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PKV kündigen: die Kurzantwort
Ihre PKV kündigen Sie ordentlich mit einer Frist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres, meist also bis zum 30. September zum 31. Dezember. Werden Sie gesetzlich versicherungspflichtig, dürfen Sie innerhalb von drei Monaten rückwirkend kündigen. In jedem Fall müssen Sie binnen zwei Monaten einen neuen Krankenversicherungsschutz nachweisen.
- Ordentlich: 3 Monate zum Versicherungsjahresende, keine Begründung nötig.
- GKV-Pflicht (z. B. Gehalt unter 77.400 €): Kündigung rückwirkend binnen 3 Monaten.
- Beitragserhöhung: Sonderkündigung binnen 2 Monaten nach Zugang des Briefs.
- Ohne Nachweis der Anschlussversicherung binnen 2 Monaten bleibt die Kündigung unwirksam.
PKV kündigen: Welche Kündigungsfrist gilt?
Wer seine PKV ordentlich kündigen will, muss eine Frist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres einhalten — so bestimmt es § 205 Abs. 1 VVG. Eine Begründung ist nicht nötig; entscheidend ist allein, dass die Kündigung rechtzeitig beim Versicherer eingeht.
Welcher Tag das ist, hängt davon ab, wie Ihr Versicherer das Versicherungsjahr definiert. In den meisten Bedingungswerken entspricht es dem Kalenderjahr; das erste Versicherungsjahr endet dann bereits am 31. Dezember des Beginnjahres, auch wenn der Vertrag erst im Herbst begonnen hat. Einige Gesellschaften rechnen das Versicherungsjahr dagegen ab dem Vertragsbeginn. Außerdem kann zu Beginn eine Mindestvertragsdauer vereinbart sein, nach den Musterbedingungen höchstens zwei Jahre. Den Beginn des Versicherungsjahres und eine etwaige Mindestlaufzeit finden Sie auf Ihrem Versicherungsschein und in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen.
| Versicherungsjahr | Vertrag soll enden am | Kündigung muss eingehen bis |
|---|---|---|
| Kalenderjahr | 31.12.2026 | 30.09.2026 |
| Kalenderjahr | 31.12.2027 | 30.09.2027 |
| ab Vertragsbeginn 01.04. | 31.03.2027 | 31.12.2026 |
| ab Vertragsbeginn 01.07. | 30.06.2027 | 31.03.2027 |
Frist knapp? Zum Jahresende 2026 muss eine ordentliche Kündigung bei Versicherungsjahr gleich Kalenderjahr bis zum 30. September 2026 beim Versicherer sein. Wer diesen Termin verpasst, hat trotzdem Wege: Kommt im November ein Brief zur Beitragsanpassung, öffnet sich das Sonderkündigungsrecht mit zwei Monaten Frist. Und ein Tarifwechsel nach § 204 VVG ist ohnehin jederzeit möglich.
Eine verspätete Kündigung ist nicht wertlos: Die meisten Versicherer werten sie automatisch als Kündigung zum nächstmöglichen Termin, also zum Ende des folgenden Versicherungsjahres. Verlassen sollten Sie sich darauf nicht — fordern Sie immer eine schriftliche Bestätigung mit dem genauen Beendigungsdatum an.
PKV kündigen: alle Kündigungsgründe und Fristen im Überblick
Die private Krankenversicherung kennt neben der ordentlichen Kündigung mehrere außerordentliche Kündigungsrechte. Sie sind alle in § 205 VVG geregelt und unterscheiden sich vor allem darin, ab wann die Frist läuft und zu welchem Termin der Vertrag endet.
