Inhalt dieser Seite
- Was eine Zusatzversicherung ist
- Lücken der Kasse
- Arten im Überblick
- Zahnzusatzversicherung
- Krankenhauszusatz
- Ambulanter Zusatz & Einkommen
- Rechenbeispiel
- Zusatz für Privatpatienten
- Beamte & Beihilfe
- Worauf Sie achten sollten
- Zusatz oder PKV?
- Anbieter
- Zusatzversicherung gezielt nach der gewünschten Leistung auswählen
- Private Vollversicherung oder Zusatzversicherung: Welche Entscheidung steht an?
- Häufige Fragen
Krankenzusatzversicherung auf einen Blick
Eine Krankenzusatzversicherung ergänzt die gesetzliche oder private Krankenversicherung um Leistungen, die dort fehlen. Kassenpatienten sichern damit vor allem Zahnersatz und Chefarztbehandlung ab, Privatpatienten nur einzelne Lücken wie Pflege, Zahn-Restkosten oder als Beamte die Beihilfelücken.
- Zahnzusatz mit 100 % Zahnersatz kostet mit 35 Jahren etwa 27,52 € bis 39,50 € im Monat.
- Krankenhauszusatz mit Chefarzt und Ein- oder Zweibettzimmer: 18,60 € (WGV, 26 bis 50 Jahre).
- Deutschlandweit bestehen 31,98 Mio. private Zusatzversicherungen, aber nur 8,79 Mio. Vollversicherte.
- Privatpatienten prüfen statt einer Zusatzversicherung oft besser einen Tarifwechsel nach § 204 VVG.
Was ist eine Krankenzusatzversicherung?
Eine Krankenzusatzversicherung ist ein privater Versicherungsvertrag, der neben Ihrer eigentlichen Krankenversicherung besteht und nur festgelegte Mehrleistungen bezahlt. Sie ist keine Krankenversicherung im Sinne der Versicherungspflicht: Wer gesetzlich versichert ist, bleibt es — der Zusatztarif erstattet lediglich, was die Kasse nicht übernimmt, zum Beispiel den Eigenanteil an einem Implantat oder die Rechnung des Chefarztes.
Der Markt dafür ist groß. Nach den Zahlen des PKV-Verbands bestehen in Deutschland 31,98 Millionen private Zusatzversicherungen, ein Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Privat vollversichert sind 8,79 Millionen Menschen. Die allermeisten Zusatzverträge gehören also Kassenpatienten, die sich einzelne Privatleistungen sichern, ohne die gesetzliche Kasse zu verlassen.
Wichtig für die Einordnung: Der Beitrag einer Krankenzusatzversicherung hängt vom Alter und vom Leistungsumfang ab, nicht vom Einkommen. Anders als der Kassenbeitrag steigt er deshalb nicht mit dem Gehalt, wohl aber mit den Jahren — viele Tarife sind nach Altersgruppen kalkuliert und werden beim Wechsel in die nächste Gruppe teurer.
Krankenzusatzversicherung für Kassenpatienten: Wo die GKV Lücken lässt
Für Kassenpatienten lohnt eine Krankenzusatzversicherung dort, wo die gesetzliche Krankenversicherung nur einen Zuschuss oder gar nichts zahlt. Die GKV sichert das medizinisch Notwendige in ausreichender und wirtschaftlicher Form ab — alles darüber hinaus ist Privatsache.
| Bereich | Was die Kasse zahlt | Was die Zusatzversicherung leisten kann |
|---|---|---|
| Zahnersatz | Festzuschuss von 60 % der Regelversorgung, mit Bonusheft 70 bzw. 75 % | bis 100 % der Rechnung, auch Implantate und Inlays |
| Zahnbehandlung | Füllungen nur in Standardausführung, PZR meist nicht | Kunststofffüllungen, Wurzel- und Parodontosebehandlung, Zahnreinigung |
| Krankenhaus | Mehrbettzimmer, diensthabender Arzt, 10 € Zuzahlung je Tag (max. 28 Tage) | Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarzt, freie Klinikwahl, Zuzahlungen |
| Brille | für Erwachsene nur in Ausnahmefällen | Sehhilfen etwa bis 300 oder 400 € in zwei Jahren, Augenlasern |
| Heilpraktiker | keine Erstattung | meist 80 bis 90 % bis zu einem Jahresbetrag |
| Einkommen | Krankengeld 70 % vom Brutto, höchstens 90 % vom Netto, bis zur BBG | Krankentagegeld schließt die Lücke zum Nettolohn |
Am deutlichsten spüren Kassenpatienten die Lücke beim Zahnersatz. Die Kasse zahlt einen befundorientierten Festzuschuss, der sich an der einfachsten ausreichenden Versorgung orientiert. Wer sich für ein Implantat statt einer Brücke oder für Keramik statt Metall entscheidet, trägt den Mehrpreis vollständig selbst. Genau hier setzt die Zahnzusatzversicherung an.
