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PKV und Schwangerschaft auf einen Blick
In der PKV sind Schwangerschaft und Geburt vollständig versichert: Vorsorge, Ultraschall, Hebamme, Entbindung und Wochenbett zahlt Ihr Tarif ohne Zuzahlung. Finanziell schlechter gestellt sind privat versicherte Frauen beim Mutterschaftsgeld und beim Beitrag, der in Mutterschutz und Elternzeit weiterläuft – wenn der Tarif keine Beitragsbefreiung vorsieht.
- Mutterschaftsgeld: höchstens 210 € einmalig vom Bund statt 13 € pro Tag von der Kasse, dazu der Arbeitgeberzuschuss.
- Beitrag: Befreiung für bis zu 6 Monate etwa bei uniVersa, Gothaer, ARAG und LKH, bei ottonova First Class Pro+ bis zu 9 Monate.
- Neuabschluss: für die Entbindung gilt eine Wartezeit von 8 Monaten, außer beim nahtlosen Wechsel aus der GKV.
- Baby: Anmeldung innerhalb von 2 Monaten nach der Geburt, dann ohne Gesundheitsprüfung versichert.
Was zahlt die PKV in der Schwangerschaft?
Die PKV zahlt in der Schwangerschaft alle medizinisch notwendigen Leistungen rund um Vorsorge, Geburt und Wochenbett. Schwangerschaft und Entbindung gelten in den Musterbedingungen der privaten Krankenversicherung ausdrücklich als Versicherungsfall – Sie sind also genauso geschützt wie bei einer Krankheit.
Gesetzlich Versicherte erhalten die Leistungen der Mutterschafts-Richtlinien: eine festgelegte Zahl an Vorsorgeterminen, drei Basis-Ultraschalluntersuchungen und die Hebammenhilfe. Alles darüber hinaus zahlen sie häufig selbst. In der PKV entscheidet nicht ein Leistungskatalog, sondern die medizinische Notwendigkeit und Ihr Tarif. Ordnet Ihre Frauenärztin zusätzliche Ultraschalluntersuchungen oder weitere Diagnostik an, weil der Verlauf es erfordert, erstattet die private Krankenversicherung diese Kosten. Viele Tarife zahlen zudem Vorsorge über die gesetzlichen Programme hinaus.
| Leistung | Was die PKV übernimmt | Worauf es im Tarif ankommt |
|---|---|---|
| Vorsorgeuntersuchungen | alle ärztlichen Vorsorgetermine, Laboruntersuchungen, Ultraschall | Erstattung über den GOÄ-Höchstsatz, Vorsorge ohne Selbstbeteiligung |
| Pränataldiagnostik | bei medizinischer Notwendigkeit | einige Tarife zahlen erweiterte Diagnostik ausdrücklich, etwa Bayerische Beamtenkrankenkasse und Münchener Verein |
| Hebamme | Vorsorge, Geburtsbegleitung, Wochenbettbetreuung | Erstattungssatz: 100 % oder gekürzt, etwa 80 % bei Generali |
| Kurse | Geburtsvorbereitung und Rückbildung | teils auch Schwangerschaftsgymnastik und Kurse für den Partner |
| Entbindung im Krankenhaus | allgemeine Krankenhausleistungen | Chefarzt, Ein- oder Zweibettzimmer, Familienzimmer |
| Geburtshaus und Hausgeburt | Hebammenleistung und Material | Pauschalen zwischen 300 € und 2.000 € |
| Neugeborenes in der Klinik | Unterbringung und Versorgung des gesunden Kindes | Rooming-in und Begleitperson |
Die Selbstbeteiligung spielt in der Schwangerschaft eine größere Rolle, als viele erwarten: Vorsorgeuntersuchungen sind in den meisten Tarifen davon ausgenommen, Behandlungen, Hebammenrechnungen und Arzneimittel dagegen nicht immer. Wer im Jahr der Geburt ohnehin Leistungen einreicht, verliert zudem die Beitragsrückerstattung für dieses Jahr. Eine hohe Selbstbeteiligung ist für Paare mit Kinderwunsch deshalb selten die beste Wahl – mehr dazu im Ratgeber Selbstbeteiligung in der PKV.