| Anlass | Frist | Vertrag endet | Nachweis nötig? |
|---|---|---|---|
| Ordentliche Kündigung | 3 Monate zum Versicherungsjahresende | am Ende des Versicherungsjahres | ja, neuer Schutz |
| Eintritt der GKV-Pflicht (Gehalt unter JAEG, ALG I, Ausbildung) | 3 Monate ab Beginn der Pflicht | rückwirkend zum Beginn der Pflicht | ja, Mitgliedsbescheinigung |
| Anspruch auf Familienversicherung | 3 Monate ab Beginn des Anspruchs | rückwirkend | ja, Bescheinigung der Kasse |
| Kündigung nach Ablauf der 3 Monate bei GKV-Pflicht | jederzeit | Ende des Monats, in dem der Nachweis vorliegt | ja |
| Beitragserhöhung oder Leistungskürzung | 2 Monate ab Zugang der Mitteilung | zum Erhöhungstag | ja, neuer Schutz |
| Anspruch auf Heilfürsorge (z. B. Polizei, Bundeswehr) | 3 Monate ab Beginn des Anspruchs | rückwirkend | ja |
Wichtig bei der Kündigung wegen Versicherungspflicht: Verpassen Sie die drei Monate, verlieren Sie das Recht nicht, aber den rückwirkenden Termin. Der Vertrag endet dann erst zum Ende des Monats, in dem Sie die Versicherungspflicht nachweisen — und bis dahin zahlen Sie doppelt, an die Krankenkasse und an den privaten Versicherer. Wer im Januar gesetzlich pflichtversichert wird, aber erst im Juni kündigt, hat so schnell mehrere tausend Euro unnötig ausgegeben.
Für Polizeibeamte und Soldaten, die Anspruch auf Heilfürsorge bekommen, gilt dasselbe Prinzip: Die bisherige Vollversicherung lässt sich zum Beginn der Heilfürsorge beenden. Wer später wieder in die Beihilfe wechselt, etwa mit dem Ruhestand, sollte den Weg zurück über eine Anwartschaft sichern — dazu mehr im Abschnitt Sonderfälle.
PKV kündigen ohne neue Versicherung? Die Nachweispflicht
Eine PKV-Vollversicherung ohne Anschlussversicherung zu kündigen, ist nicht möglich. Nach § 205 Abs. 6 VVG wird die Kündigung erst wirksam, wenn Sie innerhalb von zwei Monaten nachweisen, dass Sie bei einem neuen Versicherer ohne Unterbrechung versichert sind.
Hintergrund ist die allgemeine Krankenversicherungspflicht nach § 193 Abs. 3 VVG: Wer in Deutschland wohnt, muss eine Krankheitskostenversicherung haben, die mindestens ambulante und stationäre Behandlung abdeckt, mit einer Selbstbeteiligung von höchstens 5.000 € im Jahr. Als Nachweis genügt die Versicherungsbestätigung des neuen privaten Versicherers oder die Mitgliedsbescheinigung der gesetzlichen Krankenkasse. Reichen Sie den Nachweis nicht fristgerecht ein, läuft Ihr alter Vertrag einfach weiter, samt Beitragspflicht.
Rechenbeispiel: Was eine Versicherungslücke kostet
Wer die Nachweispflicht umgeht, etwa weil der alte Versicherer eine formlose Kündigung versehentlich bestätigt, steht im schlimmsten Fall ohne Schutz da. Beim späteren Neuabschluss verlangt das Gesetz einen Prämienzuschlag: einen Monatsbeitrag für jeden weiteren angefangenen Monat ohne Versicherung, ab dem sechsten Monat ein Sechstel je Monat. Als Beispiel dient der Durchschnittsbeitrag erwachsener Privatversicherter ohne Beihilfe von 559 €:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Monatsbeitrag im neuen Vertrag (Beispiel) | 559,00 € |
| Lücke ohne Versicherung | 4 Monate |
| davon zuschlagsfrei | 1 Monat |
| Zuschlagspflichtige Monate | 3 |
| Prämienzuschlag nach § 193 Abs. 4 VVG | 1.677,00 € |
Hinzu kommt das eigentliche Risiko: Jede Arztrechnung und jeder Krankenhausaufenthalt in der Lücke geht voll zu Ihren Lasten, und der neue Versicherer prüft Ihre Gesundheit mit dem Stand von heute. Der sichere Weg ist deshalb immer derselbe: erst die Zusage des neuen Versicherers, dann die Kündigung.
Wir holen Angebote passender Versicherer ein und klären vorab anonym, ob Sie angenommen werden — damit Ihre Kündigung sicher wirksam wird.
PKV kündigen: Vorlage und Ablauf Schritt für Schritt
Eine PKV kündigen Sie schriftlich oder in Textform, je nachdem, was Ihre Versicherungsbedingungen verlangen. Das Schreiben sollte Versicherungsnummer, alle betroffenen Personen und Tarife, den gewünschten Beendigungstermin und den Hinweis auf die Anschlussversicherung enthalten.