Arten der Krankenzusatzversicherung im Überblick
Die Krankenzusatzversicherung gibt es in sechs Grundformen, die sich einzeln oder kombiniert abschließen lassen. Welche davon sinnvoll ist, hängt von Ihrem Versicherungsstatus ab:
| Art | Sichert ab | Beispieltarife | Für wen |
|---|---|---|---|
| Zahnzusatz | Zahnersatz, Implantate, Füllungen, PZR, KFO | WGV PLUS, Janitos JA dental 100plus, ERGO Dental-Schutz | Kassenpatienten; Privatpatienten nur als Ergänzung |
| Krankenhauszusatz | Ein-/Zweibettzimmer, Chefarzt, freie Klinikwahl | WGV stationär, Janitos JA stationär plus, Krankenhauszusatz Prestige | Kassenpatienten |
| Ambulanter Zusatz | Brille, Heilpraktiker, Vorsorge, Zuzahlungen | WGV ambulant, Stuttgarter AmbulantPremium, DA Direkt Krankenzusatz | Kassenpatienten |
| Krankentagegeld | Verdienstausfall bei langer Krankheit | SONO KTN/KTV, DFV-KrankenGeld | Arbeitnehmer über der BBG, Selbstständige |
| Pflegezusatz | Pflegetagegeld oder Pflegerente | IDEAL PflegeTagegeld, DFV-DeutschlandPflege | Kassen- und Privatpatienten |
| Auslandsreise | Behandlung und Rücktransport auf Reisen | EUROPA ERK-56, Europ Assistance | Kassenpatienten, teils Beamte |
Sagen Sie uns, ob Sie Zahn, Krankenhaus, ambulante Leistungen oder Pflege absichern möchten — wir vergleichen die passenden Tarife für Ihr Alter.
Zahnzusatzversicherung: die wichtigste Krankenzusatzversicherung
Die Zahnzusatzversicherung ist die meistgenutzte Form der Krankenzusatzversicherung, weil beim Zahnersatz die größten Eigenanteile entstehen. Gute Tarife erstatten 90 oder 100 Prozent der Rechnung einschließlich der Kassenleistung, zahlen Implantate ohne Mengengrenze und übernehmen die professionelle Zahnreinigung.
Die Tabelle zeigt Tarife mit 100 Prozent Zahnersatz und ihren Monatsbeitrag bei einem Eintrittsalter von 35 Jahren:
| Tarif | Zahnersatz | Besonderheit | Beitrag mit 35 |
|---|---|---|---|
| Janitos JA dental 100plus | 100 % abzgl. Kasse | Prophylaxe ohne Betragsgrenze, keine Wartezeit | 27,52 € |
| WGV Zahnzusatz PLUS-Tarif | 100 % inkl. Kasse | KFO bis 3.000 €, keine Wartezeit | 28,60 € |
| Envivas DentFlex.100 | 100 % inkl. Kasse | nur für TK-Versicherte | 30,24 € |
| DA Direkt Zahnschutz Premium Plus | 100 % | Kieferorthopädie inklusive, freie Zahnarztwahl | 32,90 € |
| Berlin Direkt DZL | 100 % | Zahnreinigung bis 130 €/Jahr, keine Wartezeit | 32,95 € |
| ERGO Dental-Schutz 100 + Dental-Vorsorge | 100 % | bis 5,0-facher GOZ-Satz, ohne Gesundheitsfragen | 39,50 € |
Zahnzusatz mit 100 % Zahnersatz: Monatsbeitrag bei Eintrittsalter 35
Wer weniger ausgeben möchte, findet solide Mittelklasse-Tarife mit 75 bis 80 Prozent: Der WGV OPTIMAL-Tarif kostet mit 35 Jahren 17,40 €, Berlin Direkt DZM 16,75 €, Janitos JA dental 75plus 11,99 €. Reine Zuschusstarife wie der WGV BASIS-Tarif (50 % inklusive Kassenanteil, ab 3,20 € bis 25 Jahre) oder SONO ZahnPlus, der den Festzuschuss verdoppelt, eignen sich für ein kleines Budget. Für den Spitzenschutz stehen außerdem astra ZahnSieger 100 % und EUROPA Premium-Schutz E-ZP, beide von Finanztest mit „sehr gut (0,5)“ bewertet.