Selbst wer seine Beiträge nicht mehr zahlen kann und im Notlagentarif landet, bleibt bei Schwangerschaft und Mutterschaft versichert. Das schreibt § 153 VAG vor – neben akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen gehören diese Leistungen zum Mindestschutz. Mehr unter Notlagentarif.
PKV-Tarife in der Schwangerschaft: Wo die Unterschiede liegen
Die Unterschiede zwischen PKV-Tarifen zeigen sich in der Schwangerschaft vor allem bei Hebamme, Unterbringung in der Klinik und Pauschalen für Hausgeburt oder Entbindung. Einsteigertarife mit Mehrbettzimmer leisten die Grundversorgung, Premiumtarife bieten Einbett- oder Familienzimmer und zahlen zusätzliche Pauschalen.
| Versicherer | Tarif | Leistung rund um die Geburt |
|---|---|---|
| LKH | LKH-GesundheitsUpgrade Premium (GUP) | Hausgeburt-Pauschale 2.000 €, Geburtshaus, Familienzimmer bei Entbindung, Rooming-in |
| DKV | PremiumMed PMN | Entbindungspauschale 1.500 €, Chefarzt, Ein- oder Zweibettzimmer |
| DKV | BestMed Komfort BMK | Entbindungspauschale 1.000 €, Chefarzt und Zweibettzimmer |
| AXA | ActiveMe-U | Hausgeburt 1.000 €, Zweibettzimmer und Privatarzt |
| Nürnberger | Premiumtarif MAX6+ | Schwangerschaftsvorsorge, Hebamme bis 10 Tage, Hausgeburt 600 €, Haushaltshilfe bis 100 €/Tag |
| Barmenia | einsA-Tarife | Entbindungspauschale bei Hausgeburt 500 €, ohne Anrechnung auf die Selbstbeteiligung |
| Union Krankenversicherung | GesundheitVARIO | Hebamme, Hausgeburtspauschale 500 €, Geburtsvorbereitung auch für den Partner |
| Münchener Verein | Royal | Entbindungspauschale 300 €, Einbettzimmer |
| Gothaer | MediCompact Premium | Hebamme und Geburtshaus 100 %, Einbett-, Zweibett- oder Familienzimmer |
Gerade das Familienzimmer wird häufig unterschätzt: Es erlaubt dem Partner, nach der Geburt mit in der Klinik zu übernachten. Die LKH und die Gothaer nennen es ausdrücklich, in anderen Tarifen ist es über die Einbettzimmer-Leistung abgedeckt oder gar nicht vorgesehen. Wer bereits versichert ist und seinen Schutz vor einer geplanten Schwangerschaft verbessern möchte, kann über einen Tarifwechsel nach § 204 VVG in einen leistungsstärkeren Tarif desselben Versicherers wechseln – für die Mehrleistungen allerdings mit Gesundheitsprüfung und Wartezeit.
Wir vergleichen Geburtsleistungen, Familienzimmer und Beitragsbefreiung – bevor die Wartezeit zum Problem wird.
Schwangerschaft der PKV mitteilen: Pflicht oder freiwillig?
Eine Schwangerschaft müssen Sie Ihrer PKV bei einem bestehenden Vertrag nicht melden. Die vorvertragliche Anzeigepflicht endet mit dem Vertragsschluss, und die Regeln zur Gefahrerhöhung gelten in der Krankenversicherung nach § 194 VVG nicht. Ihr Beitrag steigt wegen einer Schwangerschaft also nicht.
Trotzdem lohnt es sich, den Versicherer früh zu informieren. Mehrere Leistungen gibt es nämlich nur auf Antrag und mit Fristen:
- Beitragsbefreiung in der Elternzeit: Tarife mit Befreiung verlangen einen Antrag und den Nachweis des Elterngeldbezugs.
- Krankentagegeld im Mutterschutz: Die Zahlung in den Schutzfristen muss beim Versicherer geltend gemacht werden, meist mit Bescheinigung über den voraussichtlichen Geburtstermin.