- Schritt 1Vertrag prüfen: Versicherungsjahr, Mindestlaufzeit, alle Tarifbausteine und mitversicherten Personen auf dem Versicherungsschein notieren.
- Schritt 2Anschlussschutz klären: gesetzliche Krankenkasse (bei Versicherungspflicht) oder neuer privater Versicherer mit schriftlicher Annahme.
- Schritt 3Kündigung versenden: per Einschreiben mit Rückschein oder, wenn die Bedingungen Textform erlauben, per E-Mail oder Fax mit Eingangsbestätigung.
- Schritt 4Nachweis einreichen: binnen zwei Monaten die Versicherungsbestätigung oder Mitgliedsbescheinigung an den alten Versicherer schicken.
- Schritt 5Bestätigung kontrollieren: Beendigungsdatum, Rückzahlung zu viel gezahlter Beiträge und das Ende der Lastschrift prüfen.
Vorlage 1: ordentliche Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres
Vorlage 2: Kündigung wegen Eintritt der Versicherungspflicht
Wer eine Kündigung wegen einer Beitragserhöhung schreiben will, findet eine eigene Musterformulierung im Ratgeber Sonderkündigungsrecht. Kündigen Sie Zusatzbausteine wie ein Krankentagegeld nur, wenn Sie den Schutz wirklich nicht mehr brauchen: Ein späterer Neuabschluss erfordert eine neue Gesundheitsprüfung, und gerade für Selbstständige ist das Krankentagegeld oft wichtiger als der Arztkostenschutz.
PKV kündigen und in die GKV wechseln: wann das geht
Die PKV kündigen und in die GKV wechseln können Sie nur, wenn das Sozialrecht Sie wieder aufnimmt — die Kündigung allein öffnet keine gesetzliche Krankenkasse. Voraussetzung ist in der Regel eine neue Versicherungspflicht nach § 5 SGB V oder ein Anspruch auf Familienversicherung.
Die häufigsten Wege zurück: Als Angestellter sinkt Ihr regelmäßiges Jahresgehalt unter die Versicherungspflichtgrenze von 77.400 €, etwa durch Teilzeit oder Jobwechsel. Sie beziehen Arbeitslosengeld I. Oder Ihr Einkommen liegt bei höchstens 565 € im Monat und Ihr Ehepartner ist gesetzlich versichert, sodass Sie in die Familienversicherung kommen. Für Selbstständige führt der Weg meist nur über eine Anstellung mit Gehalt unter der Grenze.
Die 55-Jahres-Grenze
Ab 55 Jahren bleibt nach § 6 Abs. 3a SGB V versicherungsfrei, wer in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war und in dieser Zeit mindestens die Hälfte versicherungsfrei, befreit oder hauptberuflich selbstständig war. Für die meisten langjährig Privatversicherten ist die Rückkehr damit ausgeschlossen, selbst wenn das Gehalt sinkt. Wie es in dieser Lage weitergeht, erklärt der Ratgeber GKV-Rückkehr über 55, alle Wege im Überblick stehen unter Zurück in die GKV.
Sonderfall 2027: die höhere Versicherungspflichtgrenze
2027 steigt die Versicherungspflichtgrenze voraussichtlich auf 84.150 €. Angestellte, deren Gehalt dann zwischen 77.400 € und 84.150 € liegt, können dadurch wieder versicherungspflichtig werden. Wer seit Ende 2002 durchgehend privat versichert ist, profitiert von der niedrigeren besonderen Grenze (2026: 69.750 €, 2027 voraussichtlich 72.900 €). Ob Sie betroffen sind, ob Sie sich befreien lassen können und ob sich die Rückkehr überhaupt lohnt, klären wir gern mit Ihnen; die Details stehen im Ratgeber Versicherungspflichtgrenze 2027.
Bedenken Sie beim Vergleich: Als gut verdienender Angestellter zahlen Sie in der GKV 2026 bis zu 613,22 € Arbeitnehmeranteil für Kranken- und Pflegeversicherung (mit Kind, durchschnittlicher Zusatzbeitrag). Der Durchschnittsbeitrag in der PKV liegt für Erwachsene ohne Beihilfe bei 559 € im Monat — davon trägt der Arbeitgeber die Hälfte. Wer nur wegen eines hohen Beitrags zurück will, sollte beide Seiten ehrlich rechnen, Hilfe dazu bietet der Ratgeber GKV oder PKV.