Zahnzusatz für Kinder: Kieferorthopädie im Blick
Bei Kindern entscheidet die Kieferorthopädie. Die Kasse zahlt Zahnspangen nur ab einem bestimmten Schweregrad, Zusatzleistungen wie Brackets in Zahnfarbe gar nicht. Der WGV PLUS-Tarif erstattet KFO zu 100 Prozent bis 3.000 € (Behandlungsbeginn vor 18), Stuttgarter smile! ZahnPremium bis 4.000 € bei KFO bis 22 Jahre. Wichtig: Abschließen, bevor der Kieferorthopäde eine Behandlung anrät. Mehr dazu im Ratgeber Kinder mitversichern.
Krankenhauszusatzversicherung: Chefarzt und Einbettzimmer für Kassenpatienten
Die Krankenhauszusatzversicherung macht Kassenpatienten im Krankenhaus zu Privatpatienten: Sie zahlt die Behandlung durch den Chef- oder Wahlarzt, das Ein- oder Zweibettzimmer und oft die freie Wahl der Klinik. Weil Krankenhausaufenthalte in jungen Jahren selten sind, ist der Einstieg sehr günstig.
| Tarif | Leistung | Beitrag (Beispiel) |
|---|---|---|
| WGV Stationäre Zusatzversicherung | Ein-/Zweibettzimmer und Chefarzt 100 %, auch über GOÄ-Höchstsatz, Rooming-in bis 14 | 18,60 € (26–50 Jahre) |
| Janitos JA stationär plus | Ein-/Zweibettzimmer, Chefarzt über GOÄ-Höchstsatz, 30 € Ersatztagegeld | 13,06 € (25) · 22,36 € (35) |
| die Bayerische Krankenhauszusatz Prestige 2025 | Chefarzt, Ein- oder Zweibettzimmer bei jeder Krankheit und jedem Unfall | auf Anfrage |
| DFV-KlinikSchutz Exklusiv | Einbettzimmer und Chefarzt bei allen Krankheiten | auf Anfrage |
| Envivas KlinikFlex.MAX | Einbettzimmer, Chefarzt über GOÄ-Höchstsatz, Privatkliniken (nur TK) | auf Anfrage |
| vigo 4YOU Ein-/Zweibettzimmer | Zimmerzuschlag oder Ersatztagegeld bis 45 €, ohne Gesundheitsfragen | auf Anfrage |
Ein Detail entscheidet über die Qualität: Zahlt der Tarif den Chefarzt nur bis zum Höchstsatz der GOÄ oder auch darüber? Spezialisten rechnen häufig mit Honorarvereinbarung über dem 3,5-fachen Satz ab. WGV, Janitos JA stationär plus und Envivas KlinikFlex.MAX erstatten auch darüber hinaus. Achten Sie außerdem auf die Beitragsentwicklung im Alter: Bei der WGV steigt der Beitrag nach 50 Jahren stufenweise bis 150,60 € ab 76 Jahren. ERGO Krankenhauszusatz SZL bildet ab 21 Jahren Alterungsrückstellungen und hält den Beitrag dadurch stabiler.
Wir vergleichen Krankenhauszusatztarife mit und ohne Alterungsrückstellung für Ihr Eintrittsalter.
Ambulante Krankenzusatzversicherung, Krankentagegeld und Pflegezusatz
Die ambulante Krankenzusatzversicherung erstattet Kassenpatienten Brillen, Heilpraktiker, Vorsorge und gesetzliche Zuzahlungen; Krankentagegeld und Pflegezusatz sichern dagegen Einkommen und Pflegekosten ab. Diese Tarife sind günstiger als ein Zahnvollschutz, aber stärker nach Jahresbeträgen begrenzt.
Ambulante Zusatzversicherung
Die WGV Ambulante Zusatzversicherung zahlt Sehhilfen bis 400 € in zwei Jahren, Heilpraktiker und Naturheilverfahren zu 90 Prozent bis 1.000 € im Jahr, Augenlasern bis 1.500 € und Zuzahlungen zu 100 Prozent — für 20,70 € im Monat mit 35 Jahren. Die Stuttgarter bietet AmbulantBasis, AmbulantKomfort und AmbulantPremium ohne Gesundheitsfragen. Einen anderen Weg geht DA Direkt mit einem frei verwendbaren Gesundheitsbudget: 500 € im Jahr in der Stufe Komfort (28,90 € mit 31 bis 40 Jahren), 2.000 € in Premium Plus (47,90 €) inklusive Chefarzt nach Unfall oder schwerer Krankheit.