- Kindernachversicherung: Die Frist von zwei Monaten nach der Geburt läuft schnell ab – wer den Antrag vorbereitet hat, verliert keine Zeit.
- Kostenzusagen: Für Familienzimmer, Privatklinik oder eine Hausgeburt vorab klären, was der Tarif erstattet.
Anders ist es beim Neuabschluss: Fragt der Antrag nach einer bestehenden Schwangerschaft, müssen Sie wahrheitsgemäß antworten. Falsche oder fehlende Angaben können den Versicherer später zum Rücktritt berechtigen – genau dann, wenn Sie den Schutz am dringendsten brauchen. Mehr zu den Regeln im Ratgeber Gesundheitsprüfung in der PKV.
Schwanger in die PKV wechseln: Geht das?
Ein Wechsel in die PKV während einer Schwangerschaft ist möglich, aber schwieriger als sonst. Viele Versicherer stellen den Antrag bis nach der Geburt zurück, und bei einem Neuabschluss gilt für die Entbindung eine besondere Wartezeit von acht Monaten.
Die Wartezeiten sind in § 197 VVG geregelt: allgemein drei Monate, für Entbindung, Psychotherapie, Zahnersatz und Kieferorthopädie acht Monate. Entscheidend ist die Ausnahme: Wer nahtlos aus der gesetzlichen Krankenversicherung oder aus einer anderen PKV-Vollversicherung wechselt, bekommt die Vorversicherungszeit angerechnet. Versicherer wie Debeka, Generali und LVM verzichten in diesem Fall ausdrücklich auf Wartezeiten, die LKH im GesundheitsUpgrade grundsätzlich – mit Ausnahme von Kinderwunschbehandlung und Beitragsbefreiungen.
| Situation | Wartezeit Entbindung | Folge für die Geburt |
|---|---|---|
| Nahtloser Wechsel aus der GKV | entfällt, Vorversicherung wird angerechnet | Geburt ist ab Vertragsbeginn versichert |
| Wechsel aus einer anderen PKV-Vollversicherung | entfällt | Geburt ist ab Vertragsbeginn versichert |
| Neuabschluss ohne Vorversicherung, z. B. nach Auslandsaufenthalt | 8 Monate | Geburt vor Ablauf der Frist nicht versichert |
| Aufstockung auf höheren Tarif | 8 Monate für die Mehrleistung | Chefarzt oder Einbettzimmer erst nach Ablauf |
Wer eine Familie plant und ohnehin über den Wechsel nachdenkt, sollte ihn vor der Schwangerschaft angehen. Das hat auch einen finanziellen Grund: Solange Sie gesetzlich versichert sind, bleibt Ihre Mitgliedschaft während des Bezugs von Mutterschafts- und Elterngeld beitragsfrei. In der PKV zahlen Sie den Beitrag weiter. Ob sich die private Krankenversicherung für Ihre Familie rechnet, klären die Ratgeber GKV oder PKV und GKV oder PKV mit Kindern. Ob Sie mit Ihrem Einkommen überhaupt wechseln dürfen, zeigt PKV ab wann.
Unser Tipp: Eine anonyme Risikovoranfrage zeigt vor dem offiziellen Antrag, welcher Versicherer Sie in der aktuellen Situation annimmt – ohne dass eine Ablehnung in Ihren Unterlagen auftaucht.
Mutterschaftsgeld in der PKV: Wie viel Privatversicherte bekommen
Privat versicherte Angestellte erhalten einmalig höchstens 210 Euro Mutterschaftsgeld vom Bundesamt für Soziale Sicherung. Dazu zahlt der Arbeitgeber in den Schutzfristen den Unterschied zwischen 13 Euro und dem täglichen Nettolohn. Gesetzlich Versicherte bekommen die 13 Euro täglich von ihrer Krankenkasse – für den gesamten Mutterschutz.