Wir rechnen Ihren PKV-Beitrag nach einem Tarifwechsel gegen den GKV-Beitrag — damit Sie nicht vorschnell kündigen.
Was Sie verlieren, wenn Sie die PKV kündigen
Wer die PKV kündigt, verliert in den meisten Fällen einen großen Teil seiner Alterungsrückstellungen, sein günstiges Eintrittsalter und den Schutz ohne neue Gesundheitsprüfung. Diese drei Werte machen einen langjährigen PKV-Vertrag wertvoller, als der Monatsbeitrag vermuten lässt.
| Was | Wechsel zu anderem PKV-Versicherer | Wechsel in die GKV | Tarifwechsel beim eigenen Versicherer |
|---|---|---|---|
| Alterungsrückstellung | nur Anteil Basistarif (Verträge ab 2009), sonst nichts | verfällt vollständig | bleibt vollständig |
| Eintrittsalter | neues, höheres Alter | entfällt (einkommensabhängiger Beitrag) | bleibt |
| Gesundheitsprüfung | vollständig neu | keine | nur für Mehrleistungen |
| Wartezeiten | teils neu, oft erlassen bei nahtlosem Wechsel | keine | nur für Mehrleistungen |
| Beitragsrückerstattung | Anspruch auf laufendes Jahr kann entfallen | entfällt | je nach Tarif |
Die Branche hält inzwischen rund 355,4 Milliarden Euro an Alterungsrückstellungen für ihre Versicherten vor. Ein Teil davon ist Ihr Geld: der Sparanteil in jedem Beitrag und der gesetzliche Zuschlag von 10 Prozent, den Sie vom 21. bis zum 60. Lebensjahr zahlen und der ausschließlich Ihre Beiträge im Alter senken soll. Bei einer Kündigung geht davon der größere Teil an das Kollektiv Ihres alten Tarifs zurück. Wie die Rückstellungen funktionieren und wie viel Sie mitnehmen, zeigt der Ratgeber Alterungsrückstellungen.
Je älter Sie sind und je länger Ihr Vertrag besteht, desto teurer wird die Kündigung. Unter 40 Jahren, gesund und mit wenigen Versicherungsjahren ist ein Anbieterwechsel oft unproblematisch. Ab etwa 50 Jahren ist der Tarifwechsel beim eigenen Versicherer fast immer die bessere Wahl.
Alternativen, bevor Sie die PKV kündigen
Die beste Alternative zur Kündigung der PKV ist fast immer der Tarifwechsel nach § 204 VVG beim eigenen Versicherer. Er ist jederzeit möglich, ohne Frist, mit voller Alterungsrückstellung und ohne neue Gesundheitsprüfung für gleichwertige Leistungen.
Rechenbeispiel: Tarifwechsel statt Kündigung
Wie viel ein interner Wechsel bringen kann, zeigt ein Beispiel aus dem Bestand der Allianz: Eine 58-jährige Versicherte wechselte aus ihrem bisherigen Tarif in einen gleichartigen Allianz-Tarif — ohne Kündigung, ohne neue Gesundheitsprüfung, mit voller Rückstellung.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Beitrag im bisherigen Tarif | 867,00 € |
| Beitrag nach dem Tarifwechsel | 641,00 € |
| Ersparnis pro Monat | 226,00 € (rund 26 %) |
| Ersparnis pro Jahr | 2.712,00 € |
| Ersparnis über zehn Jahre (ohne weitere Anpassungen) | 27.120,00 € |
Monatsbeitrag vor und nach dem internen Tarifwechsel (Beispiel Allianz)
Ersparnisse von 15 bis 34 Prozent sind beim internen Wechsel in der Praxis möglich. Weitere Hebel, die ohne Kündigung wirken:
| Maßnahme | Wirkung | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Tarifwechsel nach § 204 VVG | oft 15–34 % weniger, Rückstellung bleibt | Tarifwechsel |
| Höhere Selbstbeteiligung | niedrigerer Monatsbeitrag, Risiko begrenzt | Selbstbeteiligung |
| Bausteine streichen | z. B. Einbettzimmer, hohes Krankentagegeld | PKV-Beitrag senken |
| Beitragsentlastungstarif | senkt den Beitrag ab 60 oder 67 | Beitragsentlastung |
| Standardtarif (Verträge vor 2009) | höchstens 848,62 €, im Schnitt rund 480 € | Standardtarif |
| Basistarif | höchstens 1.017,18 €, bei Hilfebedürftigkeit halbiert | Basistarif |
Wer die Beiträge vorübergehend nicht zahlen kann, sollte ebenfalls nicht kündigen, sondern mit dem Versicherer sprechen: Stundung, Wechsel in eine höhere Selbstbeteiligung oder in den Basistarif sind geordnete Lösungen. Laufen Beitragsrückstände trotz zweier Mahnungen auf, ruht der Vertrag und Sie werden im Notlagentarif geführt — mit Schutz nur bei akuten Erkrankungen, Schmerzen, Schwangerschaft und Mutterschaft. Nach Tilgung der Rückstände lebt der ursprüngliche Vertrag wieder auf.