Krankentagegeld für gesetzlich Versicherte
Das Krankengeld der Kasse beträgt 70 Prozent des Bruttos, höchstens 90 Prozent des Nettos, und wird nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 69.750 € im Jahr berechnet. Wer mehr verdient, verliert bei längerer Krankheit spürbar Einkommen. SONO bietet ab der 7. Woche 40 € Tagegeld für 31,12 € im Monat (Eintrittsalter 35, Tarif KTN), die DFV ein Krankentagegeld ab Tag 43, Envivas KT-Plus für TK-Versicherte. Mehr im Ratgeber Krankentagegeld.
Pflegezusatzversicherung
Die gesetzliche wie die private Pflegepflichtversicherung zahlen nur einen Teil der Pflegekosten. Ein Pflegetagegeld schließt die Lücke und ist eine der wenigen Zusatzversicherungen, die für Kassen- und Privatpatienten gleichermaßen sinnvoll sind. Das IDEAL PflegeTagegeld leistet ab Pflegegrad 1 ohne Wartezeit und ist bis Alter 75 abschließbar; die DFV-DeutschlandPflege Exklusiv zahlt bis 2.000 € im Monat und steht ausdrücklich auch PKV-Versicherten und Beamten offen.
Rechenbeispiel: Was ein Krankenzusatzversicherungs-Paket kostet
Eine 35-jährige Kassenpatientin, die Zahn, Krankenhaus und ambulante Leistungen absichern möchte, zahlt bei der WGV zusammen 67,90 € im Monat. Das Beispiel zeigt, wie sich ein Rundum-Paket aus drei Krankenzusatzversicherungen zusammensetzt:
| Baustein (Eintrittsalter 35) | Monatsbeitrag | Jahresbeitrag |
|---|---|---|
| Zahnzusatz PLUS-Tarif (100 % Zahnersatz) | 28,60 € | 343,20 € |
| Stationäre Zusatzversicherung (Chefarzt, Ein-/Zweibettzimmer) | 18,60 € | 223,20 € |
| Ambulante Zusatzversicherung (Brille, Heilpraktiker, Zuzahlungen) | 20,70 € | 248,40 € |
| Gesamt | 67,90 € | 814,80 € |
Zum Vergleich: Der Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung liegt 2026 an der Beitragsbemessungsgrenze bereits bei rund 613,22 € im Monat. Mit dem Zusatzpaket kommen Gutverdiener auf gut 680 €. Wer über der Versicherungspflichtgrenze liegt, bekommt Zahn, Chefarzt und ambulante Privatleistungen oft in einem PKV-Volltarif — mit Arbeitgeberzuschuss von bis zu 613,22 € im Monat, den es für Zusatzversicherungen nicht gibt. Die Zahnstaffel begrenzt die Erstattung im WGV PLUS-Tarif übrigens auf 1.000 € im ersten, 2.000 € im zweiten, 3.000 € im dritten und 4.000 € im vierten Jahr.
Krankenzusatzversicherung für Privatpatienten: Was wirklich fehlt
Privatpatienten brauchen in der Regel keine klassische Krankenzusatzversicherung, denn Zahn, Krankenhaus und ambulante Leistungen sind Teil des PKV-Volltarifs. Fast alle Zahn-, Klinik- und ambulanten Zusatztarife am Markt sind außerdem nur für gesetzlich Versicherte abschließbar. Sinnvoll sind für Privatversicherte nur wenige, gezielte Ergänzungen:
| Lücke im PKV-Tarif | Ergänzung | Eckdaten |
|---|---|---|
| Zahnersatz nur 75 bis 90 % | Würzburger DentOptimal10 bis DentOptimal25 | +10 bis +25 % Erstattung, auch über 3,5-fachem GOZ-Satz, ohne Gesundheitsfragen, jede PKV |
| Selbstbeteiligung nach Unfall | Würzburger SB-Unfall | übernimmt den Selbstbehalt nach Unfall bis 3.000 € im Jahr |
| Brille und Hörgeräte begrenzt | Würzburger Brillen- und Hörgeräteschutzbrief | Sehhilfen bis 300 €, Augenlasern bis 750 € je Auge, Hörgeräte bis 800 € je Ohr |
| Pflegekosten | DFV-DeutschlandPflege, IDEAL PflegeTagegeld | Pflegegeld bis 2.000 € im Monat bzw. ab Pflegegrad 1 |
| Beihilfelücken bei Beamten | Allianz Beihilfeergänzung, Debeka BC/BG | Zahnlabor, Einbettzimmer, Heilpraktiker, Auslandsreise |
Die DentOptimal-Stufen der Würzburger sind genau auf PKV-Tarife zugeschnitten: DentOptimal10 macht aus 90 Prozent Zahnersatz eine volle Erstattung, DentOptimal20 passt zu Tarifen mit 80 Prozent, DentOptimal25 zu 75 Prozent. In den ersten vier Jahren ist die Zusatzleistung auf 100 bis 250 € im Jahr begrenzt, bei Unfällen gilt keine Grenze.