Der Mutterschutz umfasst sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt, bei Früh- und Mehrlingsgeburten zwölf Wochen danach. Der Zuschuss des Arbeitgebers ist für gesetzlich und privat Versicherte gleich. Der Unterschied liegt allein beim Anteil, den in der GKV die Krankenkasse trägt. Für eine Angestellte mit 3.000 Euro netto im Monat sieht das so aus:
| Rechenschritt (Beispiel) | GKV | PKV |
|---|---|---|
| Nettolohn je Kalendertag (3.000 € / 30) | 100,00 € | 100,00 € |
| Mutterschaftsgeld je Tag | 13,00 € von der Kasse | — |
| Mutterschaftsgeld einmalig | — | 210,00 € vom Bund |
| Arbeitgeberzuschuss je Tag | 87,00 € | 87,00 € |
| Mutterschaftsgeld in 98 Tagen | 1.274,00 € | 210,00 € |
| Arbeitgeberzuschuss in 98 Tagen | 8.526,00 € | 8.526,00 € |
| Einkommen im Mutterschutz | 9.800,00 € | 8.736,00 € |
Die Lücke beträgt in diesem Beispiel 1.064,00 €. Sie hängt nicht vom Einkommen ab, sondern nur von der Länge der Schutzfrist – bei einer Frühgeburt mit zwölf Wochen Nachsorge wird sie größer. Das Mutterschaftsgeld des Bundes müssen Sie selbst beantragen; privat versicherte Frauen, die nicht angestellt sind, etwa Selbstständige oder Studentinnen ohne Job, gehen leer aus.
Arbeitgeberzuschuss zur PKV im Mutterschutz
Der Arbeitgeberzuschuss nach § 257 SGB V ist an das Arbeitsentgelt gekoppelt. Für Kalendermonate, in denen Sie nur Mutterschaftsgeld und den Zuschuss dazu erhalten, entfällt er in der Regel – Sie zahlen den PKV-Beitrag dann allein. Bei einem Beitrag von 600 Euro sind das rund 300 Euro mehr Eigenanteil pro Monat. Planen Sie diesen Betrag frühzeitig ein. Die Höchstbeträge und Regeln erklärt der Ratgeber Arbeitgeberzuschuss zur PKV.
Krankentagegeld der PKV im Mutterschutz
Das Krankentagegeld der PKV zahlt in den Schutzfristen vor und nach der Geburt, wenn Sie keinen anderen angemessenen Ersatz für Ihren Verdienstausfall erhalten. So sieht es § 192 Abs. 5 VVG vor. Wichtig ist das vor allem für selbstständige Frauen, die weder Mutterschaftsgeld noch einen Arbeitgeberzuschuss bekommen.
Angestellte erhalten im Mutterschutz den Arbeitgeberzuschuss, der ihr Netto weitgehend ersetzt. Für sie spielt das Tagegeld deshalb meist keine Rolle. Selbstständige dagegen haben in den 14 Wochen ohne Tagegeld kein Einkommen. Einige Tarife nennen die Leistung im Mutterschutz ausdrücklich:
| Versicherer | Krankentagegeld | Regelung im Mutterschutz |
|---|---|---|
| Debeka | KT 15 bis KT 366 | Tagegeld auch in den Schutzfristen, Ruhen in der Elternzeit möglich |
| DEVK | KT 43N | Tagegeld im Mutterschutz, Nachversicherung ohne Gesundheitsprüfung bis 47 |
| LVM | KT 8 bis KT 365 | Leistung im Mutterschutz ab dem vereinbarten Tag |
| LKH | KTA43 bis KTA365 | Mutterschutz und Entbindungstag versichert, Wartezeit 8 Monate |
| Hallesche | KT / FKT / MKT | inklusive Mutterschutz und Entbindung |
| Württembergische | Krankentagegeld | Leistung auch bei Mutterschutz |
| Provinzial | SKG | Sonderkrankengeld ab 6 Wochen, auch bei Schwangerschaft |
Ein Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung: Ein Tagegeld von 100 Euro deckt die 98 Kalendertage der Schutzfrist mit 9.800 Euro ab. Voraussetzung ist ein Tagegeld, dessen Beginn zur Schutzfrist passt, und bei der LKH eine Versicherungszeit von mindestens acht Monaten. Wer schwanger wird und erst dann das Tagegeld abschließt, ist deshalb meist zu spät. Wie Sie Höhe und Karenzzeit bestimmen, erklärt der Ratgeber Krankentagegeld in der PKV; alles zur Absicherung als Unternehmerin unter PKV für Selbstständige.