Wir prüfen die gleichartigen Tarife Ihres Versicherers und zeigen, was Sie sparen, ohne Ihre Rückstellung zu verlieren — kostenlos.
PKV kündigen, um den Anbieter zu wechseln
Wer die PKV kündigt, um zu einem anderen privaten Versicherer zu wechseln, sollte die Reihenfolge strikt einhalten: erst die Annahme beim neuen Versicherer, dann die Kündigung beim alten. Nur so bleibt der Schutz lückenlos und die Kündigung wirksam.
Der neue Versicherer prüft Ihre Gesundheit mit dem heutigen Stand. Diagnosen aus den vergangenen Jahren — je nach Gesellschaft drei bis zehn Jahre zurück — können zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder einer Ablehnung führen. Stellen Sie deshalb keinen offiziellen Antrag ins Blaue: Mit einer anonymen Risikovoranfrage klären wir vorab bei mehreren Gesellschaften, zu welchen Bedingungen Sie angenommen würden. Welche Gesundheitsfragen gestellt werden, erklärt der Ratgeber Gesundheitsprüfung.
Ein Blick auf die Beitragsentwicklung hilft bei der Wahl des neuen Versicherers. Für 2027 haben bereits mehrere Gesellschaften Anpassungen angekündigt, andere haben Stabilität zugesagt:
| Versicherer | Stand für 2027 |
|---|---|
| INTER | Beitragsstabilität für QualiMed Basis, Exklusiv und Premium mit 2.400 € SB bis mindestens 31.12.2027 zugesagt |
| SONO | keine Beitragsanpassung zum 01.01.2027 angekündigt |
| Nürnberger | Anpassung u. a. für HAT6, TOP6, TOP6+, MAX6+, S1, S2 und ZZ20 angekündigt |
| Landeskrankenhilfe | Anpassung in der Vollversicherung angekündigt |
| Generali | Anpassung für offene und geschlossene Tarifwerke angekündigt |
| Union Krankenversicherung | Anpassung für offene und geschlossene Tarife angekündigt |
Eine Beitragsanpassung beim neuen Versicherer ist kein Grund, ihn auszuschließen — entscheidend ist, wie sich der Beitrag über viele Jahre entwickelt und ob die Leistungen zu Ihnen passen. Einen Überblick über alle Gesellschaften finden Sie unter PKV-Anbieter, den Wechsel selbst erklärt der Ratgeber PKV-Anbieter wechseln. Aktuelle Tarife mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis zeigen PKV-Tarife und günstige PKV; Beispielbeiträge nach Alter liefert der PKV-Rechner.
INTER
QualiMed Basis/Exklusiv/Premium mit vier SB-Stufen, eigene Ärzte- und Zahnärztetarife, Beihilfetarif BK U, Solvenzquote 339 %.
Tarife ansehen →Kleiner Versicherungsverein aus BottropSONO
Krankentagegeld KTN und KTV, Krankenhaustagegeld KHT sowie ZahnPlus mit Implantat-Baustein für gesetzlich Versicherte.