Tarifwechsel statt Zusatzversicherung
Bevor Sie als Privatpatient eine Ergänzung abschließen, lohnt der Blick auf den eigenen Versicherer. Nach § 204 VVG können Sie in einen leistungsstärkeren Tarif desselben Versicherers wechseln; eine Gesundheitsprüfung darf nur für die Mehrleistung verlangt werden, die Alterungsrückstellung bleibt erhalten. Bei der Allianz etwa lässt sich der Zahnschutz über die Bausteine Zahn 75, Zahn 90 und Zahn 100 anpassen, Zahn 100 erstattet Zahnersatz zu 100 Prozent ohne Bonusstaffel. Wie stark sich PKV-Tarife beim Zahnarzt unterscheiden, zeigt unser Ratgeber Zahnleistungen in der PKV; zu Hilfsmitteln lesen Sie offener und geschlossener Hilfsmittelkatalog.
Wir prüfen, ob ein Wechsel innerhalb Ihres Versicherers die Lücke günstiger schließt als eine separate Zusatzversicherung.
Krankenzusatzversicherung für Beamte: Beihilfeergänzung
Beamte schließen Lücken zwischen Beihilfe und Restkostentarif mit einem Beihilfeergänzungstarif, der wie eine Krankenzusatzversicherung funktioniert. Typische Lücken sind zahntechnische Laborkosten, Einbettzimmer, Heilpraktiker und der Auslandsreiseschutz, den die Beihilfe nicht oder nur begrenzt abdeckt.
Die Debeka bietet zu ihrem Beihilfetarif B den „Rundum-Schutz“ BC (Zahnlabor bis 6.150 € im Jahr, Einbettzimmer, Chefarzt-Aufstockung, Heilpraktiker-Restkosten, Auslandsreise) und die schlankere Variante BG mit Zahnlabor und Reiseschutz. Die Allianz hat mit Beihilfeergänzung Plus und Best zwei Tarife, die auch Hilfsmittel, Sehhilfen und Heilpraktiker ergänzen; die eingebaute „Zukunftsgarantie“ passt den Schutz an, wenn der Dienstherr seine Beihilfevorschriften verschlechtert. Wahlleistungen im Krankenhaus sichert die Allianz über BHE2K (Zweibettzimmer, Chefarzt) oder BHE1K (Einbettzimmer).
Mehr zu Beihilfesätzen und Restkostentarifen lesen Sie im Ratgeber Beihilfe, für Beamtenkinder unter Beihilfe für Kinder; den Gesamtvergleich zeigt PKV für Beamte.
Krankenzusatzversicherung abschließen: Worauf Sie achten sollten
Beim Abschluss einer Krankenzusatzversicherung entscheiden fünf Punkte über den Wert: Zahnstaffel, Wartezeit, Gesundheitsfragen, laufende Behandlungen und die Beitragskalkulation im Alter. Der Monatsbeitrag allein sagt wenig aus.
Zahnstaffel und Wartezeit
Das Gesetz erlaubt eine allgemeine Wartezeit von drei Monaten und für Zahnbehandlung, Zahnersatz und Kieferorthopädie von acht Monaten (§ 197 VVG). Die meisten modernen Zahntarife verzichten darauf und begrenzen stattdessen die Leistung in den ersten Jahren. Ausführlich erklärt im Ratgeber Wartezeiten.