Wir prüfen, ob Ihr Krankentagegeld im Mutterschutz zahlt – und rechnen Tarife, die es ausdrücklich tun.
PKV-Beitrag in Schwangerschaft und Elternzeit: Welche Tarife beitragsfrei stellen
Die PKV ist in Schwangerschaft und Elternzeit nicht automatisch beitragsfrei. Sie zahlen den vollen Beitrag weiter, meist ohne Arbeitgeberzuschuss. Einige Tarife stellen Eltern beim Bezug von Elterngeld aber für bis zu sechs, bei ottonova bis zu neun Monate beitragsfrei.
Das ist der größte finanzielle Unterschied zur GKV: Dort ist die Mitgliedschaft beitragsfrei, solange Sie Mutterschafts- oder Elterngeld beziehen und kein weiteres Einkommen haben. In der PKV richtet sich der Beitrag nicht nach dem Einkommen – er bleibt, auch wenn das Gehalt wegfällt. Tarife mit Familienleistungen gleichen das aus:
| Versicherer | Tarif | Leistung für Eltern |
|---|---|---|
| ottonova | First Class Pro+ | bis 9 Monate beitragsfrei bei Elterngeldbezug |
| uniVersa | uni-Top|Privat | bis 6 Monate Beitragsbefreiung bei Elterngeld |
| uniVersa | uni-intro|Privat | bis 6 Monate nach der Entbindung für den nicht erwerbstätigen Elternteil, auch Väter |
| Gothaer | MediCompact Plus und Premium | bis 6 Monatsbeiträge bei Elterngeld, Vorversicherung 8 Monate |
| ARAG | MedBest | beitragsfrei bis 6 Monate je Kind in der Elternzeit |
| ARAG | MedExtra | Beitragsbefreiung bei Elterngeldbezug |
| LKH | LKH-GesundheitsUpgrade | ein Elternteil bis 6 Monate je Kind beitragsfrei |
| Continentale | PREMIUM | bis 6 Monate je Geburt, Vorversicherung 8 Monate |
| Barmenia | einsA-Tarife | bis 6 Monate bei Elterngeld, Vorversicherung 8 Monate |
| Bayerische Beamtenkrankenkasse | GesundheitVARIO | bis 6 Monate beitragsfrei bei Elterngeld |
| AXA | GesundExtra 1 | 6 Monate beitragsfrei in der Elternzeit |
| DKV | PremiumMed PMN | Elterngeld-Pauschale 600 € im Monat für bis zu 6 Monate |
Rechenbeispiel: Was die Beitragsbefreiung wert ist
Eine 30-jährige Angestellte zahlt in uniVersa uni-Top|Privat 300 einschließlich gesetzlichem Zuschlag und Pflegepflichtversicherung 604,74 € im Monat; im Berufsalltag übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte. In der Elternzeit fällt der Zuschuss weg:
| Beispiel uni-Top|Privat 300, 30 Jahre | Betrag |
|---|---|
| Monatsbeitrag inkl. Zuschlag und Pflegepflicht | 604,74 € |
| Eigenanteil im Job nach Arbeitgeberzuschuss | 302,37 € |
| 6 Monate Elternzeit ohne Befreiung, voller Beitrag | 3.628,44 € |
| 6 Monate Elternzeit mit Beitragsbefreiung | 0,00 € |
| Ersparnis durch die Befreiung | 3.628,44 € |
Beitragslast in der Elternzeit im Vergleich, Beispielwerte
Die Elterngeld-Pauschale der DKV wirkt ähnlich: Mit 3.600 € über sechs Monate deckt sie den Beitrag eines vergleichbaren Tarifs fast vollständig. Beachten Sie die Vorversicherungszeiten: Gothaer, Continentale und Barmenia verlangen acht Monate, die LKH setzt eine Wartezeit von acht Monaten an. Wer die Befreiung für ein geplantes Kind nutzen möchte, sollte den Tarif also rechtzeitig abschließen. Alles Weitere zu Elterngeld, Teilzeit und Zuschuss lesen Sie im Ratgeber PKV in der Elternzeit.