Tarife ansehen →Versicherungsverein a. G.Hallesche
Tarifkonzept NK.select S/L/XL mit 100 € Monatsbonus, Wechseloption FLEX und starken Beihilfetarifen PRIMO B und C.Select.
Tarife ansehen →PKV kündigen in Sonderfällen: Ausland, Tod, Kinder, Beamte
In einigen Lebenslagen gelten für die Kündigung der PKV besondere Regeln — oder der Vertrag endet ganz ohne Kündigung. Oft ist es hier klüger, den Vertrag als Anwartschaft ruhen zu lassen, statt ihn zu beenden.
Auswanderung und längerer Auslandsaufenthalt
Ziehen Sie in einen anderen Staat der EU oder des EWR, läuft der Vertrag grundsätzlich weiter; der Versicherer muss aber höchstens die Kosten erstatten, die in Deutschland angefallen wären. Bei einem Umzug außerhalb der EU endet der Vertrag nach vielen Bedingungswerken, sofern nichts anderes vereinbart ist. Wer später zurückkehren möchte, sollte vorher eine Anwartschaft vereinbaren. Details im Ratgeber PKV im Ausland.
Anwartschaft statt Kündigung
Eine Anwartschaftsversicherung hält den Vertrag gegen einen kleinen Beitrag offen. Die kleine Anwartschaft sichert Ihren Gesundheitszustand: Bei der Rückkehr gibt es keine neue Gesundheitsprüfung, aber ein neues Eintrittsalter. Die große Anwartschaft sichert zusätzlich das ursprüngliche Eintrittsalter und die Alterungsrückstellungen. Typische Anlässe sind Auslandsaufenthalte, eine vorübergehende GKV-Pflicht, etwa weil das Gehalt 2027 unter die neue Grenze fällt, oder Heilfürsorge. Mehr im Ratgeber Anwartschaft.
Tod des Versicherungsnehmers
Stirbt der Versicherungsnehmer, endet der Vertrag für ihn. Mitversicherte Personen wie Ehepartner oder Kinder können den Vertrag nach § 207 VVG fortführen, wenn sie innerhalb von zwei Monaten nach dem Tod erklären, dass sie künftig selbst Versicherungsnehmer sein wollen. Ihre Rückstellungen und ihr Versicherungsschutz bleiben dabei erhalten.
Kinder und mitversicherte Personen
Sie können den Vertrag auch nur für einzelne Personen kündigen, zum Beispiel für ein Kind, das künftig über den gesetzlich versicherten Elternteil familienversichert ist. Umgekehrt gilt: Kündigt der Versicherungsnehmer den Vertrag für alle, dürfen die mitversicherten Personen ihn selbst fortsetzen. Welche Regeln bei der Familienversicherung greifen, erklären die Seiten PKV für Kinder und GKV oder PKV für Kinder.
Beamte, Anwärter und Ruhestand
Für Beamte ist die Kündigung der PKV selten sinnvoll: Die Beihilfe zahlt nur für Kosten, die nicht anderweitig gedeckt sind, und die Restkostentarife sind vergleichsweise günstig. Ändert sich der Beihilfesatz — etwa auf 70 Prozent im Ruhestand oder mit dem zweiten Kind nach Bundesrecht —, wird der Tarif angepasst, nicht gekündigt. Beamtenanwärter, die nicht in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen werden, können ihre Beihilfetarife kündigen, sobald sie anderweitig versichert sind. Hintergründe im Ratgeber Beihilfe.
Arbeitslosigkeit
Wer Arbeitslosengeld I bezieht, wird grundsätzlich gesetzlich versicherungspflichtig und kann die PKV dann rückwirkend kündigen. Unter bestimmten Voraussetzungen können sich langjährig Privatversicherte aber auch befreien lassen und in der PKV bleiben; die Agentur für Arbeit übernimmt dann einen Teil des Beitrags. Welcher Weg besser ist, erklärt der Ratgeber PKV bei Arbeitslosigkeit.
PKV kündigen über 55: Aufnahme in die GKV zuerst klären
Eine Kündigung schafft keinen Anspruch auf gesetzliche Krankenversicherung. Insbesondere ab 55 Jahren muss der Versicherungsverlauf anhand der gesetzlichen Regeln geprüft werden. Auch eine Teilzeitbeschäftigung ist keine garantierte Rückkehrmöglichkeit. Lassen Sie die neue Absicherung vor einer Vertragsbeendigung verbindlich bestätigen; ergänzend hilft die Prüfung der PKV bei Teilzeit, Beschäftigung und Versicherungsstatus auseinanderzuhalten.
