicht direkt vergleichbar: Manche enthalten Pflegepflichtversicherung, Wahlleistungen oder Ergänzungstarife, andere nicht. Debeka, DKV, Bayerische Beamtenkrankenkasse, INTER, Signal Iduna, DBV und Allianz nehmen an der Öffnungsaktion für Beamte teil, die HanseMerkur nicht. Für Anwärter und Referendare gibt es eigene, deutlich günstigere Ausbildungstarife — mehr dazu unter PKV für Beamtenanwärter und PKV für Referendare. Den vollständigen Tarifvergleich für aktive Beamte finden Sie auf PKV für Beamte.

Beihilfetarife für Ihr Bundesland vergleichen

Wir berechnen Debeka, DKV, Signal Iduna, DBV und weitere Anbieter mit den Stufen, die Ihr Dienstherr vorgibt.

Dienstherrenwechsel und neuer Beihilfesatz: PKV richtig anpassen

Wechseln Sie vom Bund in ein Land oder zwischen zwei Ländern, gilt ab dem Wechsel die Beihilfeverordnung des neuen Dienstherrn. Ihre PKV müssen Sie dann an den neuen Satz anpassen — innerhalb von sechs Monaten ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten.

Diese Frist ist entscheidend. Nach § 199 Abs. 2 VVG muss der Versicherer die Anpassung an einen geänderten Beihilfesatz ohne erneute Risikoprüfung vornehmen, wenn Sie den Antrag innerhalb von sechs Monaten stellen. Für einen zusätzlich versicherten Anteil gilt allerdings Ihr aktuelles Eintrittsalter; nur eine große Anwartschaft sichert das ursprüngliche Eintrittsalter. Typische Anlässe:

  • Versetzung von Bayern nach Hessen: ambulant und stationär gelten nun unterschiedliche Sätze, der Tarif braucht eine Hessen-Stufe.
  • Umzug nach Sachsen mit zwei Kindern: Die Beihilfe steigt auf 90 Prozent, die PKV kann auf 10 Prozent reduziert werden — der Beitrag sinkt deutlich.
  • Wechsel aus Sachsen in ein anderes Land: Die Verstetigung endet, die Beihilfe fällt womöglich auf 50 oder 70 Prozent. Die PKV muss aufstocken.
  • Pauschale Beihilfe gewählt, dann Landeswechsel: Der Zuschuss endet meist. Wer dann in die PKV will, ist nicht mehr durch die Öffnungsaktion geschützt.

Auch im Ruhestand ändert sich der Satz: Beim Bund und in den meisten Ländern steigt er auf 70 Prozent, in Bremen nur um 10 Punkte gegenüber dem aktiven Satz. Wie sich der Beitrag im Ruhestand entwickelt, lesen Sie auf PKV für Pensionäre. In der Pflegepflichtversicherung zahlen Beihilfeberechtigte übrigens höchstens 83,70 € im Monat, im Schnitt 56,50 € — mehr dazu im Ratgeber Pflegepflichtversicherung.

Beihilfesatz geändert?

Wir prüfen, ob Ihre Restkostenversicherung zum neuen Dienstherrn passt, und nutzen die Sechs-Monats-Frist für die Anpassung ohne Gesundheitsprüfung.

Häufige Fragen zur Beihilfe in Bund und Ländern

Wie hoch ist die Beihilfe in Baden-Württemberg?

Baden-Württemberg folgt dem Grundschema: aktive Beamte erhalten 50 Prozent, mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern 70 Prozent, Pensionäre und Ehepartner 70 Prozent, Kinder und Waisen 80 Prozent. Eine Besonderheit: Sind beide Ehegatten beihilfeberechtigt und haben mehrere gemeinsame Kinder, erhalten beide 70 Prozent. Seit dem 1. Januar 2023 gibt es außerdem die pauschale Beihilfe.

Welche Beihilfe gilt für Beamte in Hessen?

Hessen arbeitet mit einer Staffel: 50 Prozent für ledige Beamte, 55 Prozent für verheiratete, plus 5 Prozentpunkte je Kind, höchstens 70 Prozent. Für stationäre Leistungen kommen weitere 15 Prozentpunkte hinzu, höchstens 85 Prozent. Die PKV muss deshalb ambulant und stationär unterschiedliche Restkosten abdecken — dafür gibt es eigene Hessen-Tarifstufen.

Ist die Beihilfe in Bayern und NRW anders als beim Bund?

Bei den Bemessungssätzen nicht: Bayern und Nordrhein-Westfalen wenden wie der Bund 50 Prozent für aktive Beamte, 70 Prozent für Pensionäre, Ehepartner und Beamte mit zwei oder mehr Kindern sowie 80 Prozent für Kinder an. Eine pauschale Beihilfe bieten beide Länder Stand 2026 nicht an, die private Restkostenversicherung ist dort der Regelfall.

In welchem Bundesland ist die Beihilfe am höchsten?

Sachsen zahlt seit 2024 die höchsten Sätze: 70 Prozent schon mit einem Kind, 90 Prozent ab zwei Kindern sowie 90 Prozent für Ehepartner und Kinder. Ein einmal erreichter Satz sinkt nicht mehr. Hessen gewährt stationär bis zu 85 Prozent. Beamte in Sachsen brauchen deshalb oft nur eine 10-Prozent-Restkostenversicherung.

Welche Bundesländer bieten die pauschale Beihilfe an?

Stand 2026 sind es zehn Länder: Hamburg (seit August 2018), Berlin, Brandenburg, Bremen und Thüringen (seit 2020), Baden-Württemberg (seit 2023), Sachsen und Niedersachsen (seit 2024), Sachsen-Anhalt (seit Januar 2026) und Mecklenburg-Vorpommern (seit Mai 2026). Schleswig-Holstein gewährt sie nur bestimmten Gruppen. Die Wahl ist in den meisten Ländern unwiderruflich.

Was passiert mit meiner PKV, wenn ich das Bundesland wechsle?

Ändert sich durch den neuen Dienstherrn Ihr Beihilfesatz, passen Sie Ihre Restkostenversicherung an. Stellen Sie den Antrag innerhalb von sechs Monaten, verlangt der Versicherer keine Gesundheitsprüfung und keine Wartezeiten. Für einen zusätzlich versicherten Anteil gilt allerdings Ihr aktuelles Alter. Eine gewählte pauschale Beihilfe endet beim Wechsel in ein anderes Land meist.

Brauchen Beamte in jedem Bundesland eine private Krankenversicherung?

Eine Pflicht zur PKV gibt es nicht, aber eine Pflicht zur Krankenversicherung. Die Beihilfe deckt nur einen Teil der Kosten, den Rest sichern die meisten Beamten mit einem Restkostentarif ab. In Ländern mit pauschaler Beihilfe ist alternativ die gesetzliche Krankenkasse mit Arbeitgeberzuschuss möglich — wer sie wählt, verliert jedoch den Zugang zur Öffnungsaktion der PKV.

Redaktion KV Rechner

Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen Ihr Angebot individuell — für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.

Die PKV, die zu Ihrer Beihilfe passt

Bund, Hessen, Sachsen oder NRW: Wir rechnen die Restkostentarife mehrerer Versicherer mit genau dem Beihilfesatz, den Ihr Dienstherr vorgibt — kostenlos und ohne Verpflichtung.

  • Stufen für alle 16 Länder und den Bund
  • Öffnungsaktion bei Vorerkrankungen
  • Anpassung bei neuem Beihilfesatz

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