Das Baby in der PKV versichern: Kindernachversicherung
Ihr Baby wird in der PKV über die Kindernachversicherung nach § 198 VVG versichert. Melden Sie es spätestens zwei Monate nach der Geburt an, gilt der Schutz rückwirkend ab Geburt – ohne Gesundheitsprüfung, ohne Risikozuschläge und ohne Wartezeiten, auch bei angeborenen Erkrankungen.
Voraussetzung ist, dass ein Elternteil am Tag der Geburt bei diesem Versicherer versichert ist. Der Versicherer darf eine Vorversicherungszeit von bis zu drei Monaten verlangen; die Debeka verzichtet darauf. Der Schutz des Kindes darf nicht höher sein als der des versicherten Elternteils. Mehrere Tarife stellen das Neugeborene zudem eine Zeit lang beitragsfrei:
| Versicherer | Tarif | Beitragsfreiheit für das Neugeborene |
|---|---|---|
| Hallesche | NK.select S / L / XL | bis zum 1. Geburtstag |
| Nürnberger | Premiumtarif MAX6+ | bis zum 1. Geburtstag |
| DBV | Beihilfetarife Tarifgruppe B-U | 12 Monate über einen Bonus |
| LKH | LKH-GesundheitsUpgrade | Geburtsmonat plus 6 Monate |
| uniVersa | uni-Top|Privat | Geburtsmonat plus 6 Monate |
| INTER | MeineGesundheit Smart | 6 Monate |
| Gothaer | MediCompact Plus und Premium | Geburtsmonat und weitere Monate in den ersten 6 Monaten |
PKV oder Familienversicherung für das Kind?
Ist ein Elternteil gesetzlich versichert, kann das Kind unter Umständen beitragsfrei in dessen Familienversicherung. Das ist ausgeschlossen, wenn der privat versicherte Elternteil regelmäßig mehr als 6.450 € im Monat verdient und zugleich mehr als der gesetzlich versicherte Partner (§ 10 Abs. 3 SGB V, Wert 2026). Sind beide Eltern privat versichert, muss das Kind ebenfalls privat versichert werden. Die Entscheidung prägt die Versicherung Ihres Kindes oft für Jahre – deshalb lohnt der Vergleich schon vor der Geburt. Ausführlich in den Ratgebern Kindernachversicherung, GKV oder PKV für Kinder und auf den Seiten PKV für Kinder und PKV für Familien.
Wir rechnen den Beitrag für Ihr Kind im Tarif Ihres Versicherers und zeigen Alternativen mit beitragsfreien Monaten.
PKV und Schwangerschaft bei Beamtinnen
Schwangere Beamtinnen sind über Beihilfe und privaten Restkostentarif abgesichert. Die Kosten für Vorsorge, Hebamme und Geburt teilen sich Dienstherr und PKV nach dem Beihilfesatz. Mutterschaftsgeld brauchen Beamtinnen nicht, weil ihre Besoldung im Mutterschutz weiterläuft.
Beim Bund steigt der Beihilfesatz in der Elternzeit auf 70 Prozent, Kinder erhalten 80 Prozent. Ab dem zweiten berücksichtigungsfähigen Kind erhält ein Elternteil dauerhaft 70 Prozent. Ändert sich der Beihilfesatz, passen Sie den Restkostentarif an: Stellen Sie den Antrag innerhalb von sechs Monaten, verlangt der Versicherer nach § 199 Abs. 2 VVG weder eine Gesundheitsprüfung noch Wartezeiten.
| Person (Bund) | Beihilfesatz | PKV-Restkostentarif |
|---|---|---|
| Beamtin, aktiv | 50 % | 50 % |
| Beamtin in Elternzeit | 70 % | 30 % |
| Beamtin ab zwei Kindern | 70 % | 30 % |
| Kind | 80 % | 20 % |
Für den Nachwuchs gelten besondere Fristen: Nimmt ein Versicherer an der Öffnungsaktion teil, kann das Neugeborene innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt zu erleichterten Bedingungen aufgenommen werden; unabhängig davon gilt die Kindernachversicherung. Einige Beamtentarife belohnen Familien zusätzlich, etwa die DBV mit zwölf beitragsfreien Monaten und Familienzimmer oder Geburtspauschale. Mehr in den Ratgebern Beihilfe und Öffnungsaktion sowie auf PKV für Beamte.