| Tarif | Jahr 1 | Jahr 2 | Jahr 3 | Jahr 4 | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|---|
| WGV BASIS-Tarif | 500 € | 1.000 € | 1.500 € | 2.000 € | keine |
| WGV OPTIMAL-Tarif | 800 € | 1.600 € | 2.400 € | 3.200 € | keine |
| ERGO Dental-Schutz 75 und 90 | 1.000 € | 2.000 € | 3.000 € | 4.000 € | keine |
| WGV PLUS-Tarif | 1.000 € | 2.000 € | 3.000 € | 4.000 € | keine |
| Janitos JA dental 100plus | 1.500 € | 3.000 € | 4.500 € | 6.000 € | keine |
Gesundheitsfragen und laufende Behandlungen
Viele Zusatztarife fragen nach fehlenden Zähnen, laufenden Behandlungen oder Vorerkrankungen. Ohne Gesundheitsfragen kommen zum Beispiel ERGO Dental-Schutz, DFV-ZahnSchutz Exklusiv 100, vigo 4YOU und die ambulanten Tarife der Stuttgarter aus. Bereits angeratene Behandlungen sind trotzdem fast immer ausgeschlossen. Ausnahmen bilden Sofort-Tarife wie ERGO Zahnersatz Sofort, vigo 4YOU Zahnersatz x2 und ZAHN Sofort der Bayerischen — sie verdoppeln den Festzuschuss, zahlen aber nicht die volle Rechnung.
Beitrag im Alter und Bindung an die Kasse
Die meisten Zusatztarife sind nach Altersgruppen kalkuliert: Beim WGV PLUS-Tarif steigt der Beitrag von 21,50 € (bis 25 Jahre) auf 72,30 € ab 61 Jahren. Tarife mit Alterungsrückstellung sind anfangs teurer, später stabiler. Einige Versicherer sind zudem an eine Kasse gebunden — Envivas versichert nur TK-Kunden, vigo select nur Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg.
Vorteile
- Privatleistungen ohne Wechsel aus der GKV
- Beitrag unabhängig vom Einkommen
- Viele Zahntarife ohne Wartezeit, manche ohne Gesundheitsfragen
- Einzeln kündbar und gezielt kombinierbar
Nachteile
- Beitrag steigt mit jeder Altersgruppe
- Zahnstaffel begrenzt die Leistung in den ersten Jahren
- Kein Arbeitgeberzuschuss, steuerlich meist ohne Wirkung
- Laufende oder angeratene Behandlungen ausgeschlossen
Krankenzusatzversicherung oder private Krankenversicherung?
Ob eine Krankenzusatzversicherung oder der Wechsel in die private Krankenversicherung sinnvoller ist, hängt zuerst vom Einkommen ab. Angestellte können erst mit einem Bruttojahresgehalt über 77.400 € (2026) in die PKV wechseln, Selbstständige und Beamte unabhängig vom Einkommen.
Für Angestellte unter der Grenze, Familien mit beitragsfrei mitversicherten Kindern und Menschen mit Vorerkrankungen ist die Kombination aus GKV und Zusatzversicherung oft die beste Lösung. Wer dagegen jung, gesund und gut verdienend ist, zahlt für ein Paket aus drei Zusatzversicherungen und dem GKV-Höchstbeitrag häufig mehr als für einen leistungsstarken PKV-Tarif. Beiträge nach Alter vergleichen Sie im PKV-Rechner; Leistungsunterschiede zwischen ambulant und stationär erklärt der Ratgeber PKV ambulant und stationär.
Kostenloser Vergleich: GKV mit Zusatzschutz gegen private Vollversicherung, passend zu Ihrem Einkommen und Alter.
Anbieter von Krankenzusatzversicherungen im Überblick
Diese Versicherer haben sich auf Krankenzusatzversicherungen spezialisiert oder bieten sie als eigenen Schwerpunkt an. Auf den Anbieterseiten finden Sie Tarife, Leistungen und Beispielbeiträge:
WGV
Stuttgarter Direktversicherer: Zahnzusatz BASIS, OPTIMAL und PLUS (ohne Wartezeit), stationärer und ambulanter Zusatzschutz für GKV-Versicherte.
Tarife ansehen →Zusatzversicherer der BarmeniaGothaer-GruppeJanitos
Zahnzusatz JA dental plus ohne Wartezeit mit bis zu 100 % Zahnersatz, JA dental ab Geburt und Klinikschutz JA stationär plus mit Chefarzt über GOÄ.
Tarife ansehen →Zusatzversicherer der ERGO GroupERGO
Zahn-Baukasten Dental-Schutz/Dental-Vorsorge ohne Gesundheitsfragen, Sofort-Tarife ZEK und KFO, Klinikschutz SZL — Vollversicherung über die DKV.
Tarife ansehen →Zusatzversicherer der TKEnvivas
Exklusiver Zusatzschutz für TK-Versicherte: DentFlex ohne Wartezeit, KlinikFlex, StarterPlus, Pflege- und Reisetarife.