Kann die private Krankenversicherung Ihnen kündigen?
Eine ordentliche Kündigung durch den Versicherer ist bei der PKV-Vollversicherung ausgeschlossen: Nach § 206 VVG darf der Versicherer eine Krankheitskostenversicherung, die die Versicherungspflicht erfüllt, nicht ordentlich kündigen. Auch hohe Leistungsausgaben oder eine schwere Erkrankung sind kein Kündigungsgrund.
Selbst bei Zahlungsverzug verliert niemand den Schutz vollständig. Statt einer Kündigung greift das Verfahren nach § 193 Abs. 6 VVG: Nach zwei Mahnungen ruht der Vertrag, und Sie werden im Notlagentarif geführt, dessen Beitrag nur die Kosten deckt. Bis zu 25 Prozent dieses Beitrags können aus der Alterungsrückstellung entnommen werden. Eine außerordentliche Kündigung durch den Versicherer bleibt nur bei schweren Pflichtverletzungen möglich, etwa bei Betrug mit Rechnungen oder einer arglistigen Täuschung im Antrag. Genau deshalb sind vollständige und wahre Angaben bei den Gesundheitsfragen so wichtig — auch bei einem Wechsel. Wie Vorerkrankungen richtig angegeben werden, erklärt der Ratgeber PKV mit Vorerkrankungen.
Kündigen kann sinnvoll sein, wenn …
- Sie werden wieder gesetzlich versicherungspflichtig und wollen die GKV nutzen
- Sie sind unter 40, gesund und ein anderer Versicherer bietet mehr Leistung für weniger Beitrag
- Ein Zusatzbaustein wie Krankentagegeld wird dauerhaft nicht mehr gebraucht
- Ein Kind wechselt in die Familienversicherung des gesetzlich versicherten Elternteils
Eher nicht kündigen, wenn …
- Sie sind über 50 und seit vielen Jahren privat versichert
- Sie haben Vorerkrankungen, die beim neuen Versicherer zu Zuschlägen führen
- Ihr Versicherer bietet gleichartige Tarife mit niedrigerem Beitrag
- Sie wollen nur eine einzelne Beitragserhöhung vermeiden
- Ihr Vertrag stammt aus der Zeit vor 2009 — ohne jede Mitnahme der Rückstellung
Wer seinen Vertrag nüchtern prüft, stellt oft fest: Das Problem ist nicht die private Krankenversicherung an sich, sondern ein zu teurer oder überladener Tarif. Wie sich die Beiträge im Rentenalter entwickeln und welche Entlastungen es gibt, zeigt der Ratgeber PKV im Alter; die Hintergründe zu den jährlichen Anpassungen stehen unter PKV-Beitragserhöhung.
Senden Sie uns Ihre Vertragsdaten — wir zeigen Ihnen, ob ein Tarifwechsel, ein neuer Versicherer oder die Kündigung der richtige Weg ist.
PKV nach dem Studium kündigen: Der neue Status entscheidet
Nach dem Studium endet eine private Krankenversicherung nicht automatisch. Beginnt eine gesetzliche Pflichtversicherung, können besondere Kündigungsrechte mit Nachweisen und Fristen relevant sein. Ohne neuen Pflichtgrund kann der Vertrag fortbestehen, auch wenn der günstige Studententarif ausläuft. Eine bloße Exmatrikulationsbescheinigung beantwortet deshalb nicht jede Kündigungsfrage.
Klären Sie zuerst Beginn und Umfang der Anschlussabsicherung. Falls bisher ein Elternteil Versicherungsnehmer ist, muss auch die richtige Person an der Vertragsänderung mitwirken. Der Ratgeber zur PKV nach dem Studium unterscheidet Angestelltenjob, Selbstständigkeit, Beamtenlaufbahn und Übergangszeit ohne Beschäftigung.
Häufige Fragen: PKV kündigen
Welche Kündigungsfrist gilt, wenn ich meine PKV kündigen will?