Checkliste: PKV und Schwangerschaft Schritt für Schritt
Mit dieser Checkliste nutzen Sie alle Leistungen Ihrer privaten Krankenversicherung rund um Schwangerschaft und Geburt – und verpassen keine Frist.
- KinderwunschTarif prüfen: Geburtsleistungen, Familienzimmer, Beitragsbefreiung, Krankentagegeld im Mutterschutz. Vorversicherungszeiten von acht Monaten einplanen.
- Frühe SchwangerschaftVersicherer informieren, Kostenzusagen für Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt einholen, Hebamme suchen.
- Vor dem MutterschutzMutterschaftsgeld beim Bundesamt für Soziale Sicherung beantragen, Arbeitgeber informieren, Krankentagegeld für den Mutterschutz anmelden.
- GeburtKind innerhalb von zwei Monaten nachversichern oder in die Familienversicherung aufnehmen lassen.
- ElternzeitBeitragsbefreiung mit Elterngeldbescheid beantragen, Beihilfesatz und Restkostentarif anpassen, Krankentagegeld ruhen lassen oder reduzieren.
Wer nach der Elternzeit mit geringerem Einkommen in Teilzeit zurückkehrt, prüft am besten auch den Beitrag: Ein PKV-Beitrag lässt sich senken, ohne den Versicherer zu wechseln – etwa über einen Tarifwechsel oder eine höhere Selbstbeteiligung. Die Beiträge der Familie können Sie außerdem steuerlich geltend machen, siehe PKV steuerlich absetzen.
Wir rechnen Ihren Tarif, den Kinderbeitrag und die Beitragsbefreiung zusammen – kostenlos und unverbindlich.
Hebamme und Kinderwunschbehandlung in der PKV getrennt prüfen
Hebammenleistungen können in der PKV im vereinbarten Umfang versichert sein. Vorsorge, Geburtshilfe, Wochenbettbetreuung, Kurse und besondere Rufbereitschaftsleistungen sind dabei nicht pauschal identisch abzurechnen. Fragen Sie bei zusätzlichen Angeboten nach Preis, Leistungsart und Tarifdeckung, bevor Sie eine eigene Zahlungsverpflichtung eingehen.
Eine Kinderwunschbehandlung vor der Schwangerschaft folgt wiederum anderen Voraussetzungen. Diagnose, Verursacherprinzip und ein aufgeschlüsselter Behandlungsplan sind dort besonders wichtig. Der neue Ratgeber zur künstlichen Befruchtung in der PKV behandelt IVF, ICSI und gemischt versicherte Paare ausführlich.
Häufige Fragen zu PKV und Schwangerschaft
Zahlt die PKV die Kosten einer Schwangerschaft?
Ja. Die private Krankenversicherung erstattet Vorsorgeuntersuchungen, Ultraschall, Hebammenhilfe, Geburtsvorbereitung, die Entbindung im Krankenhaus oder Geburtshaus und die Nachsorge im Wochenbett. Schwangerschaft gilt dabei als Versicherungsfall wie eine Krankheit. Wie weit die Leistung reicht, etwa bei Einbettzimmer, Chefarzt, Hausgeburt oder zusätzlicher Pränataldiagnostik, bestimmt Ihr Tarif.
Muss ich meine Schwangerschaft der PKV melden?
Bei einem bestehenden Vertrag nein. Die Anzeigepflicht gilt nur bis zum Vertragsschluss, eine Schwangerschaft danach verändert weder Ihren Schutz noch Ihren Beitrag. Sinnvoll ist eine frühe Mitteilung trotzdem: Beitragsbefreiung in der Elternzeit, Krankentagegeld im Mutterschutz und die Kindernachversicherung laufen nur auf Antrag. Stellen Sie dagegen einen neuen Antrag, müssen Sie eine bestehende Schwangerschaft angeben, wenn danach gefragt wird.