Tarife ansehen →Digitaler ZusatzversichererDFV
Digitaler Direktversicherer aus Frankfurt: DFV-ZahnSchutz Exklusiv 100 ohne Wartezeit, KlinikSchutz, KrankenGeld und DeutschlandPflege.
Tarife ansehen →Direktversicherer der Zurich GruppeDA Direkt
Direktversicherer der Zurich Gruppe: DA Direkt Zahnschutz ohne Wartezeit und Gesundheitsfragen, Krankenzusatz mit Gesundheitsbudget und Klinik-Notfallschutz.
Tarife ansehen →Digitaler Direktversicherer der HanseMerkurBerlin Direkt
Digitaler Versicherer aus Berlin (HanseMerkur Gruppe): Zahnzusatz DZL mit 100 % ohne Wartezeit, DZM mit 75 %, dazu Reise-Krankenversicherung.
Tarife ansehen →Zusatzversicherer der Versicherungsgruppe die Bayerischedie Bayerische
ZAHN Prestige ohne Wartezeit, ZAHN Sofort für laufende Behandlungen, Krankenhauszusatz Smart bis Prestige — Vollversicherung in Kooperation mit der Barmenia.
Tarife ansehen →Zusatzversicherer im Verbund mit der SDKStuttgarter
Zahnzusatz smile! ohne Wartezeit mit KFO bis 22 Jahre, Krankenzusatz ambulant ohne Gesundheitsfragen, Verbund mit der SDK.
Tarife ansehen →Spezialversicherer für Zahn- und GesundheitszusatzWürzburger
DentOptimal 10–25 als Zahnergänzung für Privatversicherte ohne Gesundheitsfragen, DentSecure Exklusiv und Zahn-Schutzbrief für GKV-Kunden.
Tarife ansehen →Direktversicherer im Continentale-VerbundEUROPA
Zahnzusatz Premium-Schutz E-ZP (Finanztest „sehr gut (0,5)“) und Komfort-Schutz E-ZI ohne Wartezeit, Auslandsreiseschutz ERK-56 ab 12 € im Jahr.
Tarife ansehen →Zusatzversicherer (VVaG)vigo
Düsseldorfer Zusatzversicherer, vormals Düsseldorfer Versicherung: vigo 4YOU ohne Gesundheitsfragen, Düsseldorfer Pflegegeld, AOK-Partner.
Tarife ansehen →Weitere Spezialisten sind astra für Zahn, SONO für Kranken- und Krankenhaustagegeld, IDEAL für Pflege und Europ Assistance für den Auslandsschutz. Alle Gesellschaften finden Sie in der Übersicht der Versicherer.
Zusatzversicherung gezielt nach der gewünschten Leistung auswählen
Eine private Zusatzversicherung neben der GKV sollte eine konkret benannte Leistung ergänzen. Ein Heilpraktikerbaustein ist nicht automatisch für jede Osteopathiebehandlung geeignet. Ebenso sollte eine gewünschte Zahnspange nach Altersgrenze, bekanntem Behandlungsbedarf und Leistungsstaffel geprüft werden.
Unterscheiden Sie außerdem Kostenerstattung und feste Geldleistung. Krankenhaustagegeld kann frei verfügbare Mittel schaffen, übernimmt aber nicht automatisch jede Rechnung einer Privatbehandlung. Für die Auswahl zählen deshalb der tatsächliche Versorgungsweg und die verbleibenden Eigenkosten, nicht allein die Bezeichnung Zusatzschutz.
Private Vollversicherung oder Zusatzversicherung: Welche Entscheidung steht an?
Eine private Zusatzversicherung ergänzt bestimmte Leistungen einer bestehenden Absicherung. Sie ersetzt keine umfassende Krankenversicherung. Wer in der GKV bleibt und privatärztliche Krankenhausbehandlung oder besseren Zahnersatz möchte, trifft daher eine andere Entscheidung als jemand, der vollständig in eine PKV wechseln will.
Prüfen Sie zuerst den gewünschten Leistungsbereich und anschließend den passenden Vertrag. Eine Krankenhauspolice verbessert nicht automatisch die ambulante Versorgung beim Hausarzt. Der neue Ratgeber zu PKV und GKV gleichzeitig trennt sinnvolle Ergänzungen von zwei aktiven Vollversicherungen und unnötigen Doppelbeiträgen.
Häufige Fragen zur Krankenzusatzversicherung
Was ist eine Krankenzusatzversicherung?