Die ordentliche Kündigungsfrist der privaten Krankenversicherung beträgt drei Monate zum Ende des Versicherungsjahres (§ 205 Abs. 1 VVG). Entspricht das Versicherungsjahr dem Kalenderjahr, muss die Kündigung spätestens am 30. September beim Versicherer eingegangen sein, damit der Vertrag am 31. Dezember endet. Je nach Bedingungen kann zu Beginn eine Mindestvertragsdauer von bis zu zwei Jahren gelten.
Kann ich meine PKV kündigen und in die GKV wechseln?
Nur wenn Sie wieder gesetzlich versicherungspflichtig werden oder Anspruch auf Familienversicherung haben — etwa weil Ihr Gehalt unter die Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € (2026) fällt, Sie Arbeitslosengeld I beziehen oder Ihr Einkommen höchstens 565 € im Monat beträgt. Dann können Sie die PKV rückwirkend zum Beginn der Pflicht kündigen, wenn die Kündigung innerhalb von drei Monaten beim Versicherer eingeht. Ab 55 Jahren ist die Rückkehr meist ausgeschlossen.
Kann ich die PKV ohne neue Versicherung kündigen?
Nein, eine PKV-Vollversicherung lässt sich nicht ersatzlos kündigen. In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht (§ 193 Abs. 3 VVG). Die Kündigung wird nach § 205 Abs. 6 VVG erst wirksam, wenn Sie innerhalb von zwei Monaten nachweisen, dass Sie ohne Unterbrechung bei einem anderen Versicherer versichert sind — privat oder gesetzlich. Ohne Nachweis läuft der alte Vertrag weiter.
Gibt es eine Vorlage, um die PKV zu kündigen?
Ja, weiter oben auf dieser Seite finden Sie zwei Mustertexte: einen für die ordentliche Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres und einen für die Kündigung wegen Eintritt der gesetzlichen Versicherungspflicht. Wichtig sind Versicherungsnummer, versicherte Personen, betroffene Tarife, der gewünschte Beendigungszeitpunkt und der Hinweis auf den Nachweis der Anschlussversicherung.
Was passiert mit meinen Alterungsrückstellungen, wenn ich die PKV kündige?
Bei einem Wechsel zu einem anderen privaten Versicherer nehmen Sie bei Verträgen ab 2009 nur den Teil der Alterungsrückstellung mit, der dem Leistungsumfang des Basistarifs entspricht. Bei älteren Verträgen wird nichts übertragen, und beim Wechsel in die GKV verfällt die Rückstellung vollständig. Wer den Weg zurück in die PKV offenhalten will, kann eine Anwartschaftsversicherung abschließen.
Kann mir die private Krankenversicherung kündigen?
Eine ordentliche Kündigung durch den Versicherer ist bei der PKV-Vollversicherung ausgeschlossen (§ 206 VVG). Auch wer seine Beiträge nicht zahlt, verliert den Schutz nicht: Nach zwei Mahnungen ruht der Vertrag und die Person wird im Notlagentarif versichert, der Notfall- und Schmerzbehandlung sowie Schwangerschaft abdeckt. Eine außerordentliche Kündigung bleibt nur bei schweren Pflichtverletzungen wie Betrug möglich.
Kann ich nur einen Teil meiner PKV kündigen?
Ja. Sie können einzelne Tarifbausteine wie ein Krankentagegeld, einen Zahnbaustein oder einen Einbettzimmer-Zuschlag kündigen und den Rest behalten, soweit die Bedingungen das zulassen. Ebenso lässt sich der Vertrag für einzelne versicherte Personen beenden, etwa für ein Kind, das in die Familienversicherung wechselt. Mitversicherte Personen können nach einer Kündigung durch den Versicherungsnehmer den Vertrag selbst fortführen.
Wie kündige ich die PKV bei Auswanderung?
Bei einem Umzug innerhalb der EU oder des EWR läuft der Vertrag grundsätzlich weiter. Wer Deutschland außerhalb der EU verlässt, sollte mit dem Versicherer klären, ob der Vertrag endet oder als Anwartschaft ruhen kann. Eine Anwartschaft sichert Gesundheitszustand und — als große Anwartschaft — auch Eintrittsalter und Rückstellungen für die Rückkehr. Mehr dazu im Ratgeber PKV im Ausland.
Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen Ihr Angebot individuell — für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.