Kann ich schwanger in die private Krankenversicherung wechseln?
Grundsätzlich ja, aber mit Einschränkungen. Viele Versicherer stellen den Antrag während einer Schwangerschaft bis nach der Geburt zurück. Wer angenommen wird, hat für die Entbindung eine Wartezeit von acht Monaten, außer beim nahtlosen Wechsel aus der gesetzlichen Krankenversicherung, bei dem die Vorversicherungszeit angerechnet wird. Eine anonyme Risikovoranfrage klärt vorab, zu welchen Bedingungen ein Wechsel möglich ist.
Bekommen privat versicherte Frauen Mutterschaftsgeld?
Angestellte in der PKV erhalten einmalig höchstens 210 Euro Mutterschaftsgeld vom Bundesamt für Soziale Sicherung und zusätzlich den Zuschuss des Arbeitgebers in Höhe des Nettolohns abzüglich 13 Euro pro Kalendertag. Gesetzlich Versicherte bekommen stattdessen 13 Euro täglich von der Krankenkasse. In 14 Wochen Mutterschutz ergibt das für Privatversicherte eine Lücke von rund 1.064 Euro. Selbstständige erhalten kein Mutterschaftsgeld, können aber über das Krankentagegeld abgesichert sein.
Ist die PKV in der Schwangerschaft oder Elternzeit beitragsfrei?
Nicht automatisch. Anders als in der GKV zahlen Sie den PKV-Beitrag auch in Mutterschutz und Elternzeit weiter, meist ohne Arbeitgeberzuschuss. Einige Tarife stellen Eltern beim Bezug von Elterngeld beitragsfrei, etwa uniVersa uni-Top|Privat, Gothaer MediCompact, ARAG MedBest und LKH-GesundheitsUpgrade für bis zu sechs Monate, ottonova First Class Pro+ bis zu neun Monate. Die DKV zahlt in PremiumMed eine Elterngeld-Pauschale von 600 Euro im Monat.
Wie wird mein Baby in der PKV versichert?
Über die Kindernachversicherung nach § 198 VVG: Melden Sie Ihr Kind spätestens zwei Monate nach der Geburt an, ist es rückwirkend ab Geburt versichert, ohne Gesundheitsprüfung, Risikozuschläge und Wartezeiten. Ein Elternteil muss am Tag der Geburt versichert sein, der Versicherer darf eine Vorversicherungszeit von bis zu drei Monaten verlangen. Ist der andere Elternteil gesetzlich versichert, kann das Kind unter Umständen beitragsfrei in die Familienversicherung.
Zahlt das Krankentagegeld der PKV im Mutterschutz?
Ja, wenn Sie in den Schutzfristen keinen anderen angemessenen Ersatz für Ihren Verdienstausfall erhalten. Das ist nach § 192 Abs. 5 VVG vorgesehen und betrifft vor allem selbstständige Frauen. Tarife wie Debeka KT, DEVK KT 43N, LVM KT und das Krankentagegeld der LKH nennen die Leistung im Mutterschutz ausdrücklich; bei der LKH gilt dafür eine Wartezeit von acht Monaten.
Was gilt für schwangere Beamtinnen in der PKV?
Beamtinnen erhalten im Mutterschutz ihre Besoldung weiter und brauchen kein Mutterschaftsgeld. Die Kosten von Schwangerschaft und Geburt teilen sich Beihilfe und privater Restkostentarif. Im Bund steigt der Beihilfesatz in der Elternzeit auf 70 Prozent, das Kind erhält 80 Prozent. Passen Sie den Restkostentarif innerhalb von sechs Monaten an, ist keine neue Gesundheitsprüfung nötig.
Wir prüfen Tarife, Bedingungen und Beiträge der privaten Krankenversicherer laufend und rechnen Ihr Angebot individuell — für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studenten und Familien. Tarifstand 2026.