Eine Krankenzusatzversicherung ist ein privater Vertrag, der Leistungen ergänzt, die Ihre Krankenversicherung nicht oder nur teilweise zahlt: Zahnersatz, Einbettzimmer und Chefarzt im Krankenhaus, Brille, Heilpraktiker, Pflege oder Reiseschutz. Sie ersetzt die gesetzliche oder private Krankenversicherung nicht, sondern kommt zusätzlich hinzu. Die Beiträge richten sich nach Alter und Leistungsumfang, nicht nach dem Einkommen.
Welche Krankenzusatzversicherung ist für Kassenpatienten am wichtigsten?
Für die meisten Kassenpatienten zuerst die Zahnzusatzversicherung, weil die Kasse beim Zahnersatz nur einen Festzuschuss von 60 bis 75 Prozent der Regelversorgung zahlt und Implantate oder Inlays fast vollständig selbst getragen werden. Danach folgen die Krankenhauszusatzversicherung für Chefarzt und Ein- oder Zweibettzimmer und, für Arbeitnehmer mit hohem Einkommen, ein Krankentagegeld.
Brauche ich als Privatpatient eine Zusatzversicherung?
Meist nicht, denn Zahn, Krankenhaus und ambulante Leistungen stecken bereits im PKV-Volltarif. Sinnvoll sein können eine Pflegezusatzversicherung, eine Zahnergänzung wie Würzburger DentOptimal für Tarife mit 75 bis 90 Prozent Zahnersatz, eine Unfall-Absicherung der Selbstbeteiligung oder für Beamte ein Beihilfeergänzungstarif. Oft ist ein Tarifwechsel nach § 204 VVG beim eigenen Versicherer die bessere Lösung.
Was kostet eine Krankenzusatzversicherung im Monat?
Das hängt von Alter und Leistung ab. Beispiele für 35-Jährige: Zahnzusatz mit 100 Prozent Zahnersatz 27,52 € (Janitos JA dental 100plus) bis 39,50 € (ERGO Dental-Schutz 100 mit Dental-Vorsorge), Krankenhauszusatz 18,60 € bei der WGV oder 22,36 € bei Janitos, ambulanter Zusatz 20,70 € bei der WGV. Einfache Tarife beginnen bei wenigen Euro, etwa der WGV-BASIS-Tarif ab 3,20 €.
Gibt es Krankenzusatzversicherungen ohne Wartezeit?
Ja. Viele Zahntarife verzichten ganz auf Wartezeiten, zum Beispiel WGV PLUS, Janitos JA dental plus, Berlin Direkt DZL, Envivas DentFlex und DA Direkt Zahnschutz. Das Gesetz erlaubt eine allgemeine Wartezeit von drei Monaten und für Zahnersatz, Zahnbehandlung und Kieferorthopädie eine besondere von acht Monaten. Statt einer Wartezeit begrenzen die meisten Tarife die Erstattung in den ersten Jahren über eine Zahnstaffel.
Zahlt die Zahnzusatzversicherung auch eine bereits geplante Behandlung?
In der Regel nicht: Angeratene oder laufende Behandlungen sind in normalen Tarifen ausgeschlossen. Ausnahmen sind Spezialtarife wie ERGO Zahnersatz Sofort (ZEK), der den Kassenzuschuss auch bei laufender Behandlung verdoppelt, vigo 4YOU Zahnersatz x2 oder der Baustein ZAHN Sofort der Bayerischen. Die Leistung ist dort auf den verdoppelten Festzuschuss begrenzt.
Kann ich eine Krankenzusatzversicherung steuerlich absetzen?
Grundsätzlich ja, als sonstige Vorsorgeaufwendungen innerhalb der Höchstbeträge von 1.900 € (Arbeitnehmer, Beamte, Rentner) bzw. 2.800 € (Selbstständige ohne Zuschuss) im Jahr. Diese Grenzen sind in der Regel aber schon durch die Beiträge zur Basis-Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft, sodass sich Zusatzbeiträge steuerlich meist nicht mehr auswirken.
Sind Krankenzusatzversicherungen an eine bestimmte Krankenkasse gebunden?
Die meisten nicht: WGV, Janitos, ERGO, DFV oder Berlin Direkt versichern gesetzlich Versicherte jeder Kasse. Einige Versicherer arbeiten exklusiv mit einer Kasse zusammen, etwa Envivas mit der Techniker Krankenkasse oder vigo mit der AOK Rheinland/Hamburg. Wer die Kasse wechselt, sollte vorher prüfen, ob sein Zusatztarif weiterläuft.
Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen Ihr Angebot individuell — für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.
